Der Ausstoß von Treibhausgasen geht in Deutschland seit Jahrzehnten zurück. Seit 1990 konnten die Emissionen von 1.252 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent im Jahr auf zuletzt 649 Millionen Tonnen reduziert werden – ein Rückgang von 48 Prozent. Bis 2030 sollen laut Klimaschutzgesetz eine Reduktion um 65 Prozent erfolgen. Dieses Ziel ist zwar noch erreichbar, würde nach den jüngsten Projektionen jedoch knapp verfehlt werden. Bis zum Jahr 2045 will Deutschland vollständige Treibhausgas-Neutralität (Net Zero) erreichen, was nach aktuellem Stand deutlich schwerer zu realisieren sein wird.
Zuletzt verlangsamte sich der Rückgang der schädlichen Emissionen deutlich. Im vergangenen Jahr konnten die Emissionen nur um 0,1 Prozent reduziert werden - zu wenig um das Ziel für 2030 zu erreichen. Nachholbedarf gibt es vor allem in den Sektoren Verkehr und Gebäude, die ihren Emissionszielen deutlich hinterherhinken. Der Energiesektor hat sein Ziel dagegen dank des Ausbaus erneuerbarer Energien bisher übererfüllt.
"Der Blick auf das Jahr 2025 zeigt ein gemischtes Bild," so Bundesumweltminister Carsten Schneider. "Bei den Emissionen waren die Fortschritte zu langsam. Zugleich können wir eine gestiegene Akzeptanz für Klimaschutztechnologien feststellen: Die Nachfrage nach Elektroautos und Wärmepumpen ist 2025 enorm angestiegen. Und es gibt so viele neu genehmigte Windkraft-Projekte wie nie zuvor. Das macht Hoffnung, dass die Fortschritte in den nächsten Jahren wieder größer werden."
Der stetige Rückgang der CO₂-Emissionen hängt vor allem mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem damit verbundenen Rückgang im Verbrauch fossiler Brennstoffe zusammen. So konnten die Emissionen aus der Energiewirtschaft von 1990 bis 2025 um 60 Prozent gesenkt werden, während im Bereich Verkehr, dem drittgrößten Emittenten nach Energiewirtschaft und Industrie, nur 10 Prozent der Emissionen eingespart werden konnten.
Seit 2005 trägt auch das Europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS 1) zur Emissionseinsparung bei, indem es jeder Tonne ausgestoßenem Treibhausgas – zunächst in den Sektoren Energie und Industrie, später auch aus Luft- und Schiffsverkehr – einen Preis zuweist und somit einen Anreiz zur Einsparung von CO₂ bietet. Im Jahr 2021 wurde zudem der nationale Emissionshandel (nEHS) eingeführt, der auch Emissionen aus Verkehr, Gebäude und Abfall bepreist. Damit sind aktuell rund 85 Prozent der deutschen Emissionen mit einem expliziten Preis versehen, was Deutschland zum Vorreiter in Sachen Emissionshandel macht.





















