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Statistiken und Zahlen zur Corona-Pandemie 2019-2021

Ende des Jahres 2019 traten in China die ersten Fälle einer unbekannten Lungenerkrankung auf, die sich binnen Monaten zu einer weltweiten Pandemie ausweiteten. Am 31. Dezember wurde das WHO-Länderbüro erstmals über die neuartigen Erkrankungsfälle in der Millionenmetropole Wuhan in der Provinz Hubei informiert. Am 7. Januar 2020 schließlich meldeten die chinesischen Behörden, den Erreger als ein neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2) identifiziert zu haben. Das Virus ist verwandt mit dem Erreger der SARS-Pandemie von 2002/03. Die von ihm ausgelösten Symptome ähneln denen einer Grippe und können in schweren Fällen zum Tod führen. Bis zum heutigen Tag hat sich das Virus in mehr als 190 Ländern ausgebreitet und weltweit über 195,9 Millionen Menschen infiziert. Die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit dem Virus beläuft sich aktuell auf über 4,1 Millionen.


Statistik: Aktive Fälle, geheilte Patienten und Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) weltweit seit Januar 2020 (Stand: 25. Januar 2021) | Statista

Chronologie des Ausbruchs

Das Virus wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von Tieren auf dem Menschen übertragen (Zoonose). Als ersten Infektionsort machten die chinesischen Behörden den Wuhaner Großhandelsmarkt für Fische und Meeresfrüchte aus. Von hier breitete sich das Virus aus: der Markt wurde am 1. Januar von den Behörden geschlossen, aber bereits am 3. Januar registrierte die WHO 44 Fälle von Pneumonien unbekannter Ätiologie. Die Dunkelziffer der tatsächlichen Infektionen dürfte bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich höher gelegen haben. Ab Mitte Januar traten schließlich die ersten Fälle der inzwischen identifizierten Lungenerkrankung COVID-19 in Nachbarländern auf: am 13. Januar meldete Thailand, am 15. Japan und am 20. Südkorea die ersten COVID-19-Fälle. Als die WHO am 30. Januar die Epidemie als internationale Notlage einstufte, war die Zahl der Infektionen bereits auf knapp 10.000 angestiegen. Einen Monat später, am 28. Februar, wurde auch das globale Risikoniveau von „hoch“ auf „sehr hoch“ angehoben. Inzwischen meldeten rund 50 Länder weltweit insgesamt ca. 80.000 Krankheitsfälle – mehr als 2.800 Menschen waren der Krankheit zu diesem Zeitpunkt bereits erlegen. Am 11. März 2020 schließlich erklärte die WHO den Corona-Ausbruch zur weltweiten Pandemie.



Statistik: Fallzahl des Coronavirus (COVID-19) seit Dezember 2019 nach am schwersten betroffenen Ländern bis zum 10. September 2020 | Statista

