Statistiken zu Frankreich

Frankreich: Angaben zu Demografie und Bevölkerung

Die Einwohnerzahl von Frankreich hat sich im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um rund 120.000 Bürger auf insgesamt rund 65,12 Millionen Einwohner erhöht. Mit Blick auf die Einwohnerzahl in den EU-Ländern nimmt Frankreich nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU (Brexit) nun den zweiten Platz ein. Die größten Städte in Frankreich sind Paris, Marseille und Lyon.
Frankreich gehört mit einer Lebenserwartung von rund 83 Jahren (2019) zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung. Die Fertilitätsrate von Frankreich hat im Jahr 2019 rund 1,9 Kinder pro Frau betragen. Dies ist allgemein eine relativ hohe Geburtenziffer für ein Industrieland und eine der höchsten Fertilitätsraten im europäischen Vergleich. Frankreich weist daher auch im europäischen Vergleich eine recht junge Bevölkerungsstruktur auf.

Migration, Asyl und Ausländer in Frankreich
Der Migrationssaldo für Frankreich war in den letzten Jahren zwar durchweg positiv, allerdings mit deutlichen Schwankungen in der absoluten Höhe: Im Jahr 2009 betrug der Migrationssaldo für Frankreich 32.339 Personen während der Migrationssaldo für das Jahr 2019 rund 86.400 Personen betragen hat. Das kontinuierliche Bevölkerungswachstum Frankreichs ist im Gegensatz zu anderen europäischen Industrieländern nur teilweise auf Einwanderung zurückzuführen und resultiert auch aus der günstigen Altersstruktur (relativ hoher Frauenanteil im gebärfähigen Alter) in Kombination mit der vergleichsweise hohen Fertilitätsrate.

Die Anzahl der monatlichen Asylbewerberzahlen in Frankreich ist aufgrund der erschwerten Fluchtmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie (Lockdowns, Beschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit) im vorigen Jahr deutlich eingebrochen, hat sich seitdem aber wieder deutlich erhöht. Im Mai 2020 registrierten die französischen Behörden rund 3.185 Asylanträge wovon 2.925 auf Erstanträge entfielen. Ein Jahr später, im Mai 2021 wurden 8.180 Asylanträge in Frankreich registriert.
Der Ausländeranteil in Frankreich hat im Jahr 2020 rund 7,6 Prozent der Gesamtbevölkerung betragen. Rund 2,2 Prozent des Ausländeranteils in Frankreich entfällt auf EU-Ausländer und rund 5,5 Prozent auf Drittstaatsangehörige (Nicht-EU-Ausländer).
Die häufigsten ausländischen Staatsangehörigkeiten in Frankreich entfallen auf jeweils mehr als eine halbe Million Bürger mit algerischer, portugiesischer und marokkanischer Nationalität. In Großbritannien, Belgien und der Schweiz leben die meisten französischen Staatsbürger in Europa außerhalb des eigenen Landes.

Frankreichs Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Frankreich hat sich im Zuge der, durch die Corona-Krise, ausgelösten Rezession auf rund 2,6 Billionen US-Dollar im Jahr 2020 reduziert. Im Vorjahr 2019 hat das französische BIP noch rund 2,72 Billionen US-Dollar betragen. Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft insgesamt in eine Krise gestürzt und hat sich auf nahezu alle Volkswirtschaften negativ ausgewirkt, wenngleich jedoch im unterschiedlichen Maße. Frankreich hat seine Position als sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt im Jahr 2020 an Indien verloren, dürfte jedoch nach den aktuellen BIP-Prognosen internationaler Wirtschaftsinstitute bereits in diesem Jahr wieder an Indien vorbeiziehen. Nachdem Großbritannien die EU verlassen hat, weist Frankreich nach Deutschland das zweitgrößte Bruttoinlandsprodukt der EU-Länder auf.

