Statistiken zum Außenhandel der Europäischen Union und der Eurozone
Der Außenhandel von EU und Eurozone
Beim gesamten Außenhandel der Jahre 2021 und 2022 sind die Nachholeffekte aufgrund der Corona-Pandemie und den im Zusammenhang stehenden enormen Handelseinbußen im Jahr 2020 zu beachten. Hinzu kommt, dass die Werte der EU-27 nur eingeschränkt mit den Daten der Vorjahre vergleichbar sind, da Großbritannien die EU im Jahr 2020 verlassen hat (Brexit) und daher die Werte der EU auch rückwirkend angepasst wurden.Exporte aus der EU und Eurozone
Die Warenexporte aus der EU-27 in Drittstaaten sind im Jahr 2023 auf rund 2,55 Billionen Euro gesunken; aus der Eurozone wurden Güter im Wert von rund 2,84 Billionen Euro in Länder außerhalb der Währungsunion ausgeführt. Insgesamt hat die Veränderung des Werts der Exporte aus der EU-27 im Jahr 2023 rund -1,2 Prozentpunkte betragen. In der Eurozone wurde für 2023 ein Exportrückgang von rund 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.
Importe in die EU und Eurozone
Die Warenimporte in die EU-27 und die Eurozone haben im Jahr 2023 rund 2,51 Billionen Euro (EU-27) sowie rund 2,77 Billionen Euro (Eurozone) betragen. Dies entspricht im Vorjahresvergleich einer Veränderungsrate der Importe von rund -16,4 Prozent für die EU-27 und rund -13,5 Prozent für die Eurozone. Im Zuge der Sanktionen gegen Russland, die von der internationalen Gemeinschaft als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine erlassen wurden, kam es auch zu massiven Verwerfungen an den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten. Russland ist bis dato Europas wichtigster Energielieferant gewesen. Da Russland sich als vertrauenswürdiger und verlässlicher Lieferant von Öl, Gas, Kohle und Brennstäben in die Europäische Union disqualifiziert hatte, vollzog die EU einen Paradigmenwechsel in ihrer Energiepolitik und hat den Ausbau nachhaltiger Energie vorangetrieben. Gleichzeitig sind die Importpreise für Rohstoffe und Energie massiv gestiegen und haben die Inflationsraten weltweit steigen lassen. Die Abkehr von russischen Energieträgern im Jahr 2022 hatte dementsprechend weitreichende Folgen auf die Distributionspolitik in der EU und führte zu kurzfristig abgeschlossenen Lieferverträgen unter ungünstigen Konditionen. Dies verteuerte den Energieeinkauf erheblich und resultierte in einem sprunghaften Wachstum der Warenimporte in der EU und Eurozone im Jahr 2022. Der deutliche Rückgang der europäischen Importe im Jahr 2023 war daher zu erwarten gewesen.
Handelsbilanz der EU und Eurozone
In der Handelsbilanz der EU und der Eurozone, d.h. der Differenz von Exporten und Importen, hat sich für die EU-27 im Jahr 2023 wieder ein Überschuss von rund 34,5 Milliarden Euro und für die Eurozone ein Überschuss von rund 57,8 Milliarden Euro ergeben. Im Vorjahr 2022 erzielte die EU mit rund -436 Milliarden Euro das höchste Handelsbilanzdefizit in ihrer Geschichte, dies gilt auch für das Defizit in Höhe von rund 335,3 Milliarden Euro, das die Länder der Eurozone erzielten.
Außenhandel in den Mitgliedstaaten der EU
Betrachtet man den Außenhandel der einzelnen Mitgliedstaaten, werden auch die Handelsströme zwischen den Mitgliedern berücksichtigt. Das größte Exportland in der EU im Jahr 2023 ist Deutschland mit Exporten im Wert von rund 1,56 Billionen Euro gewesen, gefolgt von den Niederlanden (864,5 Milliarden Euro) und Italien (626,2 Milliarden Euro). Am anderen Ende der Skala stehen die kleineren EU-Länder Malta (3,2 Milliarden Euro), Zypern (4,1 Milliarden Euro) und Luxemburg (15,9 Milliarden Euro).Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Importländern der EU: Hier steht im Jahr 2023 ebenfalls Deutschland (1,35 Billionen Euro) vor den Niederlanden (778,7 Milliarden Euro) und Frankreich (726,9 Milliarden Euro); die geringsten Einfuhren hatten Malta (7,5 Milliarden Euro), Zypern (12,9 Milliarden Euro) und Estland (21,2 Milliarden Euro).
Im Hinblick auf die Handelsbilanzen der EU-Länder haben im Jahr 2023 wieder 12 der 27 Mitgliedsländer einen Überschuss erzielt nachdem dies im Vorjahr nur sieben Ländern gelungen ist; an der Spitze steht wieder Deutschland mit rund 208,9 Milliarden Euro vor den Niederlanden (85,8 Milliarden Euro) und Irland (57,8 Milliarden Euro). Die größten Handelsbilanzdefizite wiesen Frankreich mit rund 127,1 Milliarden Euro, Spanien (-43,5 Milliarden Euro) und Griechenland (-31 Milliarden Euro) auf.