Internationale Verbreitung

Neben China, wo die Corona-Epidemie ihren Ausgang nahm, verzeichnete Südkorea schon früh eine hohe Zahl an COVID-19-Fällen. Am 25. Februar 2020 wurden erstmals mehr bestätigte tägliche Neuinfektionen außerhalb der Grenzen Chinas gemeldet als innerhalb; z.B. aus Iran . In Europa breitete sich COVID-19 zunächst vor allem in Italien aus. Der Mittelmeerstaat registrierte trotz drastischer Maßnahmen der Regierung - landesweite Quarantänemaßnahmen, Schließung öffentlicher Einrichtungen und nicht lebensnotwendiger Geschäfte, Grenzkontrollen - bis Mitte Juli 2021 mehr als 4,29 Million Erkrankungen und 127.000 Todesfälle. Aber auch in anderen europäischen Ländern stieg die Krankheitslast seit Mitte März 2020 rasant an: so zählen Deutschland, Spanien, Frankreich und Großbritannien mittlerweile ebenfalls siebenstellige Fallzahlen. Hatte sich Europa so binnen Wochen zur am stärksten belasteten Weltregion entwickelt, verlagerte sich das Infektionsgeschehen zunächst vor allem nach Nord- und Südamerika um seit Ende September 2020 in Europa wieder deutlich an Fahrt aufzunehmen. Mit der Ausweitung der durchgeführten Tests stiegen ab der zweiten Märzhälfte auch jenseits des Atlantiks die Fallzahlen sprunghaft an. In keinem anderen Land erhöhte sich die Zahl der registrierten Infektionen schneller, als in den USA, zunächst vor allem im Staat New York. Mittlerweile werden aus den USA mehr als 34,5 Millionen COVID-19-Fälle gemeldet und damit mehr, als aus jedem anderen Land. Neben den Vereinigten Staaten verbuchen in den letzten zwei Wochen auch Länder wie Brasilien, Indien oder Russland hohe Zuwachsraten. In der Bundesrepublik meldete Bayern am 28. Januar 2020 als erstes Bundesland einen Fall des neuartigen Coronavirus; zwei Wochen später mit Sachsen-Anhalt schließlich auch das letzte Bundesland. Derzeit verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 3,7 Millionen COVID-19-Fälle. Naturgemäß breitete sich das Virus in dicht besiedelten Regionen am schnellsten aus. So waren es vor allem Großstädte wie Berlin, München oder Hamburg, in denen die Krankheitslast zunächst am schnellsten anstieg.



Statistik: Todesfälle mit Coronavirus (COVID-19) in Deutschland nach Alter und Geschlecht (Stand: 9. September 2020) | Statista

Klinische Aspekte von SARS-CoV-2 in Deutschland

Das zoonotische SARS-CoV-2-Virus überträgt sich in erster Linie durch Tröpfcheninfektionen von Mensch zu Mensch. Darüber hinaus verbreitet sich das Virus vor allem in geschlossenen Räumen über Aerosole und auch Schmierinfektionen lassen sich nicht ausschließen. Die durch das Virus ausgelöste Infektionskrankheit COVID-19 befällt in vor allem die Atemorgane und kann in schweren Fällen zu Lungenversagen und Tod führen. Laut Angaben des RKI entwickeln zwischen 70 und 90 Prozent der Infizierten Symptome, von denen die häufigsten Fieber und Husten sind. Eine Hospitalisierung und möglicherweise intensivmedizinische Versorgung war bundesweit zuletzt in rund vier Prozent der Fälle nötig.
Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen legte seit Ende September 2020 rapide zu und erreichte im Dezember die vorläufigen Höchststände von über 30.000 Neuinfektionen pro Tag. In Folge erneuter Lockdown-Beschränkungen sank der Wert in der zweiten Januarhälfte 2021 erstmals wieder unter die 10.000er Marke. Mitte Juni wurden bundesweit erstmals wieder weniger als 1.000 tägliche Neuinfektionen gemeldet. Auch die Zahl der aktiven Infektionen sank seit Weihnachten zunächst sukzessive. Seit März 2021 stieg der Wert jedoch wieder auf ein zweites Hoch jenseits der 300.000 Ende April. Derzeit sind die aktiven Fälle stark rückläufig und belaufen sich auf zuletzt rund 26.000 Fälle. Hamburg meldete dabei die höchste Inzidenzrate der letzten Woche. Ein Wert von über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen hat die Einstufung als Risikogebiet zur Folge. Bundesweit beläuft sich dieser Wert aktuell auf rund 15 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Die durchschnittliche Infektionshäufigkeit beläuft sich deutschlandweit auf 4.510 Infektionen je 100.000 Einwohner, wobei Sachsen die mit Abstand höchste Sterblichkeit in Zusammenhang mit dem Virus ausweist. Den Reproduktionsfaktor der Krankheit - also die Anzahl Personen, die ein Infizierter durchschnittlich ansteckt - taxiert das RKI aktuell auf 1,07 (7-Tag-R-Wert). Ein Wert von unter eins bedeutet dabei, dass die Anzahl der Neuinfektionen abnimmt.
Bei der demographischen Verteilung des Infektionsgeschehens entfallen rund 80 Prozent der Betroffenen auf die Altersgruppe der 15- bis 79-Jährigen, wobei der Frauenanteil leicht überwiegt. Der Altersmedian aller COVID-19-Infektionen belief sich zuletzt auf 27 Jahre. Anders sieht es bei den in Zusammenhang mit COVID-19 Verstorbenen aus. Von den derzeit 91.586 bestätigten Todesfällen waren gut 65 Prozent über 80 Jahre alt – der Anteil der gleichen Altersgruppe an der Gesamtzahl der Infektionen liegt hingegen bei unter 10 Prozent. Der Altersmedian lag hier zuletzt bei 85 Jahren. Auch sterben mehr Männer als Frauen an bzw. mit COVID-19. Als besonders gefährdet, einen schweren Verlauf der Krankheit zu entwickeln, gelten dabei bestimmte Risikogruppen. Zu diesen zählen neben älteren Personen ab 60 Jahren insbesondere Raucher, stark adipöse Menschen und Personen mit Vorerkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, chronischen Lungen- oder Lebererkrankungen aber auch Diabetes und Krebserkrankungen.



