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Anzahl der Fälle von Anorexie und Bulimie in Deutschland bis 2018

Im Jahr 2018 wurden in deutschen Krankenhäusern insgesamt 7.218 Fälle von Anorexie und 1.718 Fälle von Bulimie diagnostiziert. Damit ist die Zahl stationär behandelter Anorexie-Fälle – gemeinhin bekannt als Magersucht - in den vergangenen zehn Jahren um knapp 30 Prozent gestiegen.

Worin unterscheiden sich Bulimie und Anorexie?

Grundsätzlich handelt es sich bei beiden Essstörungen um eine Störung der eigenen Körperwahrnehmung. Menschen, die unter Anorexie nervosa leiden, haben oft panische Angst vor dem Zudicksein. Die Nahrungsaufnahme stellt für viele Betroffene eine Qual dar. Häufig werden Medikamente zum Unterdrücken des Hungergefühls oder zum Abführen bereits aufgenommener Nahrung eingesetzt – extremes Untergewicht ist nicht selten die Folge. 2018 forderte Magersucht (ICD-10: F50.0 und F50.1) deutschlandweit 30 Menschenleben. Im Gegensatz zur Magersüchtigen sind Bulimie-Erkrankte (ICD-10: F50.2 und F50.3) meist normalgewichtig. Häufig essen Betroffene in kurzer Zeit überdurchschnittlich viel, gefolgt von gegenregulatorischen Maßnahmen. Aus Schuldgefühlen und der Angst vor Kontrollverlust erbrechen Erkrankte, greifen zu Abführmitteln oder sonstigen extremen Maßnahmen der Gewichtsreduktion.

Welche Gründe haben Essstörungen?

Essstörungen werden von den Betroffenen – überwiegend Mädchen – bereits in jungen Jahren, häufig vor oder während der Pubertät ausgebildet, wobei in der Regel mehrere Faktoren zusammenwirken. Großen Einfluss hat zum einen die genetische Prädisposition der Betroffenen. Entscheidend sind jedoch häufig ein geringes Selbstwertgefühl und die Sorge um das eigene Aussehen angesichts bestimmter massenmedial verbreiteter Schönheitsideale. Die steigende Zahl stationärer Fälle korrespondiert dabei mit einer gesellschaftlich stark gestiegenen Bedeutung psychischer Erkrankungen insgesamt. Die Gesundheitsberichterstattung der Krankenkassen zeigt, dass sich das Arbeitsunfähigkeitsvolumen aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten vervielfacht hat. Psychische Erkrankungen sind damit zu einer der wichtigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit aufgestiegen.

Anzahl der in deutschen Krankenhäusern diagnostizierten Fälle von Anorexie und Bulimie in den Jahren 2000 bis 2018

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Quelle

Veröffentlichungsdatum

September 2020

Region

Deutschland

Erhebungszeitraum

2000 bis 2017

Hinweise und Anmerkungen

Die Abkürzung GBE steht für Gesundheitsberichterstattung des Bundes.
* Fälle von Anorexia nervosa (ICD-10: F50.0) und atypischer Anorexia nervosa (ICD-10: F50.1) wurden zusammengefasst.
** Fälle von Bulimia nervosa (ICD-10: F50.2) und atypischer Bulimia nervosa (ICD-10: F50.3) wurden zusammengefasst.

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