Statistiken zur Türkei

Die Bevölkerung der Türkei beträgt im Jahr 2016 ca. 78,6 Millionen Menschen. Die Bevölkerungszahl ist in den letzten zehn Jahren stark gewachsen: 2006 hatte die Türkei nur gut 69 Millionen Einwohner. Allerdings ist die Fertilitätsrate seit Jahren rückläufig und lag 2014 mit einem Wert von 2,07 bereits knapp unter dem Wert von 2,1 Kindern je Frau, der in modernen Industriegesellschaften allgemein als Grenzwert für ein langfristiges natürliches Bevölkerungswachstum angesehen wird. Die größten Städte in der Türkei (Stand Dezember 2014) sind Istanbul, Ankara und Izmir, wobei die Metropole Istanbul mit rund 14 Millionen Einwohnern mit Abstand die größte Stadt der Türkei ist.


Die Türkei zählt sowohl zur Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) als auch zu den sogenannten "Next Eleven", den bedeutendsten Schwellenländern nach den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 733,6 Milliarden US-Dollar (2015) steht das Land auf Rang 18 der größten Volkswirtschaften der Welt. 2015 betrug das Wirtschaftswachstum in der Türkei rund 3,8 Prozent. Für 2016 werden ebenfalls 3,8 Prozent erwartet. Die Türkei erzielte in den vergangenen Jahren stets solide Wachstumsraten zwischen 2 bis 4 Prozent, wenngleich sich das Wachstum im Vergleich zu den Spitzenjahren 2010 und 2011, in denen Raten von rund 9 Prozent erreicht wurden, deutlich abkühlte. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2013 bei rund 10.821 US-Dollar je Einwohner. Für 2016 wird mit einem Wert von rund 9.562 US-Dollar je Einwohner gerechnet. Die Arbeitslosenquote in der Türkei ist seit ihrem Höchststand von rund 13 Prozent im Jahr 2009 auf rund 8,4 Prozent in 2012 gesunken, steigt seitdem aber wieder kontinuierlich an, so dass für 2016 eine Arbeitslosenquote von rund 10,8 Prozent prognostiziert wird. Die Inflationsrate ist zwar seit Jahren hoch; sie lag 2015 bei rund 7,7 Prozent. Für 2016 wird eine Preissteigerung von 9,8 Prozent prognostiziert. Allerdings verzeichnete die Türkei in den Jahrzehnten zuvor, bis 2003, Inflationsraten zwischen 30 bis 100 Prozent.

Im Jahr 2015 exportierte die Türkei Waren im Wert von rund 144 Milliarden US-Dollar und importierte Güter für circa 207 Milliarden US-Dollar. Das Land zählt damit weder zu den größten Exportländern noch zu den bedeutendsten Importnationen (Rang 20), findet sich aber mit dem hohen Importüberschuss stets in den Top 20 Ländern mit dem höchsten Handelsbilanzdefizit weltweit wieder. Wichtigste Handelspartner der Türkei sind im Export Deutschland, der Irak und Großbritannien, im Import sind es Russland, Deutschland und China.

Die Staatsverschuldung der Türkei ist mit circa 30,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2016) niedrig und verringerte sich seit 2009 kontinuierlich. Das Staatsdefizit betrug 2014 rund 1,4 Prozent des BIP und auch für die Jahre 2015 und 2016 wird nicht damit gerechnet, dass das Staatsdefizit 1,9 Prozent der Wirtschaftleistung übersteigt.



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