Statistik: Anteil besorgniserregender neuer Coronavirusvarianten (VOC) in Deutschland in KW 8 2021 (Stand: 3. März 2021) | Statista

Virusmutationen und Variants of Concern (VOC)

Seit Ende 2020 sind neue Varianten des SARS CoV-2 Virus aufgetaucht, die im Verdacht stehen, infektiöser und gefährlicher für den Menschen zu sein. Dass ein Virus mutiert ist dabei ein natürlicher Vorgang. Das Virus dringt in eine Zelle ein und setzt sein Erbgut frei. Mit den Ressourcen der Wirtszelle entstehen dann aus dem Bauplan des Virus unzählige neue Viren. Doch bei der Rekonstruktion der Blaupause passieren laufend Fehler und neue Virusvarianten entstehen. Die allermeisten dieser zufälligen Kopierfehler sind unerheblich oder für das Virus gar nachteilig. Nur sehr wenige Mutationen sind nützlich und schaffen es sich zu verbreiten. Die Geschwindigkeit dieses evolutionären Prozesses kann unter gewissen Umständen stark beschleunigt werden. Etwa wenn sich das Virus leicht verbreiten oder sich lange im Wirtsorganismus aufhalten kann. Vor allem aber wenn sich zwei Virusvarianten in einem Wirt treffen und Teile ihres Erbguts miteinander austauschen können. Auf diesem Weg könnte die Virusevolution Varianten hervorbringen, die besser an die menschliche Immunabwehr angepasst sind und sich schneller verbreiten oder in der Lage sind, Geimpfte und genesene Menschen erneut zu infizieren.
B.1.1.7 (Alpha), B.1.351 (Beta), P.1 (Gamma) und B.1.617.2 (Delta) heißen die Varianten, die seit November zuerst in Großbritannien, Südafrika, Brasilien und im indischen Bundesstaat Maharashtra registriert wurden und sich seither schnell verbreitet haben. Bei der in England entdeckten Variante fanden Forscher 17 verschiedene Mutationen, wovon drei das Virus möglicherweise gefährlicher machen als Sars CoV-2. Wieviel gefährlicher wird derzeit noch untersucht, aber erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass B.1.1.7 besser an menschliche Wirtszellen andocken und sich schneller verbreiten kann. Ähnliches gilt für die zuerst in Südafrika registrierte Variante B.1.351 (501Y.V2) sowie die Delta-Mutation B.1.617.2 aus Indien. Die im brasilianischen Bundesstaat Amazonas zuerst zirkulierende Variante P.1 sorgte vor allem in der Bundeshauptstadt Manaus für hohe Neuinfektionszahlen. Da sich ein Großteil der Bevölkerung bereits in einer früheren Welle mit dem Coronavirus infiziert hatte, könnte dies ein Hinweis sein, dass diese Virusvariante in der Lage ist, Genesene erneut zu infizieren.
Alle vier dieser besorgniserregenden SARs-CoV-2 Virusvarianten (VOC) wurden bereits in Deutschland nachgewiesen. Laut dem Robert Koch-Institut lag ihr Anteil zuletzt bei über 98 Prozent. Mit rund 84 Prozent entfällt mittlerweile der Hauptteil auf die Delta-Variante B.1.617.2 (Indien). Damit hat sich diese Virusmutation binnen weniger Wochen zur dominanten Virusvariante in Deutschland entwickelt und die zuvor dominierende Alpha-Mutation B.1.1.7 (Großbritannien) abgelöst. Gleiches gilt für die USA, und auch im Vereinigten Königreich ist die Delta-Variante auf dem Vormarsch, hat aber bislang B.1.1.7 noch nicht als häufigste VOC ersetzt. Allerdings liefern die Daten bisher noch ein eingeschränktes Bild der tatsächlichen Verbreitung, da nur ein Teil der positiven SARS CoV-2 Proben genetisch untersucht wird.



