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Wie entwickelt sich die Konjunktur?

Mit dem Begriff Konjunktur ist die zyklische Entwicklung der Wirtschaft gemeint, also der Wechsel zwischen wirtschaftlich starken und schwachen Perioden. Die Konjunkturentwicklung lässt sich mit diversen Indikatoren messen; von zentraler Bedeutung ist dabei das Bruttoinlandsprodukt (BIP), d.h. der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb einer Volkswirtschaft hergestellt werden und dem Endverbrauch dienen.

Zur Einschätzung und Beurteilung der konjunkturelle Lage in Deutschland können verschiedene Konjunkturindikatoren herangezogen werden. Diese werden in Deutschland von verschiedenen Institutionen erhoben und veröffentlicht; sowohl von staatlichen Stellen als auch von Wirtschaftsforschungsinstituten und Marktforschungsunternehmen. Die Indikatoren werden häufig in kurzen Abständen erhoben, meist monatlich oder quartalsweise, und werden in den Medien und an den Börsen viel beachtet. Die Indikatoren lassen sich unterscheiden in Frühindikatoren, die die künftige Lage vorausdeuten, Präsenzindikatoren, die die gegenwärtige Situation abbilden und Spätindikatoren, die die konjunkturelle Entwicklung mit Verzögerung nachvollziehen. Darüber hinaus kann unterschieden werden zwischen realwirtschaftlichen Kennzahlen wie dem Bruttoinlandsprodukt und Ergebnissen aus Befragungen von Unternehmen, Verbrauchern oder Wirtschaftsexperten. Diese werden in der Regel nach unterschiedlichen Kriterien gewichtet und indexiert, um Vergleiche zwischen verschiedenen Zeitpunkten herstellen zu können.

Frühindikatoren lassen auf wirtschaftliche Erholung hoffen

Das Volumen der Auftragseingänge in der Industrie gehört zu den Frühindikatoren, die Hinweise auf die künftige Lage der Wirtschaft geben. Nachdem zu Beginn der Corona-Krise im März und April 2020 die Auftragseingänge regelrecht eingebrochen sind, hat das Volumen der Aufträge seitdem mit einer Ausnahme jeden Monat wieder zugenommen, auch wenn der Zuwachs in den ersten Monaten des Jahres 2021 eher gering war. Der ZEW-Index zur Konjunkturerwartung, der die Erwartungen von Finanzexperten bezüglich der Konjunkturentwicklung in den nächsten sechs Monaten widerspiegelt, zeigte im April 2021 Erwartungen auf einem sehr hohem Niveau an. Zu den in Deutschland am meisten beachteten Konjunkturindikatoren gehört auch der ifo-Geschäftsklimaindex, der die Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage sowie die Erwartungen für die nächsten sechs Monate von Unternehmen in einem Indexwert abbildet. Dieser stieg im März 2021 auf den höchsten Wert seit Juni 2019 und zeigt damit, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft in den letzten Monaten deutlich verbessert hat, d.h. die Unternehmen wieder zufriedener mit der aktuellen Lage sind sowie optimistischer in die nähere Zukunft schauen.

Präsenzindikatoren haben eher negative Vorzeichen

Präsenzindikatoren blicken anders als die Frühindikatoren nicht in die Zukunft, sondern bilden die gegenwärtige Situation ab. Schnellmeldungen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) können als Präsenzindikator gesehen werden, das BIP kann allerdings auch eher den Spätindikatoren zugeordnet werden. Losgelöst von der Frage, ob das BIP eher ein Präsenz- oder ein Spätindikator ist, ist die Maßzahl für die wirtschaftliche Leistung sicherlich der wichtigste und meistbeachteste Konjunkturindikator. Im Jahr 2020 belasteten die Auswirkungen der Corona-Krise und der damit einhergehende Shutdown die deutsche Wirtschaft schwer, im zweiten Quartal ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 9,7 Prozent zurück. Das war laut Statistischem Bundesamt der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnung seit dem Jahr 1970. Experten gehen mittlerweile von der größten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus. Im 3. Quartal 2020 hat sich das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal wieder deutlich erholt, auch im 4. Quartal ist es weiter gestiegen. Überdies gehören u. a. die monatlichen Meldungen zum Außenhandel sowie Statistiken zur Produktion im Produzieren Gewerbe zu den Präsenzindikatoren. Letztere haben zu Beginn des Jahres 2021 eher eine schwierige konjunkturelle Lage aufgezeigt.

