Statistiken zum Möbelhandel in Deutschland

Der Möbelmarkt in Deutschland ist eher durch Konstanz als Dynamik gekennzeichnet. Das Marktvolumen übertraf in den vergangenen vier Jahren mehr als 40 Milliarden Euro. In den nächsten Jahren bis 2022 wird der Umsatz mit Wohnmöbeln davon rund die Hälfte ausmachen. Pro Kopf betragen die Ausgaben 413 Euro jährlich. Dazu beansprucht ein Großteil der deutschen Bevölkerung eine hohe Ausgabebereitschaft beim Kauf von Möbeln für sich.

Über drei Viertel des gesamten Marktvolumens landen beim noch stark mittelständisch geprägten stationären Möbeleinzelhandel. Unangefochtener Branchenprimus ist der schwedische Ikea-Konzern, der rechtlich in Form einer niederländischen Stiftung in Erscheinung tritt. Durch ihre globale Marktpräsenz spielen die „Welt-Raumausstatter“ in einer gänzlich anderen Liga als ihre Wettbewerber. Schärfster Konkurrent in Deutschland ist die österreichische XXXLutz-Gruppe, dessen Geschäfte ebenfalls über verschiedene Stiftungen gelenkt werden.

Das opake Geschäftsgebaren der Großen der Branche erschwert den Marktüberblick etwas, doch sind die Rollen klar verteilt. Auf der einen Seite stehen die dynamisch expandierenden und teilweise multinational agierenden Konzerne. Ihnen gegenüber sitzen die kleinen und mittelständischen Möbelhäuser am kürzeren Hebel. Insgesamt ist die Zahl der Unternehmen ist seit der Jahrtausendwende rückläufig, während die Zahl der Möbelhäuser bzw. örtlichen Einheiten tendenziell gestiegen ist. Die zunehmende Bedeutung der Ketten lässt sich an der Branchenstruktur ablesen – immer größere Marktanteile konzentrieren sich bei Unternehmen mit Jahresumsätzen jenseits der 50 Millionen Euro.

XXXLutz und Höffner, dessen erklärtes Ziel es ist, Ikea im deutschsprachigen Raum zu entthronen, expandieren vor allem durch Übernahmen kleinerer Konkurrenten. So schluckte Höffner zum Beispiel die Traditionsunternehmen Möbel Kraft und Möbel Walther und XXXL verleibte sich unter anderem Hiendl und Mann Mobilia ein. Eine Langfrist-Analyse der Sortimentstruktur im Möbelhandel konstatierte vor einiger Zeit eine zunehmende Polarisierung des Möbelmarktes in Premium- und Billig-Segment.

Unklar ist zu diesem Zeitpunkt noch, welche Auswirkungen der Vormarsch des E-Commerce, der den Einzelhandel derzeit in Atem hält, auf die Möbelbranche haben wird. Dazu nimmt der Online- und Versandhandel in Verbrauchereinstellungen beim Kauf von Möbeln insbesondere für jüngere Generationen eine wichtige Rolle ein.

Zwar setzen neu gestartete Internet-Pure-Player wie home24 (Samwer-Gruppe) voll auf die parallelen Trends zur Reurbanisierung und abnehmender Individualmobilität, die die großen stationären Flächenanbietern in Zukunft Kunden kosten könnten, da sie oft nur mit dem Auto zu erreichen sind. Doch reagiert auch das stationäre Establishment auf diese Entwicklungen. Der Umsatzanteil des E-Commerce ist zwar noch relativ gering, aber Ikea betreibt zudem eine Filiale in Hamburg-Altona und vollzieht damit den Sprung von der Peripherie ins Zentrum der Hansestadt. Eine engere Verzahnung mit Speditionsdienstleistungen wäre ebenfalls ein gangbarer Weg, dem sich verändernden Verbraucherverhalten Rechnung zu tragen.

Reine Distanzhändler sehen sich zudem mit einem ungelösten Retourenproblem und einem gerüttelt Maß Skepsis seitens der Konsumenten konfrontiert. Einer Umfrage zufolge kaufen der Verbraucher Möbel und Dekoartikel lieber stationär als online. Insofern ist zu bezweifeln, dass dem klassischen Möbeleinzelhandel eine ähnliche Disruption bevorsteht wie dem Buchhandel durch Amazon oder dem Modegeschäft durch Zalando.

Eine detaillierte Analyse der Einstellungen und Ansichten von Verbrauchern in Deutschland beim Kauf von Möbeln, die auch die Kaufabsicht und Ausgabebereitschaft untersucht, kann in dem gleichnamigen Dossier abgerufen werden.

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Möbelhandel in Deutschland - Wichtige Statistiken

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