Statistiken zum Arbeitsmarkt in der Europäischen Union und der Euro-Zone

Die Lage des europäischen Arbeitsmarkts hat insbesondere im Zuge der Finanz- und Eurokrise ab 2008/2009 an öffentlicher Aufmerksamkeit gewonnen. Dabei handelt es sich keineswegs um einen einheitlichen Raum; vielmehr sind in allen Belangen große Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten festzustellen.


Von 2008 bis 2013 ist die Arbeitslosenzahl in Europa insgesamt stetig gestiegen; in der EU von rund 16,8 Millionen auf 26,3 Millionen und in der Euro-Zone von circa 12 Millionen auf 19,2 Millionen. Seither erholt sich der europäische Arbeitsmarkt und die Zahl der Arbeitslosen sinkt; 2016 waren in der EU noch rund 20,9 Millionen Menschen ohne Arbeit und in der Euro-Zone circa 16,2 Millionen. Die Arbeitslosenquote stieg im Zeitraum 2008 bis 2013 von 7 Prozent auf 10,9 Prozent in der EU und von 7,6 Prozent auf 12 Prozent in der Euro-Zone. 2016 betrug die Arbeitslosenquote in der EU noch 8,5 Prozent, in der Euro-Zone waren es 10 Prozent. Auf einzelne EU-Mitgliedsstaaten bezogen sind die Quoten in Griechenland, Spanien und Italien am höchsten; eine niedrige Arbeitslosigkeit herrscht hingegen in Tschechien, Malta und Deutschland (Stand: April bis Juni 2017).

Ebenso wie die allgemeine Arbeitslosigkeit stieg auch die Anzahl der arbeitslosen Jugendlichen: Waren 2008 in der EU noch rund 4,2 Millionen junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren ohne Arbeit, so suchten 2013 bereits 5,6 Millionen einen Job. In der Euro-Zone stieg ihre Zahl von 2,7 Millionen auf 3,6 Millionen. Seit 2014 gehen die Zahlen wieder zurück: In der EU waren 2016 rund 4,25 Millionen Jugendliche arbeitslos, in der Euro-Zone waren es rund 3 Millionen Jugendliche. Die Entwicklung der Jugendarbeitslosenquote verlief entsprechend: In der EU stieg sie zwischen 2008 und 2013 von 15,9 Prozent auf 23,7 Prozent; in der Euro-Zone von 16,1 Prozent auf 24,4 Prozent. Damit war nahezu jeder vierte junge Mensch in der EU, der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, ohne Beschäftigung. Zwar hat sich die Jugendarbeitslosenquote seither deutlich verringert, sie lag 2016 in der EU bei 18,7 Prozent und in der Euro-Zone bei 21 Prozent, dennoch sind die Quoten noch weit über dem Vorkrisenniveau. Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den EU-Ländern: Während in Spanien, Italien und Griechenland mit Quoten von teilweise mehr als 40 Prozent schon von einer "verlorenen Generation" gesprochen wird, ist Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland, Tschechien oder den Niederlanden kein weit verbreitetes Phänomen.

Insgesamt gab es in der EU im Jahr 2016 rund 218,3 Millionen Erwerbstätige; in der Euro-Zone waren es circa 142,45 Millionen. Ihre Zahl ist vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitslosigkeit nach 2008 unter dem Strich deutlich gesunken und steigt seit 2014 wieder an. Unterschiede zeigen sich in der Erwerbstätigenquote. Innerhalb der EU hat die Erwerbstätigenquote 2016 mit 66,6 Prozent der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren das Vorkrisenniveau (2008: 65,7 Prozent) übertroffen, in der Euro-Zone liegt die Quote mit 65,5 Prozent weiterhin leicht hinter der Quote von 2008 mit 65,8 Prozent, zurück. Unter den EU-Staaten ist die Erwerbstätigkeit in Griechenland, Kroatien und Italien am geringsten; am höchsten ist sie hingegen in Schweden, den Niederlanden und Deutschland. Betrachtet man die Verteilung der Erwerbstätigen auf die Wirtschaftssektoren, so lässt sich in der EU insgesamt ein deutlicher Trend zur Beschäftigung im Dienstleistungssektor konstatieren: Sein Anteil an allen Erwerbstätigen stieg von rund 66 Prozent im Jahr 2005 auf rund 70,9 Prozent in 2015. Die Anteile der in der Industrie und in der Landwirtschaft beschäftigten Erwerbstätigen sanken dementsprechend: Von 27,5 Prozent auf 24 Prozent (Industrie) bzw. von 6,2 Prozent auf 4,5 Prozent (Landwirtschaft). Auch hier stellt sich die Situation in den einzelnen EU-Mitgliedern recht unterschiedlich dar. So ist in Rumänien, Polen und Griechenland der Anteil der Agrarwirtschaft noch besonders hoch; in Tschechien, der Slowakei und Slowenien ist die Industrie ein sehr wichtiger Bereich; und der Dienstleistungssektor schließlich hat in Luxemburg, Großbritannien und Schweden die höchste Bedeutung für den Arbeitsmarkt.

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Arbeitsmarkt in EU und Euro-Zone - Wichtige Statistiken

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