Staatsverschuldung in den EU-Ländern in Relation zum BIP 3. Quartal 2021
Corona-Update: Neuverschuldung im vierten Quartal 2020
Die Prognosen der Europäischen Kommission aus dem Frühjahr 2021 (European Economic Forecast Spring 2021) wurden mit dem Herbstausblick aktualisiert. Wie erwartet ist die Neuverschuldung europaweit deutlich gestiegen nachdem die nationalstaatlichen Konjunkturhilfen Berücksichtigung fanden. Seriöse Prognosen über die zukünftige Höhe der Schuldenlast in den EU-Staaten sind aufgrund der hohen Dynamik der Pandemie und der damit verbundenen wirtschaftlichen Implikationen weiterhin kaum möglich.Die Europäische Kommission reagierte bereits am 20. März 2020 auf die aufkommende Krise, indem die Defizitkriterien (Konvergenzkriterien, Maastricht-Kriterien), wie die maximal erlaubte jährliche Neuverschuldung in Höhe von maximal drei Prozent des nationalen BIP, sowie die Begrenzung der nationalen Schuldenquote auf unter 60 Prozent des jeweiligen BIP, außer Kraft gesetzt wurden.
Staatsverschuldung
Die Staatsverschuldung wird in absoluter Höhe der Landeswährung ausgedrückt.Die Schuldenquote/Staatsschuldenquote bezeichnet das Verhältnis der Staatsverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Übersteigen die Staatsausgaben die Staatseinnahmen, wird dies als Haushaltsdefizit bezeichnet (Gegenteil: Haushaltsüberschuss).
Der Staat benötigt Fremdkapital, um die Mehrausgaben finanzieren zu können. Dieses Fremdkapital versucht sich der Staat über die Ausgabe von Staatsanleihen am Kapitalmarkt zu leihen. Staatsanleihen sind verzinste Wertpapiere. Die Höhe der Verzinsung wird maßgeblich durch die Bonität (Kreditwürdigkeit) des Staates bestimmt. Die Kreditwürdigkeit wird von Ratingagenturen eingeschätzt, die den Staaten Bonitätsnoten verleihen. Je zuverlässiger der jeweilige Staat von den Ratingagenturen eingeschätzt wird, desto höher ist sein Bonitätsranking und folglich desto geringer die Verzinsung seiner Wertpapiere (Je sicherer die Anlage, desto geringer die Verzinsung).




