Statistiken zur Landwirtschaft

Veröffentlicht von Philipp Henrich, 12.08.2019

Die Landwirtschaft stellt die Versorgung der Bevölkerung mit pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln sicher. Zusammen mit der Fischerei und der Forstwirtschaft bildet die Landwirtschaft den primären Sektor der Volkswirtschaft, der zusammenfassend als Agrarwirtschaft bezeichnet werden kann. Häufig werden Land- und Agrarwirtschaft allerdings auch synonym verwendet.


Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Wirtschaftsbereichs hat relativ im Verhältnis zum sekundären (Produzierendes Gewerbe bzw. Industrie) und tertiären (Handel und Dienstleistungen) Sektor abgenommen. Repräsentierte die Land- und Forstwirtschaft am Vorabend des industriellen Take-Offs noch fast 50 Prozent der Nettowertschöpfung auf dem Gebietsstand des heutigen Deutschland, liegt der Wertschöpfungsanteil heute (brutto) bei unter einem Prozent. Auch die traditionelle Bedeutung der Agrarwirtschaft als Arbeitgeber ist gesunken. Beschäftigte die Land- und Forstwirtschaft im Jahr 1950 noch rund 22,1 Prozent der Beschäftigten in (West-)Deutschland, ist dieser Anteil bis 2017 auf rund 1,4 Prozent gesunken. Ursächlich für diesen Strukturwandel ist vor allem der Produktivitätsgewinn durch die Mechanisierung von Arbeitsabläufen: Ernährte ein deutscher Landwirt im Jahr 1949 durchschnittlich noch zehn Personen, sind es aktuell rechnerisch etwa 135 Menschen.

Der steigende Kapitalbedarf der modernen Landwirtschaft und ein wachsender Preisdruck fördern eine Entwicklung zu größeren Betrieben. Während die Gesamtzahl rückläufig ist, hat die Zahl der Betriebe mit Flächen von mehr als 100 Hektar zugenommen. Die wichtigsten Erzeugnisse der Landwirtschaft stellen nach ihrem Anteil an den Verkaufserlösen Milch, Getreide und Tiere (für die Fleischproduktion) dar. Von den Konsumausgaben für (heimische) Lebensmittel entfällt laut Schätzung des Thünen-Instituts nur rund ein Viertel auf die Landwirte, während der Rest den nachgelagerten Wertschöpfungsstufen (Verarbeitung und Handel) vorbehalten bleibt. Die größten Kostenstellen für deutsche Landwirte sind Futtermittel, Landtechnik, Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie Treib- und Brennstoffe und Strom. Während Deutschland bei tierischen Erzeugnissen (Fleisch, Milch, Ausnahme: Eier) sowie bei Getreide und Kartoffeln tendenziell Überschüsse produziert, die als Exporte ins Ausland verkauft werden, beträgt der Selbstversorgungsgrad bei Obst und Gemüse jeweils deutlich weniger als 50 Prozent.

Von wachsender Bedeutung innerhalb der Landwirtschaft ist das Segment des ökologischen Landbaus, der weitgehend auf chemische Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger und Gentechnik verzichtet. Der Anteil von Bio-Betrieben an den landwirtschaftlichen Betrieben insgesamt hat sich zwischen 1995 und 2018 von 1,1 auf rund 11,7 Prozent vervielfacht und rund 8,9 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland werden ökologisch bewirtschaftet. Die meisten Betriebe mit ökologischem Landbau befinden sich im Bundesland Bayern, das auch in der konventionellen Landwirtschaft das Bundesland mit den meisten Betrieben darstellt.



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