Corporate-Lösungen testen?
+49 (40) 284841-968
kundenservice@statista.com

Statistiken zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft

Auf dieser Seite sind Informationen und Statistiken zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft zusammengestellt. Für detaillierte Informationen zu den aktuellen Fallzahlen und Todesopfern, zur Chronologie des Ausbruchs und der internationalen Verbreitung besuchen Sie bitte unsere Themenseite zum Coronavirus.

Shutdown der Wirtschaft, Lockerung der Maßnahmen, erneuter Lockdown

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland einzudämmen, wurden im März 2020 weitreichende Einschränkungen der wirtschaftlichen Tätigkeiten beschlossen und angeordnet. Dieser wirtschaftliche Shutdown aufgrund der Corona-Krise betraf große Teile der Unternehmen und Selbstständigen in Deutschland. Viele Unternehmen, darunter auch etliche kleinere Mittelstandsunternehmen, mussten ihre Geschäftstätigkeit wegen des Coronavirus ganz oder teilweise einstellen. Die großen Autobauer hatten ihre Produktion teilweise ganz eingestellt, was natürlich die gesamte Automobilzulieferer-Branche stark belastete. Einzelhandelsgeschäfte blieben vielerorts geschlossen, wenn sie nicht der Grundversorgung dienen. In einigen Bundesländern wurden zudem alle Bars, Clubs und Restaurants auf Anordnung geschlossen. Auch größere Veranstaltungen wie Messen oder Konzerte wurden untersagt, in sämtlichen Sportarten ruhte der Ligenbetrieb. Die Unternehmen waren grundsätzlich angehalten, sofern möglich, ihre Mitarbeiter in Heimarbeit zu schicken. In allen Bundesländern wurden zunächst alle Schulen, Universitäten, Kindertagesstätten, Museen, Kinos, Schwimmbäder und ähnliche Einrichtungen geschlossen.

Im April kam es zu ersten Lockerungen dieser strikten Beschränkungen, wobei es durchaus Unterschiede in der konkreten Ausgestaltung in den einzelnen Bundesländern gab. Geschäfte bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern Fläche durften wieder öffnen, genauso wie andere Geschäfte wie z.B. Buchhandlungen, Auto- und Fahrradhändler. Allerdings galten für die Geschäfte strenge Hygieneauflagen, um Mitarbeiter und Kunden zu schützen. Grundsätzlich waren die Unternehmen weiterhin aufgefordert, ihre Mitarbeiter so weit wie möglich ins Homeoffice zu schicken. Schulen hatten ab Anfang Mai wieder für Teile der Schüler geöffnet, auch Kitas wurden zu einem späteren Zeitpunkt wieder geöffnet.
Im November wurde aufgrund stark gestiegener Infektionszahlen erneut ein Lockdown beschlossen, welcher zu Beginn des Jahres 2021 noch verlängert und sogar weiter verschärft wurde.

Einbruch der Wirtschaftsleistung Deutschlands

Statistik: Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland gegenüber dem Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt) vom 4. Quartal 2016 bis zum 4. Quartal 2020 | Statista Der Shutdown belastet die deutsche Wirtschaft sehr schwer. Experten gehen mittlerweile von der größten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus. Im 2. Quartal 2020 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 9,7 Prozent gesunken. Das war laut Statistischem Bundesamt der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnung seit dem Jahr 1970. Im 4. Quartal 2020 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal wie schon im 3. Quartal wieder gestiegen. Im gesamten Jahr 2020 ging die Wirtschaftsleistung Deutschlands gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent zurück. Eine ganz ähnliche Entwicklung hatte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (auch Wirtschaftsweise genannt) prognostiziert. Im folgenden Jahr 2021 könnten Aufholeffekte und ein statistischer Überhang das BIP wieder um 3,1 Prozent wachsen lassen. Das ifo-Institut rechnet in einer im März veröffentlichten Prognose mit einer leicht besseren Entwicklung, die Forscher gehen von einem Wachstum der Wirtschaftsleitung in 2021 von 3,7 Prozent aus.

