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Tierwohl und Tierschutz: Statistiken und Daten

Das Thema Tierwohl wird in den letzten Jahren kontrovers diskutiert. Vor allem in Bezug auf die Haltung von Nutztieren zur Fleisch-, Milch- und Eierproduktion taucht immer wieder die Frage danach auf, welche Mindeststandards ein artengerechtes Leben ausmachen. Tierwohl konkret zu definieren ist schwierig. In der Praxis wird es häufig über das vom britischen Farm Animal Welfare Council entwickelte Konzept der fünf Freiheiten gemessen. Diese beinhalten die Freiheit…


...von Hunger und Durst
...von haltungsbedingten Beschwerden
...von Schmerz, Verletzung oder Krankheit
...des normalen Auslebens artenspezifischen Verhaltens
...von Angst und Stress.

Mit dem Begriff Tierwohl ist dabei meist das theoretische Erkennen und Anerkennen artenspezifischer Bedürfnisse gemeint, während Tierschutz sich auf konkrete praktische Maßnahmen zur Umsetzung, Verbesserung und Sicherung des Tierwohls bezieht.

Tierhaltung in Deutschland

Die Schlachtung von Tieren und Fleischverarbeitung ist, gefolgt von der Milchverarbeitung, die umsatzstärkste Subbranche der deutschen Ernährungsindustrie. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland etwa 58 Millionen Tiere geschlachtet (ohne Geflügel). Hinzu kamen über 700 Millionen Tiere verschiedener Geflügelarten. Nicht umsonst finden daher die meisten Diskussionen um das Thema Tierwohl in der Landwirtschaft statt. Unter Nutztierhaltung versteht man neben der Haltung von Tieren für landwirtschaftliche Zwecke auch die von Arbeitstieren wie z.B. Jagdhunden oder Versuchstieren, Haustieren sowie Zoo- und Zirkustieren.
Im Jahr 2019 gab es über zwei Millionen Versuchstiere, die meisten davon waren Säugetiere. Tierversuche werden vor allem zum Zweck der biologischen Grundlagenforschung durchgeführt. Diese macht fast die Hälfte aller Tierversuche aus. In Deutschland sind Tierversuche reguliert und dürfen nur für bestimmte Zwecke genutzt werden. Das Testen von Kosmetika an Tieren ist beispielsweise verboten.
Insgesamt etwa 35 Millionen Katzen, Hunde, Kleintiere und Ziervögel werden in Deutschland als Haustiere gehalten. Diese dienen im Unterschied zu landwirtschaftlichen Nutztieren und wissenschaftlichen Versuchstieren hauptsächlich der Freizeitbeschäftigung und dem Vergnügen. Das beliebteste Haustier ist der Hund. Über zehn Millionen Personen in Deutschland besitzen mindestens einen Hund. Katzen sind in deutschen Haushalten dennoch zahlenmäßig überlegen, wahrscheinlich deshalb, weil sie seltener einzeln gehalten werden.

Welche Tierwohllabel gibt es?

In Deutschland gibt es einige Mindeststandards für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung. Diese stehen jedoch in der Kritik, nicht ausreichend für die Sicherung des Tierwohls zu sorgen. Deshalb gibt es inzwischen einen Vorschlag für ein staatliches Tierwohlkennzeichen für Schweinefleisch. In drei Stufen soll dabei unter anderem geregelt werden, wie viel Platz pro Schwein mindestens zur Verfügung stehen muss, außerdem gibt es weitere Vorgaben, z.B. bezüglich Beschäftigung, Futter oder Transport der Schweine. Das Siegel soll dabei nicht verpflichtend sein, sondern auf freiwilliger Basis erfolgen. Vorschläge für weitere Tierarten sollen folgen.
Daneben gibt es außerdem schon viele nicht einheitliche Siegel, die für verschiedene Produkte tierischer und nicht-tierischer Herkunft genutzt werden. Das bekannteste Siegel in Deutschland ist das deutsche Bio-Siegel. Das am häufigsten gekaufte Bio-Produkt sind Eier, die im Jahr 2020 von fast drei Vierteln der Umfrageteilnehmer:innen ausschließlich oder häufig gekauft wurden. Neben verschiedenen Kriterien zu artgerechter Haltung setzt das Bio-Siegel z.B. auch den Verzicht auf bestimmte Pflanzenschutz- und Düngemittel voraus, es ist also nicht mit einem reinen Tierwohl-Siegel zu vergleichen.
Ein häufiger Kritikpunkt bezüglich Lebensmittelsiegeln in Deutschland ist, dass sie unübersichtlich sind und es großen Aufwands bedarf, die Regeln und Bestimmungen hinter den einzelnen Siegeln zu kennen. Verbraucher:innen in einer Umfrage zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen wünschten sich vermutlich auch infolgedessen mehrheitlich ein einheitliches Gütesiegel zu Tierwohlstandards bei Lebensmitteln.

