Statistiken zur Bevölkerung in der Europäischen Union und der Euro-Zone

Die Bevölkerung der EU betrug Anfang 2017 rund 511,8 Millionen Einwohner, davon lebten circa 341 Millionen Menschen in der Euro-Zone. Die bevölkerungsreichsten Mitgliedsstaaten sind Deutschland (82,8 Millionen Einwohner), Frankreich (67 Millionen Einwohner) und Großbritannien (65,8 Millionen Einwohner); die geringste Bevölkerungszahl haben Malta (440.000 Einwohner), Luxemburg (590.000 Einwohner) und Zypern (850.000 Einwohner). Auf die genannten größten drei Staaten entfallen bereits mehr als 42 Prozent der gesamten EU-Bevölkerung, während neun der 28 Mitglieder jeweils weniger als 1 Prozent der Einwohner ausmachen. Bezogen auf die Fläche herrscht die größte Bevölkerungsdichte in Malta (1.369 Einwohner pro Quadratkilometer), den Niederlanden (503 Einwohner pro Quadratkilometer) und Belgien (372 Einwohner pro Quadratkilometer); am niedrigsten ist sie in Finnland (18 Einwohner pro Quadratkilometer), Schweden (24 Einwohner pro Quadratkilometer) und Estland (30 Einwohner pro Quadratkilometer; alle Werte Stand 2015). Deutschland liegt mit 229 Einwohnern pro Quadratkilometer EU-weit auf Rang fünf; der europäische Durchschnitt beträgt 117,1 Einwohner pro Quadratkilometer. Die größten Ballungsräume in der EU im Jahr 2017 sind London (14,5 Millionen Einwohner), Paris (11,3 Millionen Einwohner) und Madrid (6,25 Millionen Einwohner).


Insgesamt ist die Bevölkerungsentwicklung sowohl in der EU als auch in der Euro-Zone tendenziell ansteigend: In der EU wuchs die Einwohnerzahl im Jahr 2016 um rund 0,35 Prozent und in der Euro-Zone um circa 0,4 Prozent. Unter den Mitgliedsstaaten verzeichneten Luxemburg (2,3 Prozent), Irland (2 Prozent) und Österreich (1,3 Prozent) das höchste Bevölkerungswachstum, während Litauen (-1,1 Prozent), Lettland (-0,9 Prozent) und Kroatien (-0,8 Prozent) die stärksten Rückgänge hinnehmen mussten. In Deutschland wuchs die Bevölkerung um 1,2 Prozent. Die natürliche Bevölkerungsentwicklung, d.h. die Differenz von Geburten und Sterbefällen, ist dabei allerdings in 13 der 28 Mitgliedsländer zum Teil deutlich negativ, darunter auch Deutschland. Auch für die EU und die Euro-Zone insgesamt ist die natürliche Bevölkerungsentwicklung stagnierend oder negativ (EU: 0 Prozent; Euro-Zone: -0,2 Prozent) . Der Hauptgrund hierfür sind niedrige Geburtenzahlen. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass bei einer Kinderzahl von 2,1 Kindern je Frau die natürliche Bevölkerungsentwicklung langfristig stagniert. Diese Fertilitätsrate erreichte 2015 kein einziges EU-Land; Frankreich (1,96 Kinder je Frau), Irland (1,92 Kinder je Frau) und Schweden (1,85 Kinder je Frau) erzielten hier noch die höchsten Werte. Am anderen Ende der Skala standen Portugal (1,31 Kinder je Frau), Zypern (1,32 Kinder je Frau) und Polen (1,32 Kinder je Frau). Der Durchschnitt lag in der EU bei 1,58 und in der Euro-Zone bei 1,56 Kindern je Frau; Deutschland befindet sich mit 1,5 Kindern je Frau im unteren Mittelfeld.

