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Daten & Fakten zu den Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China

Die deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen haben sich seit Jahren kontinuierlich gesteigert. China ist mittlerweile seit sechs Jahren der wichtigste Handelspartner für Deutschland. Im Zuge der wachsenden wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Deutschland und China wird eine einseitige Abhängigkeit oft als mögliches Sicherheitsproblem gesehen. Deutschland importierte im Jahr 2021 Waren im Wert rund 141,8 Milliarden Euro aus China, im Jahr 2009 waren es noch etwa 56,7 Milliarden Euro. Der Wert deutscher Exporte belief sich im Jahr 2021 auf rund 103,6 Milliarden Euro, ein Wert, der im Jahr 2009 noch bei etwa 37,3 Milliarden Euro lag. Damit verzeichnete Deutschland stets ein Handelsbilanzdefizit im Außenhandel mit China, das im Jahr 2021 auf dem höchsten Niveau von etwa 38,1 Milliarden Euro liegt.

Deutschland und China im Vergleich

Sowohl Deutschland als auch China gehören zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Im Jahr 2021 belief sich Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf rund 17,5 Billionen US-Dollar, das von Deutschland auf etwa 4,2 Billionen US-Dollar. Gemessen am BIP ist China die zweitgrößte und Deutschland die viertgrößte Volkswirtschaft im Jahr 2021. Jedoch ist das pro Kopf BIP in Deutschland deutlich höher: mit einem pro Kopf BIP von rund 50.795 US-Dollar im Jahr 2021 ist Deutschland auf Rang 17 weltweit. Chinas BIP pro Kopf belief sich im selben Jahr auf rund 12.359, hat sich in den letzten zehn Jahren aber mehr als verdoppelt. Auch wuchs Chinas Wirtschaft im letzten Jahrzehnt noch mit Werten zwischen fünf und zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr (mit Ausnahme vom Corona-Jahr 2020). Deutschlands BIP wuchs dagegen eher moderat an. Zwischen Deutschland und China herrscht ein Austausch an Menschen, der sich in den letzten Jahren durch einen positiven Wanderungssaldo aus deutscher Sicht kennzeichnete.

Zwei Exportnationen mit einem Exportüberschuss

Sowohl Deutschland als auch China sind global bedeutende Handelsnationen. Im Jahr 2021 war China mit großem Abstand die größte Exportnation weltweit, gefolgt von den USA und Deutschland. Sowohl Deutschland als auch China verzeichnen in ihrem Außenhandel kontinuierlich einen Handelsbilanzüberschuss, exportieren also mehr als sie importieren. China verzeichnet weltweit den größten Überschuss, rund 676 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021. Zum Vergleich: Deutschland kommt mit einem Handelsbilanzüberschuss von etwa 212,5 Milliarden US-Dollar auf Rang 2 weltweit. Im Außenhandel zwischen den beiden Exportnationen fährt Deutschland seit über einem Jahrzehnt ein Handelsbilanzdefizit, zuletzt rund 38,1 Milliarden Euro im Jahr 2021. Im Importbereich ist China hinter den USA die zweitgrößte Importnation, vor Deutschland auf Rang 3. Die großen Exportüberschüsse führen regelmäßig zu internationaler Kritik an China, aber auch Deutschland. Besonders die USA verzeichnen mit China ein großes Handelsbilanzdefizit, was einer der Hauptgründe für den Handelskrieg unter US-Präsident Donald Trump war.