Statistik: Impfungen gegen das Coronavirus (COVID-19) je 100 Einwohner nach ausgewählten Ländern weltweit seit Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 (Stand: 6. April 2021) | Statista

Globale Impfkampagne

Große Hoffnungen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie liegen auf der seit Jahresende 2020 begonnen globalen Impfkampagne gegen das Virus. Ziel ist die schnellstmögliche Erreichung einer sogenannten „Herdenimmunität“, bei der ein großer Bevölkerungsanteil (mindestens 70 Prozent) Immunität gegen das Virus erreicht. Auf diese Weise lässt sich die Verbreitung des Erregers wirksam reduzieren und es entsteht ein indirekter Schutz auch für nicht-immune Personen. Neben einer Immunisierung in Folge einer natürlichen Infektion, fällt dabei einer Schutzimpfung gegen das Virus die entscheidende Rolle zu.
Laut Bloomberg wurden Verträge mit den Herstellern über die Auslieferung von mehr als neun Milliarden Impfdosen geschlossen, wobei sich Indien mit mehr als zwei Milliarden Impfeinheiten das größte Kontingent sicherte. Bis Anfang Juni 2021 wurden weltweit mehr als 3,89 Milliarden Impfdosen verabreicht.
In der Europäischen Union sind derzeit vier COVID-19-Impfstoffe zugelassen: am 21. Dezember 2020 gab die europäische Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht für den Einsatz des ersten Impfstoff der deutsch-amerikanischen Kooperaton von BioNTech und Pfizer. Am 6. Januar 2021 folgte eine entsprechende Entscheidung für das Vakzin der US-amerikanischen Firma Moderna und am 29. Januar wurde die Prüfung des Corona-Impfstoffs abgeschlossen, der vom britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Oxford University entwickelt wurde. Die jüngste EU-Zulassung erhielt am 11. März der Impfstoff von Janssen Pharmaceuticals, einem Tochterunternehmen des US-Konzerns Johnson & Johnson. Bei dem Präparat handelt es sich wie bei dem von AstraZeneca um einen Vektor Impfstoff, der im Kühlschrank gelagert werden kann. Die empfindlichen mRNA Impfstoffe von Biontech und Moderna müssen demgegenüber bei deutlich tieferen Temperaturen von minus 70 bzw. minus 20 Grad gelagert werden.
Trotz Lieferengpässen ist die Impfkampagne auch in der Bundesrepublik angelaufen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland jedoch hinter Ländern wie den Vereinigten Staaten oder China, in denen bisher die meisten Menschen geimpft wurden, und Ländern wie Island oder Israel, die bereits einen Großteil ihrer Bevölkerung durchgeimpft haben. Laut dem Robert Koch-Institut wurden hierzulande seit dem 27. Dezember 2020 rund 50,8 Millionen Menschen erstgeimpft, was einer Impfquote von 61,1 Prozent entspricht. Mehr als 41,7 Millionen Menschen (50,2 Prozent) haben bereits die zweite Impfdose erhalten, die für eine erhöhte Schutzwirkung nötig ist.







Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Coronavirus und COVID-19" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Deutschland

Am stärksten betroffene Länder

Weltweit

Interessante Statistiken

In den folgenden 6 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten {amountStatistics} Statistiken aus dem Thema "Coronavirus und COVID-19".