Produktion, Aufträge und Außenhandel

Die Produktion im Produzierende Gewerbe ist im April 2020 gegenüber dem Vormonat um 17,3 eingebrochen, schon im März ging die Produktion um 8,9 Prozent zurück. Dies war laut Statistischem Bundesamt der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991. In den nachfolgenden Monaten erholte sich die Produktion wieder, bevor sie in den ersten beiden Monaten des Jahres 2021 wieder zurückging. Auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe waren im Vergleich zum Vormonat im April 2020 mit 27,9 Prozent sehr stark zurückgegangen (März -14,5 Prozent). In den folgenden Monaten wuchs das Volumen der Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes gegenüber dem Vormonat dann wieder an. Im Dezember 2020 war ein weitere Rückgang der Auftragseingänge zu verzeichnen. Ähnliche Rekordwerte gibt es auch beim Außenhandel: im April 2020 nahm der Wert der Exporte saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat um 23,7 Prozent ab (das war laut Statistischem Bundesamt der größte Rückgang gegenüber des Vormonats seit dem Jahr 1990), bevor der Wert anschließend wieder anstieg. Gegenüber dem Vorjahresmonat gingen die Exporte im April sogar um 31,1 Prozent zurück, dies war der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950. In den Monaten bis Februar 2021 war mit einer Ausnahme (Dezember) stets ein Rückgang der Exporte im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat zu verzeichnen.

Konjunkturindikatoren für Deutschland

Natürlich sind die Auswirkungen der Corona-Krise und des Shutdowns anhand wichtiger Konjunkturindikatoren deutlich erkennbar. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im April 2020 auf einen historischen Tiefstand gefallen. Noch nie zuvor gab es einen größeren Rückgang im Vergleich zum Vormonat. In den folgenden Monaten ist der Index allerdings wieder angestiegen. Im März 2021 stieg der Index auf den höchsten Wert seit Juni 2019; dies zeigt, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft in den letzten Monaten deutlich verbessert hat, d.h. die Unternehmen wieder zufriedener mit der aktuellen Lage sind sowie optimistischer in die nähere Zukunft schauen. Der ZEW-Index zur Konjunkturerwartung ist in den Monaten ab April wieder deutlich angestiegen, nachdem dieser im März den größten Rückgang seit Beginn der Erhebung verzeichnen musste. Der Einkaufsmanagerindex (EMI) der Industrie in Deutschland, der auf einer Befragung von 400 Industrieunternehmen in Deutschland basiert und sich aus den Indikatoren Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbestand zusammensetzt, brach im April ebenfalls ein, bevor dieser sich wieder erholte. Im März 2021 stieg der EMI sogar auf ein Allzeithoch. Auch der Einkaufsmanagerindex (EMI) der Dienstleistungsbranche in Deutschland erholte sich zuletzt und stieg im März 2021 erstmals seit einem halben Jahr wieder ins Plus (d.h. auf einen Wert von über 50). Im April 2020 zeigte dieser Index laut Quelle noch historische Einbußen bei Geschäftstätigkeit, Auftragseingang und Beschäftigung. Auch die Geschäftsaussichten waren auf ein Rekordtief abgestürzt. Statistik: GfK-Konsumklima-Index von Juli 2019 bis Juli 2020 und Prognose für August 2020 | Statista Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer im Bereich Geschäftsklima zeigt hingegen die noch immer schlechte Stimmung im Mittelstand: Im März 2021 verzeichnete dieser Indikator einen Wert von -1,6 Saldenpunkten. Die Corona-Krise hat zudem noch immer massive Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung: der GfK-Konsumklima-Index, der die Konsumneigung der Privathaushalte misst, ist im Mai 2020 auf ein Rekord-Tief gefallen. Zwar hat sich der Index bis August wieder erholt, in den Monaten danach verschlechterte sich die Stimmung der Verbraucher allerdings wieder deutlich. Im April 2021 zeigte der Index eine eher schlechte Konsumstimmung.

