Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist zuletzt deutlich gestiegen und liegt klar über dem Niveau der Vorjahre sowie dem Durchschnitt der Jahre vor der Pandemie. Im März 2026 wurden rund 1.700 Insolvenzen verzeichnet, nach etwa 1.450 im Vorjahresmonat. Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort. Das zeigt die Infografik mit Daten des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
Auffällig ist, dass der Anstieg vor allem durch eine größere Zahl kleinerer Unternehmen getrieben wird. Darauf weist der Vergleich mit den Beschäftigtendaten hin: Während die Zahl der Insolvenzen deutlich steigt, nimmt die Zahl der betroffenen Beschäftigten nicht im gleichen Maße zu. Im März 2026 waren in den größten insolventen Unternehmen rund 14.000 Arbeitsplätze betroffen – kein außergewöhnlich hoher Wert. Die Daten deuten damit auf eine veränderte Dynamik hin: Nicht einzelne Großpleiten dominieren das Geschehen, sondern eine breite Zunahme vieler kleinerer Insolvenzen. Dies spricht für strukturelle Belastungen insbesondere im Mittelstand und bei kleineren Betrieben.
Im Vergleich zum Vorkrisenniveau (Durchschnitt 2016–2019) liegen die aktuellen Werte ebenfalls deutlich höher. Während damals monatlich teils deutlich unter 1.000 Fälle registriert wurden, bewegen sich die Insolvenzzahlen inzwischen stabil auf einem deutlich erhöhten Niveau. Dies unterstreicht, dass es sich nicht nur um kurzfristige Schwankungen handelt, sondern um eine anhaltende Phase erhöhter Unternehmensinsolvenzen.
Die steigenden Insolvenzzahlen sind vor dem Hintergrund einer anhaltend schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland zu sehen. Die Konjunktur stagniert weitgehend, während Unternehmen gleichzeitig mit hohen Energie- und Finanzierungskosten sowie einer gedämpften Nachfrage konfrontiert sind. In diesem Umfeld geraten insbesondere finanziell weniger robuste Betriebe unter Druck. Die relative Häufigkeit von Insolvenzen von Unternehmen unterscheidet sich zwischen den Bundesländern übrigens deutlich. Besonders hohe Werte je 100.000 Einwohner verzeichnen Stadtstaaten und wirtschaftsstarke Ballungsräume, allen voran Berlin mit rund 47,7 Fällen.




















