Statistiken zur Europäischen Union (EU)

Die Europäische Union (EU) ist ein aus den Europäischen Gemeinschaften (EG) hervorgegangener Staatenverbund. Seit dem Beitritt von Kroatien im Juli 2013 gehören 28 Länder mit geschätzt rund 512,6 Millionen Einwohnern (2018) zur EU. Litauen trat 2015 als 19. Land der Eurozone bei und führte den Euro als Zahlungsmittel ein.

Durch den EU-Austritt Großbritanniens (Brexit), der am 29. März 2019 erfolgen wird, verringert sich die Anzahl der Mitgliedsstaaten zunächst auf 27 Länder. Im Zuge der EU-Erweiterung wird sich die Anzahl der EU-Mitgliedsstaaten aber mittel- bis langfristig wieder erhöhen. Die EU-Länder mit der höchsten Bevölkerung sind Deutschland (rund 83,2 Millionen), Frankreich (67,25 Millionen) und Großbritannien (rund 66,3 Millionen).

Das politische System der EU besteht aus mehreren Elementen: Die Exekutive der EU bildet die Europäische Kommission; die Judikative der Gerichtshof der Europäischen Union. Während die Regierungen der Mitgliedsstaaten im Europäischen Rat und dem Ministerrat vertreten sind, wird das Volk unmittelbar durch das Europäische Parlament repräsentiert. Dieses wird alle fünf Jahre EU-weit gewählt. Bei der letzten Wahl im Mai 2014 lag die Wahlbeteiligung an der Europawahl bei 48,1 Prozent in Deutschland und 42,6 Prozent in der gesamten EU. Bei der Einführung der Europawahl im Jahr 1979 lag die Beteiligung noch deutlich höher. Deutschland hat zurzeit mit 96 Abgeordneten die meisten Sitze im Europäischen Parlament inne; die stärksten der länderübergreifenden Fraktionen im Europaparlament sind die EVP (221 Sitze) und die Sozialdemokraten (191 Sitze).

Die 28 EU-Staaten erwirtschafteten 2017 zusammen ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 15,3 Billionen Euro. Die größten Volkswirtschaften in der EU sind Deutschland (3,27 Billionen Euro), Großbritannien (2,32 Billionen Euro) und Frankreich (2,29 Billionen Euro). Das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf hingegen hatten Stand 2017 Luxemburg (92.800 Euro), Irland (61.700 Euro) und Dänemark (50.000 Euro); am Ende der Rangliste stehen Bulgarien (7.100 Euro), Rumänien (9.600 Euro) und Kroatien (11.700 Euro).
Im Zuge der Euro-Schuldenkrise verringerte sich die Wirtschaftsleistung in der EU 2012 um rund 0,4 Prozent und 2013 wurde mit 0,3 Prozent nur ein geringes Wachstum generiert. Seitdem werden wieder robuste Wachstumsraten erreicht; 2017 wuchs die Wirtschaft in der EU um stabile 2,4 Prozent. Betrachtet man die Veränderung des BIP in den einzelnen EU-Ländern, so verzeichnete 2017 auch das von der Finanzkrise am stärksten getroffene Mitglied der EU, Griechenland (1,4 Prozent), eine Steigerung der Wirtschaftsleistung, während Irland (7,8 Prozent), Rumänien (6,9 Prozent) und Malta (6,6 Prozent) die höchsten Wachstumsraten verzeichnen konnten. Die Arbeitslosenquote in der EU lag 2017 durchschnittlich bei 7,7 Prozent; die europäischen Länder mit der höchsten Arbeitslosigkeit sind Griechenland mit 19 Prozent und Spanien mit 14,9 Prozent; am niedrigsten ist sie mit 2,3 Prozent in Tschechien sowie Polen und Deutschland mit jeweils rund 3,4 Prozent.
In absoluten Zahlen gab es 2017 im Jahresdurchschnitt rund 18,8 Millionen Arbeitslose in der EU, 2013 sind es noch rund 26,3 Millionen gewesen. Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit in Europa ist im Zuge der Finanzkrise 2008 stark gestiegen; sie lag 2013 bei 23,7 Prozent bzw. circa 5,6 Millionen Arbeitslosen, ist aber im Laufe der konjunkturellen Erholung bereits seit 2013 rückläufig und betrug 2017 noch 16,8 Prozent bzw. rund 3,8 Millionen arbeitslosen Jugendlichen. Die höchsten Jugendarbeitslosenquoten in der EU erreichen wiederum Griechenland, Spanien und auch Italien mit Werten zwischen 31,6 bis 37,9 Prozent Arbeitslosen in dieser Altersgruppe.
Die Inflationsrate in der Europäischen Union ist hat sich nach Jahren sehr geringer Teuerungsraten wieder der Zielmarke von 2 Prozent angenähert und betrug 2017 rund 1,7 Prozent.

Die Diskussion um Europa wurde in den letzten Jahren stark von der "Flüchtlingskrise" bestimmt, die die Staatsschuldenkrise in der öffentlichen Wahrnehmung abgelöst hat. Insbesondere die Staaten der Visegrád-Gruppe (V4) lehnen eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik ab und verweigern sich bindenden europäischen Regelungen zur Umverteilung von Flüchtlingen aus den am stärksten von der Flüchtlingskrise betroffenen Staaten Griechenland und Italien. Die Diskrepanz zwischen den Zusagen für die Aufnahme von Flüchtlingen und tatsächlicher Anzahl umgesiedelter Flüchtlinge ist aber auch in einigen anderen EU-Staaten hoch.

Dabei sind die illegalen Grenzübertritte in die Europäische Union (EU) seit dem Höchststand 2015 stark zurückgegangen. Auch aktuelle Zahlen für das Jahr 2018 weisen in diese Richtung, wenngleich sich die Routen und Ankunftsländer verschoben haben: Während sich die monatlichen Ankünfte von Flüchtlingen und Migranten in Italien im Laufe des Jahres 2018 deutlich verringerten, stiegen die Zahlen für Griechenland und insbesondere Spanien. In der gesamten Europäischen Union besaßen im Jahr 2017 rund 516.115 Drittstaatsangehörige kein Aufenthaltsrecht und wurden zur Ausreise aufgefordert. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Wert von 2008, also weit vor der "Flüchtlingskrise", deren Beginn allgemein mit dem Jahr 2015 verbunden wird.

Die Schuldenquote der EU-28 lag 2017 bei 81,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die EU-Länder mit der höchsten Staatsverschuldung gemessen am BIP sind mit Stand 2. Quartal 2018 Griechenland (179,7 Prozent), Italien (133,1 Prozent) und Portugal (124,9 Prozent). Während Portugal seine Schuldenquote über den Erwartungen senken konnte, gibt insbesondere Italien derzeit Grund zur Sorge, was sich auch im Index zur Wahrscheinlichkeit des Auseinanderbrechens der Euro-Zone widerspiegelt. Hinsichtlich der sehr hohen Staatsschuldenquote Griechenlands mehren sich neben dem IWF auch in Europa die Stimmen, die einen Schuldenschnitt für Griechenland für unausweichlich halten. Am niedrigsten ist die Verschuldung in Estland (8,3 Prozent), Luxemburg (22 Prozent) und Bulgarien (23,8 Prozent).

Neben der Schulden- und Flüchtlingskrise wirken sich auch andere Faktoren, wie der initiierte EU-Austritt Großbritanniens ("Brexit"), negativ auf die Grundstimmung in der EU aus, wenngleich sich die übrigen EU-Staaten im Rahmen der Ausgestaltung des Austrittsabkommens geschlossen zeigten.

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