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Statistiken zu den USA

USA 2020 - Große Herausforderungen warten auf die Weltmacht

Die USA sind auch im Jahr 2020 die größte Wirtschaftsnation und die wichtigste Militärmacht weltweit. Allerdings haben die Vereinigten Staaten auch mit riesigen Problemen zu kämpfen: Das Land verzeichnet weltweit die höchsten Covid Fall- und Todeszahlen, die Wirtschaft befindet sich in einer beispiellosen Rezession und der vom US Präsidenten Trump ausgelöste Handelskrieg ist in dieser schwierigen Lage auch nicht hilfreich. Die angewandte Karussellstrategie, durch willkürlich erhobene Strafzölle Druck auf Handelspartner auszuüben, hat für nachhaltige Verärgerung bei Verbündeten und Freunden gesorgt. Der Handelskrieg hat einerseits vor allem die heimische Wirtschaft belastet, die nun mit Kaskadenzöllen geschützt werden soll. Andererseits haben die von den USA verhängten Einfuhrzölle für Einfuhrgüter aus China auch zu fatalen Engpässen in der Versorgung mit medizinischen Gütern und Schutzausrüstung geführt. Zu allem Überfluss lässt US-Präsident Trump kaum eine Gelegenheit aus, die erneut aufgerissenen Gräben in der US-amerikanischen Gesellschaft hinsichtlich Polizeigewalt und strukturellem Rassismus (#BlackLivesMatter) zu vertiefen, anstatt das Land zu einen. Am 3. November 2020 wird ein neuer Präsident gewählt und die Entscheidung wird weltweit mit Spannung beobachtet.

Einwohnerzahl der USA wächst

In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) lebten 2019 circa 329,3 Millionen Menschen. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegen die USA auf Rang drei weltweit, ebenso hinsichtlich der Landesfläche von circa 9,8 Millionen Quadratkilometern. Die größten Städte in den USA sind New York mit 8,3 Millionen, Los Angeles mit rund 4 Millionen und Chicago mit rund 2,7 Millionen Einwohnern (2019). Die Gesamtbevölkerung der USA wächst jährlich absolut um rund zwei Millionen Einwohner. Relativ hat sich das Bevölkerungswachstum der USA in den vergangenen Jahren verlangsamt: Wuchs die Einwohnerzahl im Jahr 2009 noch um rund 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, hat sich das Wachstum im Jahr 2019 mit circa 0,5 Prozent auf rund die Hälfte verlangsamt.

Migration
Die USA sind seit jeher ein Einwanderungsland. Im Jahr 2018 wanderten rund 1,11 Millionen Menschen legal und dauerhaft in die USA ein. Gleichzeitig wurden 2018 rund 572.566 illegale Einwanderer in den USA aufgegriffen. 337.287 Personen wurden in 2018 aus den USA abgeschoben; rund 109.083 Personen reisten freiwillig aus. Insgesamt wird die Anzahl illegaler Einwanderer in den USA auf circa 10,5 Millionen Menschen geschätzt (2017). Mit rund 4,95 Millionen Personen stellten Mexikaner zu diesem Zeitpunkt die größte Gruppe illegaler Einwanderer in den USA dar. Die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden lag jahrelang im Bereich von 50.000 bis 85.000 Gesuchen bzw. Aufnahmen jährlich. Im Jahr 2018 wurden dagegen rund 22.405 Flüchtlinge und Asylsuchende von den USA aufgenommen. Der Wert der Rücküberweisungen von Migranten aus den USA in ihre jeweiligen Herkunftsländer (outflow) wächst seit Jahren kontinuierlich. Im Jahr 2018 überwiesen Migranten in den USA rund 68,5 Milliarden US-Dollar in ihre Herkunftsländer.

Weiterhin die größte Volkswirtschaft der Welt

Gemessen an der absoluten Wirtschaftsleistung sind die USA noch mit weitem Abstand zum zweitplatzierten China die größte Volkswirtschaft der Welt: Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von circa 21,44 Billionen US-Dollar lagen sie im Jahr 2019 noch deutlich vor China (rund 14,14 Billionen US-Dollar). Im Hinblick auf das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf stehen die USA mit geschätzt rund 65.112 US-Dollar je Einwohner (2019) weit vor Schwellenländern wie China oder Brasilien.

Lag ihr Anteil am kaufkraftbereinigten globalen Bruttoinlandsprodukt beim Höchststand im Jahr 1985 noch bei rund 21,4 Prozent, waren es 2019 nur noch geschätzt rund 15 Prozent.
Wesentliche Ursache hierfür ist das höhere Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern, vor allem in China.

