Statistiken und Fakten zu Europa (EU)

Die Europäische Union (EU) ist ein aus den Europäischen Gemeinschaften (EG) hervorgegangener Staatenverbund. Seit dem Beitritt von Kroatien im Juli 2013 gehören 28 Länder mit geschätzt rund 511,8 Millionen Einwohnern (2017) zur EU. Die EU-Länder mit der höchsten Bevölkerung sind Deutschland (rund 82,8 Millionen), Frankreich (67 Millionen) und Großbritannien (rund 65,8 Millionen). Litauen trat 2015 als 19. Land der Eurozone bei und führte den Euro als Zahlungsmittel ein.


Das politische System der EU besteht aus mehreren Elementen: Die Exekutive der EU bildet die Europäische Kommission; die Judikative der Gerichtshof der Europäischen Union. Während die Regierungen der Mitgliedsstaaten im Europäischen Rat und dem Ministerrat vertreten sind, wird das Volk unmittelbar durch das Europäische Parlament repräsentiert. Dieses wird alle fünf Jahre EU-weit gewählt. Bei der letzten Wahl im Mai 2014 lag die Wahlbeteiligung an der Europawahl bei 48,1 Prozent in Deutschland und 42,6 Prozent in der gesamten EU. Bei der Einführung der Europawahl im Jahr 1979 lag die Beteiligung noch deutlich höher. Deutschland hat zurzeit mit 96 Abgeordneten die meisten Sitze im Europäischen Parlament inne; die stärksten der länderübergreifenden Fraktionen im Europaparlament sind die EVP (221 Sitze) und die Sozialdemokraten (191 Sitze).

Die 28 EU-Staaten erwirtschafteten 2016 zusammen ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 14,8 Billionen Euro. Die größten Volkswirtschaften in der EU sind Deutschland (3,1 Billionen Euro), Großbritannien (2,4 Billionen Euro) und Frankreich (2,2 Billionen Euro). Das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf hingegen hatten Stand 2016 Luxemburg (92.900 Euro), Irland (56.800 Euro) und Dänemark (48.300 Euro); am Ende der Rangliste stehen Bulgarien (6.600 Euro), Rumänien (8.600 Euro) und Kroatien (10.900 Euro).
Im Zuge der Euro-Schuldenkrise schrumpfte die Wirtschaft in der EU 2012 um 0,5 Prozent und 2013 wurde mit 0,2 Prozent ein minimales Wachstum generiert. Seitdem werden wieder robuste Wachstumsraten generiert; 2016 wuchs die Wirtschaft in der EU um stabile 1,9 Prozent. Betrachtet man die Veränderung des BIP in den einzelnen EU-Ländern, so verzeichnete 2016 nur Griechenland (-0,2 Prozent) einen Rückgang der Wirtschaftsleistung , während Rumänien (4,8 Prozent), Bulgarien (3,4 Prozent) und die Slowakei (3,3 Prozent) die höchsten Wachstumsraten verzeichnen konnten. Die Arbeitslosenquote in der EU lag 2016 durchschnittlich bei 8,5 Prozent; die europäischen Länder mit der höchsten Arbeitslosigkeit sind Griechenland mit 22,5 Prozent und Spanien mit 17,7 Prozent; am niedrigsten ist sie mit 3 bis 4 Prozent in Tschechien und Deutschland.
In absoluten Zahlen gab es 2016 im Jahresdurchschnitt rund 20,9 Millionen Arbeitslose in der EU, 2013 sind es noch rund 26,3 Millionen gewesen. Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit in Europa ist seit 2008 stark gestiegen; sie lag 2013 bei 23,7 Prozent bzw. circa 5,6 Millionen Arbeitslosen, ist aber aktuell rückläufig und betrug 2016 noch 18,7 Prozent bzw. rund 4,25 Millionen arbeitslosen Jugendlichen. Die höchsten Jugendarbeitslosenquoten in der EU erreichen wiederum Griechenland, Spanien und auch Italien mit Werten zwischen 37 bis 47 Prozent Arbeitslosen in dieser Altersgruppe.
Die Inflationsrate in der Europäischen Union ist bereits seit 2013 recht niedrig und betrug 2016 nur 0,3 Prozent.

Die Diskussion um Europa wurde in den letzten Jahren stark von der Staatsschuldenkrise bestimmt. Die Schuldenquote der EU-28 lag 2016 bei 83,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die EU-Länder mit der höchsten Staatsverschuldung gemessen am BIP sind mit Stand 4. Quartal 2016 Griechenland (179 Prozent), Italien (132,6 Prozent) und Portugal (130,4 Prozent). Am niedrigsten ist die Verschuldung in Estland (9,5 Prozent), Luxemburg (20 Prozent) und Bulgarien (29,5 Prozent).

Aktuell befindet sich die Europäische Union in einer Krise, die nicht mehr von der Staatsschuldenkrise, sondern primär durch die EU-Flüchtlingskrise dominiert wird. 2015 wurden alleine auf der "Ost-Mittelmeer-Route" rund 885.000 illegale Grenzübertritte in die Europäische Union registriert. Allerdings wurden in 2016 nur noch rund 182.000 Flüchtlinge auf dieser Route aufgegriffen. Die Meinungen der Bürger in den EU-Staaten darüber, welche Maßnahmen zur Entspannung der Flüchtlingskrise getroffen werden sollten, gehen dabei weit auseinander. Ein, durch die Europäische Kommission gemachter Vorschlag zur Verteilung von Flüchtlingen vom Sommer 2015, wurde bisher nicht umgesetzt. Neben der Schulden- und Flüchtlingskrise wirken sich auch andere Faktoren, wie der initiierte EU-Austritt Großbritanniens ("Brexit"), negativ auf die Grundstimmung in der EU aus.

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