Staatsverschuldung von Griechenland bis 2024

Die Staatsverschuldung von Griechenland ist zuletzt wieder angestiegen, womit für das Jahr 2018 ein Schuldenstand von circa 341,5 Milliarden Euro erreicht wurde. Griechenland wurde durch die Finanz- und Schuldenkrise besonders hart getroffen und sitzt gemessen an der Wirtschaftsleistung auf einem gewaltigen Schuldenberg. Vom IWF und internationalen Wirtschaftsforschungsinstituten wird recht einhellig die Meinung vertreten, dass Griechenland seine Schulden nicht aus eigener Kraft begleichen kann. Warum ist das so, wenn Japan doch viel höher verschuldet ist aber dennoch seine Schulden stets fristgerecht begleichen kann?

Der Haircut wird kommen

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Japan und Griechenland sind die unterschiedlichen Refinanzierungsmöglichkeiten beider Länder an den Kapitalmärkten. Die Kreditwürdigkeit Japans wird durch die Ratingagenturen hoch eingeschätzt, die Kreditwürdigkeit Griechenlands wird als sehr niedrig (hochspekulative Anlage) eingeschätzt. Daher muss Griechenland eine sehr hohe Verzinsung für seine Staatsanleihen anbieten, um überhaupt Abnehmer zu finden, während Japan es sich gegenwärtig sogar leisten kann, eine negative Verzinsung für seine Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit auf den Markt zu bringen.

Griechenland müsste in den kommenden 40 Jahren u.a. ein durchweg hohes Wirtschaftswachstum und Überschüsse im Haushalt erzielen, um seine Schulden begleichen zu können. Dies ist in dieser Form bisher noch keinem Staat weltweit gelungen. Ein Schuldenschnitt (haircut), also der Teilerlass von Forderungen durch die Gläubiger, ist unausweichlich.

Staatsverschuldung verständlich erklärt

Die Staatsverschuldung wird in absoluter Höhe der Landeswährung ausgedrückt. Die Schuldenquote/Staatsschuldenquote bezeichnet das Verhältnis der Staatsverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Übersteigen die Staatsausgaben die Staatseinnahmen, wird dies als Haushaltsdefizit bezeichnet (Gegenteil: Haushaltsüberschuss).
Der Staat kann die höheren Ausgaben durch Fremdkapital finanzieren. Dieses Fremdkapital versucht sich der Staat über die Ausgabe von Staatsanleihen am Kapitalmarkt zu leihen. Staatsanleihen sind verzinste Wertpapiere. Die Höhe der Verzinsung wird maßgeblich durch die Bonität (Kreditwürdigkeit) des Staates bestimmt. Die Kreditwürdigkeit wird von Ratingagenturen eingeschätzt, die den Staaten Bonitätsnoten verleihen. Je zuverlässiger der jeweilige Staat von den Ratingagenturen eingeschätzt wird, desto höher ist sein Bonitätsranking und folglich desto geringer die Verzinsung seiner Wertpapiere (Je sicherer die Anlage, desto geringer die Verzinsung).

Griechenland: Staatsverschuldung von 1980 bis 2018 und Prognosen bis 2024

Staatsverschuldung in Milliarden Euro
2024* 339,09
2023* 336,59
2022* 337,21
2021* 338,55
2020* 336,65
2019* 335,64
2018 341,45
2017 323,09
2016 319,57
2015 315,21
2014 321,96
2013 321,47
2012 305,14
2011 373,82
2010 330,57
2009 301,06
2008 264,78
2007 239,92
2006 225,65
2005 213,97
2004 199,28
2003 181,51
2002 171,41
2001 162,97
2000 148,22
1999 132,33
1998 122,04
1997 114,08
1996 104,41
1995 92,12
1994 81,61
1993 73,42
1992 51,99
1991 42
1990 33,31
1989 22,57
1988 18,12
1987 13,68
1986 10,92
1985 9,04
1984 6,36
1983 4,29
1982 3,14
1981 2,27
1980 1,6
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Quelle

IMF

Veröffentlichungsdatum

Oktober 2019

Region

Griechenland

Erhebungszeitraum

1980 bis 2024

Hinweise und Anmerkungen

* Schuldenschnitt im Frühjahr 2012.

** Schätzung/Prognose.

Werte wurden zum besseren Verständnis der Statistik gerundet.

Die Angaben beziehen sich auf den Gesamtstaat und beinhalten die Schulden des Zentralstaats, der Länder, der Gemeinden und Kommunen sowie der Sozialversicherungen.

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