Frankreich verzeichnet aufgrund struktureller Probleme seit Jahren relativ schwache Wachstumsraten, auch wenn man das erste Jahr der Corona-Pandemie ausklammert. Im vergangenen Jahr 2020 ist das Wirtschaftswachstum in Frankreich um rund 8,2 Prozent eingebrochen. Für das laufende Jahr wird mit einem Wirtschaftswachstum in Frankreich von rund 5,8 Prozent gerechnet. Obwohl BIP-Schätzungen aufgrund der Unwägbarkeiten der Pandemie derzeit als recht volatil und daher nur mit Vorsicht zu betrachten sind, sehen alle aktuellen Prognosen für Frankreich in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum im Bereich von 5,5 Prozent bis 5,8 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Frankreich hat 2020 geschätzt rund 39.907 US-Dollar betragen, für das Jahr 2021 wird ein Anstieg auf rund 45.000 US-Dollar prognostiziert.

Frankreich kämpft mit hohen Arbeitslosenzahlen
Im Jahr 2020 ist die Arbeitslosenquote in Frankreich auf rund 8,2 Prozent gesunken, nachdem sie 2019 noch rund 8,5 Prozent betragen hat. Für das Jahr 2021 wird ein Anstieg der Arbeitslosenquote in Frankreich auf rund 9,1 Prozent erwartet. Aufgrund von aktuellen arbeitsmarktpolitischen Stabilisierungseffekten, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen, wie nachhaltig sich die Beschäftigungssituation verbessert hat. Frankreich weist seit Jahren eine der höchsten Arbeitslosenquoten innerhalb der Europäischen Union (EU) auf, während in anderen EU-Ländern faktisch Vollbeschäftigung herrscht. Insbesondere die sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit bekam Frankreich lange Zeit nicht in den Griff. Die Jugendarbeitslosenquote von rund 19 Prozent in Frankreich ist im Vergleich der Jugendarbeitslosigkeit in den EU-Ländern zwar weiterhin hoch, hat sich aber in den letzten Jahren deutlich verringert.

Angst vor hoher Inflation: Die Reallöhne in Frankreich sinken
Die Inflationsrate von Frankreich ist über Jahre hinweg sehr gering gewesen, wie auch in allen anderen EU-Mitgliedstaaten. Im Jahr 2020 ist die Inflationsrate in Frankreich auf 0,5 Prozent gesunken, weit entfernt vom 2-Prozent Ziel der europäischen Zentralbank. 2021 sollen die Preise in Frankreich moderat um rund 1,1 Prozent steigen. Die monatlichen Inflationsraten in den Ländern der Europäischen Union ziehen jedoch deutlich an und könnten zum Jahresende deutlich über zwei Prozent liegen. Die Entwicklung der Reallöhne in Frankreich ist trotz der geringen Inflation das dritte Jahr in Folge rückläufig. Im Jahr 2020 sind die Reallöhne in Frankreich um rund 2,8 Prozent gesunken. Steigen die Preise jetzt deutlich stärker als in den Vorjahren, wird auch der Reallohnverlust höher ausfallen.

Außenhandel von Frankreich

Im Jahr 2020 sind die Exporte aus Frankreich um mehr als 80 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Frankreich exportiere im Jahr 2020 Güter im Wert von rund 488,35 Milliarden US-Dollar, der geringste Wert seit 2009. Auch die Importe nach Frankreich sind im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2020 deutlich zurückgegangen: Frankreich importierte im Jahr 2020 Güter im Wert von rund 582,35 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang der Importe um rund 72 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr.
In der Rangliste der größten Exportländer weltweit verschlechtert sich Frankreich im Jahr 2020 auf den neunten Platz (im Vorjahr siebtgrößtes Exportland). Im Ranking der größten Importländer ist Frankreich 2020 die siebtgrößte Importnation weltweit, nachdem es im Vorjahr noch der sechstgrößte Importnation gewesen ist.
Das Defizit in der Handelsbilanz von Frankreich hat sich ausgehend vom Tiefstand 2011 mit rund 123,6 Milliarden US-Dollar verringert. Im Jahr 2020 erzielt Frankreich ein Handelsbilanzdefizit von rund 94 Milliarden US-Dollar - das viertgrößte Handelsbilanzdefizit weltweit.

