Getreide - Daten und Fakten
Getreide gehört zu den wichtigsten Agrarerzeugnissen und ernährt weltweit Milliarden von Menschen. Krisen, wie der Russland-Ukraine-Konflikt, können dementsprechend auch zu Ernährungsunsicherheiten beitragen. Nach der Anbaufläche stellen Weizen, Mais, Reis und Gerste die wichtigsten Getreidearten dar. Getreide dient primär als Nahrungs- und Futtermittel, wird aber auch industriell verwertet, z.B. als Rohstoff in der Genussmittelindustrie. Unter die industrielle Verwertung fällt auch die Nutzung von Getreide als Biokraftstoff. Der Verbrauch des jeweiligen Getreides orientiert sich dabei nicht nur an dem Verwendungszweck, sondern unterliegt auch regionalen Anbau- und Konsummustern. Beispielsweise hat Reis in vielen asiatischen Ländern einen höheren Stellenwert als z.B. in Europa.
EU unter den führenden Anbauregionen von Weizen
Weizen ist das nach Anbaufläche und Erntemenge wichtigste Getreide. Weizen dient in vielen Teilen der Welt als Grundnahrungsmittel. Aus Weizen werden beispielsweise Backwaren (z.B. Brot) oder Teigwaren (z.B. Nudeln) hergestellt. Auch als Futtermittel in der Nutztierhaltung kommt Weizen zum Einsatz. Die größten Erzeuger stellen China, die Europäische Union und Indien vor Russland und den USA dar. Russland, die EU und Kanada sind dabei die bedeutendsten Exporteure. Weizen wird in kommodifizierter Form an den internationalen Warenbörsen gehandelt. Krisen, wie etwa der Ukraine-Krieg, haben dabei den Weizenpreis stark beeinflusst. Seit Ausbruch des Krieges im Februar 2022 sind die Preise für Weich- und Hartweizen im globalen Handel deutlich gestiegen. Nach einem Rekordhoch im Mai 2022 waren die Weizenpreise jedoch wieder rückläufig. Mittlerweile befinden sich die Weizenpreise wieder auf Vorkriegsniveau.Mais wird hauptsächlich als Futtermittel oder energetisch verwertet
In einigen Ländern der Welt dient Mais hauptsächlich als Grundnahrungsmittel (z.B. Mexiko). In Deutschland wiederum wird lediglich acht bis neun Prozent des Körnermaises als Nahrungsmittel verwendet. Der Großteil des Körnermaises findet seinen Weg in die Futtermittelindustrie. Mehrheitlich wird hierzulande zudem nicht Körnermais, sondern Silomais angebaut. Dieses dient vor allem der energetischen Verwertung – etwa in Biogasanlagen zur Herstellung von Strom und Wärme. Die wichtigsten Erzeugerländer von Mais stellen die USA, China und Brasilien dar. Die USA und Brasilien waren zusammen mit Argentinien und der Ukraine die führenden Exportnationen des Getreides. Die wichtigsten Importeure von Mais waren zuletzt Ägypten und China. Wie die Weizenpreise sind ebenfalls die Maispreise insbesondere im Jahr 2022 gestiegen.Führender Reiserzeuger China muss Reis importieren
Neben Weizen besitzt auch Reis eminente Bedeutung als globales Grundnahrungsmittel. Weltweit wird es auf über 160 Millionen Hektar angebaut und die Erntemenge (im geschälten Zustand) beträgt rund 510 Millionen Tonnen. Über die Hälfte dieser Menge werden in China und Indien zusammen erzeugt, die wichtigsten Exporteure stellen Indien, Thailand und Vietnam dar. China muss tatsächlich Reis importieren, um den eigenen Bedarf decken zu können. Der Welthandelspreis von Reis ist 2023 auf einen neuen Höchstwert geklettert. Aufgrund der schwierigen Wetterlage in Indien – dem führenden Reisexporteur - hat das Land Exportbeschränkungen für Reis verhängt, um die Lage auf dem Binnenmarkt zu sichern.Unterdurchschnittliche Ernten, politische Krisen und Konkurrenz von Verwendungszwecken von Getreide (z.B. Nahrung vs. Futtermittel vs. Tank) können immer wieder zu Preissteigerungen führen. Dabei fungiert Getreide, wie Weizen und Reis, in vielen Teilen der Welt als Grundnahrungsmittel.