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Statistiken zur weltweiten LNG-Industrie

Importabhängigkeiten von Rohstoffen, allem voran von fossilen Energieträgern, können zu geopolitischen Druckmitteln und Konfliktkonstellationen führen. Aufgrund des russischen Krieges in der Ukraine wurden diese Umstände in Europa besonders deutlich. Um bestehende Abhängigkeiten von russischen Erdgaslieferungen zukünftig zu senken, erhielt insbesondere ein Begriff Einzug in politische und mediale Diskurse: LNG, auch bekannt als Flüssigerdgas.

Was ist LNG?

Der langjährige Anstieg des globalen Erdgasverbrauches verdeutlicht die zentrale Rolle, die das Erdgas für die menschliche Energieerzeugung einnimmt. Erdgas tritt, wie der Name bereits verrät, ausschließlich in einem gasförmigen Aggregatzustand auf. LNG (Liquefied Natural Gas) hingegen ist verflüssigtes Erdgas. Durch gezielte Verfahren wird der Rohstoff auf circa -161°C heruntergekühlt, es erfolgt ein Wechsel des Aggregatzustandes sowie eine Verkleinerung des Volumens um den Faktor 600. Resultierend aus dem geringen Volumen sind wesentliche Vorteile von LNG die platzsparende Lagerung sowie der profitable Transport via Schiff, wodurch der Rohstoff unabhängig von Pipelinenetzwerken bewegt und gehandelt werden kann.

Produktion und Transport

Für die Produktion von LNG werden Gasverflüssigungsanlagen benötigt. Im weltweiten Ländervergleich sind die meisten dieser Anlagen in den USA vorzufinden. Es gibt diverse Schiffsgrößen, auf denen LNG jährlich transportiert wird. Die größten ihrer Art sind die sogenannten QMax-Tanker, die eine Frachtkapazität von bis zu 266.000 m³ aufweisen. Für den abschließenden Import werden Terminals benötigt. Dort kann das flüssige Erdgas regasifiziert und in Erdgasnetze eingespeist werden. Die gesamte Produktion sowie der Transport von LNG sind mit erheblichen Kosten verbunden. Dennoch wurde im Jahr 2020 weltweit mehr LNG per Schiff transportiert als Erdgas durch Pipelines.

Marktkonzentrationen

LNG wird von Ländern importiert, die, wie Japan oder Spanien, aufgrund geographischer Faktoren nicht hinreichend an bestehende Pipelinenetze angeschlossen sind. Im Falle von beispielsweise China dient der LNG-Import hingegen dazu, die wachsende nationale Nachfrage nach Erdgas decken zu können. Das bevölkerungsreichste Land der Welt importierte im Jahr 2021 das weltweit meiste LNG. Hinsichtlich der Importkapazitäten wird deutlich, dass insbesondere der asiatische Markt bisher eine enorme Nachfrage nach LNG verzeichnete. Geplante Terminals lassen vermuten, dass dieser Trend fortgeführt wird. Im Kontext des weltweiten Exportmarktes ist eine deutliche Machtkonzentration seitens Australiens und Katar erkennbar, deren Marktanteil im Jahr 2020 zusammengenommen bei rund 44 Prozent lag. Aus dem geplanten Bau diverser Gasverflüssigungsanlagen resultiert die begründete Prognose, dass die USA zukünftig verstärkt den globalen Export von LNG beeinflussen wird.

Ausblick: LNG in Deutschland

Gegenwärtig (Stand: Juni 2022) ist Deutschland nicht im Besitz von LNG-Terminals. Dadurch kann kein LNG über den Seeweg Deutschland erreichen. Die Nachfrage nach dem flüssigen Energieträger wuchs jedoch in den vergangenen Jahren kontinuierliche an, das belegt auch der LNG-Absatz an deutschen Tankstellen. Angestoßen vom Krieg in der Ukraine, setzte des Weiteren ein kritisches Hinterfragen hinsichtlich bestehender Rohstoffbeziehungen ein. Im Rahmen dessen wurden bereits neue Handelsverträge beschlossen, um LNG zukünftig aus Ländern wie dem umstrittenen Katar beziehen zu können. Kurzfristig ist geplant, durch das Mieten schwimmender Terminals dem Umstand der fehlenden Import-Infrastruktur entgegenzuwirken. Gleichzeitig soll der Bau drei neuer Terminals den deutschen Gasimport mittel- bis langfristig krisenresistenter aufstellen und die Exportländer diversifizieren. Trotz diesen vermeintlich notwendigen Maßnahmen merken Umweltverbände und kritische Stimmen an, dass die deutsche Politik nicht das langfristige Ziel aus den Augen verlieren sollte, eine klimaneutrale und -gerechte Energiewende zu strukturieren.

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