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Statistiken zu Griechenland

Griechenland zählt zu den wichtigsten Ländern in der europäischen Schuldenkrise. Nach mehr als acht Jahren verließ Griechenland am 20. August 2018, nach Abschluss des dritten Hilfspakets, das europäische Hilfsprogramm. Nicht nur unter internationalen Wirtschaftswissenschaftlern wird recht einhellig die Meinung vertreten, dass Griechenland ohne einen Schuldenschnitt nicht in der Lage sein wird seine Verbindlichkeiten zukünftig zu begleichen.

Die Staatsverschuldung von Griechenland hat sich vor allem seit 2008 stark erhöht und betrug 2011 rund 373,8 Milliarden Euro. 2020 betrugen die Staatsschulden Griechenlands noch rund 350,3 Milliarden Euro. Die Staatsschuldenquote stieg von 110,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Beginn der Krise im Jahr 2008 auf rund 211,2 Prozent im Jahr 2020. Griechenland steht damit auf Rang vier der Länder mit der höchsten Staatsverschuldung weltweit; nur Venezuela, der Sudan und Japan sind noch stärker verschuldet. Griechenland konnte sein Staatsdefizit in den letzten Jahren deutlich reduzieren: Nachdem es 2009 noch gut 36 Milliarden Euro betragen hatte, erzielte Griechenland in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils einen geringfügigen Haushaltsüberschuss. Dieser Trend setzte sich im Jahr 2020 jedoch nicht fort, das Staatsdefizit betrug in diesem Jahr rund 17,4 Milliarden Euro. Die Defizitquote betrug 2009 rund 15,3 Prozent des BIP, im Jahr 2020 betrug das Staatsdefizit etwa 10,5 Prozent des BIP.

Die Bevölkerung von Griechenland betrug 2020 rund 10,72 Millionen Einwohner. Aufgrund der schweren Wirtschaftskrise ist die Bevölkerungsentwicklung in Griechenland seit Jahren negativ; 2020 verringerte sich die die Bevölkerung in Griechenland um circa 0,06 Prozent. Die Fertilitätsrate in Griechenland ist bereits seit vielen Jahren sehr niedrig und hat sich in jüngster Vergangenheit noch verringert. 2019 lag sie bei 1,34 Kinder je Frau - eine der niedrigsten Fertilitätsraten weltweit (Platz 15).

Gleichzeitig weist Griechenland seit Beginn der Wirtschaftskrise deutliche Veränderungen in den jährlichen Migrationssalden auf. Während Griechenland im Jahr 2009 noch einen positiven Migrationssaldo von 14.927 Personen registrierte, verzeichnete man seit 2010 negative Migrationssalden - es wandern jährlich mehr Menschen aus Griechenland aus, als im gleichen Zeitraum Menschen nach Griechenland einwandern. 2016 wurde wieder ein positiver Migrationssaldo von 10.332 Personen registriert; dieser Trend setzte sich bis ins Jahr 2019 fort. In diesem Jahr betrug das Migrationssaldo 34.439 Personen. Da sich die Anzahl der Auswanderungen in 2016 im Vergleich der Vorjahre kaum verringerte und mit rund 106.535 Auswanderungen weiterhin sehr hoch war, sich gleichzeitig die Anzahl der Einwanderungen in diesem Jahr sprunghaft erhöhte (2015: 64.446 Einwanderungen vs. 2016: 116.867 Einwanderungen), bleibt unklar, ob es sich um Anpassungen der methodischen Erfassung (Zeitreihenbruch) handelt. Dieser Umstand hat Folgen für das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Griechenland, das im Jahr 2020 geschätzt rund 45,6 Jahre betrug. Griechenland ist damit das Land mit dem sechsthöchsten Durchschnittsalter der Bevölkerung weltweit. Zusätzlich steht Griechenland im Focus der europäischen Flüchtlingskrise, da dessen weitläufigen Küsten Außengrenzen der Europäischen Union (EU) sind und hier neben Italien die meisten Ankünfte von Flüchtlingen über den Seeweg zu verzeichnen sind.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Griechenland betrug 2020 rund 189,3 Milliarden US-Dollar; 2008 sind es rund 352,9 Milliarden US-Dollar gewesen. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl ergibt sich ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von circa 17.657 US-Dollar je Einwohner. Sowohl die absolute Wirtschaftsleistung als auch das Pro-Kopf-BIP sind nach 2008 deutlich gesunken. Seit dem Jahr 2008 Jahr ist auch das Wirtschaftswachstum in Griechenland negativ; nach einem Rückgang von rund 9,1 Prozent im (negativen)-Rekordjahr 2011 erfuhr Griechenland in den Jahren ab 2017 wieder Wirtschaftswachstum. 2020 erfuhr die griechische Wirtschaft jedoch wieder einen Einbruch um etwa 8,3 Prozent; im Jahr 2021 wird das Wirtschaftswachstum auf 6,5 Prozent prognostiziert. Im Zuge dieser negativen Wirtschaftsentwicklung hat sich die Arbeitslosenquote in Griechenland zwischen 2008 und 2013 von 7,75 Prozent auf rund 27,5 Prozent mehr als verdreifacht, wenngleich die Arbeitslosenquote seit 2013 langsam sinkt und 2020 noch rund 16,4 Prozent betrug. Griechenland steht damit hinter Spanien auf dem zweiten Platz der Liste der EU-Länder mit der höchsten Arbeitslosigkeit und auf Platz 17 der Liste der Länder mit den höchsten Arbeitslosenquoten weltweit. Besonders hoch ist in Griechenland die Jugendarbeitslosigkeit mit rund 39,1 Prozent (Stand: Januar 2022) - ein wesentlicher Faktor der Emigration und des brain drain. Die Inflation in Griechenland ist gering: Im Jahr 2017 betrug die Teuerungsrate rund 1,1 Prozent, in den darauffolgenden Jahren sank die Inflationsrate; im Jahr 2020 sank sie mit -1,3 Prozent erstmals seit 2015 wieder in den Negativbereich. Griechenland gehört damit zu den Ländern mit den niedrigsten Inflationsraten weltweit.

Griechenland weist mit circa 31,9 Prozent (2020) den drittgeringsten Exportanteil der "EU-Krisenländer" am jeweiligen Bruttoinlandsprodukt auf. Nur bei den EU-Staaten Frankreich, Italien und Spanien liegt die Exportquote niedriger.
Im Jahr 2020 exportierte Griechenland Waren im Wert von rund 35,09 Milliarden US-Dollar und importierte Güter für circa 55,51 Milliarden US-Dollar. Griechenland konnte sein Defizit in der Handelsbilanz von 37,9 Milliarden US-Dollar 2010 auf 20,4 Milliarden US-Dollar 2020 deutlich verringern; gehört jedoch trotzdem zu den Ländern mit dem größten Handelsbilanzdefizit weltweit. Wichtigste Handelspartner für Griechenland im Export sind Italien, Deutschland, die Türkei, Zypern und Bulgarien; im Import sind es Deutschland, Italien und China.

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