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E-Commerce in Deutschland: Daten und Fakten zum boomenden Onlinegeschäft

Der Begriff E-Commerce bezeichnet den Handel mit Waren und Dienstleistungen im Internet. Je nach Handelsteilnehmer wird unter anderem zwischen B2B- (Firmenkundengeschäft), B2C- (Handel zwischen Unternehmen und Konsumenten) und C2C-E-Commerce (Handel zwischen Privatpersonen) unterschieden. Der Umsatz im deutschen E-Commerce-Markt wächst seit der Jahrtausendwende stetig. Im Jahr 2021 wurden im B2C-E-Commerce fast 87 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von rund 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Umsatzwachstum der letzten Jahre wurde durch die Coronapandemie somit nochmals beschleunigt. Die umsatzstärksten Warengruppen im deutschen Onlinehandel sind Bekleidung sowie Elektronikartikel und Telekommunikation. Das Segment Bekleidung macht dabei fast ein Viertel des Gesamtumsatzes im B2C-E-Commerce aus. Das Ranking der 100 umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland führt mit einem Umsatz von 13,88 Milliarden Euro im Jahr 2020 Amazon an. Dahinter folgen mit großem Abstand der Versandhandelsriese Otto und der Modehändler Zalando. Platz vier und fünf belegen die Elektronikhändler Mediamarkt und Saturn.

Vor allem Junge kaufen online ein - Retouren und Nachhaltigkeit beschäftigen die Branche

Laut einer Prognose wird sich die Anzahl der E-Commerce-Nutzer hierzulande im Jahr 2025 auf rund 68,4 Millionen belaufen. Besonders junge Erwachsene kaufen gerne online ein. Etwa 39 Prozent der regelmäßigen Online-Käufer gehören der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen an. Über 70 Jahre alt sind hingegen nur rund sechs Prozent der Online-Käufer. Am liebsten nutzen die Deutschen zum Online-Shopping mittlerweile ihr Smartphone. Und auch in anderen Ländern ist Mobile Commerce sehr verbreitet. Das trägt dazu bei, dass Einkäufe im Internet aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken sind. Etwa ein Drittel der Internetnutzer kauft mindestens einmal im Monat online ein. Diese Alltäglichkeit spiegelt sich auch in einer Umfrage zu den größten Ängste deutscher Internetnutzer beim Online-Shopping wider. Während dabei Teile der Befragten Bedenken hinsichtlich Betrugs- und Datenschutzbelangen im Internet äußerten, machte sich die Mehrheit der Internetnutzer keine Sorgen beim Online-Kauf. Dennoch sehen Verbraucher auch im stationäre Handel Vorteile gegenüber dem Online-Handel: Ware kann angefasst, geprüft und nach dem Kauf gleich mit nach Hause genommen werden. Außerdem wird der Versandhandel häufig dafür kritisiert, dass der Paketversand an den Endkunden aus ökologischer Sicht problematisch ist. Nicht zuletzt aufgrund des florierenden Online-Handels und dem verstärkten Aufkommen von Retouren steigt die Sendungsmenge in der deutschen KEP-Branche seit einigen Jahren stetig an. Das führt unter anderem zu einem erhöhten Müllaufkommen. Auf lange Sicht ließe sich das System hier möglicherweise verbessern: Rund ein Drittel der Kunden wären beispielsweise bereit, ein Rückgabesystem mit Mehrwegverpackungen zu unterstützen, um den Onlinehandel nachhaltiger zu machen.

Wie hat sich der Online-Handel in der Coronapandemie entwickelt?

Statistik: Anteil der Befragten, die ihre Einkäufe online getätigt haben statt im Geschäft | Statista Der Online-Handel wird oft als der große Gewinner der Coronakrise bezeichnet, nicht zuletzt aufgrund der Schließung des stationären Einzelhandels in vielen Produktbereichen. Etwa 38 Prozent der Personen in Deutschland gaben in einer Umfrage an, seit Beginn der Pandemie öfter online einzukaufen. Diese Entwicklung zeichnet sich auch im Umsatz ab: 2020 zeigte der Online-Handel mehrere Monate in Folge ein enormes Umsatzplus auf. Und auch 2021 setzt sich der Trend fort. In einer Umfrage gab über ein Drittel der Befragten an, Einkäufe eher online als im Geschäft zu tätigen. Die Möglichkeit der kontaktlosen Paketzustellung nutzt seit Ausbruch der Pandemie dabei etwas mehr als die Hälfte der Befragten. Verbrauchern fehlt beim Online-Kauf allerdings die individuelle Beratung. Das gaben bei einer Umfrage im Sommer 2020 etwa 16 Prozent der Befragten an. Weitere 14 Prozent vermissten vor allem den persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern.

Veröffentlicht von L. Rabe, 29.06.2022

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