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Statistiken und Zahlen zur Corona-Pandemie 2019-2022

Ende des Jahres 2019 traten in China die ersten Fälle einer unbekannten Lungenerkrankung auf, die sich binnen Monaten zu einer weltweiten Pandemie ausweiteten. Am 31. Dezember wurde das WHO-Länderbüro erstmals über die neuartigen Erkrankungsfälle in der Millionenmetropole Wuhan in der Provinz Hubei informiert. Am 7. Januar 2020 schließlich meldeten die chinesischen Behörden, den Erreger als ein neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2) identifiziert zu haben. Das Virus ist verwandt mit dem Erreger der SARS-Pandemie von 2002/03. Die von ihm ausgelösten Symptome ähneln denen einer Grippe und können in schweren Fällen zum Tod führen. Bis zum heutigen Tag hat sich das Virus in mehr als 190 Ländern ausgebreitet und weltweit über 586 Millionen Menschen infiziert. Die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit dem Virus beläuft sich aktuell auf über 6,4 Millionen.


Statistik: Aktive Fälle, geheilte Patienten und Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) weltweit seit Januar 2020 (Stand: 25. Januar 2021) | Statista

Chronologie des Ausbruchs

Das Virus wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von Tieren auf dem Menschen übertragen (Zoonose). Als ersten Infektionsort machten die chinesischen Behörden den Wuhaner Großhandelsmarkt für Fische und Meeresfrüchte aus. Von hier breitete sich das Virus aus: der Markt wurde am 1. Januar von den Behörden geschlossen, aber bereits am 3. Januar registrierte die WHO 44 Fälle von Pneumonien unbekannter Ätiologie. Die Dunkelziffer der tatsächlichen Infektionen dürfte bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich höher gelegen haben. Ab Mitte Januar traten schließlich die ersten Fälle der inzwischen identifizierten Lungenerkrankung COVID-19 in Nachbarländern auf: am 13. Januar meldete Thailand, am 15. Japan und am 20. Südkorea die ersten COVID-19-Fälle. Als die WHO am 30. Januar die Epidemie als internationale Notlage einstufte, war die Zahl der Infektionen bereits auf knapp 10.000 angestiegen. Einen Monat später, am 28. Februar, wurde auch das globale Risikoniveau von „hoch“ auf „sehr hoch“ angehoben. Inzwischen meldeten rund 50 Länder weltweit insgesamt ca. 80.000 Krankheitsfälle – mehr als 2.800 Menschen waren der Krankheit zu diesem Zeitpunkt bereits erlegen. Am 11. März 2020 schließlich erklärte die WHO den Corona-Ausbruch zur weltweiten Pandemie.



Statistik: Fallzahl des Coronavirus (COVID-19) seit Dezember 2019 nach am schwersten betroffenen Ländern bis zum 10. September 2020 | Statista

