Statistiken zu Russland

Russland ist mit einer Fläche von rund 17,1 Millionen Quadratkilometern das größte Land der Welt. Die Bevölkerung von Russland betrug 2016 circa 143,4 Millionen Menschen; das Land steht auf Rang neun der Staaten mit der größten Bevölkerung. Die größten Städte in Russland sind Moskau, St. Petersburg und Novosibirsk.

Die Fertilitätsrate in Russland, die im Jahr 2000 noch bei 1,21 Kindern lag, steigt seit Jahren kontinuierlich auf zuletzt 1,75 Kinder (2015) je Frau.
Die Lebenserwartung in Russland, ist mit rund 70,9 Jahren im Jahr 2015 auch im internationalen Vergleich sehr niedrig ist. Die Lebenserwartung der männlichen Bevölkerung liegt mit rund 65,45 Jahren für 2015 sogar noch unter dem Weltdurchschnitt, der 2015 für Männer bei 69,1 Jahren lag.

Russland zählt zur Gruppe der wichtigsten aufstrebenden Schwellenländer, den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Im weltweiten Vergleich der Attraktivität für Unternehmensstandorte verschlechterte sich Russland vom 36. Platz (2016) auf den 40. Platz (2017) unter 188 Volkswirtschaften. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 1,28 Billionen US-Dollar belegte das Land 2016 Rang 12 der größten Volkswirtschaften der Welt. Allerdings verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt Russlands, ausgehend vom Höchststand im Jahr 2013 mit rund 2,23 Billionen US-Dollar, deutlich. Für 2017 wird jedoch ein Bruttoinlandsprodukt von rund 1,56 Billionen US-Dollar erwartet. Dementsprechend präsentiert sich das Wirtschaftswachstum in Russland, das sich im Vergleich zur Mitte der 2000er Jahre, als Wachstumsraten von bis zu 8,5 Prozent erreicht wurden, kontinuierlich abschwächte. Das Wirtschaftswachstum Russlands war auch 2016 mit rund -0,25 Prozent noch negativ, nachdem die Wirtschaftskraft bereits 2015 um rund -2,8 Prozent zurückging. Für 2017 wird eine Erholung und Wachstum des BIP von rund 1,4 Prozent erwartet, gleichwohl ist dies für ein Schwellenland eine schwache Wachstumsrate.
Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2016 rund 8.929 US-Dollar je Einwohner. Parallel zu der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes insgesamt, wird für 2017 ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von ca. 10.885 US-Dollar je Einwohner prognostiziert. Im Vergleich der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer reiht Russland sich damit in das Mittelfeld der übrigen BRIC-Staaten ein, liegt aber deutlich hinter den Industrienationen. Die Arbeitslosenquote in Russland hat sich seit 2009 von 8,2 Prozent auf 5,5 Prozent im Jahr 2016 verringert; für 2017 wird sie vermutlich auf diesem niedrigen Niveau bleiben. Die Inflationsrate in Russland betrug 2012 circa 5,1 Prozent, der niedrigste Wert der vergangenen Jahre. In 2015 stiegen die Preise um ca. 15,5% Prozent deutlich an - der höchste Wert der vergangenen Jahre. 2016 betrug die Inflationsrate rund 7,05 Prozent; 2017 wird die Teuerungsrate auf etwa 4,5 Prozent prognostiziert.

Im Jahr 2016 exportierte Russland Waren im Wert von geschätzt rund 281,8 Milliarden US-Dollar, damit hat sich der Wert der Ausfuhren ausgehend vom Spitzenjahr 2012 nahezu halbiert. Russland importierte Güter für circa 191,4 Milliarden US-Dollar. Damit belegt Russland nur noch Rang 17 der größten Exportländer, während es unter den 20 wichtigsten Importnationen keinen Platz einnimmt.
Russlands Überschuss in der Handelsbilanz ist mit rund 90,4 Milliarden US-Dollar weiterhin hoch und der drittgrößte weltweit. Die wichtigsten Handelspartner Russlands im Export sind die Niederlande, China, Deutschland und Italien, im Import sind es China, Deutschland und die USA.