Tierschutzmaßnahmen und -organisationen

Von den privaten Geldspenden in Deutschland kamen im Jahr 2020 etwa sieben Prozent dem Tierschutz zugute. Die weltweit größte Tierschutzorganisation ist PETA. Die Organisation setzt sich für Tierrechte ein und ist für ihre teilweise absichtlich schockierenden Kampagnen bekannt. Daneben gibt es weitere nationale und internationale Verbände, z.B. den deutschen Tierschutzbund oder die Vier Pfoten Stiftung. Auch Umweltschutzorganisationen wie der NABU oder Greenpeace setzen sich häufig aktiv für den Tierschutz ein. Und das – zumindest teilweise – mit Erfolg. In den letzten drei Jahren ist etwa die Zahl der Tierversuche deutlich zurückgegangen. Außerdem wird auch Konsument:innen der Tierschutz immer wichtiger. In einer Umfrage aus dem Jahr 2021 konnte sich etwa die Hälfte der Befragten vorstellen, in Zukunft mehr Geld für Fleischprodukte zu bezahlen.

Was sagen Verbraucher:innen zum Thema Tierwohl?

Für Verbraucher:innen ist die Sicherstellung des Tierwohls neben der Vermeidung von Verpackungsmüll einer der wichtigsten Aspekte von Nachhaltigkeit. Vor allem für vegetarisch und vegan lebende Menschen sind die Unterstützung von artgerechter Tierhaltung und der Tierschutz Hauptbeweggründe bei der Wahl ihrer Ernährungsform. Aber auch Menschen, die Fleisch essen, achten teilweise bewusster auf ihren Fleischkonsum. Für sie ist der wichtigste Aspekt des nachhaltigen Fleischkonsums, dass die Tiere nicht leiden müssen. In der Kosmetikbranche steht das Tierwohl dagegen hinten an. Nur etwa 19 Prozent der Befragten gaben in einer Umfrage zu Kaufkriterien für Kosmetikprodukte an, darauf zu achten, dass das Produkt vegan ist oder das Tierwohl sichergestellt wird.

Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Tierwohl und Tierschutz" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Tierwohllabel

Tierschutzmaßnahmen und -organisationen

Umfragen zum Thema Tierwohl

Interessante Statistiken

In den folgenden 5 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten 49 Statistiken aus dem Thema "Tierwohl und Tierschutz".

Tierwohl und Tierschutz

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Tierwohl und Tierschutz: Statistiken und Daten

Das Thema Tierwohl wird in den letzten Jahren kontrovers diskutiert. Vor allem in Bezug auf die Haltung von Nutztieren zur Fleisch-, Milch- und Eierproduktion taucht immer wieder die Frage danach auf, welche Mindeststandards ein artengerechtes Leben ausmachen. Tierwohl konkret zu definieren ist schwierig. In der Praxis wird es häufig über das vom britischen Farm Animal Welfare Council entwickelte Konzept der fünf Freiheiten gemessen. Diese beinhalten die Freiheit…


...von Hunger und Durst
...von haltungsbedingten Beschwerden
...von Schmerz, Verletzung oder Krankheit
...des normalen Auslebens artenspezifischen Verhaltens
...von Angst und Stress.

Mit dem Begriff Tierwohl ist dabei meist das theoretische Erkennen und Anerkennen artenspezifischer Bedürfnisse gemeint, während Tierschutz sich auf konkrete praktische Maßnahmen zur Umsetzung, Verbesserung und Sicherung des Tierwohls bezieht.

Tierhaltung in Deutschland

Die Schlachtung von Tieren und Fleischverarbeitung ist, gefolgt von der Milchverarbeitung, die umsatzstärkste Subbranche der deutschen Ernährungsindustrie. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland etwa 58 Millionen Tiere geschlachtet (ohne Geflügel). Hinzu kamen über 700 Millionen Tiere verschiedener Geflügelarten. Nicht umsonst finden daher die meisten Diskussionen um das Thema Tierwohl in der Landwirtschaft statt. Unter Nutztierhaltung versteht man neben der Haltung von Tieren für landwirtschaftliche Zwecke auch die von Arbeitstieren wie z.B. Jagdhunden oder Versuchstieren, Haustieren sowie Zoo- und Zirkustieren.
Im Jahr 2019 gab es über zwei Millionen Versuchstiere, die meisten davon waren Säugetiere. Tierversuche werden vor allem zum Zweck der biologischen Grundlagenforschung durchgeführt. Diese macht fast die Hälfte aller Tierversuche aus. In Deutschland sind Tierversuche reguliert und dürfen nur für bestimmte Zwecke genutzt werden. Das Testen von Kosmetika an Tieren ist beispielsweise verboten.
Insgesamt etwa 35 Millionen Katzen, Hunde, Kleintiere und Ziervögel werden in Deutschland als Haustiere gehalten. Diese dienen im Unterschied zu landwirtschaftlichen Nutztieren und wissenschaftlichen Versuchstieren hauptsächlich der Freizeitbeschäftigung und dem Vergnügen. Das beliebteste Haustier ist der Hund. Über zehn Millionen Personen in Deutschland besitzen mindestens einen Hund. Katzen sind in deutschen Haushalten dennoch zahlenmäßig überlegen, wahrscheinlich deshalb, weil sie seltener einzeln gehalten werden.

