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Vietnamkrieg - Statistiken und Daten

Der Vietnamkrieg tobte in den Jahren 1955 bis 1975 und war eine direkte Folge des Indochinakrieges (19. Dezember 1946 bis zum 01. August 1954). Vietnam war für viele Jahrzehnte Teil des französischen Kolonialreiches. Nach dem Zweiten Weltkrieg erstarkte mit den Vietminh eine nationale Unabhängigkeitsbewegung, denn das japanische Kaiserreich hatte Vietnam besetzt. Die Vietminh bekämpften die japanischen Einheiten und wollten zudem einen Wiedereinzug der französischen Kolonialherren nicht tolerieren. Im Süden hingegen bildete sich im Jahr 1949 in Saigon eine antikommunistische Regierung, welche treu zu Frankreich stand. Nach langen und verlustreichen Kampfhandlungen mussten sich die Franzosen schließlich zurückziehen und die ehemalige Kolonie in die Unabhängigkeit entlassen. Das Genfer Abkommen vom 21. Juli 1954 legte eine Teilung des Landes in einen nördlichen und einen südlichen Staat fest und wurde von allen beteiligten Seiten anerkannt. Bereits 1945 hatte Ho Chi Minh, der Anführer der Vietminh, im Norden des Landes eine Republik ausgerufen. Die kommunistischen Vietminh zogen sich daraufhin dem Abkommen entsprechend in den Norden des Landes zurück. Dies war jedoch nicht das Ende der Kämpfe, denn der Konflikt ging nahtlos in den Vietnamkrieg über.

Im Norden des Landes etablierte sich ein von der Sowjetunion unterstütztes kommunistisches Regime, im Süden unterstützten die USA hingegen die antikommunistische Regierung. Damit wurde Vietnam zu einem weiteren Schauplatz des Kalten Krieges. Der Norden strebte eine Wiedervereinigung mit dem Süden an, jedoch unter kommunistischer Herrschaft. Um dieses Ziel zu erreichen war der Norden bereit Waffengewalt einzusetzen. Jedoch gehörten nicht nur die regulären Armeeeinheiten Nordvietnams zu den Gegnern des Südens. Aus der Bevölkerung des Südens heraus bildete sich eine von den kommunistischen Staaten unterstützte Guerillaarmee, der sogenannte Vietcong.

Die Vereinigten Staaten von Amerika griffen schließlich nicht nur mit Lieferungen und Ressourcen, sondern auch direkt in den Kampf ein. Ab dem Jahr 1963 wurden stetig weitere Truppenverbände nach Vietnam verlegt, um die lokalen Streitkräfte zu unterstützen. Auf diese Weise sollte eine Ausbreitung des Kommunismus auf andere Staaten in der Region verhindert werden (Dominoeffekt).

Rasch mussten die amerikanischen Einheiten jedoch ihre Taktik ändern: Die amerikanische Militärdoktrin zu dieser Zeit sah vor durch den gezielten Einsatz von Luftangriffen und Artillerieschlägen feindliche Positionen entscheidend zu schwächen und strategische Ziele auszuschalten. Die kommunistischen Streitkräfte waren sich jedoch der Tatsache bewusst, dass ihre eigene Feuerkraft, der der USA deutlich unterlegen war. Um diesen Nachteil auszugleichen, kämpften sie einen Guerillakrieg. Ein Großteil der Fläche Vietnams ist von einem dichten Urwald bedeckt und bot damit den Soldaten der kommunistischen Streitkräfte eine willkommene Deckung.

