Statistiken zum Mercosur

Der Mercado Común del Sur - Mercosur - ist eine regionale Wirtschaftsgemeinschaft und Regionalorganisation im südlichen Lateinamerika, der die Länder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay angehören. Die Organisation wurde durch den Vertrag von Asunción im März 1991 ins Leben gerufen und vertritt in der jetzigen Zusammensetzung rund 266 Millionen der insgesamt rund 654 Millionen Einwohner Lateinamerikas und der Karibik. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von rund 3,54 Prozent an der Weltbevölkerung. Im Vergleich zur Europäischen Union (EU) weisen die Gesellschaften der Mercsosur-Staaten gegenwärtig eine günstige Altersstruktur auf. Laut Prognosen der UN DESA (Population Division) wird sich das Durchschnittsalter in den Mitgliedstaaten jedoch mittel- und langfristig stark erhöhen. Die prognostizierte "Vergreisung", insbesondere Brasiliens, wird primär durch die kontinuierlich sinkenden Fertilitätsraten beeinflusst.

Die vier Länder des Mercosur erwirtschafteten im Jahr 2018 zusammen ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 2,49 Billionen US-Dollar. Damit ist die Gruppe noch weit vom Spitzenjahr 2011 entfernt, in dem alleine Brasilien bereits ein BIP von rund 2,61 Billionen US-Dollar generierte.
Wie heterogen die Gruppe hinsichtlich der wirtschaftlichen Verhältnisse ist, wird durch die recht hohen Unterschiede im BIP-pro-Kopf sichtbar: Während Uruguay 2018 mit rund 17.165 US-Dollar das höchste BIP-pro-Kopf aufweist, markiert Paraguay mit rund 5.899 US-Dollar das untere Ende der Skala. Ein großes wirtschaftliches Gefälle zwischen Mitgliedstaaten einer Wirtschaftsgemeinschaft ist jedoch nicht ungewöhnlich, wie im Vergleich der EU-Länder deutlich wird. Für das Jahr 2019 werden, Argentinien ausgenommen, stabile, aber für Schwellenländer keineswegs hohe Wachstumsraten des BIP prognostiziert: Die Wirtschaft Uruguays soll 2019 um rund 1,9 Prozent wachsen, Brasilien um circa 2,1 Prozent und Paraguay um rund 3,5 Prozent. Einzig Argentinien wird nach dem Wirtschaftsrückgang von rund 2,5 Prozent in 2018 auch für 2019 mit einem negativen Wachstum von rund 1,2 Prozent rechnen müssen.

Das Gesamthandelsvolumen des Mercosur im Warenhandel betrug im Jahr 2018 rund 495,3 Milliarden US-Dollar. Hiervon entfielen rund 275,9 Milliarden US-Dollar auf die Exporte des Mercosur und rund 219,4 Milliarden US-Dollar auf die Importe in den Mercosur-Raum. Obwohl das Gesamthandelsvolumen 2018 noch relativ weit vom Höchststand aus dem Jahr 2013 mit rund 572,8 Milliarden US-Dollar entfernt ist, erzielte der Mercosur nicht nur das vierte Jahr in Folge einen Handelsbilanzüberschuss, sondern mit rund 56,5 Milliarden US-Dollar auch den höchsten Überschuss seit Bestehen der Freihandelszone.
Würde der Mercosur als ein gemeinsamer Staat betrachtet werden, würde dennoch weder das Exportvolumen noch das Importvolumen im Güterhandel ausreichen, um in der jeweiligen Rangliste der 20 größten Handelsnationen vertreten zu sein.
China ist im Güterhandel der wichtigste Handelspartner der Gemeinschaft. Rund 25,35 Prozent aller Exporte und rund 23,41 Prozent aller Importe gingen oder kamen im Jahr 2018 in/aus dem Reich der Mitte.

Im Dienstleistungshandel stehen den Exporten des Mercosur im Wert von rund 54 Milliarden US-Dollar (2018), Importe von rund 96,8 Milliarden US-Dollar gegenüber. Dementsprechend fällt der Saldo im Dienstleistungshandel, wie auch in den Vorjahren, negativ aus und der Mercosur erzielte für 2018 eine passive Dienstleistungsbilanz (Saldo) von rund 42,8 Milliarden US-Dollar.

Die Aufnahme in den Mercosur steht im Prinzip allen Staaten Lateinamerikas und der Karibik offen, insofern sie die Protokolle erfüllen. Venezuela ist gemäß Artikel 5 Absatz 2 des Protokolls von Ushuaia von allen Rechten und Pflichten ausgeschlossen, die mit dem Status als Vertragsstaat des Mercosur verbunden sind. Das Protokoll von Ushuaia legt fest, dass nur Demokratien Mitglied des Mercosur werden können. Venezuela wurde daher von den übrigen Mitgliedern aufgrund der latenten demokratischen Defizite seit 2017 dauerhaft suspendiert.
Während Uruguay im Fragile States Index (FSI) 2019 auf Platz 158 von 178 Staaten gelistet ist, es also nur 20 Staaten gibt, die als noch stabiler eingestuft werden, belegt Venezuela den 32. Platz im FSI 2019. Weltweit werden nur 31 Staaten als noch fragiler eingeschätzt und in Amerika hat nur der failed state Haiti eine noch schlechtere Bewertung als Venezuela.
Noch deutlicher wird die Bewertung Venezuelas im Bertelsmann Transformationsindex (BTI) 2018. Die Bewertung von 3,8 von 10 Punkten im Index für Demokratie (harte Autokratie), 3,14 Punkte im Index für Marktwirtschaft (schlecht funktionierende Marktwirtschaft) und 1,86 Punkte im Index für Politisches Management (gescheitert) resultieren im BTI 2018 in einem Status-Indexwert von 3,47 Punkten für Venezuela und somit zum niedrigsten Wert aller lateinamerikanischen Staaten.

Interessante Statistiken

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