Welche Tierwohllabel gibt es?

In Deutschland gibt es einige Mindeststandards für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung. Diese stehen jedoch in der Kritik, nicht ausreichend für die Sicherung des Tierwohls zu sorgen. Deshalb gibt es inzwischen einen Vorschlag für ein staatliches Tierwohlkennzeichen für Schweinefleisch. In drei Stufen soll dabei unter anderem geregelt werden, wie viel Platz pro Schwein mindestens zur Verfügung stehen muss, außerdem gibt es weitere Vorgaben, z.B. bezüglich Beschäftigung, Futter oder Transport der Schweine. Das Siegel soll dabei nicht verpflichtend sein, sondern auf freiwilliger Basis erfolgen. Vorschläge für weitere Tierarten sollen folgen.
Daneben gibt es außerdem schon viele nicht einheitliche Siegel, die für verschiedene Produkte tierischer und nicht-tierischer Herkunft genutzt werden. Das bekannteste Siegel in Deutschland ist das deutsche Bio-Siegel. Das am häufigsten gekaufte Bio-Produkt sind Eier, die im Jahr 2020 von fast drei Vierteln der Umfrageteilnehmer:innen ausschließlich oder häufig gekauft wurden. Neben verschiedenen Kriterien zu artgerechter Haltung setzt das Bio-Siegel z.B. auch den Verzicht auf bestimmte Pflanzenschutz- und Düngemittel voraus, es ist also nicht mit einem reinen Tierwohl-Siegel zu vergleichen.
Ein häufiger Kritikpunkt bezüglich Lebensmittelsiegeln in Deutschland ist, dass sie unübersichtlich sind und es großen Aufwands bedarf, die Regeln und Bestimmungen hinter den einzelnen Siegeln zu kennen. Verbraucher:innen in einer Umfrage zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen wünschten sich vermutlich auch infolgedessen mehrheitlich ein einheitliches Gütesiegel zu Tierwohlstandards bei Lebensmitteln.

Tierschutzmaßnahmen und -organisationen

Von den privaten Geldspenden in Deutschland kamen im Jahr 2020 etwa sieben Prozent dem Tierschutz zugute. Die weltweit größte Tierschutzorganisation ist PETA. Die Organisation setzt sich für Tierrechte ein und ist für ihre teilweise absichtlich schockierenden Kampagnen bekannt. Daneben gibt es weitere nationale und internationale Verbände, z.B. den deutschen Tierschutzbund oder die Vier Pfoten Stiftung. Auch Umweltschutzorganisationen wie der NABU oder Greenpeace setzen sich häufig aktiv für den Tierschutz ein. Und das – zumindest teilweise – mit Erfolg. In den letzten drei Jahren ist etwa die Zahl der Tierversuche deutlich zurückgegangen. Außerdem wird auch Konsument:innen der Tierschutz immer wichtiger. In einer Umfrage aus dem Jahr 2021 konnte sich etwa die Hälfte der Befragten vorstellen, in Zukunft mehr Geld für Fleischprodukte zu bezahlen.

Was sagen Verbraucher:innen zum Thema Tierwohl?

Für Verbraucher:innen ist die Sicherstellung des Tierwohls neben der Vermeidung von Verpackungsmüll einer der wichtigsten Aspekte von Nachhaltigkeit. Vor allem für vegetarisch und vegan lebende Menschen sind die Unterstützung von artgerechter Tierhaltung und der Tierschutz Hauptbeweggründe bei der Wahl ihrer Ernährungsform. Aber auch Menschen, die Fleisch essen, achten teilweise bewusster auf ihren Fleischkonsum. Für sie ist der wichtigste Aspekt des nachhaltigen Fleischkonsums, dass die Tiere nicht leiden müssen. In der Kosmetikbranche steht das Tierwohl dagegen hinten an. Nur etwa 19 Prozent der Befragten gaben in einer Umfrage zu Kaufkriterien für Kosmetikprodukte an, darauf zu achten, dass das Produkt vegan ist oder das Tierwohl sichergestellt wird.

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