Statistiken zum Lebensmittelhandel in Deutschland

Der Lebensmittelhandel versorgt die Bevölkerung mit Dingen des täglichen Bedarfs (FMCG). Unterscheiden lassen sich der Lebensmittelgroßhandel (z.B. auch Cash-and-Carry-Handel) und der Lebensmitteleinzelhandel. Während ersterer sich an gewerbliche Kunden wie Großabnehmer in Industrie und Gastronomie richtet, hat der Einzelhandel den privaten Endverbraucher im Blick. Der Einzelhandel wiederum differenziert sich in den (wesentlich wichtigeren) wenig spezifizierten Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (Hauptrichtung Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren), worunter Supermärkte etc. fallen, und den traditionellen Facheinzelhandel mit Lebensmitteln, der z.B. kleine Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und Metzgereien beinhaltet.


Ausgaben für Nahrungsmittel gestiegen

Die Privatverbraucher in Deutschland geben jährlich mehr als 250 Milliarden Euro für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Während die Ausgaben für alkoholfreie Getränke eher stagnieren, haben sich die Ausgaben im Bereich der Nahrungsmittel in den letzten Jahren stetig vergrößert. Treiber dieser Entwicklung sind ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein und eine verstärkte Qualitätsorientierung der Verbraucher. Für den Lebensmitteleinzelhandel nennt das Statistische Bundesamt Umsätze von rund 216 Milliarden Euro im Jahr. In den vergangenen Jahren sind die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel in Deutschland dabei tendenziell angestiegen. Im Jahr 2020 zeichneten sich insbesondere in den Produktkategorien Obst sowie Fleischwaren Preisanstiege ab. Trotz dieser Preisentwicklung befindet sich das deutsche Preisniveau für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke im EU-Durchschnitt. Lebensmittel machten zuletzt rund 15,5 Prozent an den privaten Konsumausgaben aus.

Die unterschiedlichen Betriebsformen im Lebensmittelhandel

Systematisch lassen sich im Lebensmitteleinzelhandel die Betriebsformen Lebensmittelvollsortimenter (Super- und Verbrauchermärkte), SB-Warenhäuser und Discounter unterscheiden. Supermärkte bezeichnen nach der Definition von Nielsen Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von 400 bis 800 Quadratmetern, Verbrauchermärkte Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von 800 bis 5.000 Quadratmetern. SB-Warenhäuser (ab 5.000 Quadratmeter Verkaufsfläche), auch Hypermärkte genannt, verfügen im Vergleich über ein deutlich größeres Sortiment an Gebrauchsartikeln (Nonfood II). Lebensmittel-Discounter setzen sich von Supermärkten durch tendenziell kleinere Verkaufsstellen, ein schmaleres Sortiment, einen höheren Eigenmarkenanteil und natürlich niedrigere Preise ab. Drogeriemärkte werden von den großen Marktforschungsinstituten meist dem Lebensmitteleinzelhandel zugeschlagen, ergänzen ihn aber eher komplementär mit ihrem Fokus auf Nearfoodartikel.

Hohe Marktkonzentration im deutschen LEH

Eine im internationalen Vergleich hohe Verkaufsstellendichte und die Dominanz einiger weniger nationaler Handelsketten führen zu einem im europäischen Vergleich niedrigen Preisniveau für Lebensmittel in Deutschland. Die Branche ist von einem hohen Grad der Konzentration gekennzeichnet. Edeka aus Hamburg (auch Netto Marken-Discount), Rewe aus Köln (auch Penny), die Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm (Lidl und Kaufland), Metro mit Sitz in Düsseldorf (Metro C+C und Real) und die beiden Aldi-Konzerne stellen die führenden Unternehmensgruppen im deutschen Lebensmittelhandel dar. Nach Schätzungen von TradeDimensions kommen die Top-5 auf einen kumulierten Marktanteil von etwa 75 Prozent am Lebensmittelhandel (Groß- und Einzelhandel bei einem zugrundegelegten Gesamtmarkt von über 200 Milliarden Euro).

Bedeutungszuwachs des Online-Handels

Ein weiteres, an Bedeutung gewinnendes Segment des Lebensmittelhandels ist die Online-Vermarktung. Der Online-Umsatz mit FMCG-Produkten bezifferte sich zuletzt auf rund 7,5 Milliarden Euro. Insbesondere die Corona-Krise hat diesem Trend einen weiteren Auftrieb verliehen. Der Anteil von Frischeprodukten und Lebensmitteln ist jedoch noch relativ gering, im Vergleich zum Gesamtumsatz beläuft sich deren Marktanteil auf etwa zwei Prozent. Die größten Befürchtungen beim Online-Kauf von Lebensmitteln sehen Konsumenten in einer schlechteren Produktqualität, den vermeidlich höheren Preis oder der langen Lieferzeiten. Nach einer Statista-Prognose wird der E-Commerce-Markt für Lebensmittel und Getränke in Zukunft jedoch weiter wachsen.



