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Statistiken zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der EU

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein Grundsatz der Europäischen Union, der neben diversen Rechtsvorschriften, Verträgen und Bekundungen, primär in Titel III „Gleichheit“ Artikel 23 – „Gleichheit von Frauen und Männern“ in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (EU) verankert ist. Seit der Gründung im Jahr 2006 arbeitet und lobbyiert das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (European Institute for Gender Equality – EIGE) für die Gleichstellung von Frau und Mann in der EU und insbesondere für die Umsetzung des Strategieplans für die Gleichstellung der Geschlechter 2016 bis 2019. Im neuen Strategieplan 2020–2025 finden sich einige der hier diskutierten Ungleichheiten wieder.

Überblick und Einordnung

Im Ranking der 20 beliebtesten Länder für Frauen 2020 sind insgesamt 12 EU-Staaten vertreten, von denen Dänemark, Schweden und die Niederlande auch die ersten drei Plätze im Ranking belegen. Obwohl die Methodik des Best Countries Ranking recht allgemeine Kriterien zur Beurteilung heranzieht, wird das gute Abschneiden der skandinavischen Staaten auch durch den spezifischen Gender Equality Index der EIGE bestätigt. Schweden, gefolgt von Dänemark und Frankreich weisen im Gender Equality Index (GEI) 2019 das höchste Maß an Gleichberechtigung im Verhältnis zu den übrigen EU-Mitgliedsstaaten auf. Griechenland, gefolgt von den Visegrád-Staaten Ungarn und der Slowakei, weisen insgesamt die schlechtesten Platzierung im Gender Equality Index 2019 auf. Der Index wird von der Herausgeberin, dem Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen, aus der Analyse von sechs Indikatorengruppen gebildet:
  • Arbeit
  • Geld
  • Wissen
  • Zeit
  • Macht
  • Gesundheit

Diese Ergebnisse werden durch den Gender Inequality Index (GII), einem Referenzindex des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme - UNDP) grundsätzlich bestätigt. Im Ranking der EU-Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten nach Höhe der geschlechtsspezifischen Ungleichheit im Gender Inequality Index (GII) zeigen wiederum die Niederlande, Schweden und Dänemark die geringsten Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Rumänien, der EU-Beitrittskandidat Türkei und Ungarn bilden das Schlusslicht, in diesen Staaten sind die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern vergleichsweise hoch.

Geschlechtsspezifische Gewalt

Befragt nach den wichtigsten Maßnahmen, um die Gleichstellung von Männern und Frauen zu erreichen, nannten rund 35 Prozent der rund 19.000 Befragten einer internationalen Studie von 2019, "Härtere Gesetze zur Verhinderung von Gewalt und Belästigung gegenüber Frauen".
Im Jahr 2016 gaben rund drei Viertel aller befragten EU-Bürger an, dass sie häusliche Gewalt gegen Frauen im eigenen Land für sehr wahrscheinlich (25%) oder wahrscheinlich (49%) halten. Dies deckt sich auch mit den Ergebnissen der Studie: Gewalt gegen Frauen: eine EU-weite Erhebung, in der 22 Prozent der befragten Frauen angaben, innerhalb der Partnerschaft körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren zu haben und jede dritte Frau bereits vor ihrem 15.Lebensjahr.
Ob Frauen gegen sie verübte Gewalttaten auch zur Anzeige bringen und wenn ja, es auch zu einer Verurteilung kommt, ist abhängig von vielen Faktoren. Das Maß der gesellschaftlichen Akzeptanz bzw. Ächtung von sexualisierter Gewalt hat jedoch maßgeblichen Einfluss auf die Anzeigebereitschaft von Betroffenen.