Frankreichs Außenhandel - geringere Abhängigkeit von China
Frankreich exportiert größtenteils in die EU. Vier der sechs wichtigsten Exportländer für Frankreich sind andere EU-Länder, sowie Großbritannien und die USA. Deutschland ist mit einem Anteil von rund 14 Prozent aller französischen Ausfuhren der wichtigste Exportpartner für Frankreich.
Deutschland ist mit einem Anteil von rund 18 Prozent an den gesamten Einfuhren auch der größte Importpartner für Frankreich. Fünf der sieben wichtigsten Importländer für Frankreich sind andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-27). China (sieben Prozent) und die USA (fünf Prozent) sind auch wichtige Importländer für Frankreich, aber im Vergleich zu Deutschland, dessen wichtigster Importpartner China ist, ist Frankreichs Außenhandel wesentlich unabhängiger von China.

Staatsfinanzen von Frankreich - Rekorddefizit 2020

Die Staatsverschuldung in Frankreich ist vor allem nach 2008 (rund 1,35 Billionen Euro) und gegenwärtig im Zuge der Corona-Krise stark auf geschätzt rund 2,58 Billiarden Euro im Jahr 2020 gestiegen. Umgerechnet auf die Wirtschaftsleistung ergibt sich für 2020 eine Schuldenquote von Frankreich von rund 113,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Neuverschuldung ist im Jahr 2020 bis auf wenige Ausnahmen in den meisten Märkten stark gestiegen, daher ist Frankreich trotz der hohen Nettoneuverschuldung nicht in der Rangliste der Länder mit der höchsten Staatsverschuldung vertreten.
Der Haushaltssaldo von Frankreich ist seit Jahrzehnten negativ. Der Staat hat also höhere Ausgaben als Einnahmen. Im Jahr 2020 erreichte das Staatsdefizit von Frankreich geschätzt rund 9,9 Prozent der Wirtschaftsleistung - das höchste Defizit Frankreichs seit Beginn der Zeitreihe 1980 aber gering genug, um nicht im Ranking der Länder mit dem höchsten Staatsdefizit weltweit vertreten zu sein.
Das Staatsdefizit in absoluten Zahlen betrug 2020 geschätzt rund 225,4 Milliarden Euro.

Frankreich im internationalen Vergleich - die letzte Atommacht der Europäischen Union

Frankreich ist eine von weltweit 9 Atommächten und verfügt nach derzeitigem Stand (2021) über 290 nukleare Sprengköpfe. Nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU (Brexit) ist Frankreich die einzige Atommacht der Europäischen Union (EU-27).
Frankreich hat nach den USA und der UdSSR/Russland mit 210 Atomwaffentests bis offiziell 1996, die drittmeisten Kernwaffentests weltweit durchgeführt, was immer wieder internationale Kritik hervorrief.
Frankreich ist eines der ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat und vollständig vetofähig. Von diesem Recht machte Frankreich allerdings zuletzt im Zeitraum 1981 bis 1990 Gebrauch.

Frankreich ist in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel terroristischer Anschläge gewesen und hat insgesamt die höchste Anzahl terroristischer Angriffe in der EU zu verzeichnen.

Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022
Im kommenden Jahr finden in Frankreich Präsidentschaftswahlen statt. Anders als in Deutschland, wo der Staatspräsident nicht direkt vom Volk gewählt wird und nur repräsentative Aufgaben erfüllt, ist der Staatspräsident in Frankreich das Staatsoberhaupt des Landes und zugleich auch Oberbefehlshaber der französischen Armee. Wie auch bei der letzten Präsidentschaftswahl in Frankreich 2017 wird auch für das kommende Jahr schlussendlich eine Stichwahl zwischen dem amtierenden Staatspräsidenten Emanuel Macron und der Kandidatin der rechtsextremen Partei "Rassemblement National" (vormals Front National) erwartet.

