Die Emissionen von Urlaubsreisen unterscheiden sich je nach Reiseform deutlich. Eine einwöchige Kreuzfahrt verursacht laut Berechnungen des International Council on Clean Transportation (ICCT) rund 2,0 bis 2,4 Tonnen CO₂-Äquivalente pro zwei Personen. Eine vergleichbare Urlaubsreise mit Auto vor Ort kommt dagegen auf deutlich niedrigere Werte zwischen 0,6 und 0,8 Tonnen.
Der größte Teil der Emissionen entfällt bei Kreuzfahrten auf den Schiffsbetrieb selbst. Während An- und Abreise per Flug in beiden Szenarien ähnlich stark zu Buche schlagen, treiben vor allem die Energieverbräuche an Bord die Gesamtbilanz nach oben. Beim Autourlaub verteilen sich die Emissionen hingegen auf mehrere Komponenten, darunter Fahrleistung und Hotelübernachtungen.
Auch moderne Antriebstechnologien verändern das Bild nur begrenzt. Zwar gelten Schiffe mit Flüssigerdgas (LNG) als vergleichsweise emissionsärmer, doch unter Einbeziehung zusätzlicher Klimaeffekte wie Methanemissionen relativiert sich dieser Vorteil. In realistischeren Berechnungen liegen die Emissionen von LNG-betriebenen Kreuzfahrten teils sogar über denen konventioneller Schweröl-Antriebe.
Die dargestellten Werte basieren auf modellhaften Beispielreisen und sind nicht als allgemeingültige Durchschnittswerte zu verstehen. Verglichen wird eine einwöchige Kreuzfahrt über rund 2.300 Meilen mit einer Urlaubsreise, bei der vor Ort etwa 700 Meilen mit dem Auto zurückgelegt werden. Beide Szenarien beinhalten Hin- und Rückflüge sowie Unterkunft. Zudem handelt es sich um sogenannte Lebenszyklus-Emissionen, die neben der Nutzung auch die Herstellung und Bereitstellung der eingesetzten Energie berücksichtigen.
Das International Council on Clean Transportation (ICCT) ist eine unabhängige, gemeinnützige Forschungsorganisation, die Regierungen und Institutionen weltweit mit wissenschaftlich fundierten Analysen zu Verkehr und Emissionen unterstützt. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Strategien zur Reduktion von Treibhausgasen und Luftschadstoffen im Verkehrssektor, etwa im Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr. Die Organisation gilt als wichtiger Impulsgeber für Umweltstandards und Regulierungen und arbeitet eng mit politischen Entscheidungsträgern sowie internationalen Organisationen zusammen.





















