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Statistiken zu Russland

Russland ist mit einer Fläche von rund 17,1 Millionen Quadratkilometern das größte Land der Welt. Die Bevölkerung von Russland betrug 2018 circa 146,8 Millionen Menschen; das Land steht auf Rang neun der Staaten mit der größten Bevölkerung. St. Petersburg und Nowosibirsk sind nach Moskau die größten Städte in Russland.

Die Fertilitätsrate in Russland, die im Jahr 2000 noch bei 1,21 Kindern lag, steigt seit Jahren kontinuierlich auf zuletzt 1,76 Kinder (2017) je Frau.
Die Lebenserwartung in Russland ist mit rund 72,1 Jahren im Jahr 2017 auch im internationalen Vergleich sehr niedrig. Die Lebenserwartung der männlichen Bevölkerung liegt mit rund 67,1 Jahren für 2017 sogar noch unter dem Weltdurchschnitt, der für Männer bei 69,8 Jahren lag.

Russland zählt zur Gruppe der wichtigsten aufstrebenden Schwellenländer, den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Im weltweiten Vergleich der Attraktivität für Unternehmensstandorte verbesserte sich Russland vom 31. Platz (2019) auf den 28. Platz (2020) unter 190 Volkswirtschaften. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 1,66 Billionen US-Dollar belegt das Land 2018 Rang 12 der größten Volkswirtschaften der Welt. Allerdings liegt das Bruttoinlandsprodukt Russlands, trotz zuletzt wieder steigender Zahlen, noch deutlich unter dem Höchststand aus dem Jahr 2013, in dem ein BIP von rund 2,29 Billionen US-Dollar erzielt werden konnte. Das Wirtschaftswachstum in Russland erreichte Mitte der 2000er Jahre noch Wachstumsraten von bis zu 8,5 Prozent, konnte an diese Werte in den letzten Jahren jedoch nicht anschließen. Nachdem die Wirtschaftskraft in den Jahren 2015 und 2016 jeweils zurückging, konnte sich das Bruttoinlandsprodukt 2017 wieder erholen und wuchs um 1,55 Prozent. Für 2018 wurde ein Wachstum des BIP von rund 2,3 Prozent verzeichnet, gleichwohl ist dies für ein Schwellenland eine schwache Wachstumsrate.
Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2018 rund 11.289 US-Dollar je Einwohner. Parallel zu der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes insgesamt, wird für 2019 ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von ca. 11.163 US-Dollar je Einwohner prognostiziert. Im Vergleich der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer liegt Russland vor den übrigen BRIC-Staaten, reiht sich aber deutlich hinter den Industrienationen ein. Die Arbeitslosenquote in Russland hat sich seit 2009 von 8,2 Prozent auf geschätzt rund 4,8 Prozent im Jahr 2018 verringert; 2019 wird sie vermutlich auf diesem Niveau bleiben. Die Inflationsrate in Russland betrug 2015 circa 15,5 Prozent, der höchste Wert der vergangenen Jahre. In 2018 stiegen die Preise nur noch um ca. 2,9 Prozent - der niedrigste Wert der vergangenen Jahre. Für 2019 wird wieder ein Anstieg erwartet; die Teuerungsrate wird auf etwa 4,7 Prozent prognostiziert.

Im Jahr 2018 exportierte Russland Waren im Wert von rund 444 Milliarden US-Dollar, damit hat sich der Wert der Ausfuhren ausgehend vom Spitzenjahr 2012 deutlich verringert. Russland importierte Güter für circa 249,1 Milliarden US-Dollar. Damit belegt Russland Rang 14 der größten Exportländer, während es bei den wichtigsten Importnationen keinen Platz mehr einnimmt.
Russlands Überschuss in der Handelsbilanz ist mit rund 195 Milliarden US-Dollar weiterhin hoch und der drittgrößte weltweit. Die wichtigsten Handelspartner Russlands im Export sind die Niederlande, China und Deutschland, im Import sind es China, Deutschland und die USA.

