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Statistiken und Daten zur Jugendkriminalität in Deutschland

Begehen Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) oder Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) nach allgemeinen Vorschriften mit Strafe bedrohte Handlungen, greift in Deutschland in den meisten Fällen nicht das Strafgesetzbuch (StGB), sondern das Jugendgerichtsgesetz (JGG), das auch als Jugendstrafrecht bezeichnet wird. Es hat zum Ziel, das Aufkommen erneuter Straftaten zu verhindern und ist in diesem Sinne vorrangig dem Erziehungsgedanken verpflichtet, der insbesondere den psychologischen Entwicklungsprozess junger Menschen berücksichtigt. Kinder, d.h. Personen unter 14 Jahren, gelten nach § 19 StGB hingegen als schuldunfähig. So können Rechtsverstöße von unter 14-Jährigen zwar strafrechtlich nicht belangt werden, dennoch finden auch sie Einzug in kriminalstatistische Erfassungen (z.B. bei den Tatverdächtigenzahlen). Die folgenden Angaben zum Thema Jugendkriminalität stützen sich vor allem auf die Polizeiliche Kriminalstatistik des BKA sowie auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Dabei können die Statistiken naturgemäß lediglich Informationen zum Hellfeld liefern, d.h. zu den Fällen von Kriminalität, die polizeilich bekannt geworden sind. Da es für die Zuordnung von Straftaten zum Bereich der Jugendkriminalität noch notwendig ist, mindestens einen Tatverdächtigen im entsprechenden Alter zu ermitteln, ist das Dunkelfeld (also die Differenz von amtlich registrierten Straftaten und allen tatsächlich begangenen Straftaten) bei der Jugendkriminalität vermutlich besonders groß. Dieses Dunkelfeld besteht nämlich zum einen aus allen nicht angezeigten bzw. den nicht bekannt gewordenen Fällen und zum anderen aus den Fällen, die zwar amtlich registriert wurden, jedoch kein Tatverdächtiger ermittelt werden konnte.

Jugendkriminalität: Tatverdächtige und ihnen zur Last gelegte Straftaten

Tendenziell ist die Anzahl der erfassten minderjährigen und heranwachsenden Tatverdächtigen, d.h. der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden, bei denen Verdacht auf eine Straftat besteht, im Verlauf der letzten Jahre eher zurückgegangen. So gab es laut BKA im Jahr 2020 rund 392.000 tatverdächtige Personen unter 21 Jahren, was einem Anteil von etwa 20 Prozent an allen polizeilich ermittelten Tatverdächtigen in Deutschland entspricht (siehe auch Straftatverdächtige unter 21 Jahren im Zeitverlauf). Die mit Abstand am häufigsten erfasste Straftat unter den tatverdächtigen Kindern und Jugendlichen war laut Polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2020 Diebstahl, vor Delikten wie Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Rauschgiftkriminalität bei Jugendlichen. Bei den heranwachsenden Tatverdächtigen hingegen wurden Delikte aus dem Bereich der Rauschgiftkriminalität am häufigsten registriert. Das den unter 21-jährigen Tatverdächtigen am häufigsten zur Last gelegte Gewaltverbrechen war im Jahr 2020 die gefährliche und schwere Körperverletzung. Des Mordes – der schlimmsten Straftat im deutschen Strafrecht – wurden im gleichen Jahr insgesamt 104 der erfassten minderjährigen und heranwachsende Tatverdächtigen beschuldigt.

Strafverfolgung und -vollzug unter Jugendlichen und Heranwachsenden

Wie eingangs geschildert, können in Deutschland ausschließlich Personen ab einem Alter von 14 Jahren strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Während jedoch Jugendliche nur nach dem JGG abgeurteilt werden, greift bei den Heranwachsenden unter bestimmten Umständen auch das StGB. So wurden im Jahr 2019 rund 28.300 Jugendliche und 49.750 Heranwachsende rechtskräftig verurteilt. Dass sich die Zahl der Verurteilungen nach dem Jugendstrafrecht sich auf ca. 59.100 belief, zeigt, dass über 30.000 Heranwachsende noch nach dem JGG verurteilt wurden. Die am häufigsten verhängte Strafe nach dem Jugendstrafrecht war im Jahr 2019 das Zuchtmittel. Dieses kann Sanktionen wie Verwarnungen, die Erteilung bestimmter Auflagen oder Jugendarrest umfassen. Insgesamt 9.218 der unter 21-Jährigen wurden im genannten Jahr hingegen zu einer Jugendstrafe (mit oder ohne Bewährungsaussetzung) verurteilt. Die verhängte Dauer der Jugendstrafe betrug dabei in den meisten Fällen zwischen ein und zwei Jahren. Insgesamt befanden sich zum Stichtag des 31. März 2020 in Deutschland 3.564 Gefangene und Verwahrte im Jugendstrafvollzug, eine vergleichsweise geringe Anzahl an Personen im Jugendstrafvollzug im Verlauf der letzten Jahre. Die meisten davon waren in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsstärksten Bundesland Deutschlands, im Jugendstrafvollzug (siehe Gefangene und Verwahrte im Jugendstrafvollzug nach Bundesländern).



Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Jugendkriminalität in Deutschland" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Straftatverdächtige

Strafverfolgung

Strafvollzug

Interessante Statistiken

In den folgenden 4 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 32 Statistiken aus dem Thema "Jugendkriminalität in Deutschland".