Kurzarbeit und Arbeitsmarkt in Deutschland

Während der Corona-Krise waren im April 2020 laut der Bundesagentur für Arbeit rund sechs Millionen Personen in Kurzarbeit. Damit wurde der bisherige Rekordmonat Mai 2009, als 1,44 Millionen Menschen in Kurzarbeit waren, deutlich übertroffen. Im März 2021 gab es laut ifo-Institut die meisten Kurzarbeiter im Handel und im KFZ-Bereich mit ca. 718.000 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg bis August 2020 auf 6,4 Prozent, im März zuvor hatte sie noch bei 5,1 Prozent gelegen. Ein Jahr später, im März 2021, betrug die Quote 6,2 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen liegt seit Beginn der Corona-Krise stets über der des jeweiligen Vorjahresmonats, zeitweise stieg die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Menschen sogar um über 637.000 an. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften stark zurück gegangen, so sank der Bestand an gemeldeten offenen Arbeitsstellen im März 2021 im Vergleich zum vorherigen März um fast 82.000. Dies bedeutet, dass es im Vorjahresvergleich im März 2021 11,9 Prozent weniger offene Arbeitsstellen gab. Das ifo-Beschäftigungsbarometer lag im März 2021 allerdings wieder auf einem höheren Niveau als zu Beginn der Krise, obwohl dieser im April 2020 auf einen Wert von 86,8 Punkten abgestürzt ist. Laut ifo-Institut war der April-Wert der niedrigste jemals ermittelte Wert, zudem gab es auch noch nie einen so starken Rückgang des Barometers.

Konjunkturpaket, Hilfspaket und Neuverschuldung

Welche Auswirkungen diese drastischen Maßnahmen auf die betroffenen Unternehmen und Branchen mittel- und langfristig haben werden, ist noch kaum abzusehen. Klar ist, dass es zu massiven finanziellen Schäden und zu Entlassungen von Beschäftigten kommen wird.
Um der Corona-Krise zu begegnen, hat sich der Koalitionsausschuss am 03. Juni 2020 auf ein Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Krise geeinigt. Das Konjunkturpaket soll mit verschiedenen Maßnahmen die Konsequenzen der Corona-Krise abfedern. Das Paket hat laut Bundesregierung ein Gesamtvolumen in Höhe von rund 130 Milliarden Euro.
Statistik: Ausgewählte Bestandteile des Konjunkturpakets der Bundesregierung zur Bewältigung der Corona-Krise vom 3. Juni 2020 (Finanzbedarf für die Jahre 2020 und 2021 in Milliarden Euro) | Statista Das Paket soll neben dem erhofften wirtschaftlichen Anschub auch Aspekte sozialer Gerechtigkeit sowie ökologischer Nachhaltigkeit berücksichtigen. So sind beispielsweise rund 40 Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen und Investitionen in Klimatechnologien vorgesehen. Rund 9 Milliarden Euro des Konjunkturpakets sind dafür gedacht, junge Menschen und Familien zu unterstützen.
Bereits am 25. März hat der Bundestag als Hilfspaket einen sehr umfangreichen Nachtragshaushalt beschlossen. Auch die Opposition stimmte fast geschlossen für das Haushaltsgesetz, das eine Neuverschuldung in Höhe von 156 Milliarden Euro sowie Garantien in Höhe von 600 Milliarden vorsieht (nur die AfD-Fraktion hat sich bei der Abstimmung enthalten). Einschließlich aller Bürgschaften und vergünstigter KfW-Kredite hatten alle im März beschlossenen Hilfsmaßnahmen zusammen ein Volumen von rund 1,2 Billionen Euro. Um das Vorhaben zu realisieren, musste sogar die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden. Von den so zur Verfügung stehenden Mitteln sollen direkte Zuschüsse und auch Darlehen vergeben werden, so z. B. über die Förderbank KfW (siehe die Anzahl der Kreditanträge von Unternehmen im Rahmen der KfW-Corona-Hilfe und das Volumen dieser Kredite). Auch Steuerstundungen gehören zu den Maßnahmen, die den betroffenen Unternehmen und Freiberuflern helfen sollen. Hinzu kommen Rettungsschirme einzelner Bundesländer.


Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Wirtschaftsleistung in Deutschland

Konjunkturindikatoren Deutschland

Arbeitsmarkt in Deutschland

Umfragen unter Unternehmen

Interessante Statistiken

In den folgenden 8 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten {amountStatistics} Statistiken aus dem Thema "Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft".

Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19) auf die Wirtschaft

Dossier zum Thema

Alle wichtigen Statistiken redaktionell aufbereitet - direkt downloadbar als PPT & PDF!
TOP SELLER

Statistiken zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft

Auf dieser Seite sind Informationen und Statistiken zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft zusammengestellt. Für detaillierte Informationen zu den aktuellen Fallzahlen und Todesopfern, zur Chronologie des Ausbruchs und der internationalen Verbreitung besuchen Sie bitte unsere Themenseite zum Coronavirus.