Die Bedeutung des Handels zwischen Deutschland und China

China ist der wichtigste Handelspartner von Deutschland. Das Gesamtvolumen des Außenhandels zwischen den beiden Ländern betrug rund 245 Milliarden Euro im Jahr 2021. Der nächstgrößte Handelspartner für Deutschland ist die Niederlande mit etwa 206 Milliarden Euro Gesamthandelsvolumen, vor den USA mit rund 194 Milliarden Euro. Das entspricht aus deutscher Sicht einem Anteil Chinas am Außenhandel Deutschlands von rund 9,5 Prozent (Stand: 2020). Auch wenn die USA derzeit noch vor China der größte Zielmarkt für deutsche Exporte sind, ist die Gesamtbedeutung Chinas offensichtlich. Von der Perspektive Chinas sieht das Bild jedoch etwas anders aus. Im Exportbereich sind die USA mit einem Anteil an den Gesamtimporten von rund 17,5 Prozent (Stand: 2020) der bei weitem wichtigste Handelspartner vor Hongkong (10,5 Prozent) und Japan (5,5 Prozent). Für den Importbereich Chinas sind besonders die ostasiatischen Nationen Taiwan, Japan und Südkorea bedeutsam, die zusammen einen Anteil von über 26 Prozent der chinesischen Importe ausmachen. Für Chinas europäischen Handel ist Deutschland jedoch der wichtigste Partner Chinas.

Statistik: Anteil von China am Gesamtvolumen des Außenhandels (Exporte + Importe) von Deutschland von 1991 bis 2020 | Statista

Was wird exportiert und importiert?

Besonders bedeutend für Deutsche Exporte nach China ist die Automobilindustrie, die einen großen Teil deutscher Exporte nach China ausmacht. Die zwei wichtigsten Exportgüter Deutschlands für den Außenhandel mit China sind:
  • Personenkraftwagen (ohne Omnibusse): 16,66 Milliarden Euro.
  • Teile, Zubehör für Kraftfahrzeuge: 9,77 Milliarden Euro.
Weiterhin exportiert Deutschland elektrische Geräte, Instrumente zum Messen, Prüfen und Analysieren, Luftfahrzeuge und Ausrüstung sowie elektrische Maschinen und Apparate. Aus China importiert Deutschland Güter aus dem Elektronikbereich, wie Computer und Smartphones. Die zwei mit Abstand wichtigsten Importgüter aus China waren im Jahr 2021:
  • Automatische Datenverarbeitungsmaschinen (Computer etc.): 17,29 Milliarden Euro.
  • Geräte für die Nachrichtentechnik (Smartphones etc.): 15,46 Milliarden Euro.
Neben diesen Warengruppen importiert Deutschland beispielsweise andere elektrische Maschinen, Kathoden und Elektronikröhren oder Kinderwägen, Spielzeug, Spiele und Sportgeräte.

Chinas wachsende Investitionen in Deutschland

Der Kapitalbestand chinesischer Direktinvestitionen in Deutschland belief sich im Jahr 2021 auf rund 51,4 Milliarden US-Dollar. Während der Corona-Pandemie zwischen 2020 und 2021 sind Direktinvestitionen aus China stark zurückgegangen. Am meisten investiert wurde in den Jahren 2016 und 2018. Beide Jahre waren geprägt von hohen Einzelinvestitionen. Im Jahr 2016 investierten chinesische Anleger rund 6 Milliarden US-Dollar in das Robotik Unternehmen Kuka, was einem Anteil von rund 90 Prozent des Unternehmens entsprach. Im Jahr 2018 investierte der chinesische Autobauer Geely rund 9 Milliarden US-Dollar in den Automobilkonzern Daimler und halten seitdem einen Anteil von fast zehn Prozent am Konzern. Insgesamt fließen rund die Hälfte chinesischer Investitionen in Deutschland in den Transportsektor. Immobilien und Technologie sind die Branchen mit den höchsten Anteilen chinesischer Investitionen nach dem Transportsektor.
Auch der Wert deutscher Investitionen in China ist zwischen 2010 und 2018 stark angestiegen, von etwa 29 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf etwa 88,4 Milliarden Euro im Jahr 2018. Der Anteil deutscher Investitionen in China macht einen Anteil von rund 6,5 Prozent aller deutscher Direktinvestitionen im Ausland aus. Der Großteil deutscher Investitionen im Ausland fließt in andere EU-Länder und die USA. Aus deutscher Sicht sind deutsche Unternehmen in China noch zu großen Beschränkungen ausgesetzt, wie der Zwang zu Joint Venture und eingeschränkter Zugang zu bestimmten Wirtschaftssektoren. Seit Chinas Beitritt zur WTO im Jahr 2001 haben sich die Märkte im ostasiatischen Staat zwar teils geöffnet, aus deutscher und europäischer Sicht gibt es aber noch Aufholbedarf, wie im Bereich des Schutzes geistigen Eigentums.

