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Aktuelle Prognosen zur Entwicklung des BIP weltweit in der Corona Krise 2021

Corona Krise: Berg-und-Tal-Fahrt der BIP-Prognosen - Internationaler Währungsfond verbreitet wieder vorsichtigen Optimismus - IMF World Economic Outlook April 2021

Erfahrungsgemäß sind Anfang 2021 auch in kommenden Veröffentlichungen keine massiven Revisionen in den Wachstumsprognosen für das Corona Jahr 2020 mehr zu erwarten. Die Daten für das erste Jahr der Corona Pandemie 2020 werden im Rückblick auf die gesammelten Prognosen zur Entwicklung des BIP 2020 diskutiert. Völlig anders stellt sich der Ausblick für das laufende Jahr 2021 dar.

IWF - World Economic Outlook April 2021 - Managing Divergent Recoveries

Im aktuellen April-Ausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden für nahezu sämtliche Staaten die BIP-Prognosen für das laufende Jahr 2021 nach oben korrigiert (im Vergleich zum WEO-Januar-Update). Allerdings besteht kein Grund zur Euphorie, da die zurückhaltenden Prognosen des Januars ja auch die optimistischeren Projektionen vom Oktober 2020 kassierten.
Für die Eurozone wird im laufenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von rund 4,4 Prozent prognostiziert und somit 0,2 Prozent mehr als noch im Januar-Update. Deutschlands Wirtschaft soll um rund 3,6 Prozent zulegen, womit der IMF sich in seinem Ausblick für Deutschland deutlich positiver positioniert als das DIW oder die OECD. Insgesamt sind die Zahlen für die Europäische Union (EU-27) jedoch ernüchternd. Um rund 4,4 Prozent soll die Wirtschaftsleistung der EU in diesem Jahr zulegen, nachdem sie 2020 um rund 6,1 eingebrochen ist. Von einer V-förmigen Entwicklung europäischen Wirtschaftswachstums redet niemand mehr. Das u.a. von der WHO bemängelte Impftempo in der EU ist ein gewichtiger Grund für die zaghafte Erholung der europäischen Wirtschaft.
Deutlich zulegen konnten u.a. Staaten mit hohem Impftempo: Um rund 6,4 Prozent könnte die US-amerikanische Wirtschaft im Jahr 2021 wachsen, womit die Prognose des Januars nochmals deutlich um 1,3 Prozent nach oben korrigiert wurde.

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) - Frühjahrsgutachten 2021

Das DIW schließt sich in seinem Frühjahrsgutachten 2021 (Grundlinien der Wirtschaftsentwicklung im Frühjahr 2021) der Bewertung der OECD an und korrigiert die Wachstumsprognose für Deutschland erneut nach unten. Das DIW prognostiziert für Deutschland im laufenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von rund 3 Prozent nachdem es in den Wintergrundlinien 2020 noch ein BIP-Wachstum von 5,3 Prozent für 2021 prognostizierte. Somit verabschiedet sich auch das DIW von der optimistischen Prognose einer V-förmigen Konjunkturerholung nachdem bereits u.a. die OECD, die Europäische Kommission und der IWF dieses Szenario für Deutschland und weite Teile der EU verworfen haben. Dem massiven Einbruch im Jahr 2020, folgt in diesem Jahr keine Erholung, die die Verluste des Vorjahres kompensieren wird. Eine U-förmige Konjunkturentwicklung mit einer über Jahre andauernden Erholungsphase ist derzeit das realistische Szenario für Deutschland und einen Großteil der EU-Staaten. Für die Euro-Zone prognostiziert das DIW im laufenden Jahr ein BIP-Wachstum von rund 3,4 Prozent (Wintergrundlinien: 4,8 Prozent). Deutlich optimistischer ist der Ausblick für das weltweite Wirtschaftswachstum. Das DIW hebt seine Prognose für das BIP-Wachstums weltweit von 6,3 Prozent auf 6,7 Prozent an.