Jugendkriminalität in Deutschland

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Statistiken und Daten zur Jugendkriminalität in Deutschland

Begehen Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) oder Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) nach allgemeinen Vorschriften mit Strafe bedrohte Handlungen, greift in Deutschland in den meisten Fällen nicht das Strafgesetzbuch (StGB), sondern das Jugendgerichtsgesetz (JGG), das auch als Jugendstrafrecht bezeichnet wird. Es hat zum Ziel, das Aufkommen erneuter Straftaten zu verhindern und ist in diesem Sinne vorrangig dem Erziehungsgedanken verpflichtet, der insbesondere den psychologischen Entwicklungsprozess junger Menschen berücksichtigt. Kinder, d.h. Personen unter 14 Jahren, gelten nach § 19 StGB hingegen als schuldunfähig. So können Rechtsverstöße von unter 14-Jährigen zwar strafrechtlich nicht belangt werden, dennoch finden auch sie Einzug in kriminalstatistische Erfassungen (z.B. bei den Tatverdächtigenzahlen). Die folgenden Angaben zum Thema Jugendkriminalität stützen sich vor allem auf die Polizeiliche Kriminalstatistik des BKA sowie auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Dabei können die Statistiken naturgemäß lediglich Informationen zum Hellfeld liefern, d.h. zu den Fällen von Kriminalität, die polizeilich bekannt geworden sind. Da es für die Zuordnung von Straftaten zum Bereich der Jugendkriminalität noch notwendig ist, mindestens einen Tatverdächtigen im entsprechenden Alter zu ermitteln, ist das Dunkelfeld (also die Differenz von amtlich registrierten Straftaten und allen tatsächlich begangenen Straftaten) bei der Jugendkriminalität vermutlich besonders groß. Dieses Dunkelfeld besteht nämlich zum einen aus allen nicht angezeigten bzw. den nicht bekannt gewordenen Fällen und zum anderen aus den Fällen, die zwar amtlich registriert wurden, jedoch kein Tatverdächtiger ermittelt werden konnte.

Jugendkriminalität: Tatverdächtige und ihnen zur Last gelegte Straftaten

Tendenziell ist die Anzahl der erfassten minderjährigen und heranwachsenden Tatverdächtigen, d.h. der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden, bei denen Verdacht auf eine Straftat besteht, im Verlauf der letzten Jahre eher zurückgegangen. So gab es laut BKA im Jahr 2020 rund 392.000 tatverdächtige Personen unter 21 Jahren, was einem Anteil von etwa 20 Prozent an allen polizeilich ermittelten Tatverdächtigen in Deutschland entspricht (siehe auch Straftatverdächtige unter 21 Jahren im Zeitverlauf). Die mit Abstand am häufigsten erfasste Straftat unter den tatverdächtigen Kindern und Jugendlichen war laut Polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2020 Diebstahl, vor Delikten wie Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Rauschgiftkriminalität bei Jugendlichen. Bei den heranwachsenden Tatverdächtigen hingegen wurden Delikte aus dem Bereich der Rauschgiftkriminalität am häufigsten registriert. Das den unter 21-jährigen Tatverdächtigen am häufigsten zur Last gelegte Gewaltverbrechen war im Jahr 2020 die gefährliche und schwere Körperverletzung. Des Mordes – der schlimmsten Straftat im deutschen Strafrecht – wurden im gleichen Jahr insgesamt 104 der erfassten minderjährigen und heranwachsende Tatverdächtigen beschuldigt.

Strafverfolgung und -vollzug unter Jugendlichen und Heranwachsenden

Wie eingangs geschildert, können in Deutschland ausschließlich Personen ab einem Alter von 14 Jahren strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Während jedoch Jugendliche nur nach dem JGG abgeurteilt werden, greift bei den Heranwachsenden unter bestimmten Umständen auch das StGB. So wurden im Jahr 2019 rund 28.300 Jugendliche und 49.750 Heranwachsende rechtskräftig verurteilt. Dass sich die Zahl der Verurteilungen nach dem Jugendstrafrecht sich auf ca. 59.100 belief, zeigt, dass über 30.000 Heranwachsende noch nach dem JGG verurteilt wurden. Die am häufigsten verhängte Strafe nach dem Jugendstrafrecht war im Jahr 2019 das Zuchtmittel. Dieses kann Sanktionen wie Verwarnungen, die Erteilung bestimmter Auflagen oder Jugendarrest umfassen. Insgesamt 9.218 der unter 21-Jährigen wurden im genannten Jahr hingegen zu einer Jugendstrafe (mit oder ohne Bewährungsaussetzung) verurteilt. Die verhängte Dauer der Jugendstrafe betrug dabei in den meisten Fällen zwischen ein und zwei Jahren. Insgesamt befanden sich zum Stichtag des 31. März 2020 in Deutschland 3.564 Gefangene und Verwahrte im Jugendstrafvollzug, eine vergleichsweise geringe Anzahl an Personen im Jugendstrafvollzug im Verlauf der letzten Jahre. Die meisten davon waren in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsstärksten Bundesland Deutschlands, im Jugendstrafvollzug (siehe Gefangene und Verwahrte im Jugendstrafvollzug nach Bundesländern).



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