Aktuelle Zahlen zum Impfgeschehen gegen COVID-19 in Deutschland und weltweit

Bis zum 16. April 2021 haben in Deutschland über 5,35 Millionen Menschen eine vollständige Impfung gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 erhalten. Im Hinblick auf die Einwohnerzahl Deutschlands entspricht das bislang einer Impfquote von 6,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Spitzenreiter unter den deutschen Bundesländern ist dabei das bevölkerungsreichste Land Nordrhein-Westfalen, wo zuletzt über 130.000 Impfdosen pro Tag verabreicht wurden. Mit etwa 78 vollständigen Impfungen pro 1.000 Einwohner ist indes Thüringen das Bundesland mit der bislang höchsten Impfquote. Der Tag mit den meisten gemeldeten Impfungen war bisher der 14. April 2021, an dem erstmals mehr als 730.000 Menschen eine erste oder zweite Impfstoffdosis verabreicht wurde - ein signifikanter Anstieg, der auf den Beginn der Impfkampagne in Hausarztpraxen zurückzuführen ist. Insgesamt wurden bisher etwa 22,4 Millionen Impfstoffdosen an die Bundesländer geliefert, von denen entsprechend gut drei Viertel bereits eingesetzt wurden. Entdecke unseren Statista COVID-19 Tracker:

Weltweites Impfgeschehen

Da die Produktion von Impfstoffen den immensen weltweiten Bedarf nicht von Anfang an bedienen kann, werden in Deutschland verschiedene Bevölkerungsgruppen priorisiert zur Impfung zugelassen - zunächst nur in eigens eingerichteten Impfzentren, seit dem 6. April 2021 auch in Hausarztpraxen. Diese Priorisierung geschieht unter anderem auf Grundlage medizinischer, beruflicher oder altersbedingter Indikation und soll zur Entlastung des deutschen Gesundheitssystems beitragen. Weltweit wurden seit Beginn der internationalen Impfkampagne bereits über 848 Millionen Impfungen verabreicht. Der größte Anteil dieser Immunisierungen entfällt dabei auf die USA mit knapp 200 Millionen verimpften Dosen, während Gibraltar mit einer fast vollständigen Abdeckung der Bevölkerung mit Impfstoffdosen schneller als jedes andere Land eine breitflächige Immunisierung anstrebt. Das fortschreitende Impfgeschehen stellt einen vielversprechenden Weg dar, die Verbreitung des Coronavirus zu begrenzen und die Pandemielage zu beenden. Laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts müssen etwa zwei Drittel der Bevölkerung einen Impfschutz erhalten, um eine sogenannte Herdenimmunität gegen das Coronavirus zu erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wäre das Virus nicht mehr in der Lage, sich exponentiell zu verbreiten, womit das Infektionsgeschehen immer weiter abnehmen würde und andere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Ladenschließungen zurückgefahren werden könnten. Unklar ist bislang noch, ob auch geimpfte Personen das Virus noch übertragen können.


Das Rennen um die Impfstoffentwicklung

Mit dem Beginn der Coronapandemie setzte schnell ein Wettrennen zahlreicher Pharmaunternehmen weltweit ein, die an Wirkstoffen gegen das Virus forschen. Die Entwicklung von Impfstoffen wurde dabei in Rekordzeit und mit immenser finanzieller Unterstützung, beispielsweise durch die EU, betrieben. Während die WHO weltweit mindestens 274 solcher Forschungsprojekte verzeichnet, sind in der Europäischen Union und damit auch in Deutschland bislang vier Vakzine zugelassen, die sich unter anderem in Wirksamkeit, Herstellungsweise, Kostenpunkt und Lagerungsbedingungen unterscheiden: Seit dem 27. Dezember 2020 wird als erster Impfstoff das Mittel BNT162b2 des Mainzer Unternehmens BioNTech in Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Pfizer in Deutschland eingesetzt. Am 06. Januar 2021 entschied die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA außerdem, der EU-Kommission die Zulassung eines zweiten Impfstoffes der US-amerikanischen Firma Moderna zu empfehlen. Die Zulassung eines dritten Impfstoffes in der Europäischen Union erfolgte am 29. Januar 2021, indem die EU-Kommission dem Vakzin von AstraZeneca grünes Licht erteilte - aufgrund von Sicherheitsbedenken wurde die Vergabe dieses Wirkstoffes jedoch in Deutschland und anderen EU-Ländern zeitweise pausiert. Zuletzt wurde am 11. März die Zulassung des Johnson & Johnson-Impfstoffes empfohlen und beschlossen. Das Tübinger Unternehmen CureVac gab außerdem die Partnerschaft mit dem Pharmariesen Bayer bekannt, um noch in diesem Jahr mindestens 300 Millionen Dosen an Impfstoff zu produzieren. Über 366 Millionen Stück verschiedener Impfstoffe sind Deutschland insgesamt zugesagt worden - der größte Anteil davon wird von der Europäischen Union erworben und auf die Mitgliedstaaten verteilt, 50 Millionen Dosen sollen von den jeweiligen Herstellern direkt an Deutschland geliefert werden. Der Großteil der für Deutschland bestimmten Lieferungen wird im dritten Quartal 2021 erwartet. Auf der Weltbühne sind außerdem der russische Sputnik V-Impfstoff als weltweit erstes zugelassenes Mittel sowie der Wirkstoff des chinesischen Unternehmens Sinovac medial präsent.