Shutdown der Wirtschaft, Lockerung der Maßnahmen, erneuter Lockdown

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland einzudämmen, wurden im März 2020 weitreichende Einschränkungen der wirtschaftlichen Tätigkeiten beschlossen und angeordnet. Dieser wirtschaftliche Shutdown aufgrund der Corona-Krise betraf große Teile der Unternehmen und Selbstständigen in Deutschland. Viele Unternehmen, darunter auch etliche kleinere Mittelstandsunternehmen, mussten ihre Geschäftstätigkeit wegen des Coronavirus ganz oder teilweise einstellen. Die großen Autobauer hatten ihre Produktion teilweise ganz eingestellt, was natürlich die gesamte Automobilzulieferer-Branche stark belastete. Einzelhandelsgeschäfte blieben vielerorts geschlossen, wenn sie nicht der Grundversorgung dienen. In einigen Bundesländern wurden zudem alle Bars, Clubs und Restaurants auf Anordnung geschlossen. Auch größere Veranstaltungen wie Messen oder Konzerte wurden untersagt, in sämtlichen Sportarten ruhte der Ligenbetrieb. Die Unternehmen waren grundsätzlich angehalten, sofern möglich, ihre Mitarbeiter in Heimarbeit zu schicken. In allen Bundesländern wurden zunächst alle Schulen, Universitäten, Kindertagesstätten, Museen, Kinos, Schwimmbäder und ähnliche Einrichtungen geschlossen.

Im April kam es zu ersten Lockerungen dieser strikten Beschränkungen, wobei es durchaus Unterschiede in der konkreten Ausgestaltung in den einzelnen Bundesländern gab. Geschäfte bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern Fläche durften wieder öffnen, genauso wie andere Geschäfte wie z.B. Buchhandlungen, Auto- und Fahrradhändler. Allerdings galten für die Geschäfte strenge Hygieneauflagen, um Mitarbeiter und Kunden zu schützen. Grundsätzlich waren die Unternehmen weiterhin aufgefordert, ihre Mitarbeiter so weit wie möglich ins Homeoffice zu schicken. Schulen hatten ab Anfang Mai wieder für Teile der Schüler geöffnet, auch Kitas wurden zu einem späteren Zeitpunkt wieder geöffnet.
Im November wurde aufgrund stark gestiegener Infektionszahlen erneut ein Lockdown beschlossen, welcher zu Beginn des Jahres 2021 noch verlängert und sogar weiter verschärft wurde.

Einbruch der Wirtschaftsleistung Deutschlands

Statistik: Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland gegenüber dem Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt) vom 4. Quartal 2016 bis zum 4. Quartal 2020 | Statista Der Shutdown belastet die deutsche Wirtschaft sehr schwer. Experten gehen mittlerweile von der größten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus. Im 2. Quartal 2020 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 9,7 Prozent gesunken. Das war laut Statistischem Bundesamt der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnung seit dem Jahr 1970. Im 4. Quartal 2020 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal wie schon im 3. Quartal wieder gestiegen. Im gesamten Jahr 2020 ging die Wirtschaftsleistung Deutschlands gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent zurück. Eine ganz ähnliche Entwicklung hatte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (auch Wirtschaftsweise genannt) prognostiziert. Im folgenden Jahr 2021 könnten Aufholeffekte und ein statistischer Überhang das BIP wieder um 3,1 Prozent wachsen lassen. Das ifo-Institut rechnet in einer im März veröffentlichten Prognose mit einer leicht besseren Entwicklung, die Forscher gehen von einem Wachstum der Wirtschaftsleitung in 2021 von 3,7 Prozent aus.