OECD - Economic Outlook Interim Report March 2021 - Strengthening the recovery: The need for speed

Die OECD hat in diesem Jahr ihre erste Prognose für das BIP-Wachstum der Jahre 2021 und 2022 veröffentlicht und die Wachstumsprognosen des Dezember Outlook revidiert. Insgesamt fallen die Revisionen für die Mehrzahl der OECD Länder gering aus, für viele Staaten werden die Wachstumsaussichten nach oben korrigiert, nur für wenige Länder haben sich die Aussichten für das Jahr 2021 verschlechtert. Insgesamt prognostiziert die OECD für das Jahr 2021 ein weltweites BIP-Wachstum von 5,6 Prozent und somit eine Steigerung um 1,4 Prozent im Vergleich zu den Dezemberprognosen. Gewinner sind die USA, deren Wirtschaft 2021 ein Wachstum von rund 6,5 Prozent prognostiziert wird, womit die Dezemberprognosen um rund 3,3 Prozent nach oben korrigiert wurden. Übertroffen werden die Zahlen nur noch von Indien, denen 2021 ein BIP-Wachstum von rund 12,6 Prozent prognostiziert wird, womit die Wachstumsrate im Vergleich zum Dezember um 4,7 Prozent nach oben revidiert wurde. Auch die Wachstumsaussichten für die Euro-Zone beurteilt die OECD etwas positiver als noch im Dezember: Um 3,9 Prozent könnte die Wirtschaftsleistung der Euro-Gruppe in diesem Jahr wachsen. Im Vergleich zum Dezember entspricht das einer Revision von rund 0,3 Prozent. In Anbetracht des Wirtschaftsrückgangs der Euro-Zone von 6,8 Prozent in 2020, entspricht dies einer geringen Erholung und die Skepsis der OECD gegenüber dem Corona-Management der EU ist deutlich. Dies wird auch durch eine weitere Anpassung verdeutlicht:
Die BIP-Prognose für Großbritannien wurde um 0,9 Prozent, auf 5,1 Prozent nach oben revidiert.

Europäische Kommission - European Economic Forecast Winter 2021

In Deutschland wird laut der Prognose der Europäischen Kommission das reale BIP im Jahr 2021 um rund 3,2 Prozent wachsen, nachdem es im Jahr 2020 um rund 5 Prozent eingebrochen ist. Für das kommende Jahr 2022 wird für Deutschland eine Erholung mit einer Wachstumsrate von rund 3,1 Prozent prognostiziert. Entgegen früherer Prognosen - nicht nur der EU - wird es in den meisten EU-Ländern nicht zu einer V-förmigen Wachstumsentwicklung kommen. Dem massiven Einbruch im Jahr 2020, folgt in diesem Jahr keine Erholung, die die Verluste des Vorjahres vollständig kompensieren wird.

IWF Update - World Economic Outlook Update January 2021

Der Internationale Währungsfonds hat in seinem turnusmäßigen Januar update des World Economic Outlook für Überraschung gesorgt. Die Wachstumsprojektionen des IMF zeigen insgesamt deutliche Unterschiede im Vergleich zu den gestern herausgegebenen Prognosen der UN-DESA. Laut des IMF könnte die Weltwirtschaft in 2021 insgesamt um rund 5,5 Prozent wachsen. Wachstumsmotor dieser Entwicklung wäre Asien, allen voran China und Indien, für die der IMF die bisher optimistischsten Zahlen veröffentlicht: Chinas Wirtschaftskraft könnte in diesem Jahr um rund 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen, für Indien prognostiziert der IMF gar ein BIP-Wachstum von 11,5 Prozent. Weniger optimistisch sind die Projektionen für Europa: Für die Eurozone rechnen die Autoren nach einem geschätzten BIP-Einbruch von rund 7,2 Prozent in 2020, mit einer Erholung von rund 4,2 Prozent Wirtschaftswachstum in 2021. Für Deutschland wird in diesem Jahr ein BIP-Wachstum von 3,5 Prozent erwartet. Auch die Wachstumsaussichten für das Nicht-EU-Mitglied Großbritannien wurden deutlich nach unten revidiert. Nach einem geschätzten Rückgang des BIP von rund 10 Prozent im Vorjahr, prognostizieren die Autoren ein BIP Wachstum von 4,5 Prozent in 2021.