Besonders der Vietcong im Süden des Landes kämpfte auf diese Weise. Sie attackierten amerikanische Militäreinrichtungen oder sonstige wertvolle Standorte und zogen sich darauf schnell wieder in den Dschungel zurück, um der amerikanischen Feuerkraft kein Ziel zu bieten. Die Amerikaner setzten daher vermehrt auf Flächenbombardements. In großen Mengen wurden Bomben über großen Teilen Vietnams und benachbarter Staaten abgeworfen und verwüsteten die Landschaft. Auch zahlreiche Dörfer und Kleinstädte Südvietnams wurden von solchen Angriffen getroffen, was zu hohen Verlusten in der Zivilbevölkerung führte. Besonders berüchtigt waren hierbei die Brandbomben gefüllt mit der Brandwaffe Napalm: Napalm ist durch seine besondere chemische Zusammensetzung beinahe nicht zu löschen. Darüber hinaus wurden großflächig Pestizide und Entlaubungsmittel wie Agent Orange eingesetzt. Dieses sollte das dichte Blätterdach des südostasiatischen Dschungels ausdünnen und die Versorgungsrouten der kommunistischen Streitkräfte so sichtbar werden lassen. Besonders Agent Orange erwies sich jedoch als hochgiftig. Dies hatte fatale Folgen für die Zivilbevölkerung, denn das Mittel gelangte in das Grundwasser. Zudem war ein Großteil der besprühten Fläche Ackerland. Schlimmer noch: Agent Orange führte zu zahlreichen Spätfolgen wie Krebserkrankungen oder missgebildeten Neugeborenen.

Bilder vom Einsatz solcher Waffen und die daraus entstehenden Resultate erreichten auch die amerikanische Öffentlichkeit. Durch die zunehmende Verbreitung des Fernsehers hatte nun zum ersten Mal in der amerikanischen Kriegsgeschichte ein Großteil der Bevölkerung einen weitestgehend unzensierten Zugang zur Wirklichkeit des Krieges. Die hohen eigenen Verluste und die horrenden Kriegskosten bestärkten zusätzlich eine immer mehr an Größe und Bedeutung gewinnende Friedensbewegung, welche ein Ende der Kampfhandlungen in Vietnam forderte. In den entsprechenden Umfragen nahm die Zustimmung zu einem solchen Konflikt immer weiter ab. Auch die amerikanische Wirtschaft wurde durch den Kampf stark beeinflusst. Unter Präsident Nixon kam es im Jahr 1970 schließlich zu einem Abzug der US-Truppen. Bis zum Jahr 1973 wurden die letzten Kampfeinheiten der Amerikaner aus Südvietnam evakuiert.

Bereits kurze Zeit später eroberten Streitkräfte des Nordens die südliche Hauptstadt Saigon. Die Reste des südvietnamesischen Regimes flohen in angrenzende Staaten. Zuvor war es aufgrund der hohen Korruption, der inkompetenten Militärführung und der desolaten Versorgungslage zu zahlreichen Desertationen in der südvietnamesischen Armee gekommen. Diese hatte sich innerhalb weniger Monate buchstäblich aufgelöst. In der Folge wurde Vietnam unter kommunistischer Ideologie wiedervereinigt und es fand eine enge Anbindung an die kommunistischen Staaten statt. Die Befürchtungen hinsichtlich des Dominoeffektes bewahrheiteten sich zum Teil: Beispielsweise gelang es einer kommunistischen Bewegung namens „Rote Khmer“ in Kambodscha eine Schreckensherrschaft zu errichten. In den vier Jahren ihrer Herrschaft (1975 bis 1979) wurde rund ein Drittel der Bevölkerung getötet.

Nach dem Zerfall des kommunistischen Ostblocks zu Beginn der 1990er Jahre führte die Regierung Vietnams umfangreiche Reformen durch und erlebte dadurch ein vergleichsweise hohes Wirtschaftswachstum. Zusätzlich konnte Vietnam erneut Beziehungen auf internationaler Ebene etablieren und dadurch wieder zum Teil der Staatengemeinschaft werden. Dazu gehören auch bilaterale Abkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Trotz dieser wirtschaftlichen und diplomatischen Reformen bleibt Vietnam ein Einparteienstaat und die menschenrechtliche Lage ist angespannt.

Wichtige Kennzahlen

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Wirtschaftliche Daten

Schlachten und Operationen

Folgen und Bombardierung

Interessante Statistiken

In den folgenden 4 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten {amountStatistics} Statistiken aus dem Thema "Vietnamkrieg".