Corona-Pandemie (COVID-19) 2019-2021

Dossier zum Thema

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Statistiken und Zahlen zur Corona-Pandemie 2019-2021

Ende des Jahres 2019 traten in China die ersten Fälle einer unbekannten Lungenerkrankung auf, die sich binnen Monaten zu einer weltweiten Pandemie ausweiteten. Am 31. Dezember wurde das WHO-Länderbüro erstmals über die neuartigen Erkrankungsfälle in der Millionenmetropole Wuhan in der Provinz Hubei informiert. Am 7. Januar 2020 schließlich meldeten die chinesischen Behörden, den Erreger als ein neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2) identifiziert zu haben. Das Virus ist verwandt mit dem Erreger der SARS-Pandemie von 2002/03. Die von ihm ausgelösten Symptome ähneln denen einer Grippe und können in schweren Fällen zum Tod führen. Bis zum heutigen Tag hat sich das Virus in mehr als 190 Ländern ausgebreitet und weltweit über 195,9 Millionen Menschen infiziert. Die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit dem Virus beläuft sich aktuell auf über 4,1 Millionen.


Statistik: Aktive Fälle, geheilte Patienten und Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) weltweit seit Januar 2020 (Stand: 25. Januar 2021) | Statista

Chronologie des Ausbruchs

Das Virus wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von Tieren auf dem Menschen übertragen (Zoonose). Als ersten Infektionsort machten die chinesischen Behörden den Wuhaner Großhandelsmarkt für Fische und Meeresfrüchte aus. Von hier breitete sich das Virus aus: der Markt wurde am 1. Januar von den Behörden geschlossen, aber bereits am 3. Januar registrierte die WHO 44 Fälle von Pneumonien unbekannter Ätiologie. Die Dunkelziffer der tatsächlichen Infektionen dürfte bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich höher gelegen haben. Ab Mitte Januar traten schließlich die ersten Fälle der inzwischen identifizierten Lungenerkrankung COVID-19 in Nachbarländern auf: am 13. Januar meldete Thailand, am 15. Japan und am 20. Südkorea die ersten COVID-19-Fälle. Als die WHO am 30. Januar die Epidemie als internationale Notlage einstufte, war die Zahl der Infektionen bereits auf knapp 10.000 angestiegen. Einen Monat später, am 28. Februar, wurde auch das globale Risikoniveau von „hoch“ auf „sehr hoch“ angehoben. Inzwischen meldeten rund 50 Länder weltweit insgesamt ca. 80.000 Krankheitsfälle – mehr als 2.800 Menschen waren der Krankheit zu diesem Zeitpunkt bereits erlegen. Am 11. März 2020 schließlich erklärte die WHO den Corona-Ausbruch zur weltweiten Pandemie.



Statistik: Fallzahl des Coronavirus (COVID-19) seit Dezember 2019 nach am schwersten betroffenen Ländern bis zum 10. September 2020 | Statista

