Russlands weltweiter Rohstoffexport

In der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts sind nationale Ökonomien untrennbar miteinander verflochten. In dieser transnationalen Wirtschaftsordnung nehmen fossile, metallische und landwirtschaftliche Rohstoffe einen besonderen Stellenwert ein, da sie Gesellschaften mit Energie versorgen, technologischen Fortschritt ermöglichen und die Grundlage der weltweiten Ernährung bilden. Russland – das flächenmäßig größte Land der Welt – weist einen gewaltigen Reichtum der angeführten Rohstoffe auf, die das Land in einem bedeutsamen Ausmaß exportiert. Durch die Bandbreite an unterschiedlichen Rohstoffausfuhren besitzt Russland eine einflussreiche Position im globalen Rohstoffhandel. Gleichzeitig verfügt der Staat über kein Rohstoffmonopol und ist, ebenso für die Einfuhrländer, in ein geopolitisches Wirtschaftssystem von gegenseitigen Abhängigkeiten eingebettet.

Fossile Rohstoffe

Die weltweite Energieversorgung basiert auf dem Verbrennen von Erdgas, Erdöl und Kohle. Der Exportmarkt dieser fossilen Energieträger wird von Russland maßgeblich dominiert. So war Russland im Jahr 2020 das weltweit größte Exportland von Erdgas- , das zweitgrößte von Erdöl- und das drittgrößte von Kohle.
Auf die russischen Erdgasausfuhren ist speziell die EU angewiesen, die im Jahr 2021 rund 132,3 Milliarden Kubikmeter aus Russland importierte. Ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine wird in vielen Ländern Europas die gasförmige Versorgungsabhängigkeit zu Russland kritisch diskutiert. Um die russische Einflussnahme auf den europäischen Gasmarkt zu senken, wird der Ausbau der LNG Terminals entschlossen vorangetrieben. Ebenso wird durch neue Handelsbeziehungen und -verträge die Absicht verfolgt, die Erdgasbezugsquellen zukünftig vermehrt zu diversifizieren, um die zu Russland vorherrschenden Dependenzstrukturen zu mindern.
2021 war China mit 1,4 Millionen Barrels pro Tag und über 43 Millionen Tonnen pro Jahr der größte Abnehmer von russischem Erdöl und russischer Kohle. Aufgrund der geographischen Nähe exportierte Russland bisher auch vergleichsweise große Mengen an Erdöl in Staaten der EU - allem voran nach Deutschland und in die Niederlande.
Durch den Export der genannten Brennstoffe prägt und beeinflusst Russland die europäische sowie weltweite Energieversorgung. Gleichzeitig stieß der Krieg in der Ukraine in weiten Teilen Europas eine Neujustierung der Importstrukturen von fossilen Rohstoffen an. Daraus könnte andererseits eine Verschiebung der russischen Exportmengen von Kohle, Öl und insbesondere Gas resultieren. Voraussichtlich werden speziell diese Rohstoffausfuhren zunehmend nach China und in weitere asiatische Staaten umgelagert und weiter ausgedehnt.

Metallische Rohstoffe

Die russische Präsenz auf dem globalen Rohstoffmarkt erstreckt sich ebenfalls auf den Bereich der metallischen Rohstoffe. Im Jahr 2021 verzeichnete Russland die weltweit größte Exportmenge von Rohaluminium – insgesamt waren es rund 3,45 Millionen Tonnen. Das Leichtmetall ist ein zentraler Bestandteil der Elektronik-, Automobil-, Kosmetik- oder Arzneimittelindustrie.
Des Weiteren erzielte Russland im Jahr 2021 den drittgrößten Exportwert von Nickel und Nickelprodukten sowie den viertgrößten von Platin und Platinmetallen. Auch diese Metalle sind für diverse Industriezweige und Alltagsbereiche von hoher Bedeutung. Der russische Einfluss auf den weltweiten Exportmarkt der angeführten Metalle ist hinreichend ausgeprägt, im Vergleich zu den fossilen Rohstoffen nimmt Russland jedoch keine gleichartig dominante Rolle ein.

Nachwachsende Rohstoffe

Weizen ist ein zentraler Bestandteil der weltweiten Nahrungsmittelversorgung. Aufgrund globaler Dynamiken, wie einem voranschreitenden Bevölkerungswachstum, wird prognostiziert, dass die weltweite Exportmenge im Jahr 2022/23 über 205 Millionen Tonnen erreichen wird. Mit über 19 Prozent war Russland im Jahr 2020 das weltweit größte Exportland von Weizen, Mehl und Weizenprodukten. Einschränkungen der russischen Exportmengen hätten folglich gravierende Auswirkungen auf den globalen Nahrungsmittelmarkt.
Neben Weizen ist Russland auch das weltweit größte Exportland von Schnittholz. Im Jahr 2019 exportierte das Land über 33 Millionen Kubikmeter des begehrten Rohstoffes, der unteranderem für den Bau von Häusern und Möbel benötigt wird. Das bei Weitem größte Abnehmerland des russischen Schnittholzes war im Jahr 2021 China, dass den Rohstoff für insgesamt über 3,5 Milliarden US-Dollar aus Russland importierte.



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