Wichtige Kennzahlen

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Wirtschaft

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Frankreich: Angaben zu Demografie und Bevölkerung

Die Einwohnerzahl von Frankreich hat sich im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um rund 120.000 Bürger auf insgesamt rund 65,12 Millionen Einwohner erhöht. Mit Blick auf die Einwohnerzahl in den EU-Ländern nimmt Frankreich nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU (Brexit) nun den zweiten Platz ein. Die größten Städte in Frankreich sind Paris, Marseille und Lyon.
Frankreich gehört mit einer Lebenserwartung von rund 83 Jahren (2019) zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung. Die Fertilitätsrate von Frankreich hat im Jahr 2019 rund 1,9 Kinder pro Frau betragen. Dies ist allgemein eine relativ hohe Geburtenziffer für ein Industrieland und eine der höchsten Fertilitätsraten im europäischen Vergleich. Frankreich weist daher auch im europäischen Vergleich eine recht junge Bevölkerungsstruktur auf.

Migration, Asyl und Ausländer in Frankreich
Der Migrationssaldo für Frankreich war in den letzten Jahren zwar durchweg positiv, allerdings mit deutlichen Schwankungen in der absoluten Höhe: Im Jahr 2009 betrug der Migrationssaldo für Frankreich 32.339 Personen während der Migrationssaldo für das Jahr 2019 rund 86.400 Personen betragen hat. Das kontinuierliche Bevölkerungswachstum Frankreichs ist im Gegensatz zu anderen europäischen Industrieländern nur teilweise auf Einwanderung zurückzuführen und resultiert auch aus der günstigen Altersstruktur (relativ hoher Frauenanteil im gebärfähigen Alter) in Kombination mit der vergleichsweise hohen Fertilitätsrate.

Die Anzahl der monatlichen Asylbewerberzahlen in Frankreich ist aufgrund der erschwerten Fluchtmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie (Lockdowns, Beschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit) im vorigen Jahr deutlich eingebrochen, hat sich seitdem aber wieder deutlich erhöht. Im Mai 2020 registrierten die französischen Behörden rund 3.185 Asylanträge wovon 2.925 auf Erstanträge entfielen. Ein Jahr später, im Mai 2021 wurden 8.180 Asylanträge in Frankreich registriert.
Der Ausländeranteil in Frankreich hat im Jahr 2020 rund 7,6 Prozent der Gesamtbevölkerung betragen. Rund 2,2 Prozent des Ausländeranteils in Frankreich entfällt auf EU-Ausländer und rund 5,5 Prozent auf Drittstaatsangehörige (Nicht-EU-Ausländer).
Die häufigsten ausländischen Staatsangehörigkeiten in Frankreich entfallen auf jeweils mehr als eine halbe Million Bürger mit algerischer, portugiesischer und marokkanischer Nationalität. In Großbritannien, Belgien und der Schweiz leben die meisten französischen Staatsbürger in Europa außerhalb des eigenen Landes.

Frankreichs Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Frankreich hat sich im Zuge der, durch die Corona-Krise, ausgelösten Rezession auf rund 2,6 Billionen US-Dollar im Jahr 2020 reduziert. Im Vorjahr 2019 hat das französische BIP noch rund 2,72 Billionen US-Dollar betragen. Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft insgesamt in eine Krise gestürzt und hat sich auf nahezu alle Volkswirtschaften negativ ausgewirkt, wenngleich jedoch im unterschiedlichen Maße. Frankreich hat seine Position als sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt im Jahr 2020 an Indien verloren, dürfte jedoch nach den aktuellen BIP-Prognosen internationaler Wirtschaftsinstitute bereits in diesem Jahr wieder an Indien vorbeiziehen. Nachdem Großbritannien die EU verlassen hat, weist Frankreich nach Deutschland das zweitgrößte Bruttoinlandsprodukt der EU-Länder auf.

