Statistiken zum Iran

Die Bevölkerung des Iran betrug 2017 rund 81,4 Millionen Menschen. Die Altersstruktur im Iran hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Waren im Jahr 2003 noch gut 29 Prozent der Einwohner unter 15 Jahre alt, so betrug der Anteil der jüngsten Altersgruppe 2017 nur noch rund 23,7 Prozent. Diese Entwicklung geht einher mit einer sinkenden Fertilitätsrate, die von 1,99 Kinder je Frau im Jahr 2003 auf 1,66 Kinder je Frau in 2016 fiel.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Iran erreichte 2011 mit 577 Milliarden US-Dollar den vorläufigen Höchststand und beläuft sich im Jahr 2018 voraussichtlich auf 419 Milliarden US-Dollar. In nominalen Zahlen gehört der Iran damit zwar nicht zu den 20 größten Volkswirtschaften; nach einer Kaufkraftbereinigung stünde das Land aber auf Platz 18 weltweit. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl ergab sich für 2017 ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von circa 5.305 US-Dollar.
Die iranische Wirtschaft ist stark von der Rohstoffförderung geprägt: Das Land verfügt mit rund 21,4 Milliarden Tonnen über die zweitgrößten nachgewiesenen Erdölreserven weltweit, ist mit einer Ölproduktion von 216,4 Millionen Tonnen (2016) der sechstgrößte Erdölförderer und rangierte in 2016 auf Platz 7 der größten Erdölexporteure weltweit. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2012 auch infolge internationaler Sanktionen (s.u.) um rund 7,7 Prozent sank, konnte der Iran im Jahr 2016 mit einem Wirtschaftswachstum von circa 12,5 Prozent den höchsten Wert der letzten Jahre erzielen. Im Folgejahr konnte ein Wachstum von rund 4,3 Prozent erzielt werden. Die Arbeitslosenquote ist seit Jahren auf einem hohen Niveau: 2017 betrug sie geschätzt rund 13,1 Prozent; 2018 wird sie voraussichtlich auf rund 11,9 Prozent sinken. Auch die Inflation im Iran ist hoch; 2013 erreichte sie mit rund 34,7 Prozent ihren Höchstwert der vergangenen 10 Jahre. Im Jahr 2017 betrug die Inflationsrate rund 9,9 Prozent und ist nicht mehr eine der höchsten Inflationsraten weltweit. Für 2018 wird eine Teuerungsrate von 12,1 Prozent prognostiziert, womit der Iran wieder eine der höchsten Inflationsraten weltweit hätte.

Im Jahr 2017 exportierte der Iran Waren im Wert von geschätzt rund 92 Milliarden US-Dollar und importierte Güter für circa 47 Milliarden US-Dollar. Der Iran erzielt seit Jahren Überschüsse in der Handelsbilanz; der Handelsbilanzüberschuss von geschätzt 45 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 war einer der höchsten Handelsbilanzüberschüsse weltweit (Platz 13). Der wichtigste Handelspartner für den Iran im Export ist China, im Import sind es die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Staatsverschuldung des Iran betrug im Jahr 2017 rund 40,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Nachdem der Staatshaushalt jahrelang deutlich im Plus lag, werden seit 2012 Defizite verzeichnet. 2017 betrug das Staatsdefizit des Iran rund 2,3 Prozent des BIP; 2018 wird mit einem Defizit von circa 1,4 Prozent gerechnet.

Die Militärausgaben des Irans beliefen sich 2017 auf rund 14,1 Milliarden US-Dollar, was einen Anteil von rund 3,2 Prozent am BIP ausmacht. Seit 2003 schwelt ein Konflikt um das iranische Atomprogramm, der nicht an Aktualität verloren hat. Westliche und arabische Staaten befürchten, dass das Land den Bau von Nuklearwaffen anstrebt. Insbesondere das Verhältnis zu Israel und den Golfmonarchien ist äußerst angespannt. Israel und der Iran verfügen über starke Armeen. Nach erfolglosen Verhandlungen zwischen den Vertretern des UN-Sicherheitsrates und dem iranischen Regime, trat ein abgestimmtes Sanktionssystem in Kraft, dessen vierte und letzte Stufe 2010 in Kraft trat und massive wirtschaftliche Eingriffe für den Iran zur Folge hatte.

Mit der Unterzeichnung des Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) am 14.07.2015 in Wien, wurde der Konflikt durch die Weltgemeinschaft, vertreten durch die UN-Sicherheitsratsmitglieder, der Europäischen Union und Deutschland, nach 12 Jahren auf diplomatische Weise entschärft. Bis zu diesem Zeitpunkt beliefen sich die Sanktionskosten des Irans konservativ geschätzt auf über 100 Milliarden US-Dollar. Wenngleich auch durch den JCPOA nur eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen über mehrere Jahre hinweg erfolgt, konnten bereits nach kurzer Zeit deutliche Erholungszeichen der iranischen Wirtschaft insgesamt und der iranischen Ölindustrie im Speziellen beobachtet werden.
Im Jahr 2018 kündigt die USA das Atomabkommen mit dem Iran auf und setzt die Sanktionen fort, was den Iran wieder in eine Wirtschaftskrise geführt hat. Alle übrigen Staaten halten an dem Atomabkommen fest, das der Iran laut der International Atomic Energy Agency (IAEA) auch einhält.


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