Vietnamkrieg

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Vietnamkrieg - Statistiken und Daten

Der Vietnamkrieg tobte in den Jahren 1955 bis 1975 und war eine direkte Folge des Indochinakrieges (19. Dezember 1946 bis zum 01. August 1954). Vietnam war für viele Jahrzehnte Teil des französischen Kolonialreiches. Nach dem Zweiten Weltkrieg erstarkte mit den Vietminh eine nationale Unabhängigkeitsbewegung, denn das japanische Kaiserreich hatte Vietnam besetzt. Die Vietminh bekämpften die japanischen Einheiten und wollten zudem einen Wiedereinzug der französischen Kolonialherren nicht tolerieren. Im Süden hingegen bildete sich im Jahr 1949 in Saigon eine antikommunistische Regierung, welche treu zu Frankreich stand. Nach langen und verlustreichen Kampfhandlungen mussten sich die Franzosen schließlich zurückziehen und die ehemalige Kolonie in die Unabhängigkeit entlassen. Das Genfer Abkommen vom 21. Juli 1954 legte eine Teilung des Landes in einen nördlichen und einen südlichen Staat fest und wurde von allen beteiligten Seiten anerkannt. Bereits 1945 hatte Ho Chi Minh, der Anführer der Vietminh, im Norden des Landes eine Republik ausgerufen. Die kommunistischen Vietminh zogen sich daraufhin dem Abkommen entsprechend in den Norden des Landes zurück. Dies war jedoch nicht das Ende der Kämpfe, denn der Konflikt ging nahtlos in den Vietnamkrieg über.

Im Norden des Landes etablierte sich ein von der Sowjetunion unterstütztes kommunistisches Regime, im Süden unterstützten die USA hingegen die antikommunistische Regierung. Damit wurde Vietnam zu einem weiteren Schauplatz des Kalten Krieges. Der Norden strebte eine Wiedervereinigung mit dem Süden an, jedoch unter kommunistischer Herrschaft. Um dieses Ziel zu erreichen war der Norden bereit Waffengewalt einzusetzen. Jedoch gehörten nicht nur die regulären Armeeeinheiten Nordvietnams zu den Gegnern des Südens. Aus der Bevölkerung des Südens heraus bildete sich eine von den kommunistischen Staaten unterstützte Guerillaarmee, der sogenannte Vietcong.

Die Vereinigten Staaten von Amerika griffen schließlich nicht nur mit Lieferungen und Ressourcen, sondern auch direkt in den Kampf ein. Ab dem Jahr 1963 wurden stetig weitere Truppenverbände nach Vietnam verlegt, um die lokalen Streitkräfte zu unterstützen. Auf diese Weise sollte eine Ausbreitung des Kommunismus auf andere Staaten in der Region verhindert werden (Dominoeffekt).

Rasch mussten die amerikanischen Einheiten jedoch ihre Taktik ändern: Die amerikanische Militärdoktrin zu dieser Zeit sah vor durch den gezielten Einsatz von Luftangriffen und Artillerieschlägen feindliche Positionen entscheidend zu schwächen und strategische Ziele auszuschalten. Die kommunistischen Streitkräfte waren sich jedoch der Tatsache bewusst, dass ihre eigene Feuerkraft, der der USA deutlich unterlegen war. Um diesen Nachteil auszugleichen, kämpften sie einen Guerillakrieg. Ein Großteil der Fläche Vietnams ist von einem dichten Urwald bedeckt und bot damit den Soldaten der kommunistischen Streitkräfte eine willkommene Deckung.