United Nations Update - World Economic Situation and Prospects 2021

Das Department of Economic and Social Affairs der United Nations (UN) hat den flagship report WESP 2021 veröffentlicht. Die UN prognostiziert für die Europäische Union (EU-27) in 2021 ein BIP Wachstum von rund 5,2 Prozent nachdem die Wirtschaftsleistung der EU im Vorjahr 2020 um rund 7,8 Prozent zurückgegangen ist. Für Deutschland ist die Wachstumsprognose der UN von 4,1 Prozent in 2021 einerseits deutlich optimistischer als die prognostizierten 2,8 Prozent der OECD, aber andererseits auch deutlich geringer, als die anvisierten 5,3 Prozent des DIW. Insgesamt ist in den Prognosen des WESP 2021 kein allgemein optimistisches bzw. pessimistisches Wachstumsszenario beschrieben, sondern je nach Volkswirtschaft differenzierte Prognosen.

Weltbank Update - Global Economic Prospects January 2021

Die aktuellen Prognosen der Weltbank im Global Economic Prospects January 2021 bestätigen teilweise die vorangegangenen Einschätzungen der OECD: Zum einen wird sich die Weltwirtschaft 2021 mit einem prognostizierten Wachstum von vier Prozent insgesamt weniger schnell erholen, als noch zu Beginn der Pandemie gehofft wurde. Zum anderen wird das Ausmaß der Erholung in den jeweiligen Volkswirtschaften recht unterschiedlich ausfallen. Während für China ein BIP Wachstum im Jahr 2021 in Höhe von rund 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr prognostiziert wird, ist der Ausblick für die Eurozone mit einem prognostiziertem Wachstum von rund 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückhaltender. Im Vorjahr 2020 ist die Wirtschaftsleistung der Eurozone um rund 7,5 Prozent eingebrochen, Chinas Wirtschaft konnte trotz der Pandemie um rund 2 Prozent wachsen. Insgesamt sind wie bereits im Vorjahr laufende Anpassungen und Revisionen der BIP Prognosen für das Jahr 2021 zu erwarten.

Aktuelle Prognosen zum Wachstum des BIP in der Schweiz und Prognosen zum Wachstum des BIP in Österreich lassen ebenfalls deutliche Unterschiede im Maß der BIP-Erholung im Jahr 2021 erwarten.

BIP – BNE – BSP?

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP)
  • Das BIP bezeichnet den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die im betreffenden Jahr innerhalb der Landesgrenzen (Inlandskonzept) hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Die Staatsangehörigkeit der Leistungserbringer ist dabei unerheblich, solange die Leistung im Staatsgebiet generiert wurde. Es gilt als wichtiger Indikator für die Wirtschaftskraft eines Landes.
  • Bruttonationaleinkommen (BNE)
  • Das BNE bezeichnet hingegen den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die im betreffenden Jahr von Inländern (Inländerkonzept) hergestellt wurden. Die Bezugsgröße ist die Staatsangehörigkeit und nicht das Staatsgebiet (insofern weiterhin der erste Wohnsitz im Staatsgebiet liegt). Es gilt als wichtigster Einkommensindikator.
  • Bruttosozialprodukt (BSP)
  • BSP ist die veraltete Bezeichnung für das Bruttonationaleinkommen.

Corona Krise: Aktuelle Prognosen führender Organisationen und Wirtschaftsinstitute zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in ausgewählten Ländern im Jahr 2021

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Quellen

Veröffentlichungsdatum

März 2021

Region

Weltweit

Erhebungszeitraum

2021

Hinweise und Anmerkungen

Gesammelte Prognosen für das vergangene Jahr 2020 werden im Rückblick zur Entwicklung des BIP weltweit im ersten Jahr der Corona Krise 2020 diskutiert.

* Die Angabe bezieht sich auf den regulären Veröffentlichungstermin der jeweiligen Folgepublikation bzw. geplante Datenbankaktualisierung der Quelle. Unabhängig vom regulären Veröffentlichungskalender, werden die angegebenen Quellen kontinuierlich auf Aktualisierungen und Sonderveröffentlichungen geprüft.

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