Produktion, Aufträge und Außenhandel

Die Produktion im Produzierende Gewerbe ist im April 2020 gegenüber dem Vormonat um 17,3 eingebrochen, schon im März ging die Produktion um 8,9 Prozent zurück. Dies war laut Statistischem Bundesamt der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991. In den nachfolgenden Monaten erholte sich die Produktion wieder, bevor sie in den ersten beiden Monaten des Jahres 2021 wieder zurückging. Auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe waren im Vergleich zum Vormonat im April 2020 mit 27,9 Prozent sehr stark zurückgegangen (März -14,5 Prozent). In den folgenden Monaten wuchs das Volumen der Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes gegenüber dem Vormonat dann wieder an. Im Dezember 2020 war ein weitere Rückgang der Auftragseingänge zu verzeichnen. Ähnliche Rekordwerte gibt es auch beim Außenhandel: im April 2020 nahm der Wert der Exporte saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vormonat um 23,7 Prozent ab (das war laut Statistischem Bundesamt der größte Rückgang gegenüber des Vormonats seit dem Jahr 1990), bevor der Wert anschließend wieder anstieg. Gegenüber dem Vorjahresmonat gingen die Exporte im April sogar um 31,1 Prozent zurück, dies war der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950. In den Monaten bis Februar 2021 war mit einer Ausnahme (Dezember) stets ein Rückgang der Exporte im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat zu verzeichnen.

Konjunkturindikatoren für Deutschland

Natürlich sind die Auswirkungen der Corona-Krise und des Shutdowns anhand wichtiger Konjunkturindikatoren deutlich erkennbar. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im April 2020 auf einen historischen Tiefstand gefallen. Noch nie zuvor gab es einen größeren Rückgang im Vergleich zum Vormonat. In den folgenden Monaten ist der Index allerdings wieder angestiegen. Im März 2021 stieg der Index auf den höchsten Wert seit Juni 2019; dies zeigt, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft in den letzten Monaten deutlich verbessert hat, d.h. die Unternehmen wieder zufriedener mit der aktuellen Lage sind sowie optimistischer in die nähere Zukunft schauen. Der ZEW-Index zur Konjunkturerwartung ist in den Monaten ab April wieder deutlich angestiegen, nachdem dieser im März den größten Rückgang seit Beginn der Erhebung verzeichnen musste. Der Einkaufsmanagerindex (EMI) der Industrie in Deutschland, der auf einer Befragung von 400 Industrieunternehmen in Deutschland basiert und sich aus den Indikatoren Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Lieferzeiten und Lagerbestand zusammensetzt, brach im April ebenfalls ein, bevor dieser sich wieder erholte. Im März 2021 stieg der EMI sogar auf ein Allzeithoch. Auch der Einkaufsmanagerindex (EMI) der Dienstleistungsbranche in Deutschland erholte sich zuletzt und stieg im März 2021 erstmals seit einem halben Jahr wieder ins Plus (d.h. auf einen Wert von über 50). Im April 2020 zeigte dieser Index laut Quelle noch historische Einbußen bei Geschäftstätigkeit, Auftragseingang und Beschäftigung. Auch die Geschäftsaussichten waren auf ein Rekordtief abgestürzt. Statistik: GfK-Konsumklima-Index von Juli 2019 bis Juli 2020 und Prognose für August 2020 | Statista Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer im Bereich Geschäftsklima zeigt hingegen die noch immer schlechte Stimmung im Mittelstand: Im März 2021 verzeichnete dieser Indikator einen Wert von -1,6 Saldenpunkten. Die Corona-Krise hat zudem noch immer massive Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung: der GfK-Konsumklima-Index, der die Konsumneigung der Privathaushalte misst, ist im Mai 2020 auf ein Rekord-Tief gefallen. Zwar hat sich der Index bis August wieder erholt, in den Monaten danach verschlechterte sich die Stimmung der Verbraucher allerdings wieder deutlich. Im April 2021 zeigte der Index eine eher schlechte Konsumstimmung.

Kurzarbeit und Arbeitsmarkt in Deutschland

Während der Corona-Krise waren im April 2020 laut der Bundesagentur für Arbeit rund sechs Millionen Personen in Kurzarbeit. Damit wurde der bisherige Rekordmonat Mai 2009, als 1,44 Millionen Menschen in Kurzarbeit waren, deutlich übertroffen. Im März 2021 gab es laut ifo-Institut die meisten Kurzarbeiter im Handel und im KFZ-Bereich mit ca. 718.000 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg bis August 2020 auf 6,4 Prozent, im März zuvor hatte sie noch bei 5,1 Prozent gelegen. Ein Jahr später, im März 2021, betrug die Quote 6,2 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen liegt seit Beginn der Corona-Krise stets über der des jeweiligen Vorjahresmonats, zeitweise stieg die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Menschen sogar um über 637.000 an. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften stark zurück gegangen, so sank der Bestand an gemeldeten offenen Arbeitsstellen im März 2021 im Vergleich zum vorherigen März um fast 82.000. Dies bedeutet, dass es im Vorjahresvergleich im März 2021 11,9 Prozent weniger offene Arbeitsstellen gab. Das ifo-Beschäftigungsbarometer lag im März 2021 allerdings wieder auf einem höheren Niveau als zu Beginn der Krise, obwohl dieser im April 2020 auf einen Wert von 86,8 Punkten abgestürzt ist. Laut ifo-Institut war der April-Wert der niedrigste jemals ermittelte Wert, zudem gab es auch noch nie einen so starken Rückgang des Barometers.