Meinungsumfragen zu Impfbereitschaft oder Impfpflicht

Nicht zuletzt aufgrund der kurzen Entwicklungszeit der Impfstoffe gegen das Coronavirus besteht in Teilen der Bevölkerung eine gewisse Skepsis. So gaben zuletzt noch drei Viertel der Befragten in Deutschland an, sich sicher oder wahrscheinlich impfen zu lassen – für 12 Prozent kommt eine Impfung gegen das Coronavirus grundsätzlich nicht infrage. Öffentlich diskutiert wurde auch die teilweise niedrigere Impfbereitschaft von Menschen, die beruflich im Gesundheitssektor tätig sind. Eine Impfpflicht befürworteten im Mai 2020 jeweils etwa 27 Prozent der Deutschen eher oder voll und ganz. Große mediale Aufmerksamkeit bekam die Gruppe der sogenannten Querdenker, die aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens auch zu Protesten aufgerufen hatte. Einige der gegen eine Impfung vorgebrachten Argumente basieren dabei auf Falschmeldungen, die unter anderem in den sozialen Medien Verbreitung finden und teilweise in Verschwörungserzählungen eingebettet sind. Im Juli 2020 stimmten etwa 27 Prozent der Deutschen der Aussage zu, der US-Milliardär Bill Gates fordere eine Zwangsimpfung aller Menschen, 12 Prozent behaupteten, die Regierung hätte eine Corona-Impfpflicht beschlossen. Dennoch zeigen Umfragen, dass der Glaube an Verschwörungsmythen im Pandemiejahr 2020 im Vergleich zu 2019 eher zurückgegangen ist. Die von der Bundesregierung beschlossenen Priorisierung von Risikogruppen bei der Impfung gegen das Virus halten indes 93 Prozent der Deutschen für angemessen.


Immunisierungen als Gesundheitsvorsorge

Grundsätzlich basieren Impfungen auf dem Prinzip, dass sie im menschlichen Körper die Produktion von Antikörpern gegen einen Krankheitserreger auslösen, sodass dessen Immunsystem den Erreger im Falle einer Ansteckung bekämpfen kann und es nicht zum Ausbruch der Krankheit kommt. Zu diesem Zweck werden beispielsweise deaktivierte Viren gespritzt, die keine Krankheit mehr auslösen können, aber den Körper auf eine tatsächliche Infektion vorbereiten. In den mRNA-Impfstoffen gegen das Coronavirus kommt hingegen Boten-RNA zum Einsatz, die als Überbringer des Bauplanes für Corona-ähnliche Proteine eine Immunantwort gegen SARS-CoV-2 auslöst und dabei - entgegen mancher Falschmeldungen - nicht in das menschliche Erbgut eingreifen kann. In der Vergangenheit konnten durch Impfstoffe tödliche Krankheiten wie etwa Diphterie fast vollständig ausradiert werden. Dass Impfungen wirksam gegen Krankheiten schützen halten dabei 87 Prozent der deutschen Bevölkerung für definitiv oder wahrscheinlich richtig. Jährliche Grippeimpfungen sind fester Teil der Gesundheitsvorsorge in Deutschland und werden vor allem immunschwachen und älteren Personen empfohlen. Während in Deutschland mehr als 90 Prozent der Schulanfänger gegen Krankheiten wie Diphterie, Tetanus oder Masern geimpft sind, ist es außerdem nach Finnland das EU-Land mit dem höchsten Anteil an Personen, die in den letzten fünf Jahren eine Immunisierung erhalten haben. Weltweit führend in der Herstellung von Impfstoffen ist dabei das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline mit einem prognostizierten Umsatz von über 10 Milliarden US-Dollar in diesem Segment im Jahr 2024.

Interessante Statistiken

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Impfgeschehen in Deutschland und weltweit

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