Internationale Verbreitung

Neben China, wo die Corona-Epidemie ihren Ausgang nahm, verzeichnete Südkorea schon früh eine hohe Zahl an COVID-19-Fällen. Am 25. Februar 2020 wurden erstmals mehr bestätigte tägliche Neuinfektionen außerhalb der Grenzen Chinas gemeldet als innerhalb; z.B. aus Iran . In Europa breitete sich COVID-19 zunächst vor allem in Italien aus. Der Mittelmeerstaat registrierte trotz drastischer Maßnahmen der Regierung - landesweite Quarantänemaßnahmen, Schließung öffentlicher Einrichtungen und nicht lebensnotwendiger Geschäfte, Reisebeschränkungen - bis Anfang August 2022 mehr als 21 Million Erkrankungen und 172.000 Todesfälle. Aber auch in anderen europäischen Ländern stieg die Krankheitslast seit Mitte März 2020 rasant an: so zählen Deutschland, Spanien, Frankreich und Großbritannien mittlerweile ebenfalls siebenstellige Fallzahlen. Hatte sich Europa so binnen Wochen zur am stärksten belasteten Weltregion entwickelt, verlagerte sich das Infektionsgeschehen zunächst vor allem nach Nord- und Südamerika um seit Ende September 2020 in Europa wieder deutlich an Fahrt aufzunehmen. Mit der Ausweitung der durchgeführten Tests stiegen ab der zweiten Märzhälfte auch jenseits des Atlantiks die Fallzahlen sprunghaft an. In keinem anderen Land erhöhte sich die Zahl der registrierten Infektionen schneller, als in den USA, zunächst vor allem im Staat New York. Mittlerweile werden aus den USA mehr als 93 Millionen COVID-19-Fälle gemeldet und damit mehr, als aus jedem anderen Land.
In der Bundesrepublik meldete Bayern am 28. Januar 2020 als erstes Bundesland einen Fall des neuartigen Coronavirus; zwei Wochen später mit Sachsen-Anhalt schließlich auch das letzte Bundesland. Derzeit verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 31 Millionen COVID-19-Fälle. Naturgemäß breitete sich das Virus in dicht besiedelten Regionen am schnellsten aus. So waren es vor allem Großstädte wie Berlin, München oder Hamburg, in denen die Krankheitslast zunächst am schnellsten anstieg.



Statistik: Todesfälle mit Coronavirus (COVID-19) in Deutschland nach Alter und Geschlecht (Stand: 9. September 2020) | Statista

Klinische Aspekte von SARS-CoV-2 in Deutschland

Das zoonotische SARS-CoV-2-Virus überträgt sich in erster Linie durch Tröpfcheninfektionen von Mensch zu Mensch. Darüber hinaus verbreitet sich das Virus vor allem in geschlossenen Räumen über Aerosole und auch Schmierinfektionen lassen sich nicht ausschließen. Die durch das Virus ausgelöste Infektionskrankheit COVID-19 befällt in vor allem die Atemorgane und kann in schweren Fällen zu Lungenversagen und Tod führen. Laut Angaben des RKI entwickeln zwischen 70 und 90 Prozent der Infizierten Symptome, von denen die häufigsten Fieber und Husten sind. Eine Hospitalisierung und möglicherweise intensivmedizinische Versorgung war deutschlandweit zuletzt in rund vier Prozent der Fälle nötig. Der Bundesdurchschnitt von coronabedingten Hospitalisierungen liegt aktuell bei 6,2 Fällen je 100.000 Einwohner.
Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen erreichte im März 2022 die vorläufigen Höchststände jenseits der 300.000 Marke. Auch die Anzahl aktiver Corona-Infektionen stieg im Zuge der Ausbreitung der Omikron-Mutation im Frühjahr 2022 auf die Höchstwerte von rund 4,5 Millionen. Seitdem haben sich beide Kurven deutlich abgeflacht. Hessen meldete dabei zuletzt die höchste Inzidenzrate. Vor Beginn der Impfkampagne hatte ein Wert von über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen die Einstufung als Risikogebiet zur Folge. Bundesweit beläuft sich dieser Wert aktuell auf rund 432 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Die durchschnittliche Infektionshäufigkeit beläuft sich deutschlandweit auf über 37.400 Infektionen je 100.000 Einwohner, wobei Sachsen die mit Abstand höchste Sterblichkeit in Zusammenhang mit dem Virus ausweist. Den Reproduktionsfaktor der Krankheit - also die Anzahl Personen, die ein Infizierter durchschnittlich ansteckt - taxiert das RKI aktuell auf 0,86 (7-Tag-R-Wert). Ein Wert von unter eins bedeutet dabei, dass die Anzahl der Neuinfektionen abnimmt.
Bei der demographischen Verteilung des Infektionsgeschehens entfallen rund 80 Prozent der Betroffenen auf die Altersgruppe der 15- bis 79-Jährigen, wobei der Frauenanteil leicht überwiegt. Der Altersmedian aller COVID-19-Infektionen belief sich zuletzt auf 44 Jahre. Anders sieht es bei den in Zusammenhang mit COVID-19 Verstorbenen aus. Von den derzeit über 144.700 bestätigten Todesfällen waren knapp 65 Prozent über 80 Jahre alt – der Anteil der gleichen Altersgruppe an der Gesamtzahl der Infektionen liegt hingegen bei unter fünf Prozent. Der Altersmedian lag hier zuletzt bei 83 Jahren. Auch sterben mehr Männer als Frauen an bzw. mit COVID-19. Als besonders gefährdet, einen schweren Verlauf der Krankheit zu entwickeln, gelten dabei bestimmte Risikogruppen. Zu diesen zählen neben älteren Personen ab 60 Jahren insbesondere Raucher, stark adipöse Menschen und Personen mit Vorerkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, chronischen Lungen- oder Lebererkrankungen aber auch Diabetes und Krebserkrankungen.