Konjunkturpaket, Hilfspaket und Neuverschuldung

Welche Auswirkungen diese drastischen Maßnahmen auf die betroffenen Unternehmen und Branchen mittel- und langfristig haben werden, ist noch kaum abzusehen. Klar ist, dass es zu massiven finanziellen Schäden und zu Entlassungen von Beschäftigten kommen wird.
Um der Corona-Krise zu begegnen, hat sich der Koalitionsausschuss am 03. Juni 2020 auf ein Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Krise geeinigt. Das Konjunkturpaket soll mit verschiedenen Maßnahmen die Konsequenzen der Corona-Krise abfedern. Das Paket hat laut Bundesregierung ein Gesamtvolumen in Höhe von rund 130 Milliarden Euro.
Statistik: Ausgewählte Bestandteile des Konjunkturpakets der Bundesregierung zur Bewältigung der Corona-Krise vom 3. Juni 2020 (Finanzbedarf für die Jahre 2020 und 2021 in Milliarden Euro) | Statista Das Paket soll neben dem erhofften wirtschaftlichen Anschub auch Aspekte sozialer Gerechtigkeit sowie ökologischer Nachhaltigkeit berücksichtigen. So sind beispielsweise rund 40 Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen und Investitionen in Klimatechnologien vorgesehen. Rund 9 Milliarden Euro des Konjunkturpakets sind dafür gedacht, junge Menschen und Familien zu unterstützen.
Bereits am 25. März hat der Bundestag als Hilfspaket einen sehr umfangreichen Nachtragshaushalt beschlossen. Auch die Opposition stimmte fast geschlossen für das Haushaltsgesetz, das eine Neuverschuldung in Höhe von 156 Milliarden Euro sowie Garantien in Höhe von 600 Milliarden vorsieht (nur die AfD-Fraktion hat sich bei der Abstimmung enthalten). Einschließlich aller Bürgschaften und vergünstigter KfW-Kredite hatten alle im März beschlossenen Hilfsmaßnahmen zusammen ein Volumen von rund 1,2 Billionen Euro. Um das Vorhaben zu realisieren, musste sogar die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden. Von den so zur Verfügung stehenden Mitteln sollen direkte Zuschüsse und auch Darlehen vergeben werden, so z. B. über die Förderbank KfW (siehe die Anzahl der Kreditanträge von Unternehmen im Rahmen der KfW-Corona-Hilfe und das Volumen dieser Kredite). Auch Steuerstundungen gehören zu den Maßnahmen, die den betroffenen Unternehmen und Freiberuflern helfen sollen. Hinzu kommen Rettungsschirme einzelner Bundesländer.


Kontakt

Sie haben noch Fragen? Wir helfen gerne.
Statista Locations
Kontakt Jens Weitemeyer
Jens Weitemeyer
Customer Relations

Mo - Fr, 9:30 - 17:00 Uhr (CET)

Kontakt Hadley Ward
Hadley Ward
Sales Manager– Kontakt (Vereinigte Staaten)

Mo - Fr, 9:00 - 18:00 Uhr (EST)

Kontakt Ziyan Zhang
Ziyan Zhang
Customer Relations– Kontakt (Asien)

Mo - Fr, 11:30 - 22:00 Uhr (IST)

Kontakt Kisara Mizuno
Kisara Mizuno
Customer Success Manager– Kontakt (Asien)

Mon - Fri, 9:30am - 5:30pm (JST)

Kontakt Lodovica Biagi
Lodovica Biagi
Director of Operations– Kontakt (Europa)

Mo - Fr, 9:30 - 17:00 Uhr (GMT)

Kontakt Catalina Rodriguez
Catalina Rodriguez
Key Account Manager - LAC– Kontakt (Lateinamerika)

Mo - Fr, 9:00 - 18:00 Uhr (EST)