Statistiken zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft

Auf dieser Seite sind Informationen und Statistiken zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft zusammengestellt. Es ist zu beachten, dass aufgrund des relativ frühen Zeitpunktes und der Schwierigkeit, die weitere Entwicklung vorauszusagen, noch keine umfangreichen Daten zu den Auswirkungen auf die Wirtschaft in Deutschland oder weltweit vorliegen. Für detaillierte Informationen zu den aktuellen Fallzahlen und Todesopfern, zur Chronologie des Ausbruchs und der internationalen Verbreitung besuchen Sie bitte unsere Themenseite Coronavirus.

Auswirkungen auf und in Deutschland

Statistik: ifo-Szenarienrechnung für die Wertschöpfungsverluste durch den Corona-Shutdown in Deutschland im Jahr 2020 (in Milliarden Euro) | Statista In Deutschland wird sich das Wirtschaftswachstum aufgrund der Corona-Krise stark verringern. Das ifo-Institut rechnet für das Jahr 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,5 Prozent. In einer Szenarienrechnung des Instituts könnte ein ein- bis dreimonatiger Shutdown der deutschen Wirtschaft je nach Szenario Wertschöpfungsverluste von 152 bis 729 Milliarden Euro im Jahr 2020 mit sich ziehen. Im ungünstigsten Szenario rechnet das ifo-Institut sogar mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von über 20 Prozentpunkten.

Auch die Wirtschaftsweisen gehen in ihrem Sondergutachten vom 30. März davon aus, dass die Wirtschaft in Deutschland schrumpfen wird. In dem zugrunde liegenden Basisszenario wird unterstellt, dass es gelingt, die Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 einzudämmen und dass die dazu nötigen Maßnahmen weitgehend wieder aufgehoben werden. Im diesem Basisszenario rechnet der Rat damit, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent zurückgehen wird. Im folgenden Jahr 2021 könnten Aufholeffekte und ein statistischer Überhang das BIP wieder um 3,7 Prozent wachsen lassen.

Statistik: Prognose zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts von Deutschland angesichts der Corona-Krise für 2020 und 2021 in verschiedenen Szenarien | Statista
Im Risikoszenario I rechnet der Rat mit einem Rückgang des BIP um 5,4 Prozent im 2020 und einem Wachstum im folgenden Jahr 2021 um 4,9 Prozent. In diesem Szenario wird unterstellt, dass es zu großflächigen Produktionsstillegungen kommt oder die einschränkenden Maßnahmen länger als derzeit geplant aufrechterhalten werden müssen. In diesem Szenario schrumpft die Wirtschaft zunächst stark, wächst aber auch sehr schnell wieder in einem ähnlichen Umfang. Im Risikoszenario II dauern die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus über den Sommer hinaus an. Dies ist dann der Fall, wenn die bisher getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen, tiefgreifende Beeinträchtigungen der Wirtschaftsstruktur durch Insolvenzen und Entlassungen zu verhindern. Laut Sachverständigenrat würden in der Folge verschlechterte Finanzierungsbedingungen sowie die gestiegene Unsicherheit die Investitionen bremsen und zu einer weiteren Kaufzurückhaltung bei Haushalten führen. Zudem drohen in diesem Szenario laut Rat negative Rückkopplungen über die Finanzmärkte oder das Bankensystem. Die Folge wäre ein noch größerer Rückgang der Wirtschaftsleitung im Jahr 2020 und eine nur sehr langsame Erholung im folgenden Jahr. Das BIP würde in diesem Szenario im Jahr 2020 um 4,5 Prozent zurückgehen und im Jahr 2021 um 1,0 Prozent wachsen.

