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Daten und Fakten zu Brasilien

Brasilien ist mit einer Landesfläche von rund 8,52 Millionen Quadratkilometern das fünftgrößte Land der Welt. Die Bevölkerung von Brasilien beträgt 2021 geschätzt circa 212,6 Millionen Menschen. Wenngleich die Fertilitätsrate sich stetig verringert, bleibt sie mit durchschnittlich 1,64 Kindern pro Frau (2021) im Vergleich zur Durchschnittsrate in der EU (1,5 Kinder pro Frau in 2020) weiterhin relativ hoch. Die größten Städte in Brasilien im Jahr 2020 sind São Paulo mit rund 12,2 Millionen Einwohner:innen, Rio de Janeiro mit rund 6,7 Millionen Einwohner:innen und Brasilia mit rund 2,95 Millionen Einwohner:innen.

Präsidentschaftswahlen 2022

Am 2. Oktober 2022 finden die Präsidentschaftswahlen in Brasilien statt. Der amtierende Präsident Bolsonaro steht laut Umfragewerten bei der Bevölkerung schlecht dar. Im August 2022 lag die Ablehnung seiner Arbeit bei 57 Prozent. Nur 39 Prozent gaben an, seiner Arbeit zuzustimmen. In Umfragen zur Wahl liegt Bolsonaro hinter Herausforderer und Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Der ehemalige Präsident wurde vor den Wahlen 2018 wegen Korruption verurteilt. Im Frühjahr 2022 hebt ein Gericht das Urteil auf, weswegen da Silva erneut antreten kann. Unter seiner Präsidentschaft Anfang der 2000er reduzierte sich die Armut in Brasilien deutlich.

Überalterung in der Zukunft?

Derzeit ist Brasiliens Bevölkerungswachstum noch moderat steigend. Im Jahr 2021 verzeichnete das Land ein Bevölkerungswachstum von etwa 0,67 Prozent, die Tendenz ist jedoch sinkend. Die Urbanisierung in Brasilien hat zudem stark zugenommen in den letzten Jahrzehnten, im Jahr 2021 lebten rund 87% der Brasilianer:innen in urbanen Gebieten. Derzeit ist Brasiliens Bevölkerung noch relativ jung, lediglich etwa 9,6 Prozent sind über 65 Jahre alt, obwohl der Anteil langsam steigt und die Anzahl der jungen Menschen sinkt (2021). Aufgrund dieser Entwicklungen wird erwartet, dass Brasilien in Zukunft ein Problem mit der alternden Bevölkerung haben wird, besonders im Bereich der Arbeitskräfte.

Wirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit

Brasilien zählt zur Gruppe der wichtigsten aufstrebenden Schwellenländer, den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Brasilien betrug 2021 rund 1,61 Billionen US-Dollar. Im Jahr 2011 konnte mit circa 2,61 Billionen US-Dollar das höchste Ergebnis der letzten Jahre erzielt werden; für 2022 werden rund 1,83 Billionen US-Dollar prognostiziert. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl ergibt sich für 2021 ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von geschätzten 7.563 US-Dollar. Brasilien befand sich in den letzten Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise: Das Wirtschaftswachstum in Brasilien war 2020 negativ und lag bei rund 4,06 Prozent. Im Jahr 2021 konnte es sich erholen und betrug rund 4,6 Prozent. 2015 und 2016 rutschte Brasilien mit einer negativen Wachstumsrate von rund 3,55 bzw. 3,31 Prozent in die Rezession. Die Arbeitslosenquote in Brasilien stieg in den letzten Jahren rasant und betrug 2021 rund 14,2 Prozent. Aktuell (Stand: Juli 2022) ist die monatliche Arbeitslosenquote in Brasilien wieder etwas gesunken und beläuft sich auf 9,1 Prozent. Dies ist mit Abstand die höchste Quote unter den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern. Die Inflationsrate betrug 2021 rund 8,3 Prozent; für 2022 wird mit einer Teuerungsrate von circa 8,2 Prozent gerechnet.

