Fleischverzicht

Fleischverzicht

Fleischverzicht

Vegetarismus bezeichnet eine fleischlose Ernährung, während Veganismus den Verzichtauf jegliche tierische Erzeugnisse (also auch Milch und Eier) bedeutet. Über die Verbreitung dieses Ernährungsstils kursieren unterschiedliche Angaben, eindeutig ist jedoch ein Trend zum Wachstum dieser Zielgruppe auszumachen. Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) schätzt den Anteil der Vegetarier an der Bevölkerung in Deutschland auf rund zehn Prozent oder knapp 7,8 Millionen Personen und beziffert die Zahl der Veganer auf rund 900.000 (1,1 Prozent der Bevölkerung). Das Institut für Demoskopie Allensbach, das im Rahmen seiner Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) jährlich mehr als 25.000 Verbraucher befragt, rechnet aufgrund dieser Datenbasis mit etwas mehr als fünf Millionen Personen (ab 14 Jahren), die „weitgehend auf Fleisch verzichten“. Bis 2013 fasste das Institut den Personenkreis noch etwas weiter und kam mit Personen, „die öfter mal auf Fleisch verzichten“, also Flexitariern, auf insgesamt rund 7,5 Millionen Menschen. Beim Umfang der Zielgruppe der Veganer sind sich VEBU und Allensbach aber weitgehend einig, Allensbach geht hier von 1,2 Prozent der Bevölkerung (ab 14 Jahre) aus.


Eindeutig gewinnt eine fleischlose oder –arme Ernährung aber an Popularität. Einer Umfrage zufolge, im Auftrag des Fleischwarenherstellers Rügenwalder Mühle durchgeführt wurde, gaben rund 42 Prozent der Befragten an, dass sich heute mehr Menschen in ihrem persönlichen Umfeld vegetarisch oder vegan ernähren würden als noch vor ein paar Jahren. Als wichtigste Gründe für die Reduzierung ihres Fleischkonsums nannten die Befragten in derselben Erhebung den Wunsch nach einer bewussteren Ernährung, ethische Gründe und gesundheitliche Aspekte. Eine Befragung der Verbraucherzentrale unter 378 Vegetariern und Veganern (sowie selten Fleisch essenden Personen) förderte als Top-3-Gründe für den Fleischverzicht den Geschmack, Kritik an der (Massen-)Tierhaltung und Gesundheit zutage.

Analog zur Verbreitung des fleischlosen Ernährungsstils ist auch der Konsumentenkreis vegetarischer und veganer Ersatzprodukte angewachsen. Die GfK hat mehr als elf Millionen Käufer dieser Produkte in Deutschland errechnet und führt das Wachstum in den letzten Jahren vor allem auf ein gestiegenes Interesse bei jüngeren Verbrauchern zurück. Sowohl die GfK als auch Nielsen melden im Sortiment vegetarischer und veganer Produkte zweistellige Wachstumsraten beim Umsatz im Lebensmittelhandel. Einer Befragung von YouGov zufolge können sich zwei von fünf deutschen Verbrauchern gut vorstellen, vegetarische Wurstersatzprodukte zu kaufen und insbesondere jüngere Konsumenten goutieren die Ausweitung des vegetarischen Sortiments.





Bild: photodune.net / robynmac



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