Internationale Verbreitung

Neben China, wo die Corona-Epidemie ihren Ausgang nahm, verzeichnete Südkorea schon früh eine hohe Zahl an COVID-19-Fällen. Am 25. Februar 2020 wurden erstmals mehr bestätigte tägliche Neuinfektionen außerhalb der Grenzen Chinas gemeldet als innerhalb; z.B. aus Iran . In Europa breitete sich COVID-19 zunächst vor allem in Italien aus. Der Mittelmeerstaat registrierte trotz drastischer Maßnahmen der Regierung - landesweite Quarantänemaßnahmen, Schließung öffentlicher Einrichtungen und nicht lebensnotwendiger Geschäfte, Grenzkontrollen - bis Mitte Juli 2021 mehr als 4,29 Million Erkrankungen und 127.000 Todesfälle. Aber auch in anderen europäischen Ländern stieg die Krankheitslast seit Mitte März 2020 rasant an: so zählen Deutschland, Spanien, Frankreich und Großbritannien mittlerweile ebenfalls siebenstellige Fallzahlen. Hatte sich Europa so binnen Wochen zur am stärksten belasteten Weltregion entwickelt, verlagerte sich das Infektionsgeschehen zunächst vor allem nach Nord- und Südamerika um seit Ende September 2020 in Europa wieder deutlich an Fahrt aufzunehmen. Mit der Ausweitung der durchgeführten Tests stiegen ab der zweiten Märzhälfte auch jenseits des Atlantiks die Fallzahlen sprunghaft an. In keinem anderen Land erhöhte sich die Zahl der registrierten Infektionen schneller, als in den USA, zunächst vor allem im Staat New York. Mittlerweile werden aus den USA mehr als 34,5 Millionen COVID-19-Fälle gemeldet und damit mehr, als aus jedem anderen Land. Neben den Vereinigten Staaten verbuchen in den letzten zwei Wochen auch Länder wie Brasilien, Indien oder Russland hohe Zuwachsraten. In der Bundesrepublik meldete Bayern am 28. Januar 2020 als erstes Bundesland einen Fall des neuartigen Coronavirus; zwei Wochen später mit Sachsen-Anhalt schließlich auch das letzte Bundesland. Derzeit verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 3,7 Millionen COVID-19-Fälle. Naturgemäß breitete sich das Virus in dicht besiedelten Regionen am schnellsten aus. So waren es vor allem Großstädte wie Berlin, München oder Hamburg, in denen die Krankheitslast zunächst am schnellsten anstieg.



Statistik: Todesfälle mit Coronavirus (COVID-19) in Deutschland nach Alter und Geschlecht (Stand: 9. September 2020) | Statista

Klinische Aspekte von SARS-CoV-2 in Deutschland

Das zoonotische SARS-CoV-2-Virus überträgt sich in erster Linie durch Tröpfcheninfektionen von Mensch zu Mensch. Darüber hinaus verbreitet sich das Virus vor allem in geschlossenen Räumen über Aerosole und auch Schmierinfektionen lassen sich nicht ausschließen. Die durch das Virus ausgelöste Infektionskrankheit COVID-19 befällt in vor allem die Atemorgane und kann in schweren Fällen zu Lungenversagen und Tod führen. Laut Angaben des RKI entwickeln zwischen 70 und 90 Prozent der Infizierten Symptome, von denen die häufigsten Fieber und Husten sind. Eine Hospitalisierung und möglicherweise intensivmedizinische Versorgung war bundesweit zuletzt in rund vier Prozent der Fälle nötig.
Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen legte seit Ende September 2020 rapide zu und erreichte im Dezember die vorläufigen Höchststände von über 30.000 Neuinfektionen pro Tag. In Folge erneuter Lockdown-Beschränkungen sank der Wert in der zweiten Januarhälfte 2021 erstmals wieder unter die 10.000er Marke. Mitte Juni wurden bundesweit erstmals wieder weniger als 1.000 tägliche Neuinfektionen gemeldet. Auch die Zahl der aktiven Infektionen sank seit Weihnachten zunächst sukzessive. Seit März 2021 stieg der Wert jedoch wieder auf ein zweites Hoch jenseits der 300.000 Ende April. Derzeit sind die aktiven Fälle stark rückläufig und belaufen sich auf zuletzt rund 26.000 Fälle. Hamburg meldete dabei die höchste Inzidenzrate der letzten Woche. Ein Wert von über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen hat die Einstufung als Risikogebiet zur Folge. Bundesweit beläuft sich dieser Wert aktuell auf rund 15 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Die durchschnittliche Infektionshäufigkeit beläuft sich deutschlandweit auf 4.510 Infektionen je 100.000 Einwohner, wobei Sachsen die mit Abstand höchste Sterblichkeit in Zusammenhang mit dem Virus ausweist. Den Reproduktionsfaktor der Krankheit - also die Anzahl Personen, die ein Infizierter durchschnittlich ansteckt - taxiert das RKI aktuell auf 1,07 (7-Tag-R-Wert). Ein Wert von unter eins bedeutet dabei, dass die Anzahl der Neuinfektionen abnimmt.
Bei der demographischen Verteilung des Infektionsgeschehens entfallen rund 80 Prozent der Betroffenen auf die Altersgruppe der 15- bis 79-Jährigen, wobei der Frauenanteil leicht überwiegt. Der Altersmedian aller COVID-19-Infektionen belief sich zuletzt auf 27 Jahre. Anders sieht es bei den in Zusammenhang mit COVID-19 Verstorbenen aus. Von den derzeit 91.586 bestätigten Todesfällen waren gut 65 Prozent über 80 Jahre alt – der Anteil der gleichen Altersgruppe an der Gesamtzahl der Infektionen liegt hingegen bei unter 10 Prozent. Der Altersmedian lag hier zuletzt bei 85 Jahren. Auch sterben mehr Männer als Frauen an bzw. mit COVID-19. Als besonders gefährdet, einen schweren Verlauf der Krankheit zu entwickeln, gelten dabei bestimmte Risikogruppen. Zu diesen zählen neben älteren Personen ab 60 Jahren insbesondere Raucher, stark adipöse Menschen und Personen mit Vorerkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, chronischen Lungen- oder Lebererkrankungen aber auch Diabetes und Krebserkrankungen.