Statistik: Verteilung besorgniserregender Coronavirusvarianten (VOC) in Deutschland seit Februar 2022 (Stand: 16. Mai 2022) | Statista

Virusmutationen und Variants of Concern (VOC)

Seit Ende 2020 sind neue Varianten des SARS CoV-2 Virus aufgetaucht, die im Verdacht stehen, infektiöser und gefährlicher für den Menschen zu sein. Dass ein Virus mutiert ist dabei ein natürlicher Vorgang. Das Virus dringt in eine Zelle ein und setzt sein Erbgut frei. Mit den Ressourcen der Wirtszelle entstehen dann aus dem Bauplan des Virus unzählige neue Viren. Doch bei der Rekonstruktion der Blaupause passieren laufend Fehler und neue Virusvarianten entstehen. Die allermeisten dieser zufälligen Kopierfehler sind unerheblich oder für das Virus gar nachteilig. Nur sehr wenige Mutationen sind nützlich und schaffen es sich zu verbreiten. Die Geschwindigkeit dieses evolutionären Prozesses kann unter gewissen Umständen stark beschleunigt werden. Etwa wenn sich das Virus leicht verbreiten oder sich lange im Wirtsorganismus aufhalten kann. Vor allem aber wenn sich zwei Virusvarianten in einem Wirt treffen und Teile ihres Erbguts miteinander austauschen können. Auf diesem Weg könnte die Virusevolution Varianten hervorbringen, die besser an die menschliche Immunabwehr angepasst sind und sich schneller verbreiten oder in der Lage sind, Geimpfte und genesene Menschen erneut zu infizieren.
B.1.1.7 (Alpha), B.1.351 (Beta), P.1 (Gamma) und B.1.617.2 (Delta) heißen die Varianten, die seit November 2020 zuerst in Großbritannien, Südafrika, Brasilien und im indischen Bundesstaat Maharashtra registriert wurden und sich seither schnell verbreitet haben. Bei der in England entdeckten Variante fanden Forscher 17 verschiedene Mutationen, wovon drei das Virus möglicherweise gefährlicher machen als Sars CoV-2. Wieviel gefährlicher wird derzeit noch untersucht, aber erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass B.1.1.7 besser an menschliche Wirtszellen andocken und sich schneller verbreiten kann. Ähnliches gilt für die zuerst in Südafrika registrierte Variante B.1.351 (501Y.V2) sowie die Delta-Mutation B.1.617.2 aus Indien. Die im brasilianischen Bundesstaat Amazonas zuerst zirkulierende Variante P.1 sorgte vor allem in der Bundeshauptstadt Manaus für hohe Neuinfektionszahlen. Da sich ein Großteil der Bevölkerung bereits in einer früheren Welle mit dem Coronavirus infiziert hatte, könnte dies ein Hinweis sein, dass diese Virusvariante in der Lage ist, Genesene erneut zu infizieren. Ende November 2021 wurde erstmals in Südafrika die Mutation B.1.1.529 registriert, die international den Namen "Omikron" erhielt, und für einen schnellen Anstieg der Infektionszahlen im Land verantwortlich war.
Alle fünf dieser besorgniserregenden SARs-CoV-2 Virusvarianten (VOC) wurden bereits in Deutschland nachgewiesen. Laut dem Robert Koch-Institut lag ihr Anteil zuletzt bei fast 100 Prozent. Der Anteil der Omikron-Mutation hat sich dabei zuletzt drastisch erhöht und liegt aktuell jenseits der 99 Prozent. Damit hat die Omikron die zuvor dominierende Delta-Mutation als vorherrschende Variante in der Bundesrepublik abgelöst. Ähnliches gilt für die USA und das Vereinigte Königreich. Allerdings liefern die Daten bisher noch ein eingeschränktes Bild der tatsächlichen Verbreitung, da nur ein Teil der positiven SARS CoV-2 Proben genetisch untersucht wird.