Die nordwestlichen EU-Staaten Schweden, Dänemark oder England und Wales weisen insbesondere im Vergleich zu den östlichen Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten der EU hohe Opferzahlen von angezeigten Vergewaltigungen oder sexueller Nötigung auf. Nach einhelliger kriminologischer Sicht ist dies jedoch keineswegs ein Hinweis dafür, dass Frauen in Schweden tatsächlich häufiger Opfer einer Vergewaltigung werden als in anderen EU-Staaten. Es wird eher angenommen, dass Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in Schweden gesellschaftlich stärker geächtet sind, Opfer solcher Taten daher weniger Gefahr laufen dem victim blaming (Täter-Opfer-Umkehr u.a.) ausgesetzt zu sein und daher schlichtweg die Anzeigebereitschaft der Opfer höher ist. So stimmten im Spezial Eurobarometer 2016 im EU-Durchschnitt rund 17 Prozent der Befragten der Aussage "Gewalt gegenüber Frauen wird oft vom Opfer provoziert" zu, aber aber "nur" neun Prozent der befragten Schweden, während die Aussage bei rund 57 Prozent der befragten Letten auf Zustimmung stieß. Der Aussage "Frauen erfinden oder übertreiben Missbrauchs- oder Vergewaltigungsvorwürfe oftmals" stimmte durchschnittlich mehr als jeder fünfte Befragte EU-Bürger (22 Prozent) zu, aber acht Prozent der befragten Schweden und fast jeder zweite befragte Malteser (47 Prozent).
Kurz, Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung werden in Schweden vermutlich häufiger angezeigt und tauchen somit eher im Hellfeld der Kriminalität (erfasste Fälle durch Anzeige) auf, im Gegensatz zu anderen EU-Staaten, in denen die Anzeigebereitschaft niedriger ist und die Taten im Dunkelfeld der Kriminalität liegen.

Gleichstellung in der Kategorie Bildung

Schweden, Dänemark und Belgien belegen in der Kategorie "Wissen" des Gender Equality Index 2019 die besten Platzierungen. Deutschland schneidet in dieser Kategorie im europäischen Vergleich besonders schlecht ab: In nur vier EU-Staaten (Bulgarien, Rumänien, Kroatien und Lettland) ist die Ungleichheit stärker ausgeprägt. In der Altersgruppe der 30-34 Jährigen besitzt zwar mit einem Anteil von 49 Prozent fast jeder zweite Zypriot über einen höheren Bildungsabschluss (2019), aber mit einem Anteil von 68,2 Prozent können Zypriotinnen deutlich häufiger einen Hochschul- oder Universitätsabschluss vorweisen - nur in Litauen verfügt mit 69,5 Prozent ein noch höherer Frauenanteil über einem Bildungsabschluss im Tertiärbereich.
Frauen verfügen in allen EU-Mitgliedsstaaten häufiger als Männer über einen höheren Bildungsabschluss. Bis auf die Türkei trifft dies auch auf alle Beitrittskandidaten der EU zu. Insgesamt hat der Anteil der EU-Bürger mit einem Hochschulabschluss im Zeitverlauf von 2006 bis 2019 deutlich zugelegt - EU-Bürgerinnen besaßen allerdings nicht nur bereits 2006 häufiger über einen Hochschulabschluss als die männliche Bevölkerung (31,6 Prozent zu 26,3 Prozent), ihr Anteil ist auch bis 2019 stärker gewachsen (46,7 Prozent zu 36,6 Prozent).
In der Forschung und Entwicklung (FuE) sind Frauen jedoch in fast Ländern und Beitrittskandidaten der Europäischen Union (EU) unterrepräsentiert. Der Anteil der in Forschung und Entwicklung (FuE) tätigen Frauen ist insbesondere in vielen (nord)-osteuropäischen Staaten vergleichsweise hoch: In Nordmazedonien (56,4 Prozent) und Lettland (50,8 Prozent) sind mehr Frauen als Männer in der Forschung und Entwicklung tätig, in Ungarn (26,8 Prozent) Österreich (23,7 Prozent) und Tschechien (23,1 Prozent) ist nur ungefähr jede vierte Position in FuE mit einer Frau besetzt (Stand 2017). Deutschland ist das europäische Schlusslicht. Mit einem Frauenanteil von 22,6 Prozent (2017) ist die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Forschung und Entwicklung in Deutschland wenig fortgeschritten.

