Zum 250-jährigen Bestehen der USA rückt die Frage der Chancengleichheit erneut in den Fokus – und die Daten zeichnen ein gemischtes Bild. Mit einem Wert von 0,43 liegt der Einfluss der elterlichen Bildung auf das Einkommen in den Vereinigten Staaten nur im unteren Mittelfeld der Länderauswahl. Damit ist die Abhängigkeit vom Elternhaus stärker ausgeprägt als in Ländern wie Dänemark mit 1,00 oder Norwegen mit 0,95, wo der Einfluss gering ist. Die Daten stammen aus einer Analyse der OECD zur intergenerationalen sozialen Mobilität in verschiedenen Mitgliedsländern.
Auffällig sind vor allem die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während der Wert für Männer in den USA bei nur 0,09 liegt, erreicht er bei Frauen 0,77. Das deutet darauf hin, dass die soziale Herkunft für Männer deutlich stärker über den späteren Verdienst entscheidet als für Frauen. In anderen OECD-Ländern fallen diese Unterschiede wesentlich geringer aus.
Insgesamt zeigen die Daten, dass die viel zitierte Aufstiegschance in den USA ("American Dream") ungleich verteilt ist. Strukturelle Faktoren im Bildungs- und Arbeitsmarkt könnten dazu beitragen, dass Herkunft weiterhin eine zentrale Rolle spielt – insbesondere für Männer. Eine stärkere Förderung von Bildungsgerechtigkeit könnte langfristig helfen, die soziale Mobilität breiter zu verankern.

















