Deutschland liegt bei der Job-Vakanzrate – also dem Anteil unbesetzter Stellen an allen Stellen – mit 2,5 Prozent über dem EU-Schnitt (2,0 Prozent). Das zeigt die Stastista-Grafik auf Basis von Eurostat-Daten für das dritte Quartal 2025. Besonders hoch ist der Anteil unbesetzter Stellen in den Niederlanden (4,1 Prozent) und in Belgien (3,9 Prozent). Am unteren Ende liegen Polen (0,8 Prozent) und Rumänien (0,6 Prozent).
Im Verhältnis zur Zahl der vorhandenen Jobs sind in Deutschland damit vergleichsweise viele Stellen offen. Zu den Gründen hierfür zählen laut Experten, dass Unternehmen oft sehr spezifische Qualifikationen von Bewerbenden suchen. Außerdem dauert es manchmal länger, bis Angebot und Nachfrage zusammenfinden – etwa weil Region, Lohnniveau oder Arbeitsbedingungen nicht zu den Erwartungen der Bewerbenden passen. Auch der demografische Wandel spielt eine Rolle: viele Beschäftigte in den nächsten Jahren in Rente gehen, während nicht genug passende Bewerber nachrücken.
Niedrige Vakanzraten wie in Polen oder Rumänien können hingegen unter anderem darauf hindeuten, dass Unternehmen weniger offene Stellen melden (geringere Nachfrage oder andere Rekrutierungskanäle), dass Stellen schneller über Lohnanpassungen/Arbeitskräfteangebot besetzt werden, oder dass sich Knappheiten eher anders ausdrücken und weniger in offiziell erfassten Vakanzen sichtbar werden.
Als Kennzahl ist die Job Vacancy Rate eine Art schnelle „Heatmap“ für die Angespanntheit des Arbeitsmarktes eines Landes. Ihre Aussagekraft steigt, wenn man sie mit weiteren Indikatoren kombiniert – vor allem mit der Arbeitslosenquote im Rahmen der Beveridge‑Kurve (Vacancy Rate vs. Unemployment Rate). Dieser Indikator gibt Hinweise darauf, ob Engpässe eher konjunkturell (Nachfrageboom) oder strukturell (Matching‑Probleme/Mismatch) getrieben sind. Sinnvolle Ergänzungen sind außerdem Beschäftigungsentwicklung und Erwerbsbeteiligung sowie – wenn es um „Fachkräfte“ geht – berufs-/qualifikationsspezifische Engpassindikatoren.





