Gleichstellung in der Kategorie Arbeit

Schweden, Dänemark und die Niederlande belegen in der Kategorie "Arbeit" des Gender Equality Index 2019 die besten Platzierungen. Die Gleichstellung ist in diesen EU-Mitgliedsstaaten hinsichtlich der Erwerbsbeteiligung, der Dauer des Erwerbslebens, der Flexibilität (Vereinbarkeit von Beruf und Familie) und der Karriereperspektiven von Frauen weiter fortgeschritten als im Rest Europas. Italien, Griechenland und die Visegrád-Staaten Slowakei, Tschechien, Polen und Ungarn schneiden hinsichtlich des Indikators "Arbeit" im europäischen Vergleich am schlechtesten ab.
Der Blick auf die Arbeitslosenquoten in den Mitgliedsstaaten bietet ein durchwachsenes Bild: Frauen sind im EU-Durchschnitt Ende des Jahres 2019 zwar signifikant häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen gewesen als Männer (6,4 Prozent zu 5,9 Prozent) aber in fast der Hälfte der einzelnen Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten der EU ist die Arbeitslosenquote der Frauen geringer als die der Männer. Zieht man die Erwerbsquoten in den EU-Ländern hinzu, ergibt sich ein eindeutiges Bild. Frauen weisen ausnahmslos in allen Staaten eine geringere Erwerbsquote auf, aber die Erwerbsquote der Frauen ist im Verlauf auch deutlich stärker gestiegen. Im ersten Quartal 2000 lag die Erwerbsquote der männlichen Bevölkerung im EU-Durchschnitt bei 77,1 Prozent, die der Frauen bei 60,1 Prozent. Bis zum vierten Quartal 2019 legte die Erwerbsquote der Männer um 2,4 Prozent auf 79,5 Prozent zu, bei den Frauen stieg die Erwerbsquote im gleichen Zeitraum um 8,8 Prozent auf insgesamt 68,9 Prozent. Die Gründe für diese Entwicklung sind zwar je nach EU-Staat vielfältig, zwei wesentliche Trends seien aber genannt: Zum einen nimmt im Allgemeinen die Erwerbsquote mit steigendem Bildungsniveau zu. Zum anderen profitieren insbesondere Frauen von den strukturellen Veränderungen des Arbeitsmarktes hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft.

Bis auf wenige Ausnahmen (Bosnien und Herzegowina und Luxemburg) sind Frauen in allen EU-Staaten und Beitrittskandidaten weniger häufig von prekären Beschäftigungsverhältnissen betroffen, dafür aber (Ausnahmen: Montenegro, Nordmazedonien und Rumänien) sehr viel häufiger in Teilzeit beschäftigt. In den Niederlanden gingen im Jahr 2019 drei von vier berufstätigen Frauen einer Teilzeitbeschäftigung nach (75,1 Prozent), in Bulgarien hingegen nur ein Anteil von 1,8 Prozent der berufstätigen Frauen. Als Hauptgründe für Frauen einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen nannten die Befragten im Jahr 2019 die "Betreuung von Kindern oder erwerbsunfähiger Erwachsener" und "Konnte keinen ganztägigen Arbeitsplatz finden". Letzterer Grund wurde vor allem von den Befragten in EU-Staaten mit bereits angespannten Arbeitsmarkt genannt, wie in Griechenland und Italien. In den wirtschaftlich entwickelten EU-Staaten geben die Befragten hingegen wesentlich häufiger an, aufgrund der Betreuung von Kindern einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen, wie auch in Großbritannien (37,2 Prozent), Deutschland (30,7 Prozent) und den Niederlanden (34,6 Prozent). Umgekehrt ist die Betreuung von Kindern sehr viel seltener einer der genannten Hauptgründe für Männer einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen. Vereinfacht gesagt, ist es für Frauen in wirtschaftlich angespannten Ökonomien oftmals keine freie und optionale Entscheidung einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen. Der Gender Care Gap, also die weiterhin bestehende hohe Ungleichverteilung zwischen Frauen und Männern nicht nur in der Betreuung von Kindern, ist ein zweiter wesentlicher Faktor, der die fortschreitenden Gleichstellung von Frauen und Männern im Bereich Arbeit bremst.

