13.05.2022 | Wirtschaft & Politik
Sanktionen gegen Russland bis Mai 2022
Im Februar 2022 begann Russland mit dem kriegerischen Angriff auf die Ukraine und löste damit weltweit Entsetzen und Empörung aus. Die westlichen Verbündeten und viele weitere Staaten rund um die Welt beschlossen daraufhin vielfältige Sanktionen gegen Russland. Die EU-Länder und weitere Verbündete zeigten sich einig wie selten zuvor und koordinierten sich bei der Verhängung der Sanktionen.
Tausende Sanktionen gegen Russland seit 2014
Als Russland die Krim im März 2014 annektierte, wurden gegen Russland 63 Sanktionen erlassen, die am 13. Mai 2022 noch in Kraft waren. In den Jahren danach kamen viele weitere Sanktionen hinzu. Die meisten der Mitte Mai 2022 noch gültigen Sanktionen kamen allerdings erst Ende Februar 2022 nach der Anerkennung der Separatistengebiete Donezk und Luhansk am 22. Februar, dem anschließenden Einmarsch in diese Gebiete und schließlich dem Angriff auf die Ukraine hinzu. Noch im Februar wurden laut Angaben von Correctiv auf Basis von Daten von OpenSanctions.org 1.893 Sanktionen gegen Russland erlassen, im März kamen weitere 2.614, im April weitere 1.107 Sanktionen hinzu (nur am 13. Mai noch aktive Sanktionen). Viele der Sanktionen ab Februar 2022 wurden von der EU und den USA erlassen, so z.B. die Vereinigten Staaten knapp 400 am 24. März. Insgesamt verhängte die EU 748 Sanktionen gegen Russland, die USA haben mit einer Anzahl von 1.139 die meisten Sanktionen verhängt.
Folgen der Sanktionen
Sanktionen treffen in der Regel auch immer diejenigen, die die Sanktionen beschlossen haben, allerdings in einer anderen Stärke. Laut einer Simulationsberechnung des IfW Kiel und des WIFO würde eine komplette Entkoppelung Russlands zu einem Einbruch des russischen BIP um 9,7 Prozent führen. Ein Handelskrieg würde Russlands Wirtschaft damit langfristig empfindlich treffen. Die USA und weitere westliche Verbündete, unter anderem Deutschland, hätten hingegen nur einen kurzfristigen und weitaus geringeren Einbruch ihrer Wirtschaftsleistung zu befürchten. Das IfW Kiel hat zudem berechnet, welche Handelssanktionen der westlichen Verbündeten Russlands Wirtschaftsleistung mittelfristig am stärksten treffen würde. Demnach würde ein Handelsstopp mit Gas das russische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,9 Prozent schrumpfen lassen (diese Berechnungen gelten laut IfW auch, wenn ein Gasembargo von Russland verhängt werden würde). Die Einstellung des Handels mit Rohöl würde die Wirtschaftsleistung Russlands um 1,2 Prozent zurückgehen lassen. Allerdings ist China in den letzten Jahren der wichtigste Handelspartner für Russland geworden.