Statistik: Anteil besorgniserregender neuer Coronavirusvarianten (VOC) in Deutschland in KW 8 2021 (Stand: 3. März 2021) | Statista

Virusmutationen und Variants of Concern (VOC)

Seit Ende 2020 sind neue Varianten des SARS CoV-2 Virus aufgetaucht, die im Verdacht stehen, infektiöser und gefährlicher für den Menschen zu sein. Dass ein Virus mutiert ist dabei ein natürlicher Vorgang. Das Virus dringt in eine Zelle ein und setzt sein Erbgut frei. Mit den Ressourcen der Wirtszelle entstehen dann aus dem Bauplan des Virus unzählige neue Viren. Doch bei der Rekonstruktion der Blaupause passieren laufend Fehler und neue Virusvarianten entstehen. Die allermeisten dieser zufälligen Kopierfehler sind unerheblich oder für das Virus gar nachteilig. Nur sehr wenige Mutationen sind nützlich und schaffen es sich zu verbreiten. Die Geschwindigkeit dieses evolutionären Prozesses kann unter gewissen Umständen stark beschleunigt werden. Etwa wenn sich das Virus leicht verbreiten oder sich lange im Wirtsorganismus aufhalten kann. Vor allem aber wenn sich zwei Virusvarianten in einem Wirt treffen und Teile ihres Erbguts miteinander austauschen können. Auf diesem Weg könnte die Virusevolution Varianten hervorbringen, die besser an die menschliche Immunabwehr angepasst sind und sich schneller verbreiten oder in der Lage sind, Geimpfte und genesene Menschen erneut zu infizieren.
B.1.1.7 (Alpha), B.1.351 (Beta), P.1 (Gamma) und B.1.617.2 (Delta) heißen die Varianten, die seit November zuerst in Großbritannien, Südafrika, Brasilien und im indischen Bundesstaat Maharashtra registriert wurden und sich seither schnell verbreitet haben. Bei der in England entdeckten Variante fanden Forscher 17 verschiedene Mutationen, wovon drei das Virus möglicherweise gefährlicher machen als Sars CoV-2. Wieviel gefährlicher wird derzeit noch untersucht, aber erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass B.1.1.7 besser an menschliche Wirtszellen andocken und sich schneller verbreiten kann. Ähnliches gilt für die zuerst in Südafrika registrierte Variante B.1.351 (501Y.V2) sowie die Delta-Mutation B.1.617.2 aus Indien. Die im brasilianischen Bundesstaat Amazonas zuerst zirkulierende Variante P.1 sorgte vor allem in der Bundeshauptstadt Manaus für hohe Neuinfektionszahlen. Da sich ein Großteil der Bevölkerung bereits in einer früheren Welle mit dem Coronavirus infiziert hatte, könnte dies ein Hinweis sein, dass diese Virusvariante in der Lage ist, Genesene erneut zu infizieren.
Alle vier dieser besorgniserregenden SARs-CoV-2 Virusvarianten (VOC) wurden bereits in Deutschland nachgewiesen. Laut dem Robert Koch-Institut lag ihr Anteil zuletzt bei über 98 Prozent. Mit rund 84 Prozent entfällt mittlerweile der Hauptteil auf die Delta-Variante B.1.617.2 (Indien). Damit hat sich diese Virusmutation binnen weniger Wochen zur dominanten Virusvariante in Deutschland entwickelt und die zuvor dominierende Alpha-Mutation B.1.1.7 (Großbritannien) abgelöst. Gleiches gilt für die USA, und auch im Vereinigten Königreich ist die Delta-Variante auf dem Vormarsch, hat aber bislang B.1.1.7 noch nicht als häufigste VOC ersetzt. Allerdings liefern die Daten bisher noch ein eingeschränktes Bild der tatsächlichen Verbreitung, da nur ein Teil der positiven SARS CoV-2 Proben genetisch untersucht wird.