Auch in wichtigen Konjunkturindikatoren wie dem ifo-Geschäftsklimaindex, dem ifo-Geschäftserwartungsindex, dem ZEW-Index zur Konjunkturerwartung und dem GfK-Konsumklima-Index sind die Auswirkungen der Corona-Krise schon deutlich erkennbar.
Die Gründe für den Absturz sämtlicher Indikatoren liegen auf der Hand: Alle großen Automobilhersteller in Deutschland haben die Produktion eingestellt, dies betrifft natürlich auch die gesamte Automobilzulieferer-Branche. Der Flugverkehr ist in Teilen zum Erliegen gekommen. Handwerksbetrieben und Freiberuflern brechen die Aufträge weg, auch Unternehmen der Reisewirtschaft und des Gastgewerbes leiden besonders stark unter der Krise. Viele Unternehmen, darunter auch etliche kleinere Mittelstandsunternehmen, müssen ihre Geschäftstätigkeit wegen des Coronavirus ganz oder teilweise einstellen. In allen Bundesländern wurden alle Schulen, Universitäten, Kindertagesstätten, Museen, Kinos, Schwimmbäder und ähnliche Einrichtungen geschlossen. In einigen Bundesländern wurden zudem alle Bars, Clubs und Restaurants (zum Teil mit bestimmten Öffnungszeiten-Regelungen) auf Anordnung geschlossen. Auch Einzelhandelsgeschäfte bleiben derzeit vielerorts geschlossen, wenn sie nicht der Grundversorgung dienen. Größere Veranstaltungen wie Messen finden derzeit nicht statt, in sämtlichen Sportarten ruht der Ligenbetrieb. Das öffentliche Leben ist vielerorts in großen Teilen zum Erliegen gekommen.
Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr 2020 damit, dass es aufgrund der Corona-Krise rund 2,35 Millionen Kurzarbeiter in Deutschland geben wird. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundesministeriums für Arbeit aus dem März 2020 hervor, über den mehrere Medien berichteten. Das wären deutlich mehr als im Jahr 2009, als in Folge der Finanzkrise Kurzarbeitergeld für ca. 1,14 Millionen Beschäftigte beantragt wurde. Laut dem Papier rechnet die Bundesregierung mit Kosten in Höhe von mehr als 10 Milliarden Euro.

Hilfspaket und Neuverschuldung

Welche Auswirkungen diese drastischen Maßnahmen auf die betroffenen Unternehmen und Branchen kurz-, mittel- und langfristig haben werden, ist noch kaum abzusehen. Klar ist, dass es zu massiven finanziellen Schäden und zu Entlassungen von Beschäftigten kommen wird.
Um der Corona-Krise zu begegnen, hat der Bundestag am 25. März als Hilfspaket einen sehr umfangreichen Nachtragshaushalt beschlossen. Auch die Opposition stimmte fast geschlossen für das Haushaltsgesetz, das eine Neuverschuldung in Höhe von 156 Milliarden Euro sowie Garantien in Höhe von 600 Milliarden vorsieht (nur die AfD-Fraktion hat sich bei der Abstimmung enthalten). Einschließlich aller Bürgschaften und vergünstigter KfW-Kredite haben alle Hilfsmaßnahmen zusammen ein Volumen von rund 1,2 Billionen Euro. Um das Vorhaben zu realisieren, musste sogar die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden. Von den so zur Verfügung stehenden Mitteln sollen direkte Zuschüsse und auch Darlehen vergeben werden, so z. B. über die Förderbank KfW (siehe die Anzahl der Kreditanträge von Unternehmen im Rahmen der KfW-Corona-Hilfe und das Volumen dieser Kredite). Auch Steuerstundungen gehören zu den Maßnahmen, die den betroffenen Unternehmen und Freiberuflern helfen sollen. Hinzu kommen Rettungsschirme einzelner Bundesländer.

