Statistiken zum Schuhhandel in Deutschland

Veröffentlicht von M. Hohmann, 07.01.2019
Im Jahr 2017 gaben die Deutschen etwa 13 Milliarden Euro für Schuhe aus, was die Bundesrepublik zu einem der wichtigsten Märkte für Schuhe weltweit macht. Dabei ist Deutschland ein Nettoimporteur von Schuhen. Die heimische Schuh- und Lederwarenindustrie mit dem Branchenprimus Birkenstock befriedigt nur einen Teil der Nachfrage – vor allem in spezialisierten Segmenten wie Orthopädie- oder Sicherheitsschuhen. Die wichtigsten Importländer stellen China und Vietnam dar.

Rechnet man tätige Inhaber und mithelfende Familienmitglieder ein, beschäftigt die Branche in Deutschland mehr als 75.000 Personen, die meisten von ihnen sind weiblich und teilzeitbeschäftigt.

Aus der stetig abnehmenden Zahl der Unternehmen im Schuheinzelhandel einerseits und der gleichzeitig tendenziell steigenden Anzahl an Schuhgeschäften (bzw. örtlichen Einheiten) lässt sich die wachsende Dominanz der Ketten ablesen. Zwar bestehen noch relativ viele Unternehmen mit einem bis fünf Beschäftigten. Doch der Umsatz konzentriert sich bei den Großen der Branche mit mehr als zehn Millionen Euro Jahresumsatz.

Die am weitesten verbreiteten Schuhmarken in Deutschland sind Adidas und Nike. Deichmann ist sowohl nach Umsatz als auch Filialzahl der größte Schuhhändler Deutschlands. Insgesamt setzt der stationäre Fachhandel laut Umsatzsteuerstatistik etwa 7,4 Milliarden Euro (netto) um. In der Distributionsstruktur kommt er auf einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Wie auch im Textileinzelhandel haben stationäre Fachhändler mit zunehmender Konkurrenz von Versandhändlern zu kämpfen, die zwischenzeitlich einen Umsatzanteil von mehr als 18 Prozent im Markt halten.

Aktuelle Erhebungen deuten an, dass diese Entwicklung in letzter Zeit noch an Dynamik gewonnen hat. Im Jahr 2017 wurden schätzungsweise etwa 3,8 Milliarden Euro im interaktiven Handel mit Schuhen (Katalog- und Onlineversand) umgesetzt. Die Verbrauchs- und Medienanalyse identifiziert eine Anzahl von etwa 18 Millionen Konsumenten, die online Schuhe kaufen.

Die etablierten Player im Schuhhandel haben bisher nur eingeschränkt an diesem neuen Markt partizipieren können. Der Umsatzanteil des e-Commerce lag in der Branche zuletzt bei 3,2 Prozent. Das Tempo wird von Unternehmen wie Zalando bestimmt.

Das Berliner Start-Up Zalando hat zum Beispiel bereits im Jahr 2012 die Umsatzmilliarde durchbrochen und wächst weiter. Die Retourenkosten für nicht passende Schuhe, die bisher von der Firma übernommen werden, setzen zwar ein Fragezeichen hinter die Rentabilität des Geschäftsmodells, doch setzen sich die etablierten Handelsketten durch ihr Phlegma der Gefahr aus, der neuen Konkurrenz so lange das Feld kampflos zu überlassen, bis diese durch optimierte Logistikprozesse kaum mehr angreifbar ist. Amazon, das jahrelang zugunsten von Marktanteilen auf Gewinne verzichtete, ist das Menetekel an der Wand.

Vertikalisierte Anbieter wie der Marktführer Deichmann, die die gesamte Wertschöpfungskette inklusive der Fertigung kontrollieren, haben in diesem Umfeld die besten Voraussetzungen, die stürmischen Zeiten zu meistern, da sie sich durch Eigenmarken von den Wettbewerbern absetzen und profilieren können.

Schuheinzelhandel in Deutschland

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Wichtige Kennzahlen

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Branchenstruktur: Unternehmen und Beschäftigte

Leistungskennzahlen

Herausforderung Multichannel-Handel

Interessante Statista-Reporte

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Statista Branchenreport - WZ-Code 15
Statista Digital Market Outlook

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