Bevölkerungszuwächse gehen daher vor allem auf Wanderungsbewegungen zurück. Die höchsten Wanderungsgewinne verzeichneten im Jahr 2016 Luxemburg (16,2 Netto-Zuwanderer je 1.000 Einwohner), Island(12,2 Netto-Zuwanderer je 1.000 Einwohner) und Schweden (11,9 Netto-Zuwanderer je 1.000 Einwohner). Auf der anderen Seite verließen insbesondere in Litauen (10,5 Netto-Abwanderer je 1.000 Einwohner), Lettland (6,2 Netto-Abwanderer je 1.000 Einwohner) und Kroatien (5,4 Netto-Abwanderer je 1.000 Einwohner) mehr Menschen das Land als hinzukamen. In manchen Ländern, vor allem in Ost- und Südeuropa, tragen sowohl niedrige Geburtenzahlen als auch Auswanderung zum Bevölkerungsrückgang bei. In absoluten Zahlen waren im Jahr 2015 Deutschland (1.015.620 Einwanderer), Großbritannien (336.167 Einwanderer) und Frankreich (230.515 Einwanderer) die größten Einwanderungs- und auf der anderen Seite Frankreich (196.660 Auswanderer), Großbritannien (174.430 Auswanderer) sowie Spanien (164.345 Auswanderer) die größten Auswanderungsländer. Den höchsten Ausländeranteil an der Bevölkerung hatten 2016 Luxemburg (46,71 Prozent), Zypern (16,46 Prozent) und Estland (15,02 Prozent); am niedrigsten war er in Polen (0,39 Prozent), Rumänien (0,54 Prozent) und Litauen (0,65 Prozent). In Deutschland waren 10,53 Prozent der Einwohner ausländische Staatsbürger; der EU-Schnitt beträgt 7,23 Prozent.

In vielen EU-Ländern lässt sich ein demografischer Wandel hin zu einer perspektivisch niedrigeren und älteren Bevölkerung feststellen. Ein Aspekt dieser Veränderung sind die bereits erwähnten geringen Geburtenraten, ein anderer ist die steigende Lebenserwartung. Am längsten leben die Menschen in Spanien (83 Jahre), Italien (82,7 Jahre) und Frankreich (82,4 Jahre); am kürzesten in Litauen ( 74,6 Jahre), Bulgarien (74,7 Jahre) sowie Lettland (74,8 Jahre). In Deutschland beträgt die Lebenserwartung 80,7 Jahre und liegt damit knapp über dem EU-Schnitt von 80,6 Jahren, aber unter dem Durchschnitt der Euro-Zone von 81,6 Jahren. Generell leben Frauen einige Jahre länger als Männer. Das höchste Durchschnittsalter (Altersmedian) der Bevölkerung hatten im Jahr 2016 Deutschland (45,8 Jahre), Italien (45,5 Jahre) und Portugal (44 Jahre); am niedrigsten war es in Irland (36,6 Jahre), Zypern (37,2 Jahre) und Luxemburg (39,3 Jahre). Der EU-Durchschnitt lag bei 42,6 Jahren, jener der Euro-Zone bei 43,6 Jahren. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Betrachtung der gesamten Altersstruktur: So haben Irland (21,9 Prozent), Frankreich (18,5 Prozent) und Großbritannien (17,7 Prozent) den höchsten Anteil der jungen Bevölkerung von unter 15 Jahren; am geringsten ist er in Deutschland (13,2 Prozent), Italien (13,7 Prozent) und Bulgarien (14 Prozent). Nahezu spiegelbildlich stehen bei der Bevölkerung ab 65 Jahren Italien (22 Prozent), Griechenland (21,3 Prozent) und Deutschland (21,1 Prozent) an der Spitze, während der Anteil der älteren Menschen in Irland (13,2 Prozent), Luxemburg (14,2 Prozent) und der Slowakei (14,4 Prozent) vergleichsweise niedrig ausfällt (alle Daten Stand 2016).

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