Statistik: Impfungen gegen das Coronavirus (COVID-19) je 100 Einwohner nach ausgewählten Ländern weltweit seit Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 (Stand: 6. April 2021) | Statista

Globale Impfkampagne

Große Hoffnungen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie liegen auf der seit Jahresende 2020 begonnen globalen Impfkampagne gegen das Virus. Ziel ist die schnellstmögliche Erreichung einer sogenannten „Herdenimmunität“, bei der ein großer Bevölkerungsanteil (mindestens 70 Prozent) Immunität gegen das Virus erreicht. Auf diese Weise lässt sich die Verbreitung des Erregers wirksam reduzieren und es entsteht ein indirekter Schutz auch für nicht-immune Personen. Neben einer Immunisierung in Folge einer natürlichen Infektion, fällt dabei einer Schutzimpfung gegen das Virus die entscheidende Rolle zu.
Laut Bloomberg wurden Verträge mit den Herstellern über die Auslieferung von mehr als neun Milliarden Impfdosen geschlossen, wobei sich Indien mit mehr als zwei Milliarden Impfeinheiten das größte Kontingent sicherte. Bis Mitte Dezember 2021 wurden weltweit mehr als 12,4 Milliarden Impfdosen verabreicht.
In der Europäischen Union sind derzeit fünf COVID-19-Impfstoffe zugelassen: am 21. Dezember 2020 gab die europäische Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht für den Einsatz des ersten Impfstoff der deutsch-amerikanischen Kooperation von BioNTech und Pfizer. Am 6. Januar 2021 folgte eine entsprechende Entscheidung für das Vakzin der US-amerikanischen Firma Moderna. Bei beiden Impfstoffen handelt es sich um neuartige mRNA-Präperate, die im Unterschied zu herkömmlichen Pharmazeutika oder Biologika mittels synthetischer mRNA Bauanleitungen für Proteine zur Bekämpfung der Krankheit an Körperzellen übermitteln. Am 29. Januar 2021 wurde die Prüfung des Corona-Impfstoffs abgeschlossen, der vom britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Oxford University entwickelt wurde, und am 11. März erhielt der Impfstoff von Janssen Pharmaceuticals, einem Tochterunternehmen des US-Konzerns Johnson & Johnson, eine EU-weite Zulassung. Beide Präparate sind Vektor-Impfstoffe, bei denen die menschliche Immunabwehr durch den Kontakt mit unschädlich gemachten Viren - den sogenannten Vektoren - aktiviert wird. Am 20. Dezember 2021 erhielt schließlich der Protein-basierte Impfstoff des US-Pharmaunternehmen Novavax eine bedingte EU-Zulassung und ist ab Ende Februar 2022 in Deutschland verfügbar.
Trotz anfänglicher Lieferengpässen lief die Impfkampagne in der Bundesrepublik zum Jahreswechsel 2020/2021 an. Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland dabei hinter Ländern wie den Vereinigten Staaten, Indien oder China, in denen bisher die meisten Menschen geimpft wurden, und Ländern wie etwa Singapur oder Portugal, die den größten Teil ihrer Bevölkerung durchgeimpft haben. Laut dem Robert Koch-Institut wurden hierzulande seit dem 27. Dezember 2020 rund 180 Millionen Impfdosen verabreicht.







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