Lebensmittelpreise - Daten & Fakten

Ursachen für Preisentwicklungen
Die Zusammensetzung der Verbraucherpreise hängt von vielen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor sind zunächst die Kosten, die bei der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln entstehen, z.B. in einem landwirtschaftlichen Betrieb oder in der Ernährungsindustrie. Hier kommt der sogenannte Erzeugerpreis ins Spiel. Dieser misst die vorherrschenden Verkaufspreise etwa in der Landwirtschaft oder im Verarbeitenden Gewerbe. Hier wirken sich etwa Witterungsbedingungen (z.B. Trockenheit, Hitze, Frost), Transportkosten oder das erforderliche Lohnniveau der Arbeitskräfte (z.B. Mindestlohn) auf das Erzeugerpreisniveau aus. Doch auch die Konkurrenzsituation im Handel und die Preisbildungsmacht von Einzelhandelsketten sowie des Großhandels haben einen Einfluss auf die Verbraucherpreise.Daneben sind auch politische Faktoren bei der Preiszusammensetzung von Bedeutung. Dazu zählen u.a. die Besteuerung von Produkten (z.B. ermäßigter Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel) oder handelspolitische Instrumente (z.B. hohe Zölle, Importquoten). Daneben gewinnen auch Umwelt-, Tierschutz- und Lebensmittelstandards zunehmend an Relevanz. Entsprechende Gesetze können sich dann etwa auf die Erzeugungskosten von Lebensmitteln auswirken. Beispielsweise ist Milch aus ökologischer Erzeugung durchschnittlich ein paar Cent teurer als konventionelle Milch. Zu guter Letzt bestimmt auch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, wie teuer die Verbraucherpreise sind. Eine hohe Nachfrage nach einem Produkt bei einem geringen Angebot etwa trägt zumeist zu einer Verteuerung des jeweiligen Produkts bei.
Preisentwicklungen in ausgewählten Produktkategorien
- Olivenöl: Gerade in den Jahren 2023 und 2024 sind auch die Verbraucherpreise von Olivenöl stark gestiegen. Während in vielen Lebensmittelgruppen im Jahr 2024 die Preise nur noch langsam steigen oder gar rückläufig sind, sticht die Teuerungsrate von Olivenöl heraus. Einer der Gründe für die hohen Preise von Olivenöl ist, dass extreme Wetterbedingungen wie Hitze die Olivenernten in den führenden Produktionsländern erheblich beeinträchtigt haben. Dies führt zu einer geringeren Verfügbarkeit und damit zu höheren Preisen. Zusätzlich steigen die Produktionskosten, etwa durch eine verstärkte Pflege der Olivenbäume, was sich ebenfalls auf den Endpreis auswirkt.
- Äpfel: Auch historische Krisen, wie etwa die Corona-Krise, können die Lebensmittelpreise beeinflussen. Beispielsweise verzeichneten Äpfel im Jahr 2020 einen Preisanstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben der Witterung waren die Corona-Auflagen eine große Herausforderung für die Apfelbauern im Corona-Jahr. So fielen für die Unterbringung der Erntehelfer sowie weiterer Hygieneauflagen zumeist zusätzliche Kosten an.
- Butter: Bereits der Russland-Ukraine-Krieg hatte im Jahr 2022 zu Verbraucherpreisspitzen bei Butter geführt - aufgrund gestiegener Preise für Energie, Gas und Futtermittel. Nach einem Preisrückgang zogen die Butterpreise seit Herbst 2023 allmählich wieder an. Gründe hierfür sind u.a. ein geringerer Fettanteil von Milch sowie die rückläufige Anzahl der Milchkühe
- Fisch: Seit den 1990er Jahren haben gerade die Verbraucherpreise für Fischwaren stark angezogen. So waren die Verbraucherpreise für Fischprodukte im Jahr 1992 rund 49,2 Prozent niedriger als im Jahr 2020. Eine wichtige Ursache für diese Entwicklung ist hierbei die Verknappung des Fischangebots in den Meeren durch Überfischung.