Im Zuge der Neuordnung der Energieversorgung nach dem Wegfall russischer Pipeline-Gaslieferungen 2022 hat sich Flüssigerdgas (LNG) als zunehmend wichtiger Bestandteil der deutschen Gasimporte etabliert. Laut aktuellen Daten der Bundesnetzagentur lag der Anteil von LNG im April 2026 bei im Schnitt rund 11 Prozent der gesamten täglichen Gasimporte – ein signifikanter Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Die Entwicklung ist eng verknüpft mit dem Ausbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland. Seit der Inbetriebnahme mehrerer Terminals – unter anderem in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Rügen – hat sich die technische Kapazität zur Aufnahme von LNG deutlich erhöht. Russland ist als Gaslieferant inzwischen vollständig aus den Importstatistiken verschwunden ist. Bereits seit Anfang 2023 weist die Bundesnetzagentur keine russischen Pipeline-Gasmengen mehr aus. LNG-Importe aus Russland, wie sie über Drittländer möglich wären, sind in den offiziellen Zahlen allerdings nicht gesondert aufgeführt.
Zuletzt sind die Gaspreise in Deutschland für Endkunden gestiegen, was Medienberichten zufolge auf die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran zurückzuführen ist. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten LNG wird durch die Straße von Hormus transportiert. Wird LNG durch Krisen wie eine Blockade der Straße von Hormus knapper, zieht es die Preise insgesamt nach oben. Gleichzeitig weichen andere Länder verstärkt auf Pipelinegas aus, was auch diese Lieferungen verteuert. In Europa treffen beide Bezugsarten auf denselben Handelsplätzen zusammen, etwa am TTF in den Niederlanden. Dort bildet sich ein einheitlicher Marktpreis, an dem sich alle Lieferungen orientieren. So schlagen globale Engpässe selbst dann auf Deutschland durch, wenn der direkte LNG-Anteil mit rund 11 Prozent vergleichsweise gering ist.















