Statistiken zu Kosmetika

Unter die auf das altgriechische kosméein („schmücken“) zurückgehende Kosmetik fallen Produkte, die in erster Linie der Schönheitspflege dienen (dekorative Kosmetik wie z.B. Make-Up), die aber auch pflegende Wirkung haben können (pflegende Kosmetik wie z.B. Cremes). Die Grenze zum Körperpflegebereich ist hier fließend.


Das Marktumfeld wird von den großen Konsumgüterkonzernen bestimmt. Der französische Konzern L’Oréal (u.a. Marken wie Lancôme, Garnier, Maybelline, Vichy) ist mit einem Umsatz von rund 26 Milliarden Euro Branchenprimus. Auch die Schönheitspflegesparte von Procter & Gamble (Oil of Olaz, Olay, SK-II) erwirtschaftet allein einen Umsatz von etwa 11,5 Milliarden US-Dollar.

Im europäischen Vergleich ist Frankreich mit Abstand und nicht zuletzt dank L’Oréal der wichtigste Standort der Kosmetik- und Körperpflegeindustrie. Der Umsatz der Hersteller in Frankreich erreichte im Jahr 2014 einen mehr als doppelt so hohen Wert als derjenige der deutschen Kosmetikindustrie. In der Bundesrepublik ist die zum Maxingvest-Konzern gehörende Beiersdorf AG aus Hamburg, zu der die Marke Nivea zählt, führend. Nivea und L’Oréal gehören auch zu den wertvollsten Hygiene- und Kosmetikmarken weltweit.

In der Branche zur Herstellung von Kosmetik, Körperpflegemitteln und Parfum, die als Subbranche zur chemischen Industrie gehört, arbeiten in Deutschland rund 24.000 Beschäftigte, die in 132 Betrieben einen Branchenumsatz von mehr als sechs Milliarden Euro erwirtschaften. Über zwei Fünftel der Umsätze werden im Ausland erzielt, was im Vergleich zur chemischen Industrie insgesamt ein vergleichsweise niedriger Wert ist. Die wichtigsten Exportländer stellen das Vereinigte Königreich, Frankreich und Österreich dar.

Nach jahrelanger Kritik sind Tierversuche bei der Erprobung von Kosmetika seit 2004 EU-weit verboten. Seit 2013 ist außerdem der Vertrieb jeglicher Kosmetik, die mittels Tierversuchen hergestellt worden ist, in der Europäischen Union nicht mehr erlaubt.

Das Marktvolumen für Kosmetik- und Körperpflegeprodukte beläuft sich in Deutschland auf mehr als 13 Milliarden Euro. Die dekorative Kosmetik sowie Parfum für Damen und Herren machen davon etwa ein Viertel aus.

Insbesondere Kosmetikprodukte für Damen sind stark differenziert. Fast die Hälfte verwendet regelmäßig Lippenstift, zwei Fünftel Make-Up. Am häufigsten kommen dabei laut einer Verbraucherumfrage unter Frauen ab 14 Jahren Produkte pflegender Gesichtskosmetik von Nivea zum Einsatz.

Im Bereich der Männerkosmetik dominiert das klassische After Shave, das von einer deutlichen Mehrheit verwendet wird. Aber auch gerade in Sachen pflegender Kosmetik gleichen sich die Geschlechter zunehmend an. Beinahe jeder Zweite benutzt bereits Handcreme (im Vergleich zu über 80 Prozent bei den Frauen) und auch Hautcreme wird von mehr als einem Drittel der Herren angewendet.

Einem allgemeinen Trend im Einzelhandel folgend wächst die Bedeutung von Bio-Kosmetik. Mehr als ein Viertel der Konsumenten legt demnach Wert auf naturreine Inhaltsstoffe und der Umsatz mit Naturkosmetik steigt seit Jahren an.

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