Statistiken zu Griechenland

Griechenland zählt zu den wichtigsten Ländern in der europäischen Schuldenkrise. Nach mehr als acht Jahren verließ Griechenland am 20. August 2018, nach Abschluss des dritten Hilfspakets, das europäische Hilfsprogramm. Nicht nur unter internationalen Wirtschaftswissenschaftlern wird recht einhellig die Meinung vertreten, dass Griechenland ohne einen Schuldenschnitt nicht in der Lage sein wird seine Verbindlichkeiten zukünftig zu begleichen.

Die Staatsverschuldung von Griechenland hat sich vor allem seit 2008 stark erhöht und betrug 2011 rund 356,3 Milliarden Euro. 2017 betrugen die Staatsschulden Griechenlands noch rund 323,3 Milliarden Euro. Die Staatsschuldenquote stieg von 109,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Beginn der Krise im Jahr 2008 auf rund 181,9 Prozent im Jahr 2017. Griechenland steht damit auf Rang zwei der Länder mit der höchsten Staatsverschuldung weltweit; nur Japan ist noch stärker verschuldet. Griechenland konnte sein Staatsdefizit in den letzten Jahren deutlich reduzieren: Nachdem es 2009 noch gut 36 Milliarden Euro betragen hatte, erzielte Griechenland nach 2016 auch im Jahr 2017 einen geringfügigen Haushaltsüberschuss von rund 60 Millionen Euro. Die Defizitquote betrug 2009 15,1 Prozent des BIP und entwickelte sich 2017 zu einem kleinen Staatsüberschuss von etwa 0,03 Prozent des BIP.

Die Bevölkerung von Griechenland betrug 2017 rund 10,77 Millionen Einwohner. Aufgrund der schweren Wirtschaftskrise ist die Bevölkerungsentwicklung in Griechenland seit Jahren negativ; 2017 verringerte sich die die Bevölkerung in Griechenland um circa 0,1 Prozent. Die Fertilitätsrate in Griechenland ist bereits seit vielen Jahren sehr niedrig und hat sich in jüngster Vergangenheit noch verringert. 2016 lag sie bei 1,33 Kinder je Frau - eine der niedrigsten Fertilitätsraten weltweit (Platz neun).

Gleichzeitig weist Griechenland seit Beginn der Wirtschaftskrise deutliche Veränderungen in den jährlichen Migrationssalden auf. Während Griechenland im Jahr 2009 noch einen positiven Migrationssaldo von 14.927 Personen registrierte, verzeichnete man seit 2010 negative Migrationssalden - es wandern jährlich mehr Menschen aus Griechenland aus, als im gleichen Zeitraum Menschen nach Griechenland einwandern. 2016 wurde wieder ein positiver Migrationssaldo von 10.332 Personen registriert. Da sich die Anzahl der Auswanderungen im Vergleich der Vorjahre kaum verringerte und mit rund 106.535 Auswanderungen in 2016 weiterhin sehr hoch ist, sich gleichzeitig die Anzahl der Einwanderungen sprunghaft erhöhte (2015: 64.446 Einwanderungen vs. 2016: 116.867 Einwanderungen), bleibt unklar, ob es sich um Anpassungen der methodischen Erfassung (Zeitreihenbruch) handelt. Dieser Umstand hat Folgen für das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Griechenland, das im Jahr 2015 rund 43,3 Jahre betrug und Griechenland damit das Land mit dem sechsthöchsten Durchschnittsalter der Bevölkerung weltweit ist. Zusätzlich steht Griechenland im Focus der europäischen Flüchtlingskrise, da dessen weitläufigen Küsten Außengrenzen der Europäischen Union (EU) sind und hier neben Italien die meisten Ankünfte von Flüchtlingen über den Seeweg zu verzeichnen sind.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Griechenland betrug 2017 rund 200,7 Milliarden US-Dollar; 2008 sind es rund 356,1 Milliarden US-Dollar gewesen. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl ergibt sich ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von circa 18.637 US-Dollar je Einwohner. Sowohl die absolute Wirtschaftsleistung als auch das Pro-Kopf-BIP sind nach 2008 deutlich gesunken. Seit dem Jahr 2008 Jahr ist auch das Wirtschaftswachstum in Griechenland negativ; nach einem Rückgang von rund 9,1 Prozent im (negativen)-Rekordjahr 2011 wuchs die Wirtschaft im Jahr 2017 wieder mit rund 1,35 Prozent. Im Zeitraum der vergangenen zehn Jahre ist dies überhaupt nur das zweite Jahr, in dem die Wirtschaft nicht schrumpfte. 2018 wird mit einem soliden Wachstum von rund 2 Prozent gerechnet. Im Zuge dieser negativen Wirtschaftsentwicklung hat sich die Arbeitslosenquote in Griechenland zwischen 2008 und 2013 von 7,75 Prozent auf rund 27,5 Prozent mehr als verdreifacht, wenngleich die Arbeitslosenquote seit 2013 langsam sinkt und 2017 noch rund 21,45 Prozent betrug. Griechenland steht damit an der Spitze der Liste von den EU-Ländern mit der höchsten Arbeitslosigkeit und auf Platz neun der Liste der Länder mit den höchsten Arbeitslosenquoten weltweit. Besonders hoch ist in Griechenland die Jugendarbeitslosigkeit mit rund 39,1 Prozent (Stand: August 2018) - ein wesentlicher Faktor der Emmigration und des brain drain. Die Inflation in Griechenland ist gering: Sie stagnierte 2016 bzw. wuchs um rund 0,01 Prozent, nachdem sie zuvor drei Jahre in Folge sank; 2017 betrug die Teuerungsrate rund 1,1 Prozent. Griechenland gehört damit nicht mehr zu den Ländern mit den niedrigsten Inflationsraten weltweit und befindet sich nicht mehr in der Deflationsspirale.

Griechenland weist mit circa 33,2 Prozent (2017) den zweitgeringsten Exportanteil der "EU-Krisenländer" am jeweiligen Bruttoinlandsprodukt auf. Nur bei den EU-Staaten Großbritannien, Frankreich und Italien liegt die Exportquote niedriger.
Im Jahr 2017 exportierte Griechenland Waren im Wert von rund 32,6 Milliarden US-Dollar und importierte Güter für circa 56,85 Milliarden US-Dollar. Griechenland konnte sein Defizit in der Handelsbilanz von 66,2 Milliarden US-Dollar 2008 auf 24,25 Milliarden US-Dollar 2017 deutlich verringern; gehört jedoch trotzdem zu den Ländern mit dem größten Handelsbilanzdefizit weltweit. Wichtigste Handelspartner für Griechenland im Export sind Italien, Deutschland, Zypern und die Türkei; im Import sind es Deutschland, Italien und China.

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