Gleichstellung in der Kategorie Geld

80,4 von 100 Indexpunkte beträgt der Durchschnittswert der Europäischen Union in der Kategorie "Geld" nach dem Gender Equality Index (GEI) im Jahr 2019. 14 Mitgliedsstaaten liegen über dem Durchschnitt, darunter mit Frankreich, Großbritannien und Deutschland auch die größten Volkswirtschaften der EU. Unter dem Durchschnitt rangieren neben Italien und Spanien die südlichen und die osteuropäischen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.
Der durchschnittliche Verdienstabstand (Gender Pay Gap) zwischen Männern und Frauen in der Europäischen Union betrug im Jahr 2018 im privaten Sektor 15,7 Prozent. Besonders hoch sind die Gehaltsunterschiede in Estland mit 22,7 Prozent, gefolgt von Deutschland, Tschechien und Großbritannien. Die geringsten Verdienstabstände zwischen den Geschlechtern verzeichnen Rumänien mit drei Prozent, gefolgt von Luxemburg, Italien und Belgien. Von einem Nord-Süd- bzw. West-Ost-Gefälle kann beim Gender Pay Gap wenn überhaupt nur mit umgekehrten Vorzeichen die Rede sein. Auch in Schweden (12,2 Prozent), Dänemark (14,5 Prozent) und den Niederlanden (14,8 Prozent) werden Frauen in vergleichbaren Positionen deutlich schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen.

Neben bereits genannten Faktoren, wie dem Gender Care Gap, dem damit im Zusammenhang stehenden höheren Anteil von in Teilzeitarbeit arbeitenden Frauen und der zusätzlich strukturell schlechteren Vergütung, ist es wenig erstaunlich, dass Frauen in der Europäischen Union signifikant häufiger von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Frauen sind dementsprechend auch im besonderen Maße von Altersarmut betroffen, wie der Gender Pension Gap illustriert. Im EU-Durchschnitt erhalten Frauen in der Europäischen Union im Jahr 2018 rund 30 Prozent weniger Rente als Männer. Besonders hoch sind die Unterschiede in Luxemburg, Malta und den Niederlanden. Aber auch Deutschland liegt mit einem Rentengefälle von 37,4 Prozent deutlich über dem EU-Durchschnitt. In Staaten, die ein umlagefinanziertes Rentensystem haben ist die geringere Rente von Frauen die logische Fortführung von geringerem Lohn, Care Arbeit und Teilzeitquote, insofern der jeweilige Staat nicht funktionierende Ausgleichssysteme schafft.

Gleichstellung in der Kategorie Macht

Schweden, Frankreich und Finnland belegen in der Kategorie "Macht" des Gender Equality Index (GEI) im Jahr 2019 die besten Platzierungen. Mit Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Polen belegen die Visegrád-Staaten sowie Griechenland und Zypern die hinteren Plätze im Ranking. In diesen Staaten finden sich im Vergleich zu den übrigen EU-Mitgliedsstaaten, selten wirtschaftliche, politische und sozialen Schaltstellen, die von Frauen besetzt sind oder geleitet werden.
Während in Frankreich im Jahr 2017 mit rund 43,3 Prozent weniger als die Hälfte der Vorstandsposten in den größten Unternehmen von Frauen besetzt waren, sind die Visegrád-Staaten noch weit von einer Geschlechteregalität in der Verteilung von Vorstandsposten entfernt: In Polen bekleiden Frauen mit einem Anteil von rund 20,1 Prozent nur jede fünfte Vorstandsposition in den größten Unternehmen des Landes, in der Slowakei 15,1 Prozent und in Ungarn und Tschechien mit je 14,5 Prozent, beträgt das Verhältnis von männlichen Vorständen zu weiblichen Vorständen sieben zu eins. In Estland, der EU-Mitgliedsstaat mit dem geringsten Frauenanteil in Vorständen, wird mit einem Anteil von rund 7,4 Prozent nicht einmal jede zehnte Vorstandsposition im Land von einer Frau besetzt.
Anders stellt sich die Lage dar, wenn der Blick erweitert wird und nicht nur Vorstände sondern allgemein Führungspositionen und Managementpositionen betrachtet werden. Während der Anteil von Frauen in Führungspositionen 2019 im EU-Durchschnitt 34,7 Prozent betrug, schneiden Ungarn mit 39,4 Prozent und Polen mit einem Frauenanteil in Führungspositionen von 43,6 Prozent, im EU-Vergleich überdurchschnittlich gut ab. Das schlechte Abschneiden Deutschlands, mit einem Frauenanteil in Führungspositionen von 29,5 Prozent, hält die Diskussion um verbindliche Frauenquoten in Deutschland weiter am Leben.

