Deutschland liegt bei der relativen Häufigkeit von Eheschließungen leicht über dem EU-Durchschnitt. Das zeigen Daten des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat). Gemessen an der Bevölkerung gab es im Jahr 2023 hierzulande 4,3 Eheschließungen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das waren etwas mehr als im EU-Schnitt (4,0). Die meisten Ehen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden laut Eurostat in Zypern (8,9) Rumänien (5,8), Lettland (5,6) und Ungarn (5,2) geschlossen. Die wenigsten Eheschließungen gab es in Bulgarien (3,4), Italien (3,1) und Slowenien (3,0).
Trotz der leicht überdurchschnittlichen Heirats-Häufigkeit ist die Zahl der Eheschließungen in Deutschland zuletzt auf einem neuen Tiefpunkt angekommen: Insgesamt wurden 2024 in Deutschland 349.200 Ehen geschlossen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Welttag der Ehe am 8. Februar 2026 mitteilt. Noch nie seit 1950 haben sich in einem Jahr hierzulande so wenige Menschen das Ja-Wort gegeben. Mehr als drei Viertel (79 Prozent) der 698.400 Eheschließenden heirateten zum ersten Mal, waren also zuvor weder geschieden noch verwitwet. Gut 97 Prozent der Ehen schlossen Paare unterschiedlichen Geschlechts und knapp 3 Prozent Paare gleichen Geschlechts.
Ob allein, in Patchwork-Familien oder als kinderloses Paar – die klassische Kernfamilie ist in der Bundesrepublik längst nicht mehr der einzige Weg des Zusammenlebens. Während der Anteil der Bevölkerung, der in Familien lebt, in der Vergangenheit gesunken ist, gewinnen Single-Haushalte sowie Partner- und Familienmodelle außerhalb der Ehe an Bedeutung. Dennoch bleiben Familien ein tragender Pfeiler der Gesellschaft. So lebte im Jahr 2024 immer noch knapp die Hälfte der Bevölkerung in einem Haushalt mit mindestens einem Kind.
