Brasiliens Außenhandel

Im Jahr 2021 exportierte Brasilien Waren im Wert von rund 280,8 Milliarden US-Dollar und importierte Güter für circa 234,7 Milliarden US-Dollar. Die wichtigsten Handelspartner für Brasilien sowohl im Export als auch im Import sind China, die USA und Argentinien. Brasilien verzeichnete in den vergangenen 10 Jahren zumeist solide Handelsbilanzüberschüsse. Nachdem die Handelsbilanz 2013 und 2014 negativ war, ist die Handelsbilanz von Brasilien seitdem positiv und liegt 2020 mit rund 43,6 Milliarden US-Dollar deutlich im Plus.
Eine besondere Bedeutung für den Außenhandel nehmen die Landwirtschaft und der Bergbau ein. Im Jahr 2021 waren die wichtigsten Exportgüter aus diesem Bereich. Das wichtigste Exportgut waren demnach metallurgische Erze und Metallabfälle. Auch Ölsaaten und ölhaltige Früchte, Erdöl und Fleisch sind wichtige Exportgüter. Brasilien hat aufgrund seiner großen Agrarflächen das Potential über eine Milliarde Menschen zu ernähren. Im Jahr 2020 hatte Brasilien etwa 236 Millionen Hektar an Fläche, die landwirtschaftlich genutzt wurde. Brasilien importiert dagegen vor allem elektrische Maschinen, Erdöl und Düngemittel. Unter den wichtigsten Importgütern im Jahr 2021 kommen rund 8,4 Prozent auf elektrische Maschinen, Apparate, Geräte und Einrichtungen zurück.

Wirtschaftsstruktur und Korruption

Neben dem Agrarsektor hat Brasilien einen ausgeprägten Dienstleistungssektor. Im Jahr 2021 trug der Dienstleistungssektor rund 59,4 Prozent zum brasilianischen Bruttoinlandsprodukt bei. Die Industrie kam auf etwa 18,9 Prozent. Bei der Verteilung der Erwerbstätigen auf die unterschiedlichen Sektoren kommt ein ähnliches Bild auf. Rund 71,3 Prozent der Erwerbstätigen im Jahr 2020 arbeiteten im Dienstleistungssektor.
Ein großes Problem der brasilianischen Wirtschaft ist, was oft als "Brasilienkosten" (portugiesisch: Custo Brasil) bezeichnet wird. Diese Kosten beinhalten vor allem korruptionsbedingte Kosten und solche, die durch schlechter Infrastruktur und hohe Steuern entstehen. Im Corruptions Perception Index kam Brasilien im Jahr 2021 auf Rang 96 von 180 untersuchten Staaten mit einem Indexwert von 38 von 100. Der Bertelsmann Transformationsindex (BTI) bezeichnete Brasilien im Jahr 2022 als Marktwirtschaft mit Funktionsdefiziten.

Staatshaushalt und Militärausgaben

Die Staatsverschuldung von Brasilien betrug 2021 geschätzt rund 93 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für 2021 wird - gemessen an den wirtschaftlichen Problemen, mit denen Brasilien in den letzten Jahren zu kämpfen hatte - nur eine vergleichsweise moderate Senkung auf rund 98,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwartet. Das Staatsdefizit betrug im Jahr 2021 geschätzt rund 4,4 Prozent des BIP, während 2013 noch ein Staatsüberschuss von rund 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorgewiesen werden konnte. 2019 wird in dieser Hinsicht keine Verbesserung eintreten, es wird ein Staatsdefizit von rund 1,9 Prozent prognostiziert. Brasilien gilt als Regionalmacht in Südamerika. Diese Position spiegelt sich auch in den Militärausgaben von Brasilien wider. Brasilien verringerte seine Militärausgaben von 2019 auf 2020 um rund 3,1 Prozent. 2020 betrug der Anteil der Militärausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Brasilien rund 1,44 Prozent.

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