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Aktuelle Daten und Fakten zu Russland

Update zu Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und zur Annexion der ukrainischen Krim

Der Russland-Ukraine Konflikt eskalierte im Februar 2022, nachdem Russland über Monate Soldaten an die ukrainisch-russische Grenze verlegt hatte. Am 21. Februar 2022 gab Präsident Putin bekannt, dass Russland die beiden ukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten anerkennen würde und verlegte Truppen in die Regionen. In der Nacht zum 24. Februar 2022 initiierte Präsident Putin schließlich den völkerrechtswidrigen militärischen Überfall Russlands auf die Ukraine, der im Russland-Ukraine Krieg mündete.
Eine Ausweitung des russischen Angriffes auf die alarmierten baltischen Mitgliedstaaten des NATO Verteidigungsbündnisses bleibt nach einhelliger Meinung internationaler Beobachter unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen.

Internationale Sanktionen gegen Russland
Russland wurde bereits in Folge der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim im Jahr 2014 mit Wirtschaftssanktionen durch die EU sowie weiteren Staaten und Institutionen belegt. In Folge des erneut völkerrechtswidrigen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar/März 2022 wurden die Sanktionen gegenüber Russland durch die internationale Gemeinschaft drastisch verschärft.
Diese Sanktionen betreffen auch die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland.

Russland ist mit einer Fläche von rund 17,1 Millionen Quadratkilometern das größte Land der Welt. Die Bevölkerung von Russland betrug 2021 geschätzt circa 146,2 Millionen Menschen; das Land steht auf Rang neun der Staaten mit der größten Bevölkerung. St. Petersburg und Nowosibirsk sind nach Moskau die größten Städte in Russland. Die Bevölkerung Russlands ist 2014 durch die völkerrechtswidrige Annexion der (ukrainischen) Krim angestiegen, seit 2017 verringert sie sich wieder.

Steigende Geburten aber geringe Lebenserwartung

Die Fertilitätsrate in Russland, die im Jahr 2000 noch bei 1,21 Kindern lag, steigt seit Jahren kontinuierlich auf zuletzt 1,5 Kinder (2019) je Frau.
Die Lebenserwartung in Russland ist mit rund 73,1 Jahren im Jahr 2019 auch im internationalen Vergleich sehr niedrig. Die Lebenserwartung der männlichen Bevölkerung liegt mit rund 68,2 Jahren für 2019 sogar noch unter dem Weltdurchschnitt, der für Männer bei 70,8 Jahren lag.

Aufsteigendes Schwellenland bei verlangsamten Wachstum?

Russland zählt zur Gruppe der wichtigsten aufstrebenden Schwellenländer, den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Im weltweiten Vergleich der Attraktivität für Unternehmensstandorte verbesserte sich Russland vom 31. Platz (2019) auf den 28. Platz (2020) unter 190 Volkswirtschaften. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 1,48 Billionen US-Dollar belegt das Land 2020 Rang 11 der größten Volkswirtschaften der Welt. Allerdings liegt das Bruttoinlandsprodukt Russlands, trotz zuletzt wieder steigender Zahlen, noch deutlich unter dem Höchststand aus dem Jahr 2013, in dem ein BIP von rund 2,29 Billionen US-Dollar erzielt werden konnte. Das Wirtschaftswachstum in Russland erreichte Mitte der 2000er Jahre noch Wachstumsraten von bis zu 8,5 Prozent, konnte an diese Werte in den letzten Jahren jedoch nicht anschließen. Nachdem die Wirtschaftskraft in den Jahren 2015 und 2016 jeweils zurückging, konnte sich das Bruttoinlandsprodukt 2017 wieder erholen und wuchs um 1,55 Prozent. Für 2018 wurde ein Wachstum des BIP von rund 2,3 Prozent verzeichnet, gleichwohl ist dies für ein Schwellenland eine schwache Wachstumsrate. Im Jahr 2020 ging die Wirtschaftskraft aufgrund der Corona-Pandemie zwischenzeitlich zurück. Anschließend war jedoch wieder ein rasanter Anstieg zu verzeichnen.
Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2021 geschätzt rund 11.273 US-Dollar je Einwohner. Parallel zu der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes insgesamt, wird für 2022 ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von ca. 11.665 US-Dollar je Einwohner prognostiziert. Im Vergleich der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer liegt Russland vor den BRIC-Staaten Brasilien und Indien, wurde jedoch von China überholt und reiht sich deutlich hinter den Industrienationen ein. Die Arbeitslosenquote in Russland hat sich seit 2009 von 8,2 Prozent auf geschätzt rund 4,9 Prozent im Jahr 2021 verringert; 2022 wird sie vermutlich leicht sinken. Die Inflationsrate in Russland betrug 2015 circa 15,5 Prozent, der höchste Wert der vergangenen Jahre. Für 2021 wird die Teuerungsrate auf etwa 5,9 Prozent geschätzt. Die Prognose für das Jahr 2022 liegt bei etwa 4,8.