Die Staatsverschuldung von Russland ist in den vergangenen Jahren zwar stetig gestiegen, ist aber mit circa 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2016 im internationalem Vergleich dennoch sehr niedrig (Rang zehn). 2016 erzielte das Land ein Staatsdefizit von circa 3,7 Prozent des BIP nachdem es seit 2005 wechselnd auch immer wieder teils deutliche Haushaltsüberschüsse verzeichnete. Für 2017 wird ein Saldo von -2,6 Prozent des BIP prognostiziert.

Als Reaktion auf die russische Annexion der Krim verhängten die Europäische Union, die USA und weitere Staaten im Laufe des Jahres 2014 eine Vielzahl von Sanktionen gegenüber Russland. Damit sind ein Großteil der wichtigsten Handelspartner Russlands, im Export wie auch im Import, an den Sanktionen gegenüber Russland beteiligt bzw. von ihnen betroffen. Die wirtschaftlich relevantesten Sanktionen traten Ende 2014 in Kraft und wurden zuletzt im Sommer 2017 erweitert. Der Wert der Exporte aus der Europäischen Union nach Russland verringerte sich nach Inkrafttreten der Sanktionen zwar zunächst deutlich, mittlerweile hat der Wert europäischer Exporte nach Russland jedoch wieder das Niveau vor den Sanktionen erreicht. Der Wert der Importe in die Europäische Union aus Russland hat hingegen bisher nicht das Vorkrisenniveau erreicht. Der Handelsbilanzsaldo der Europäischen Union mit Russland bleibt zwar aus russischer Sicht positiv, fällt aber deutlich niedriger aus als in den Vorjahren.

Die wirtschaftlichen Probleme Russlands sind einerseits bedingt durch die vergleichsweise niedrige Produktivität und den Modernisierungsstau der russischen Industrie. Die Konsumgüterindustrie ist in Russland historisch bedingt sehr schwach entwickelt. Durch die Sanktionen verschärft sich die Situation, der Modernisierungsstau vergrößert sich, da u.a. der Export von technologischen Gütern aus den USA und der Europäischen Union eingeschränkt wird.
Zum Anderen ist Russlands Exportwirtschaft wenig diversifiziert und extrem abhängig von Rohstofferlösen. 2013 entfielen rund 68% der Exporteinnahmen auf Erlöse von Erdgas, Rohöl und Rohölprodukten. Allerdings sind die Preise für Gas und Öl seit 2013 massiv gefallen und mit einer kurzfristigen Erholung darf nicht gerechnet werden. Die Gold- und Devisenreserven der russischen Zentralbank haben sich von rund 524,3 Milliarden US-Dollar im Oktober 2013 auf rund 425 Milliarden US-Dollar im September 2017 verringert.

Abgesehen von den wirtschaftlichen Herausforderungen sind soziale und demokratische Defizite Russlands seit Jahren Anlass anhaltender internationaler Kritik. Russland liegt auf Platz 3 der Liste der Länder mit der geringsten Pressefreiheit in Europa und auch im Freedom House Index der Internetfreiheit positioniert sich Russland im unteren Drittel. Die Entwicklung Russlands im Bertelsmann Transfomationsindex ist seit Jahren in allen drei untersuchten Dimensionen (Demokratie, Marktwirtschaft und Politisches Management) negativ und auch die Korruption im öffentlichen Sektor ist in Russland weiterhin ein schwerwiegendes Problem. Die innerethnischen Konflikte Russlands und territoriale Spannungen zwischen Russland und diversen Kaukasusrepubliken, führten seit der Auflösung der UdSSR immer wieder zu militärischen Interventionen Russlands. Gleichzeitig ist Russland in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel terroristischer Anschläge gewesen.

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