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Statistiken zur Bevölkerung in der Europäischen Union und der Euro-Zone

Am 31. Januar 2020 ist das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union ausgetreten. Die abgebildeten Inhalte wurden teilweise noch vor dem Austritt veröffentlicht, wodurch der Inselstaat sowohl in den Statistiken als auch innerhalb der redaktionellen Texte weiterhin aufgeführt wird. Sobald die Inhalte durch die Quellen aktualisiert wurden, erfolgt seitens unserer Redaktion ebenfalls eine Überarbeitung. Weitere Informationen zum Thema Brexit finden Sie auf unserer Plattform.

Die Bevölkerung der EU betrug Anfang 2021 schätzungsweise rund 447 Millionen Einwohner, davon lebten circa 342 Millionen Menschen in der Euro-Zone. Die bevölkerungsreichsten Mitgliedsstaaten sind Deutschland (83,2 Millionen Einwohner), Frankreich (67,4 Millionen Einwohner) und Italien (59,3 Millionen Einwohner); die geringste Bevölkerungszahl haben Malta (520.000 Einwohner), Luxemburg (630.000 Einwohner) und Zypern (900.000 Einwohner). Auf die genannten größten drei Staaten entfallen bereits 47 Prozent der gesamten EU-Bevölkerung, während acht der 28 Mitglieder jeweils weniger als 1 Prozent der Einwohner ausmachen. Bezogen auf die Fläche herrscht die größte Bevölkerungsdichte in Malta (1.595 Einwohner pro Quadratkilometer), den Niederlanden (507 Einwohner pro Quadratkilometer) und Belgien (377 Einwohner pro Quadratkilometer); am niedrigsten ist sie in Finnland (18 Einwohner pro Quadratkilometer), Schweden (25 Einwohner pro Quadratkilometer) und Lettland (30 Einwohner pro Quadratkilometer; alle Werte Stand 2021). Deutschland liegt mit 235 Einwohnern pro Quadratkilometer EU-weit auf Rang fünf; der europäische Durchschnitt beträgt 109 Einwohner pro Quadratkilometer. Die größten Ballungsräume in der EU sind Paris (12,88 Millionen Einwohner), Madrid (6,88 Millionen Einwohner) und Berlin (5,34 Millionen Einwohner).

Insgesamt ist die Bevölkerungsentwicklung sowohl in der EU als auch in der Euro-Zone tendenziell leicht ansteigend: In der EU wuchs die Einwohnerzahl im Jahr 2021 um rund 0,13 Prozent und in der Euro-Zone um circa 0,2 Prozent. Unter den Mitgliedsstaaten verzeichneten Malta (4,12 Prozent), Luxemburg (1,96 Prozent) und Schweden (1,2 Prozent) das stärkste Bevölkerungswachstum, während Litauen (-1,4 Prozent), Kroatien (-0,9 Prozent) und Lettland (-0,8 Prozent) die höchsten Rückgänge hinnehmen mussten. In Deutschland wuchs die Bevölkerung um 0,3 Prozent. Die natürliche Bevölkerungsentwicklung, d.h. die Differenz von Geburten und Sterbefällen, ist dabei allerdings für den Großteil der 28 Mitgliedsländer negativ, darunter auch Deutschland. Auch für die EU und die Euro-Zone insgesamt ist die natürliche Bevölkerungsentwicklung negativ (EU: -2,5 Prozent; Euro-Zone: -2,2 Prozent). Der Hauptgrund hierfür sind niedrige Geburtenzahlen. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass bei einer Kinderzahl von 2,1 Kindern je Frau die natürliche Bevölkerungsentwicklung langfristig stagniert. Diese Fertilitätsrate erreichte 2021 kein einziges EU-Land; Frankreich (1,86 Kinder je Frau), Rumänien (1,77 Kinder je Frau) und Schweden (1,71 Kinder je Frau) erzielten hier noch die höchsten Werte. Am anderen Ende der Skala standen Malta (1,14 Kinder je Frau), Spanien (1,23 Kinder je Frau) und Italien (1,27 Kinder je Frau). Der Durchschnitt lag in der EU bei 1,53 und in der Euro-Zone bei 1,52 Kindern je Frau; Deutschland befindet sich mit 1,54 Kindern je Frau auf durchschnittlichem EU-Niveau.

