Statistiken zum Schuhhandel in Deutschland

Im Jahr 2015 gaben die Deutschen etwa zwölf Milliarden Euro für Schuhe aus, was die Bundesrepublik zu einem der wichtigsten Märkte für Schuhe weltweit macht. Dabei ist Deutschland ein Nettoimporteur von Schuhen. Die heimische Schuh- und Lederwarenindustrie mit dem Branchenprimus Birkenstock befriedigt nur einen Teil der Nachfrage – vor allem in spezialisierten Segmenten wie Orthopädie- oder Sicherheitsschuhen. Die wichtigsten Importländer stellen China und Vietnam dar.


Rechnet man tätige Inhaber und mithelfende Familienmitglieder ein, beschäftigt die Branche in Deutschland etwa 90.000 Personen, die meisten von ihnen sind weiblich und teilzeitbeschäftigt.

Aus der stetig abnehmenden Zahl der Unternehmen im Schuheinzelhandel einerseits und der gleichzeitig steigenden Anzahl an Schuhgeschäften (bzw. örtlichen Einheiten) lässt sich die wachsende Dominanz der Ketten ablesen. Zwar bestehen noch relativ viele Unternehmen mit einem bis fünf Beschäftigten. Doch der Umsatz konzentriert sich bei den Großen der Branche mit mehr als 10 Millionen Euro Jahresumsatz.

Die am weitesten verbreiteten Schuhmarken in Deutschland sind Adidas und Nike. Deichmann ist sowohl nach Umsatz als auch Filialzahl der größte Schuhhändler Deutschlands. Insgesamt setzt der stationäre Fachhandel laut Umsatzsteuerstatistik etwa 7,5 Milliarden Euro (netto) um. In der Distributionsstruktur kommt er auf einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Wie auch im Textileinzelhandel haben stationäre Fachhändler mit zunehmender Konkurrenz von Versandhändlern zu kämpfen, die mittlerweileile auf einen Umsatzanteil von mehr als 14 Prozent kommen.

Aktuelle Erhebungen deuten an, dass diese Entwicklung in letzter Zeit noch an Dynamik gewonnen hat. Im Jahr 2015 wurden schätzungsweise etwa 3,5 Milliarden Euro im interaktiven Handel mit Schuhen (Katalog- und Onlineversand) umgesetzt. Laut Allensbach hat die Anzahl der Verbraucher, die 2016 Mode oder Schuhe über das Internet gekauft haben, auf über 27 Millionen Personen zugenommen. Die Verbrauchs- und Medienanalyse identifiziert eine noch größere Anzahl an Konsumenten.

Die etablierten Player im Schuhhandel haben bisher nur eingeschränkt an diesem neuen Markt partizipieren können. Der Umsatzanteil des e-Commerce lag in der Branche zuletzt bei weniger als drei Prozent. Das Tempo wird von Unternehmen wie Zalando bestimmt, die es vor einigen Jahren noch überhaupt nicht gab.

Das Berliner Start-Up Zalando hat zum Beispiel bereits im Jahr 2012 die Umsatzmilliarde durchbrochen und wächst weiter. Die Retourenkosten für nicht passende Schuhe, die bisher von der Firma übernommen werden, setzen zwar ein Fragezeichen hinter die Rentabilität des Geschäftsmodells, doch setzen sich die etablierten Handelsketten durch ihr Phlegma der Gefahr aus, der neuen Konkurrenz so lange das Feld kampflos zu überlassen, bis diese durch optimierte Logistikprozesse kaum mehr angreifbar ist. Amazon, das jahrelang zugunsten von Marktanteilen auf Gewinne verzichtete, ist das Menetekel an der Wand.

Vertikalisierte Anbieter wie der Marktführer Deichmann, die die gesamte Wertschöpfungskette inklusive der Fertigung kontrollieren, haben in diesem Umfeld die besten Voraussetzungen, die stürmischen Zeiten zu meistern, da sie sich durch Eigenmarken von den Wettbewerbern absetzen und profilieren können.

Mehr erfahren

Schuheinzelhandel in Deutschland - Wichtige Statistiken

Weitere interessante Themen aus der Branche "Schuhhandel & Lederwareneinzelhandel"

Sie haben noch Fragen?

Sie haben noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach. Wir helfen Ihnen gern!

Kontaktieren Sie uns schnell und einfach. Wir helfen Ihnen gern!

Möglichkeiten der Kontaktaufnahme

Nutzen Sie gern unser Kontaktformular oder unsere FAQ.
Alternativ können Sie sich auch direkt an unseren Kundenservice wenden.