Frankreich verzeichnet aufgrund struktureller Probleme seit Jahren relativ schwache Wachstumsraten, auch wenn man das erste Jahr der Corona-Pandemie ausklammert. Im vergangenen Jahr 2020 ist das Wirtschaftswachstum in Frankreich um rund 8,2 Prozent eingebrochen. Für das laufende Jahr wird mit einem Wirtschaftswachstum in Frankreich von rund 5,8 Prozent gerechnet. Obwohl BIP-Schätzungen aufgrund der Unwägbarkeiten der Pandemie derzeit als recht volatil und daher nur mit Vorsicht zu betrachten sind, sehen alle aktuellen Prognosen für Frankreich in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum im Bereich von 5,5 Prozent bis 5,8 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Frankreich hat 2020 geschätzt rund 39.907 US-Dollar betragen, für das Jahr 2021 wird ein Anstieg auf rund 45.000 US-Dollar prognostiziert.

Frankreich kämpft mit hohen Arbeitslosenzahlen
Im Jahr 2020 ist die Arbeitslosenquote in Frankreich auf rund 8,2 Prozent gesunken, nachdem sie 2019 noch rund 8,5 Prozent betragen hat. Für das Jahr 2021 wird ein Anstieg der Arbeitslosenquote in Frankreich auf rund 9,1 Prozent erwartet. Aufgrund von aktuellen arbeitsmarktpolitischen Stabilisierungseffekten, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen, wie nachhaltig sich die Beschäftigungssituation verbessert hat. Frankreich weist seit Jahren eine der höchsten Arbeitslosenquoten innerhalb der Europäischen Union (EU) auf, während in anderen EU-Ländern faktisch Vollbeschäftigung herrscht. Insbesondere die sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit bekam Frankreich lange Zeit nicht in den Griff. Die Jugendarbeitslosenquote von rund 19 Prozent in Frankreich ist im Vergleich der Jugendarbeitslosigkeit in den EU-Ländern zwar weiterhin hoch, hat sich aber in den letzten Jahren deutlich verringert.

Angst vor hoher Inflation: Die Reallöhne in Frankreich sinken
Die Inflationsrate von Frankreich ist über Jahre hinweg sehr gering gewesen, wie auch in allen anderen EU-Mitgliedstaaten. Im Jahr 2020 ist die Inflationsrate in Frankreich auf 0,5 Prozent gesunken, weit entfernt vom 2-Prozent Ziel der europäischen Zentralbank. 2021 sollen die Preise in Frankreich moderat um rund 1,1 Prozent steigen. Die monatlichen Inflationsraten in den Ländern der Europäischen Union ziehen jedoch deutlich an und könnten zum Jahresende deutlich über zwei Prozent liegen. Die Entwicklung der Reallöhne in Frankreich ist trotz der geringen Inflation das dritte Jahr in Folge rückläufig. Im Jahr 2020 sind die Reallöhne in Frankreich um rund 2,8 Prozent gesunken. Steigen die Preise jetzt deutlich stärker als in den Vorjahren, wird auch der Reallohnverlust höher ausfallen.

Außenhandel von Frankreich

Im Jahr 2020 sind die Exporte aus Frankreich um mehr als 80 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Frankreich exportiere im Jahr 2020 Güter im Wert von rund 488,35 Milliarden US-Dollar, der geringste Wert seit 2009. Auch die Importe nach Frankreich sind im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2020 deutlich zurückgegangen: Frankreich importierte im Jahr 2020 Güter im Wert von rund 582,35 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang der Importe um rund 72 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr.
In der Rangliste der größten Exportländer weltweit verschlechtert sich Frankreich im Jahr 2020 auf den neunten Platz (im Vorjahr siebtgrößtes Exportland). Im Ranking der größten Importländer ist Frankreich 2020 die siebtgrößte Importnation weltweit, nachdem es im Vorjahr noch der sechstgrößte Importnation gewesen ist.
Das Defizit in der Handelsbilanz von Frankreich hat sich ausgehend vom Tiefstand 2011 mit rund 123,6 Milliarden US-Dollar verringert. Im Jahr 2020 erzielt Frankreich ein Handelsbilanzdefizit von rund 94 Milliarden US-Dollar - das viertgrößte Handelsbilanzdefizit weltweit.

