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Staatsverschuldung in den EU-Ländern in Relation zum BIP 1. Quartal 2020

Griechenland weist im ersten Quartal 2020 mit rund 176,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts die höchste Staatsschuldenquote innerhalb der Europäischen Union auf. Am anderen Ende der Liste befindet sich Estland, dessen Schuldenquote rund 8,9 Prozent des BIP beträgt. Die EU-Länder¹ sind im Durchschnitt mit rund 79,5 Prozent der Wirtschaftsleistung verschuldet, die Mitglieder der Euro-Zone durchschnittlich mit rund 86,3 Prozent des BIP.

Corona-Update: Drastische Neuverschuldung unvermeidbar

Die Prognosen der Europäischen Kommission sind, im Kontext der Corona-Pandemie, der damit verbundenen Weltwirtschaftskrise und schließlich einer massiven Neuverschuldung der Nationalstaaten, nur noch Makulatur. Seriöse Prognosen über die zukünftige Höhe der Schuldenlast in den EU-Staaten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Daten zum 2. Quartal 2020 werden im Oktober 2020 erwartet.
Die Europäische Kommission reagierte bereits am 20. März 2020 auf die aufkommende Krise, indem die Defizitkriterien (Konvergenzkriterien, Maastricht-Kriterien), wie die maximal erlaubte jährliche Neuverschuldung in Höhe von maximal drei Prozent des nationalen BIP, sowie die Begrenzung der nationalen Schuldenquote auf unter 60 Prozent des jeweiligen BIP, außer Kraft gesetzt wurden.

Staatsverschuldung

Die Staatsverschuldung wird in absoluter Höhe der Landeswährung ausgedrückt.
Die Schuldenquote/Staatsschuldenquote bezeichnet das Verhältnis der Staatsverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Übersteigen die Staatsausgaben die Staatseinnahmen, wird dies als Haushaltsdefizit bezeichnet (Gegenteil: Haushaltsüberschuss).
Der Staat benötigt Fremdkapital, um die Mehrausgaben finanzieren zu können. Dieses Fremdkapital versucht sich der Staat über die Ausgabe von Staatsanleihen am Kapitalmarkt zu leihen. Staatsanleihen sind verzinste Wertpapiere. Die Höhe der Verzinsung wird maßgeblich durch die Bonität (Kreditwürdigkeit) des Staates bestimmt. Die Kreditwürdigkeit wird von Ratingagenturen eingeschätzt, die den Staaten Bonitätsnoten verleihen. Je zuverlässiger der jeweilige Staat von den Ratingagenturen eingeschätzt wird, desto höher ist sein Bonitätsranking und folglich desto geringer die Verzinsung seiner Wertpapiere (Je sicherer die Anlage, desto geringer die Verzinsung).

Europäische Union: Staatsverschuldung in den Mitgliedstaaten im 1. Quartal 2020 in Relation zum Bruttoinlandsprodukt

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Quelle

Eurostat

Veröffentlichungsdatum

Juli 2020

Region

EU

Erhebungszeitraum

1. Quartal 2020

Hinweise und Anmerkungen

Die Angaben beziehen sich auf den Gesamtstaat und beinhalten die Schulden des Zentralstaats, der Länder, der Gemeinden und Kommunen sowie der Sozialversicherungen.

¹ Großbritannien hat die Europäische Union (EU) zum 31. Januar 2020 verlassen (Brexit). Angaben zur Europäischen Union beziehen sich laut Quelle ab dem 01.Februar 2020 auf die EU-27 ohne Großbritannien.

Die Angaben beziehen sich für alle Jahre auf die heutigen Mitgliedsstaaten der EU bzw. der Euro-Zone, d.h. auch die Daten von Ländern, die zu einem früheren Zeitpunkt noch nicht Mitglied waren, gehen in die Gesamtwerte der entsprechenden Jahre ein.
Gleichzeitig tritt mit dem Brexit erstmals in der Geschichte der Europäischen Union (EU) der umgekehrte Fall ein,dass die Daten eines Landes, das zu einem früheren Zeitpunkt Mitglied der EU war, aus den Gesamtwerten der entsprechenden Jahre exkludiert werden.

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