Statistik: Impfungen gegen das Coronavirus (COVID-19) je 100 Einwohner nach ausgewählten Ländern weltweit seit Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 (Stand: 6. April 2021) | Statista

Globale Impfkampagne

Große Hoffnungen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie liegen auf der seit Jahresende 2020 begonnen globalen Impfkampagne gegen das Virus. Ziel ist die schnellstmögliche Erreichung einer sogenannten „Herdenimmunität“, bei der ein großer Bevölkerungsanteil (mindestens 70 Prozent) Immunität gegen das Virus erreicht. Auf diese Weise lässt sich die Verbreitung des Erregers wirksam reduzieren und es entsteht ein indirekter Schutz auch für nicht-immune Personen. Neben einer Immunisierung in Folge einer natürlichen Infektion, fällt dabei einer Schutzimpfung gegen das Virus die entscheidende Rolle zu.
Laut Bloomberg wurden Verträge mit den Herstellern über die Auslieferung von mehr als neun Milliarden Impfdosen geschlossen, wobei sich Indien mit mehr als zwei Milliarden Impfeinheiten das größte Kontingent sicherte. Bis Anfang Juni 2021 wurden weltweit mehr als 3,89 Milliarden Impfdosen verabreicht.
In der Europäischen Union sind derzeit vier COVID-19-Impfstoffe zugelassen: am 21. Dezember 2020 gab die europäische Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht für den Einsatz des ersten Impfstoff der deutsch-amerikanischen Kooperaton von BioNTech und Pfizer. Am 6. Januar 2021 folgte eine entsprechende Entscheidung für das Vakzin der US-amerikanischen Firma Moderna und am 29. Januar wurde die Prüfung des Corona-Impfstoffs abgeschlossen, der vom britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Oxford University entwickelt wurde. Die jüngste EU-Zulassung erhielt am 11. März der Impfstoff von Janssen Pharmaceuticals, einem Tochterunternehmen des US-Konzerns Johnson & Johnson. Bei dem Präparat handelt es sich wie bei dem von AstraZeneca um einen Vektor Impfstoff, der im Kühlschrank gelagert werden kann. Die empfindlichen mRNA Impfstoffe von Biontech und Moderna müssen demgegenüber bei deutlich tieferen Temperaturen von minus 70 bzw. minus 20 Grad gelagert werden.
Trotz Lieferengpässen ist die Impfkampagne auch in der Bundesrepublik angelaufen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland jedoch hinter Ländern wie den Vereinigten Staaten oder China, in denen bisher die meisten Menschen geimpft wurden, und Ländern wie Island oder Israel, die bereits einen Großteil ihrer Bevölkerung durchgeimpft haben. Laut dem Robert Koch-Institut wurden hierzulande seit dem 27. Dezember 2020 rund 50,8 Millionen Menschen erstgeimpft, was einer Impfquote von 61,1 Prozent entspricht. Mehr als 41,7 Millionen Menschen (50,2 Prozent) haben bereits die zweite Impfdose erhalten, die für eine erhöhte Schutzwirkung nötig ist.







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