Genderparität - also ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis - oder eine Mehrheit an Frauen in den nationalen Regierungen erreichen 2019 vier Mitgliedsstaaten der Europäischen Union: In Finnland (57,6 Prozent) und Schweden (52,2 Prozent) stellen Frauen die Mehrheit der Regierungsmitglieder, in Spanien und Österreich ist das Verhältnis ausgeglichen. Der Beitrittskandidat Albanien rangiert mit einem Frauenanteil von 48,8 Prozent in der Regierung auf dem fünften Platz. In Griechenland führten die sieben Regierungskonstellationen im Zeitraum 2009 bis 2019 nicht zu einem höheren Frauenanteil - mit einem Anteil von 9,8 Prozent Frauen in der Regierung sind in der EU nur noch in Malta weniger Frauen in der Regierung vertreten.
Der Frauenanteil in den nationalen Parlamenten der EU betrug im Jahr 2019 durchschnittlich 31,7 Prozent. Trotz jahrzehntelanger Bemühungen verfehlt auch das EU-Parlament mit einem Frauenanteil von 41 Prozent ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Während Schweden (47,6 Prozent) und Finnland (46,5 Prozent) diesem Ziel bereits recht nahe sind, sticht Ungarn wiederholt heraus. Der bereits sehr niedrige Frauenanteil von 14,3 Prozent in der ungarischen Regierung wird vom Anteil weiblicher Abgeordneter im Parlament Ungarns noch unterboten: 12,2 Prozent - Ungarn, unter seinem umstrittenen Ministerpräsident Viktor Orbán, ist somit bereits das siebte Jahr in Folge der EU-Mitgliedsstaat mit der geringsten Partizipation von Frauen im Parlament.

Von einer Gleichstellung von Frauen und Männern an den Schaltstellen der Macht kann in der Europäischen Union bisher noch keine Rede sein. Insbesondere die Marginalisierung von Frauen in Vorstandspositionen der freien Wirtschaft und dem diesbezüglich vielerorts zu beobachtbaren Scheitern freiwilliger Selbstverpflichtungen, könnte die Diskussion um verbindliche Frauenquoten zukünftig weiter befeuern.

Fazit

Trotz unstrittiger Erfolge in der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Europäischen Union kann gegenwärtig nicht von einer Egalität der Geschlechter gesprochen werden.
Für die Verwirklichung einer Union der Gleichheit, wird sich die Europäische Kommission um Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen daran messen lassen müssen, ob bestehende Ungleichheiten in Bezug auf geschlechterbezogene Gewalt, dem Arbeitsmarkt, der Bekämpfung des Lohn- und Rentengefälles zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap und Gender Pension Gap), den Ungleichheiten bei Betreuungs- und Pflegeaufgaben (Gender Care Gap) und der geringeren Durchdringung von Frauen an den Schaltstellen der Macht zukünftig reduziert oder bestenfalls beseitigt werden.

Frauen in der Europäischen Union

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