Die Staatsverschuldung von Russland ist in den vergangenen Jahren zwar stetig gestiegen, ist aber mit circa 16,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2018 im internationalen Vergleich dennoch sehr niedrig (Rang neun). 2018 erzielte das Land erstmals wieder ein Staatsüberschuss von circa 3,4 Prozent des BIP. Der letzte Haushaltsüberschuss geht auf das Jahr 2012 zurück. Für 2019 wird ein Überschuss von 1,4 Prozent des BIP prognostiziert.

Als Reaktion auf die russische Annexion der Krim verhängten die Europäische Union, die USA und weitere Staaten im Laufe des Jahres 2014 eine Vielzahl von Sanktionen gegenüber Russland. Damit ist ein Großteil der wichtigsten Handelspartner Russlands, im Export wie auch im Import, an den Sanktionen gegenüber Russland beteiligt bzw. von ihnen betroffen. Die wirtschaftlich relevantesten Sanktionen traten Ende 2014 in Kraft und wurden seitdem etliche Male verlängert. Im Dezember 2019 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union einstimmig, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate bis zum 31. Juli 2020 zu verlängern. Der Wert der Exporte aus der Europäischen Union nach Russland verringerte sich nach Inkrafttreten der Sanktionen zwar zunächst deutlich, näherte sich der Wert europäischer Exporte nach Russland jedoch zwischenzeitlich wieder dem Niveau vor den Sanktionen an (Juni 2018). Nach einem Rekordhoch von 9,59 Milliarden im Oktober 2019, ging der Wert Ende des letzten Jahres wieder deutlich zurück. Auch der Wert der Importe in die Europäische Union aus Russland steigt seit Beginn 2016 wieder kontinuierlich an. Der Handelsbilanzsaldo der Europäischen Union mit Russland fiel im Dezember 2019 wieder auf Krisenniveau zurück - zuletzt lag das Defizit bei 6,93 Milliarden Euro.

Die wirtschaftlichen Probleme Russlands sind einerseits bedingt durch die vergleichsweise niedrige Produktivität und den Modernisierungsstau der russischen Industrie. Die Konsumgüterindustrie ist in Russland historisch bedingt sehr schwach entwickelt. Durch die Sanktionen verschärft sich die Situation, der Modernisierungsstau vergrößert sich, da u.a. der Export von technologischen Gütern aus den USA und der Europäischen Union eingeschränkt wird.
Zum Anderen ist Russlands Exportwirtschaft wenig diversifiziert und extrem abhängig von Rohstofferlösen. 2013 entfielen rund 68% der Exporteinnahmen auf Erlöse von Erdgas, Rohöl und Rohölprodukten. Allerdings sind die Preise für Gas und Öl seit 2013 massiv gefallen und mit einer kurzfristigen Erholung darf nicht gerechnet werden. Dafür haben sich die Gold- und Devisenreserven der russischen Zentralbank von rund 533,9 Milliarden US-Dollar im Juli 2011 auf rund 570,4 Milliarden US-Dollar im Februar 2020 erhöht.

Abgesehen von den wirtschaftlichen Herausforderungen sind soziale und demokratische Defizite Russlands seit Jahren Anlass anhaltender internationaler Kritik. Russland liegt auf Platz 3 der Liste der Länder mit der geringsten Pressefreiheit in Europa und im Freedom House Index der Internetfreiheit positioniert sich Russland im unteren Drittel. Die Entwicklung Russlands im Bertelsmann Transfomationsindex ist ausgehend von 2008 in allen drei untersuchten Dimensionen (Demokratie, Marktwirtschaft und Politisches Management) negativ und auch die Korruption im öffentlichen Sektor ist in Russland weiterhin ein schwerwiegendes Problem. Die innerethnischen Konflikte Russlands und territoriale Spannungen zwischen Russland und diversen Kaukasusrepubliken führten seit der Auflösung der UdSSR immer wieder zu militärischen Interventionen Russlands. Gleichzeitig ist Russland in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel terroristischer Anschläge gewesen.

Interessante Statistiken

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