Statistiken zum Einzelhandel in Deutschland

Statistiken zum Einzelhandel in Deutschland

Statistiken zum Einzelhandel in Deutschland

Der Einzelhandel vertreibt Konsumgüter an Endverbraucher. Der Einzelhandelsumsatz im engeren Sinne in Deutschland betrug laut HDE zuletzt fast 500 Milliarden Euro. Den größten Teilmarkt für den Einzelhandel stellen Lebensmittel dar. Für diese geben die Deutschen jährlich mehr als 200 Milliarden Euro aus. Dieser Umfang erklärt auch die Dominanz der großen Lebensmitteleinzelhändler in den Rankings der größten Retailer. Das nach Umsatz (in Deutschland) größte Unternehmen der Branche in Deutschland ist die Edeka-Gruppe. Darauf folgen die Rewe-Gruppe, Aldi sowie Lidl und Kaufland (beide Schwarz-Gruppe).


Der Einzelhandel hat in Deutschland etwa drei Millionen Beschäftigte. Rund 30 Prozent davon stellen geringfügig Beschäftigte. Die Personalkosten je Beschäftigten liegen im europäischen Mittelfeld, verglichen mit anderen Branchen in Deutschland ist der Bruttomonatsverdienst unterdurchschnittlich. Das Angebot an Einzelhandelsflächen ist konstant hoch, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, was im langjährigen Vergleich die Flächenproduktivität, den Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche, geschmälert hat.

Die Einzelhandelsbranche ist von einem strukturellen Konsolidierungsprozess geprägt. Die Zahl der Unternehmen wie auch die Marktanteile kleinerer Firmen nehmen stetig ab. Die wichtigsten Betriebsformen stellen im Vertriebswegemix der filialisierte und nichtfilialisierte Fachhandel und Fachmärkte dar. Kauf- und Warenhäuser wie Karstadt und Kaufhof, einst Symbole der Konsumgesellschaft, haben mit sinkender Bedeutung zu kämpfen. Kamen sie im Jahr 2000 noch auf einen Marktanteil von 4,2 Prozent, liegt er heute bei geschätzt 2,7 Prozent.

Der Aufstieg des E-Commerce ist der einschneidendste Trend der letzten Jahre. Laut IfH hat der Anteil des Versandhandels (Katalog und online) in den Jahren 2000 bis 2015 um mehr als 50 Prozent zugenommen. Um die 44 Milliarden Euro werden bereits online erlöst, bis 2020 könnte die Erlöse 60 Milliarden Euro erreichen - vor allem auf Kosten der stationären Anbieter. Laut einer Umfrage unter Einzelhandelsunternehmen war der Online-Handel im Jahr 2016 nach allgemeinen Klagen über Belastungen für den Mittelstand und dem Attraktivitätsverlust der Innenstädte das wichtigste Thema in der Branche. Im Jahr 2014 machten Onlineumsätze branchenweit laut einer Stichprobenerhebung schon rund 6,6 Prozent des Gesamtumsatzes der stationären Einzelhändler aus.

Die wichtigsten Warengruppen im interaktiven Handel bilden Bekleidung, Unterhaltungselektronik und Bücher. Andere Bereiche dagegen zeigen sich resilient gegenüber den neuen Vetriebswegen. Bei Möbeln, Heimwerkerbedarf und Lebensmitteln etwa präferieren deutliche Mehrheiten den klassischen, stationären Einzelhandel. Unter dem gefürchteten Showrooming, also dem Phänomen, dass Kunden Produkte im stationären Ladengeschäft ausprobieren und dann online bei der Konkurrenz bestellen, haben vor allem Elektronikmärkte wie Media-Markt und Saturn zu leiden.


Weitere wichtige Statistiken für den Einzelhandel:

Die monatliche Umsatzstatistik des Statistischen Bundesamtes
Der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel
Der monatliche Footfall im stationären Einzelhandel



Foto: sxc.hu / brokenarts

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