Frankreichs Außenhandel - geringere Abhängigkeit von China
Frankreich exportiert größtenteils in die EU. Vier der sechs wichtigsten Exportländer für Frankreich sind andere EU-Länder, sowie Großbritannien und die USA. Deutschland ist mit einem Anteil von rund 14 Prozent aller französischen Ausfuhren der wichtigste Exportpartner für Frankreich.
Deutschland ist mit einem Anteil von rund 18 Prozent an den gesamten Einfuhren auch der größte Importpartner für Frankreich. Fünf der sieben wichtigsten Importländer für Frankreich sind andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-27). China (sieben Prozent) und die USA (fünf Prozent) sind auch wichtige Importländer für Frankreich, aber im Vergleich zu Deutschland, dessen wichtigster Importpartner China ist, ist Frankreichs Außenhandel wesentlich unabhängiger von China.

Staatsfinanzen von Frankreich - Rekorddefizit 2020

Die Staatsverschuldung in Frankreich ist vor allem nach 2008 (rund 1,35 Billionen Euro) und gegenwärtig im Zuge der Corona-Krise stark auf geschätzt rund 2,58 Billiarden Euro im Jahr 2020 gestiegen. Umgerechnet auf die Wirtschaftsleistung ergibt sich für 2020 eine Schuldenquote von Frankreich von rund 113,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Neuverschuldung ist im Jahr 2020 bis auf wenige Ausnahmen in den meisten Märkten stark gestiegen, daher ist Frankreich trotz der hohen Nettoneuverschuldung nicht in der Rangliste der Länder mit der höchsten Staatsverschuldung vertreten.
Der Haushaltssaldo von Frankreich ist seit Jahrzehnten negativ. Der Staat hat also höhere Ausgaben als Einnahmen. Im Jahr 2020 erreichte das Staatsdefizit von Frankreich geschätzt rund 9,9 Prozent der Wirtschaftsleistung - das höchste Defizit Frankreichs seit Beginn der Zeitreihe 1980 aber gering genug, um nicht im Ranking der Länder mit dem höchsten Staatsdefizit weltweit vertreten zu sein.
Das Staatsdefizit in absoluten Zahlen betrug 2020 geschätzt rund 225,4 Milliarden Euro.

Frankreich im internationalen Vergleich - die letzte Atommacht der Europäischen Union

Frankreich ist eine von weltweit 9 Atommächten und verfügt nach derzeitigem Stand (2021) über 290 nukleare Sprengköpfe. Nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU (Brexit) ist Frankreich die einzige Atommacht der Europäischen Union (EU-27).
Frankreich hat nach den USA und der UdSSR/Russland mit 210 Atomwaffentests bis offiziell 1996, die drittmeisten Kernwaffentests weltweit durchgeführt, was immer wieder internationale Kritik hervorrief.
Frankreich ist eines der ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat und vollständig vetofähig. Von diesem Recht machte Frankreich allerdings zuletzt im Zeitraum 1981 bis 1990 Gebrauch.

Frankreich ist in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel terroristischer Anschläge gewesen und hat insgesamt die höchste Anzahl terroristischer Angriffe in der EU zu verzeichnen.

Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022
Im kommenden Jahr finden in Frankreich Präsidentschaftswahlen statt. Anders als in Deutschland, wo der Staatspräsident nicht direkt vom Volk gewählt wird und nur repräsentative Aufgaben erfüllt, ist der Staatspräsident in Frankreich das Staatsoberhaupt des Landes und zugleich auch Oberbefehlshaber der französischen Armee. Wie auch bei der letzten Präsidentschaftswahl in Frankreich 2017 wird auch für das kommende Jahr schlussendlich eine Stichwahl zwischen dem amtierenden Staatspräsidenten Emanuel Macron und der Kandidatin der rechtsextremen Partei "Rassemblement National" (vormals Front National) erwartet.

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