Bis Mitte der 2030er-Jahre steuert der deutsche Arbeitsmarkt auf eine massive Lücke zu: Einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zufolge summieren sich die jährlichen Defizite zwischen Eintritten und Abgängen von 2028 bis 2036 auf über 4 Millionen Arbeitskräfte. Allein im Jahr 2028 stehen rund 787.048 Eintritten bereits 1.320.064 Abgänge gegenüber – ein Minus von 533.016 Personen. Auch in den Folgejahren bleibt die Differenz deutlich negativ und trägt zur wachsenden Gesamtlücke bei.
Die Entwicklung zeigt einen klaren Trend: Die Abgänge gehen im Zeitverlauf zurück, während die Eintritte nur moderat steigen. Dadurch verringert sich das jährliche Defizit schrittweise und liegt 2036 noch bei 317.275. Dennoch gelingt es über den gesamten Zeitraum nicht, die Lücke zu schließen. Haupttreiber bleibt der demografische Wandel, da die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer nach und nach aus dem Erwerbsleben ausscheiden.
Für die Rentenfinanzierung verschärft diese Entwicklung die Ausgangslage erheblich. Wenn weniger Erwerbstätige in die Sozialkassen einzahlen, während gleichzeitig mehr Menschen Renten beziehen, gerät das Umlagesystem unter Druck. Ohne Gegenmaßnahmen könnten steigende Beitragssätze oder höhere staatliche Zuschüsse notwendig werden, um das Rentenniveau stabil zu halten.
Die Rentenkommission empfiehlt daher ein Bündel an Reformen (PDF-Download), um das System langfristig tragfähig zu halten. Konkret spricht sie sich für eine schrittweise Ausweitung der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung aus, in die perspektivisch auch Selbstständige und bislang nicht einbezogene Gruppen einzahlen. Ergänzend sollen kapitalgedeckte Elemente gestärkt und Stellschrauben wie der Renteneintritt weiterentwickelt werden, um die Finanzierung breiter aufzustellen




