Bevölkerungszuwächse gehen daher vor allem auf Wanderungsbewegungen zurück. Die höchsten Wanderungsgewinne verzeichneten im Jahr 2020 Luxemburg (10,7 Netto-Zuwanderer je 1.000 Einwohner), Slowenien (8,7 Netto-Zuwanderer je 1.000 Einwohner) und Litauen (7,2 Netto-Zuwanderer je 1.000 Einwohner). Auf der anderen Seite verließen insbesondere in Albanien (5,9 Netto-Abwanderer je 1.000 Einwohner), Lettland (1,7 Netto-Abwanderer je 1.000 Einwohner) und Montenegro (1,5 Netto-Abwanderer je 1.000 Einwohner) mehr Menschen das Land als hinzukamen. In manchen Ländern, vor allem in Ost- und Südeuropa, tragen sowohl niedrige Geburtenzahlen als auch Auswanderung zum Bevölkerungsrückgang bei. In absoluten Zahlen waren im Jahr 2019 Spanien (592.562 Einwanderer), Deutschland (398.906 Einwanderer) und Großbritannien (383.551 Einwanderer) die größten Einwanderungs- und auf der anderen Seite Frankreich (189.994) Auswanderer), Großbritannien (167.251 Auswanderer) sowie Deutschland (156.968 Auswanderer) die größten Auswanderungsländer. Den höchsten Ausländeranteil an der Bevölkerung hatten 2020 Luxemburg (47,29 Prozent) Österreich (15,71 Prozent) und Estland (15,02 Prozent); am niedrigsten war er in Rumänien (0,72 Prozent), Polen (0,94 Prozent) und Slowakei(1,42 Prozent). In Deutschland waren 12,49 Prozent der Einwohner ausländische Staatsbürger; der EU-Schnitt beträgt 8,09 Prozent.

In vielen EU-Ländern lässt sich ein demografischer Wandel hin zu einer perspektivisch niedrigeren und älteren Bevölkerung feststellen. Ein Aspekt dieser Veränderung sind die bereits erwähnten geringen Geburtenraten, ein anderer ist die steigende Lebenserwartung. Am längsten leben die Menschen in Irland (82,8 Jahre), Malta (82,6 Jahre) und Schweden (82,4 Jahre), am kürzesten in Bulgarien (73,6 Jahre), Rumänien (74,2 Jahre) und Litauen (75,1 Jahre). In Deutschland beträgt die Lebenserwartung 81,1 Jahre, was in etwa dem Durchschnitt der EU entspricht, wohingegen der Schnitt der Euro-Zone von 82,4 Jahren nicht erreicht wird. Generell leben Frauen einige Jahre länger als Männer. Das höchste Durchschnittsalter (Altersmedian) der Bevölkerung hatten im Jahr 2020 Italien (47,2 Jahre), Deutschland (45,9 Jahre) und Portugal (45,5 Jahre); am niedrigsten war es in Zypern (37,5 Jahre), Irland (38,1 Jahre) und Luxemburg (39,4 Jahre). Der EU-Durchschnitt lag bei 43,9 Jahren, jener der Euro-Zone bei 44,5 Jahren. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Betrachtung der gesamten Altersstruktur: So haben Irland (20,3 Prozent), Frankreich (17,9 Prozent) und Schweden (17,8 Prozent) den höchsten Anteil der jungen Bevölkerung von unter 15 Jahren; am geringsten ist er in Italien (13 Prozent), Malta (13,4 Prozent) und Portugal (13,6 Prozent). Nahezu spiegelbildlich stehen bei der Bevölkerung ab 65 Jahren Italien (23,2 Prozent), Finnland (22,3 Prozent) und Griechenland (22,3 Prozent) an der Spitze, während der Anteil der älteren Menschen in Irland (14,4 Prozent), Luxemburg (14,5 Prozent) und der Zypern(16,3 Prozent; alle Werte Stand 2020) vergleichsweise niedrig ausfällt.

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