Statistiken zum Iran

Die Bevölkerung des Iran betrug 2016 geschätzt rund 80,5 Millionen Menschen. Die Altersstruktur im Iran hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Waren im Jahr 2003 noch gut 29 Prozent der Einwohner unter 15 Jahre alt, so betrug der Anteil der jüngsten Altersgruppe 2015 nur noch gut 23,6 Prozent. Diese Entwicklung geht einher mit einer sinkenden Fertilitätsrate, die von 1,99 Kinder je Frau im Jahr 2003 auf 1,69 Kinder je Frau in 2015 fiel.


Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Iran lag 2006 bei rund 258 Milliarden US-Dollar, erhöhte sich bis 2011 mit 570 Milliarden US-Dollar auf den vorläufigen Höchststand und fiel seitdem auf rund 376,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 zurück. In nominalen Zahlen gehört der Iran damit zwar nicht zu den 20 größten Volkswirtschaften; nach einer Kaufkraftbereinigung stünde das Land aber auf Platz 18 weltweit. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl ergibt sich für 2016 ein geschätztes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von gut 4.683 US-Dollar.
Die iranische Wirtschaft ist stark von der Rohstoffförderung geprägt: Das Land verfügt mit gut 21,5 Milliarden Tonnen über die zweitgrößten nachgewiesenen Erdölreserven weltweit, ist mit einer Ölproduktion von 182,6 Millionen Tonnen (2015) der siebtgrößte Erdölförderer aber ebenfalls in 2015 nur auf Platz 13 der größten Erdölexporteure weltweit. Nachdem in früheren Jahren zum Teil Wachstumsraten von bis zu 9 Prozent erzielt wurden, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Wirtschaftswachstum des Iran 2012 auch infolge internationaler Sanktionen (s.u.) um rund 6,6 Prozent. im Jahr 2016 betrug das Wirtschaftswachstum wieder rund 6,5 Prozent - 2017 wird mit einem Wachstum von rund 3,3 Prozent gerechnet. Die Arbeitslosenquote ist seit Jahren auf einem hohen Niveau: 2016 betrug sie 11,3 Prozent; 2017 wird sie voraussichtlich auf diesem Niveau verbleiben. Auch die Inflation im Iran ist hoch; 2013 erreichte sie mit rund 34,7 Prozent ihren Höchstwert der vergangenen 10 Jahre. Im Jahr 2016 betrug die Inflationsrate rund 8,9 Prozent und ist nicht mehr eine der höchsten Inflationsraten weltweit.

Im Jahr 2016 exportierte der Iran Waren im Wert von geschätzt rund 66 Milliarden US-Dollar und importierte Güter für circa 40 Milliarden US-Dollar. Der Iran erzielt seit Jahren Überschüsse in der Handelsbilanz; der Handelsbilanzüberschuss von geschätzt 26 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 war einer der höchsten Handelsbilanzüberschüsse weltweit. Der wichtigste Handelspartner für den Iran im Export ist China, im Import sind es die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Staatsverschuldung des Iran betrug im Jahr 2016 rund 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Nachdem der Staatshaushalt jahrelang deutlich im Plus lag, werden seit 2012 Defizite verzeichnet. 2016 betrug das Staatsdefizit des Iran rund 2,8 Prozent des BIP; 2017 wird mit einem Haushaltsüberschuss von circa 0,7 Prozent gerechnet.

Seit 2003 schwelt ein Konflikt um das iranische Atomprogramm. Westliche und arabische Staaten befürchten, dass das Land den Bau von Nuklearwaffen anstrebt. Insbesondere das Verhältnis zu Israel und den Golfmonarchien ist äußerst angespannt. Israel und der Iran verfügen über starke Armeen. Umstritten war der Plan eines präventiven israelischen Luftangriffs auf Irans Atomanlagen. In einer Umfrage aus dem April 2012 sprachen sich 82 Prozent der Deutschen gegen eine solche Maßnahme aus, nur 12 Prozent waren dafür.
Nach erfolglosen Verhandlungen zwischen den Vertretern des UN-Sicherheitsrates und dem iranischen Regime, trat ein abgestimmtes Sanktionssystem in Kraft, dessen vierte und letzte Stufe 2010 in Kraft trat und massive wirtschaftliche Eingriffe für den Iran zur Folge hatte.

Mit der Unterzeichnung des Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) am 14.07.2015 in Wien, wurde der Konflikt durch die Weltgemeinschaft, vertreten durch die UN-Sicherheitsratsmitglieder, der Europäischen Union und Deutschland, nach 12 Jahren auf diplomatische Weise entschärft. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Sanktionskosten des Irans konservativ geschätzt auf über 100 Milliarden US-Dollar taxiert. Wenngleich auch durch den JCPOA nur eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen über mehrere Jahre hinweg erfolgt, ist bereits kurzfristig mit deutlichen Erholungszeichen der iranischen Wirtschaft insgesamt und der iranischen Ölindustrie im Speziellen, zu rechnen.


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