Im Jahr 2020 exportierte Russland Waren im Wert von rund 331,8 Milliarden US-Dollar, damit hat sich der Wert der Ausfuhren ausgehend vom Spitzenjahr 2012 deutlich verringert. Russland importierte Güter für circa 239, Milliarden US-Dollar. Damit belegt Russland Rang 16 der größten Exportländer, während es bei den wichtigsten Importnationen keinen Platz mehr einnimmt.
Russlands Überschuss in der Handelsbilanz ist mit rund 92 Milliarden US-Dollar weiterhin hoch und der drittgrößte weltweit. Die wichtigsten Handelspartner Russlands im Export sind die Niederlande, China und Deutschland sowie Weißrussland, im Import sind es China, Deutschland und Weißrussland.

Die Staatsverschuldung von Russland ist in den vergangenen Jahren leicht gesunken und liegt im Jahr 2021 bei schätzungsweise rund 13,8 Prozent, was im internationalen Vergleich sehr niedrig ist (Rang neun). 2018 erzielte das Land erstmals wieder ein Staatsüberschuss von circa 3,4 Prozent des BIP. Der letzte Haushaltsüberschuss geht auf das Jahr 2012 zurück. In den Jahren 2020 sowie 2021 liegt ein Staatsdefizit vor. Für 2022 wird jedoch wieder ein Überschuss von etwa 0,02 Prozent des BIP prognostiziert.

Internationale Sanktionen seit der Annexion der Krim

Als Reaktion auf die russische Annexion der Krim verhängten die Europäische Union, die USA und weitere Staaten im Laufe des Jahres 2014 eine Vielzahl von Sanktionen gegenüber Russland. Damit ist ein Großteil der wichtigsten Handelspartner Russlands, im Export wie auch im Import, an den Sanktionen gegenüber Russland beteiligt bzw. von ihnen betroffen. Die wirtschaftlich relevantesten Sanktionen traten Ende 2014 in Kraft und wurden seitdem etliche Male verlängert. Im Januar 2022 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union einstimmig, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate bis zum 31. Juli 2022 zu verlängern. Grund dafür ist die Krisenlage in der Ukraine. Der Wert der Exporte aus der Europäischen Union nach Russland verringerte sich nach Inkrafttreten der Sanktionen zwar zunächst deutlich, näherte sich der Wert europäischer Exporte nach Russland jedoch zwischenzeitlich wieder dem Niveau vor den Sanktionen an (Juni 2018). Zuletzt befand sich der Wert auf einem Rekordhoch (Stand November 2021). Auch der Wert der Importe in die Europäische Union aus Russland steigt nach einem Einbruch ab November 201 seit November 2020 wieder kontinuierlich an. Der Handelsbilanzsaldo der Europäischen Union mit Russland fiel im November 2021 wieder auf Krisenniveau zurück - zuletzt lag das Defizit bei 8,74 Milliarden Euro.

Schwache Konsumgüterindustrie führt zu mehr Problemen durch Sanktionen

Die wirtschaftlichen Probleme Russlands sind einerseits bedingt durch die vergleichsweise niedrige Produktivität und den Modernisierungsstau der russischen Industrie. Die Konsumgüterindustrie ist in Russland historisch bedingt sehr schwach entwickelt. Durch die Sanktionen verschärft sich die Situation, der Modernisierungsstau vergrößert sich, da u.a. der Export von technologischen Gütern aus den USA und der Europäischen Union eingeschränkt wird.
Zum Anderen ist Russlands Exportwirtschaft wenig diversifiziert und extrem abhängig von Rohstofferlösen. 2013 entfielen rund 68% der Exporteinnahmen auf Erlöse von Erdgas, Rohöl und Rohölprodukten. Allerdings sind die Preise für Gas und Öl seit 2013 massiv gefallen und mit einer kurzfristigen Erholung darf nicht gerechnet werden. Dafür haben sich die Gold- und Devisenreserven der russischen Zentralbank von rund 484,2 Milliarden US-Dollar im Januar 2011 auf rund 630,2 Milliarden US-Dollar im Januar 2022 erhöht.

Mehr als nur wirtschaftliche Herausforderungen

Abgesehen von den wirtschaftlichen Herausforderungen sind soziale und demokratische Defizite Russlands seit Jahren Anlass anhaltender internationaler Kritik. Russland liegt auf Platz 3 der Liste der Länder mit der geringsten Pressefreiheit in Europa und im Freedom House Index der Internetfreiheit positioniert sich Russland im unteren Drittel. Die Entwicklung Russlands im Bertelsmann Transfomationsindex ist ausgehend von 2008 in allen drei untersuchten Dimensionen (Demokratie, Marktwirtschaft und Politisches Management) negativ und auch die Korruption im öffentlichen Sektor ist in Russland weiterhin ein schwerwiegendes Problem. Die innerethnischen Konflikte Russlands und territoriale Spannungen zwischen Russland und diversen Kaukasusrepubliken führten seit der Auflösung der UdSSR immer wieder zu militärischen Interventionen Russlands. Gleichzeitig ist Russland in den vergangenen Jahren immer wieder Ziel terroristischer Anschläge gewesen.

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