Laut IWH-Insolvenztrend waren im März in den größten 10 Prozent der insolventen Unternehmen etwa 14 000 Arbeitsplätze betroffen. Damit liegt die Zahl der betroffenen Beschäftigten 40 Prozent unter dem Vormonatswert und 15 Prozent unter dem Niveau von März 2025, aber 77 Prozent über dem Durchschnitt eines typischen März der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019. Das zeigt die Infografik mit Daten des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
Trotz der stark gestiegenen Zahl an Insolvenzen fällt die Zahl der betroffenen Beschäftigten vergleichsweise moderat aus. Im März 2026 waren in den größten insolventen Unternehmen rund 14.000 Arbeitsplätze betroffen – weniger als im Vorjahr und deutlich unter früheren Ausschlägen durch einzelne Großinsolvenzen. Diese Entwicklung zeigt, dass der aktuelle Anstieg der Insolvenzen vor allem auf eine Häufung kleinerer Unternehmenspleiten zurückgeht, denn: Während die Anzahl der Insolvenzen deutlich zunimmt, steigt die Zahl der betroffenen Beschäftigten nicht im gleichen Maß. Wären verstärkt große Unternehmen betroffen, müsste auch die Beschäftigtenzahl stark anziehen.
Dass sich gerade kleinere Unternehmen häufen, hat mehrere Gründe: Sie verfügen in der Regel über geringere finanzielle Puffer, sind stärker von kurzfristigen Kostensteigerungen (z. B. Energie, Finanzierung) betroffen und haben weniger Zugang zu externem Kapital. In einem wirtschaftlich angespannten Umfeld geraten sie daher schneller in Zahlungsschwierigkeiten als große Unternehmen. Die relative Häufigkeit von Insolvenzen von Unternehmen unterscheidet sich zwischen den Bundesländern übrigens deutlich. Besonders hohe Werte je 100.000 Einwohner verzeichnen Stadtstaaten und wirtschaftsstarke Ballungsräume, allen voran Berlin mit rund 47,7 Fällen.
Die Daten des IWH-Insolvenztrends basieren auf tagesaktuellen Auswertungen von Insolvenzanmeldungen und liefern damit ein sehr zeitnahes Bild der Entwicklung. Dadurch haben sie den Charakter eines Frühindikators für das Insolvenzgeschehen in Deutschland. Im Unterschied dazu werden die amtlichen Daten von Destatis mit zeitlicher Verzögerung veröffentlicht und bilden die Entwicklung erst im Nachhinein ab.
Die steigenden Insolvenzzahlen sind vor dem Hintergrund einer anhaltend schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland zu sehen. Die Konjunktur stagniert weitgehend, während Unternehmen laut Experten gleichzeitig mit hohen Energie- und Finanzierungskosten sowie einer gedämpften Nachfrage konfrontiert sind. In diesem Umfeld geraten insbesondere finanziell weniger robuste Betriebe unter Druck.




