Das Wirtschaftswachstum der USA wird dramatisch einbrechen - nachdem die US-Wirtschaft 2019 noch um rund 2,3 Prozent wuchs - und eine beispiellose Rezession scheint unausweichlich, wenngleich sich über die konkrete Höhe des BIP-Rückgangs zu diesem Zeitpunkt nur spekulieren lässt. Aktuelle Prognosen führender Organisationen und Wirtschaftsinstitute zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) prognostizieren für die USA im laufenden Jahr 2020 einen Einbruch des BIP in Höhe von circa 8 Prozent (Stand: August 2020). Innerhalb von nur drei Monaten haben sich die Schätzungen von -0,4 Prozent zu -8 Prozent erhöht.
Blickt man auf die bereits vorliegenden Wachstumszahlen des BIP in den USA nach Quartalen, lässt der beispiellose BIP-Einbruch im 2. Quartal 2020 mit rund -32,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal und rund -9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, für das gesamte Jahr 2020 einen deutlich höheren BIP-Einbruch als die kolportierten 8 Prozent befürchten. Die Arbeitslosenquote in den USA ist infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise nach 2007 deutlich angestiegen und erreichte mit 9,6 Prozent im Jahr 2010 ihren höchsten Stand seit rund 30 Jahren. Nur 1982 erreichte sie mit 9,7 Prozent einen marginal höheren Wert. Seit 2011 erholte sich der Arbeitsmarkt in den USA deutlich und die Arbeitslosenquote sank kontinuierlich auf rund 3,7 Prozent im Jahr 2019.
Im laufenden Jahr 2020 ist die Arbeitslosigkeit in den USA stärker gestiegen, als in jedem anderen Industrieland. Ob die Arbeitslosenquote in den USA in diesem Jahr tatsächlich "nur" auf rund 10,4 Prozent steigen wird, wie vom IMF zu Beginn der Corona Pandemie prognostiziert, darf bezweifelt werden. Aktuell (Juli 2020) notiert die Arbeitslosenquote in den USA nach Monaten saisonbereinigt bei rund 10,2 Prozent nachdem sie im April 2020 bereits 14,4 Prozent betragen hatte. Die Inflationsrate betrug 2019 rund 1,8 Prozent, 2020 wird eine Senkung auf rund 0,6 Prozent erwartet.

Außenhandel im Zeichen des Handelskrieges

Im Jahr 2019 exportierten die USA Waren im Wert von rund 1,65 Billionen US-Dollar und importierten Güter für circa 2,57 Billionen US-Dollar. Damit sind die USA das zweitgrößte Exportland und die größte Importnation. Zeitgleich lässt sich jedoch feststellen, dass die Erwartung der USA, die die Motivation für den Beginn des Handelskriegs bildete, nicht aufgegangen ist: Die deutliche Verringerung des US-amerikanischen Handelsbilanzdefizits, indem die Handelspartner durch die Verhängung von Straffzöllen motiviert werden mehr US-amerikanische Güter zu kaufen. Zwar hat sich das Handelsbilanzdefizits der USA 2019 auf rund 922,8 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Rekordwert aus dem Vorjahr mit rund 950,2 Milliarden US-Dollar verringert, eine echte Trendwende sieht jedoch anders aus. Das gesamte Handelsvolumen der USA hat sich ja im Berichtsjahr 2019 verringert. Die USA bleiben dementsprechend auch im Jahr 2019 das Land mit dem größten Handelsbilanzdefizit weltweit. Die wichtigsten Handelspartner der USA sowohl im Export als auch im Import sind die vom Handelskrieg betroffenen USMCA-Partner (United States-Mexico-Canada Agreement) Kanada und Mexiko sowie China.

Staatsverschuldung steigt rasant an

Seit der Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Staatsverschuldung der USA deutlich angestiegen. Betrug die Staatsverschuldung 2005 noch rund 8,5 Billionen US-Dollar, wurde Ende 2019 eine Staatsverschuldung von rund 23,2 Billionen US-Dollar registriert. Die erlassenen Konjunkturpakete und Hilfsmaßnahmen zur Milderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, führten allein im Zeitraum März 2020 bis Juni 2020 zu einem sprunghaftem Anstieg der Staatsverschuldung in den USA auf rund 26,5 Billionen US-Dollar (Stand: August 2020). Somit hat sich die Staatsverschuldung der USA innerhalb von 15 Jahren mehr als verdreifacht. Die Staatsschuldenquote ist von rund 65,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2005, ebenfalls sprunghaft angestiegen und erreichte 2019 bereits circa 106,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts; einer der höchsten Schuldenstände weltweit. Das gesamtstaatliche Haushaltsdefizit betrug 2019 rund 988,9 Milliarden US-Dollar, was einer Defizitquote von rund 5,7 Prozent des BIP entspricht. Die USA zählten damit aber nicht zu den Ländern mit dem höchsten Staatsdefizit.

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