Auswirkungen auf die Börsen und Finanzmärkte

Statistik: Monatliche Entwicklung des DAX von März 2019 bis März 2020* | StatistaAuch an den Börsen sind die Auswirkungen der Corona-Krise bereits stark spürbar. Der DAX verlor bis Ende Februar 2020 im Vergleich zum Schlussstand im Januar fast 1.100 Punkte. Anfang März verlor der deutsche Leitindex nach einer kurzen Erholung weiter. Am 09. März folgte dann ein "schwarzer Montag": an nur einem Tag verlor der DAX im Vergleich zum Schlusskurs des vorherigen Handelstages über 900 Punkte, das war ein Verlust von 7,94 Prozent. Damit gehört dieser Tag zu den schlechtesten Tagen des DAX, den es seit der Eröffnung im Jahr 1959 je gegeben hat. Allerdings ist laut Experten die Corona-Krise nicht alleine ursächlich für den starken Rückgang. Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen, wurden immer mehr Maßnahmen beschlossen, beispielsweise wurden in Norditalien Millionen Menschen unter Quarantäne gestellt. Diese Maßnahmen und die Folgen belasten viele Wirtschaftsbereiche enorm, dies führte zu einer immer größeren Sorge um die Konjunktur, die sich dann in den Aktienkursen widerspiegelte. Hinzu kam ein Preisschock auf dem Ölmarkt, der durch die Ankündigung Saudi-Arabiens ausgelöst wurde, den Markt mit Öl zu fluten und die Preise massiv zu senken. Am 12. März folgte dann der zweitschlechteste Tag in der Geschichte des DAX; an diesem Tag verlor der Aktienindex im Vergleich zum Vortag über 12,2 Prozent.
Auch der US-amerikanische Dow-Jones-Index nahm im Februar und März eine ähnliche Entwicklung. Am 27. Februar des Jahres 2020 verzeichnete der Dow-Jones-Index mit einem Minus von 1.191 Punkten seinen bis dahin größten Ein-Tages-Verlust der Geschichte. Dieser Rekordwert wurde an 5 weitern Tagen im März übertroffen; diese fünf Tage stehen nun an der Spitze des Rankings der schlechtesten Tagen in der Geschichte des Aktienindexes. Nun gehören acht Tage aus Februar und März 2020 nun zu den Top-10 dieser Statistik. Am 03. März 2020 bereits hatte die US-Notenbank Fed (Federal Reserve System) den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent gesenkt (Federal Funds Rate-Zinsspanne von 1 bis 1,25 Prozent), um mögliche negative Folgen des Virus für die US-Wirtschaft zu begrenzen. Am 15. März folgte dann eine weitere Senkung des Leitzinses um einen Prozentpunkt auf 0,25 Prozent (Federal Funds Rate-Zinsspanne von 0 bis 0,25 Prozent).

Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

Anfang März 2020 korrigierte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Prognose für das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandprodukts aufgrund der weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coranvirus (SARS-CoV-2) um 0,5 Prozentpunkte nach unten. Im November hatte die OECD für die weltweite Wirtschaftsleitung noch ein Wachstum von 2,9 Prozent vorausgesehen, nun wird mit einem Wachstum von 2,4 Prozent gerechnet. Für China wurde die prognostizierte Wirtschaftsleitung für das Jahr 2020 um 0,8 Prozentpunkte reduziert, eine noch stärkere Wachstumskorrektur wurde mit -1,1 Prozentpunkten für Indien prognostiziert.

Auswirkungen auf einzelne Wirtschaftsbereiche/ Märkte

In China ist der Einkaufsmanagerindex (EMI) der Industrie im Februar 2020 auf einen Wert von 35,7 Punkte gefallen, einen Monat zuvor lag dieser Konjunkturindikator noch bei 50 Punkten. Besonders stark hat es die Automobilhersteller getroffen: im Februar 2020 sind die Autoverkäufe in China im Vergleich zum Vorjahr um 92 Prozent zurückgegangen. Ähnliches gilt für Flugbuchungen von und nach China. Da viele Bauteile von High-Tech-Produkten in China produziert werden, könnte sich laut aktuellen Prognosen weltweit die Auslieferung diverser High-Tech-Produkte infolge des Corona-Ausbruchs drastisch verringern.

Auswirkungen für deutsche Unternehmen

In Deutschland sind nach einer Blitzumfrage des DIHK unter mehr als 10.000 Unternehmen besonders stark Unternehmen der Reisewirtschaft und des Gastgewerbes betroffen. 87 Prozent bzw. 79 Prozent der zu diesen Branchen gehörenden Unternehmen gaben an, dass sie die Auswirkungen der Corona-Krise bereits spüren. Fast die Hälfte der Unternehmen geht bereits jetzt davon aus, dass der Umsatz im Jahr 2020 aufgrund der Krise zurückgehen wird. Laut DIHK werden nun von den Unternehmen insbesondere wirtschaftspolitische Sofortmaßnahmen durch die Bundesregierung benötigt, die auf die Beschäftigungs- und Liquiditätssicherung in den Unternehmen abzielen.

Interessante Statistiken

In den folgenden 5 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 51 Statistiken aus dem Thema "Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft".

Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19) auf die Wirtschaft

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