Wichtige Kennzahlen

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Statistiken zum Lebensmittelhandel in Deutschland

Der Lebensmittelhandel versorgt die Bevölkerung mit Dingen des täglichen Bedarfs (FMCG). Unterscheiden lassen sich der Lebensmittelgroßhandel (z.B. auch Cash-and-Carry-Handel) und der Lebensmitteleinzelhandel. Während ersterer sich an gewerbliche Kunden wie Großabnehmer in Industrie und Gastronomie richtet, hat der Einzelhandel den privaten Endverbraucher im Blick. Der Einzelhandel wiederum differenziert sich in den (wesentlich wichtigeren) wenig spezifizierten Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (Hauptrichtung Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren), worunter Supermärkte etc. fallen, und den traditionellen Facheinzelhandel mit Lebensmitteln, der z.B. kleine Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und Metzgereien beinhaltet.


Ausgaben für Nahrungsmittel gestiegen

Die Privatverbraucher in Deutschland geben jährlich mehr als 250 Milliarden Euro für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Während die Ausgaben für alkoholfreie Getränke eher stagnieren, haben sich die Ausgaben im Bereich der Nahrungsmittel in den letzten Jahren stetig vergrößert. Treiber dieser Entwicklung sind ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein und eine verstärkte Qualitätsorientierung der Verbraucher. Für den Lebensmitteleinzelhandel nennt das Statistische Bundesamt Umsätze von rund 216 Milliarden Euro im Jahr. In den vergangenen Jahren sind die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel in Deutschland dabei tendenziell angestiegen. Im Jahr 2020 zeichneten sich insbesondere in den Produktkategorien Obst sowie Fleischwaren Preisanstiege ab. Trotz dieser Preisentwicklung befindet sich das deutsche Preisniveau für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke im EU-Durchschnitt. Lebensmittel machten zuletzt rund 15,5 Prozent an den privaten Konsumausgaben aus.

Die unterschiedlichen Betriebsformen im Lebensmittelhandel

Systematisch lassen sich im Lebensmitteleinzelhandel die Betriebsformen Lebensmittelvollsortimenter (Super- und Verbrauchermärkte), SB-Warenhäuser und Discounter unterscheiden. Supermärkte bezeichnen nach der Definition von Nielsen Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von 400 bis 800 Quadratmetern, Verbrauchermärkte Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von 800 bis 5.000 Quadratmetern. SB-Warenhäuser (ab 5.000 Quadratmeter Verkaufsfläche), auch Hypermärkte genannt, verfügen im Vergleich über ein deutlich größeres Sortiment an Gebrauchsartikeln (Nonfood II). Lebensmittel-Discounter setzen sich von Supermärkten durch tendenziell kleinere Verkaufsstellen, ein schmaleres Sortiment, einen höheren Eigenmarkenanteil und natürlich niedrigere Preise ab. Drogeriemärkte werden von den großen Marktforschungsinstituten meist dem Lebensmitteleinzelhandel zugeschlagen, ergänzen ihn aber eher komplementär mit ihrem Fokus auf Nearfoodartikel.

Hohe Marktkonzentration im deutschen LEH

Eine im internationalen Vergleich hohe Verkaufsstellendichte und die Dominanz einiger weniger nationaler Handelsketten führen zu einem im europäischen Vergleich niedrigen Preisniveau für Lebensmittel in Deutschland. Die Branche ist von einem hohen Grad der Konzentration gekennzeichnet. Edeka aus Hamburg (auch Netto Marken-Discount), Rewe aus Köln (auch Penny), die Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm (Lidl und Kaufland), Metro mit Sitz in Düsseldorf (Metro C+C und Real) und die beiden Aldi-Konzerne stellen die führenden Unternehmensgruppen im deutschen Lebensmittelhandel dar. Nach Schätzungen von TradeDimensions kommen die Top-5 auf einen kumulierten Marktanteil von etwa 75 Prozent am Lebensmittelhandel (Groß- und Einzelhandel bei einem zugrundegelegten Gesamtmarkt von über 200 Milliarden Euro).

Bedeutungszuwachs des Online-Handels

Ein weiteres, an Bedeutung gewinnendes Segment des Lebensmittelhandels ist die Online-Vermarktung. Der Online-Umsatz mit FMCG-Produkten bezifferte sich zuletzt auf rund 7,5 Milliarden Euro. Insbesondere die Corona-Krise hat diesem Trend einen weiteren Auftrieb verliehen. Der Anteil von Frischeprodukten und Lebensmitteln ist jedoch noch relativ gering, im Vergleich zum Gesamtumsatz beläuft sich deren Marktanteil auf etwa zwei Prozent. Die größten Befürchtungen beim Online-Kauf von Lebensmitteln sehen Konsumenten in einer schlechteren Produktqualität, den vermeidlich höheren Preis oder der langen Lieferzeiten. Nach einer Statista-Prognose wird der E-Commerce-Markt für Lebensmittel und Getränke in Zukunft jedoch weiter wachsen.



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