Sind Direktinvestitionen ein Sicherheitsproblem?

Chinesische Direktinvestitionen im Ausland sind in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Vor allem in Ländern entlang der Seidenstraßeninitiative haben Direktinvestitionen zugenommen. Auf Europa fällt global gesehen ein kleinerer Anteil. Nicht erst Investitionen, wie die beim Robotik Unternehmen Kuka im Jahr 2016, haben in Deutschland die Debatte um Übernahmen von Unternehmen aus dem Ausland in einigen Fällen nationale Interessen oder Sicherheit gefährden können. In Europa wurde auch politisch auf die erhöhte Aktivität chinesischer Investoren reagiert. Auch im Zuge des Ausbaus der 5G-Netze kam wiederholt Diskussion um kritische Infrastruktur auf. Der chinesische ICT-Konzern Huawei bot sich für den Aufbau solcher Netze an. Dies wurde aufgrund der zentralen Bedeutung von 5G für die Industrie in Zukunft kritisch diskutiert. Auf deutsche Initiative hin schaffte die EU im Jahr 2019 eine gemeinsame Verordnung für einen Rahmen für ausländische Direktinvestitionen. Auch Deutschland verschärfte in den Jahren 2017 und 2018 die eigene Außenwirtschaftsverordnung. Bei Transaktionen, die mehr als zehn Prozent der Stimmrechte beinhalten kann der Staat demzufolge Investitionsprojekte untersuchen.

Die Seidenstraßen-Initiative als Möglichkeit für mehr Konnektivität?

Im Jahr 2013 gab China das Projekt "Neue Seidenstraße" bekannt. Die Seidenstraßen-Initiative (engl. Belt and Road Initiative, BRI) entlang eines See- und eines Landwegs Infrastruktur schaffen und Handelsnetze aufbauen soll. Auch in Deutschland ist das Projekt angekommen - der Hafen von Duisburg gilt als ein Ende der Seidenstraße und ist über das Schienennetz mit China verbunden. In der Zukunft könnten auch andere Häfen am Projekt teilnehmen. Laut einer Studie kann durch die chinesische Initiative auch das Außenhandelsvolumen Deutschlands mit Ländern entlang der Seidenstraße zunehmen. Neben den potenziellen Vorteilen der Infrastruktur-Initiative steht China oft in der Kritik intransparente Vergabeverfahren zu verfolgen. Darüber hinaus kommen Kredite Chinas mit weniger Bedingungen als die der EU beispielsweise. In der Vergangenheit wurden bereits Projekte aufgrund finanzieller Sorgen der Partnerländer abgesagt. Auch wird China kritisiert Länder gezielt in eine Schuldenfalle zu lenken. Auch innerhalb Europas kam es zu Streitigkeiten bei der Vergabe von Projekten in Osteuropa beispielsweise, da China versuchte, ohne die EU-Institutionen einzubeziehen, Projekte zu planen. Auch Übernahmen wie vom Hafen Piräus in Griechenland lösten Bedenken aus. Die Zusammenarbeit deutscher Unternehmen mit Projekten der Seidenstraßen-Initiative ist derzeit noch gering. Nur etwa 13,6 Prozent der in China tätigen Unternehmen in einer Studie nahmen im Jahr 2018 in irgendeiner Weise an der Initiative teil. Etwa drei Viertel der nicht-teilnehmenden Unternehmen gaben an, dass die Initiative keinerlei Relevanz für das eigene Unternehmen habe.

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