Besonders der Vietcong im Süden des Landes kämpfte auf diese Weise. Sie attackierten amerikanische Militäreinrichtungen oder sonstige wertvolle Standorte und zogen sich darauf schnell wieder in den Dschungel zurück, um der amerikanischen Feuerkraft kein Ziel zu bieten. Die Amerikaner setzten daher vermehrt auf Flächenbombardements. In großen Mengen wurden Bomben über großen Teilen Vietnams und benachbarter Staaten abgeworfen und verwüsteten die Landschaft. Auch zahlreiche Dörfer und Kleinstädte Südvietnams wurden von solchen Angriffen getroffen, was zu hohen Verlusten in der Zivilbevölkerung führte. Besonders berüchtigt waren hierbei die Brandbomben gefüllt mit der Brandwaffe Napalm: Napalm ist durch seine besondere chemische Zusammensetzung beinahe nicht zu löschen. Darüber hinaus wurden großflächig Pestizide und Entlaubungsmittel wie Agent Orange eingesetzt. Dieses sollte das dichte Blätterdach des südostasiatischen Dschungels ausdünnen und die Versorgungsrouten der kommunistischen Streitkräfte so sichtbar werden lassen. Besonders Agent Orange erwies sich jedoch als hochgiftig. Dies hatte fatale Folgen für die Zivilbevölkerung, denn das Mittel gelangte in das Grundwasser. Zudem war ein Großteil der besprühten Fläche Ackerland. Schlimmer noch: Agent Orange führte zu zahlreichen Spätfolgen wie Krebserkrankungen oder missgebildeten Neugeborenen.

Bilder vom Einsatz solcher Waffen und die daraus entstehenden Resultate erreichten auch die amerikanische Öffentlichkeit. Durch die zunehmende Verbreitung des Fernsehers hatte nun zum ersten Mal in der amerikanischen Kriegsgeschichte ein Großteil der Bevölkerung einen weitestgehend unzensierten Zugang zur Wirklichkeit des Krieges. Die hohen eigenen Verluste und die horrenden Kriegskosten bestärkten zusätzlich eine immer mehr an Größe und Bedeutung gewinnende Friedensbewegung, welche ein Ende der Kampfhandlungen in Vietnam forderte. In den entsprechenden Umfragen nahm die Zustimmung zu einem solchen Konflikt immer weiter ab. Auch die amerikanische Wirtschaft wurde durch den Kampf stark beeinflusst. Unter Präsident Nixon kam es im Jahr 1970 schließlich zu einem Abzug der US-Truppen. Bis zum Jahr 1973 wurden die letzten Kampfeinheiten der Amerikaner aus Südvietnam evakuiert.

Bereits kurze Zeit später eroberten Streitkräfte des Nordens die südliche Hauptstadt Saigon. Die Reste des südvietnamesischen Regimes flohen in angrenzende Staaten. Zuvor war es aufgrund der hohen Korruption, der inkompetenten Militärführung und der desolaten Versorgungslage zu zahlreichen Desertationen in der südvietnamesischen Armee gekommen. Diese hatte sich innerhalb weniger Monate buchstäblich aufgelöst. In der Folge wurde Vietnam unter kommunistischer Ideologie wiedervereinigt und es fand eine enge Anbindung an die kommunistischen Staaten statt. Die Befürchtungen hinsichtlich des Dominoeffektes bewahrheiteten sich zum Teil: Beispielsweise gelang es einer kommunistischen Bewegung namens „Rote Khmer“ in Kambodscha eine Schreckensherrschaft zu errichten. In den vier Jahren ihrer Herrschaft (1975 bis 1979) wurde rund ein Drittel der Bevölkerung getötet.

Nach dem Zerfall des kommunistischen Ostblocks zu Beginn der 1990er Jahre führte die Regierung Vietnams umfangreiche Reformen durch und erlebte dadurch ein vergleichsweise hohes Wirtschaftswachstum. Zusätzlich konnte Vietnam erneut Beziehungen auf internationaler Ebene etablieren und dadurch wieder zum Teil der Staatengemeinschaft werden. Dazu gehören auch bilaterale Abkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Trotz dieser wirtschaftlichen und diplomatischen Reformen bleibt Vietnam ein Einparteienstaat und die menschenrechtliche Lage ist angespannt.

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