Spätindikatoren zeigen die Corona-Krise deutlich

Spätindikatoren zeigen die konjunkturelle Entwicklung mit einer etwas größeren zeitlichen Verzögerung. Die Arbeitslosenquote gehört sicherlich zu den prominentesten Spätindikatoren und zeigt deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise seit März/ April 2020. Auch die Statistiken zu den Insolvenzen von Unternehmen ist dieser Gruppe der Konjunkturindikatoren zuzuordnen, allerdings kann ein Blick darauf derzeit irreführend sein. Die Zahl der Insolvenzen liegt, insbesondere seit der zweiten Hälfte des Jahres 2020, auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Im gesamten Jahr 2020 gab es in Deutschland 75.044 Unternehmensinsolvenzen, laut Statistischem Bundesamt war dies der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Gegenüber dem Vorjahr gingen die Unternehmensinsolvenzen um 15,5 Prozent zurück. Dies ist allerdings nicht trotz, sondern viel mehr wegen der Corona-Krise so: Der Grund für den niedrigen Wert im Jahr 2020 liegt laut Destatis hauptsächlich in der aufgrund der Corona-Krise ausgesetzten Insolvenzantragspflicht.

Für einen Blick auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland erstellen einige Wirtschaftsforschungsinstitute wie auch staatliche Stellen regelmäßig Konjunkturprognosen. Wegen der schwer vorhersehbaren wirtschaftlichen Entwicklung in der Corona-Krise sind diese derzeit aber mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

In unserem Dossier zur Konjunktur in Deutschland sind eine Reihe von relevanten Statistiken zum Thema zusammengestellt.


Wichtige Kennzahlen

Die wichtigsten Kennzahlen liefern Ihnen eine kompakte Zusammenfassung des Themas "Konjunktur in Deutschland" und bringen Sie direkt zu den zugehörigen Statistikseiten.

Frühindikatoren

Präsenzindikatoren

Spätindikatoren

Interessante Statistiken

In den folgenden 4 Kapiteln finden Sie schnell zu den wichtigsten {amountStatistics} Statistiken aus dem Thema "Konjunktur in Deutschland".

Konjunktur in Deutschland

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Wie entwickelt sich die Konjunktur?

Mit dem Begriff Konjunktur ist die zyklische Entwicklung der Wirtschaft gemeint, also der Wechsel zwischen wirtschaftlich starken und schwachen Perioden. Die Konjunkturentwicklung lässt sich mit diversen Indikatoren messen; von zentraler Bedeutung ist dabei das Bruttoinlandsprodukt (BIP), d.h. der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb einer Volkswirtschaft hergestellt werden und dem Endverbrauch dienen.

Zur Einschätzung und Beurteilung der konjunkturelle Lage in Deutschland können verschiedene Konjunkturindikatoren herangezogen werden. Diese werden in Deutschland von verschiedenen Institutionen erhoben und veröffentlicht; sowohl von staatlichen Stellen als auch von Wirtschaftsforschungsinstituten und Marktforschungsunternehmen. Die Indikatoren werden häufig in kurzen Abständen erhoben, meist monatlich oder quartalsweise, und werden in den Medien und an den Börsen viel beachtet. Die Indikatoren lassen sich unterscheiden in Frühindikatoren, die die künftige Lage vorausdeuten, Präsenzindikatoren, die die gegenwärtige Situation abbilden und Spätindikatoren, die die konjunkturelle Entwicklung mit Verzögerung nachvollziehen. Darüber hinaus kann unterschieden werden zwischen realwirtschaftlichen Kennzahlen wie dem Bruttoinlandsprodukt und Ergebnissen aus Befragungen von Unternehmen, Verbrauchern oder Wirtschaftsexperten. Diese werden in der Regel nach unterschiedlichen Kriterien gewichtet und indexiert, um Vergleiche zwischen verschiedenen Zeitpunkten herstellen zu können.

Frühindikatoren lassen auf wirtschaftliche Erholung hoffen

Das Volumen der Auftragseingänge in der Industrie gehört zu den Frühindikatoren, die Hinweise auf die künftige Lage der Wirtschaft geben. Nachdem zu Beginn der Corona-Krise im März und April 2020 die Auftragseingänge regelrecht eingebrochen sind, hat das Volumen der Aufträge seitdem mit einer Ausnahme jeden Monat wieder zugenommen, auch wenn der Zuwachs in den ersten Monaten des Jahres 2021 eher gering war. Der ZEW-Index zur Konjunkturerwartung, der die Erwartungen von Finanzexperten bezüglich der Konjunkturentwicklung in den nächsten sechs Monaten widerspiegelt, zeigte im April 2021 Erwartungen auf einem sehr hohem Niveau an. Zu den in Deutschland am meisten beachteten Konjunkturindikatoren gehört auch der ifo-Geschäftsklimaindex, der die Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage sowie die Erwartungen für die nächsten sechs Monate von Unternehmen in einem Indexwert abbildet. Dieser stieg im März 2021 auf den höchsten Wert seit Juni 2019 und zeigt damit, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft in den letzten Monaten deutlich verbessert hat, d.h. die Unternehmen wieder zufriedener mit der aktuellen Lage sind sowie optimistischer in die nähere Zukunft schauen.

Präsenzindikatoren haben eher negative Vorzeichen

Präsenzindikatoren blicken anders als die Frühindikatoren nicht in die Zukunft, sondern bilden die gegenwärtige Situation ab. Schnellmeldungen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) können als Präsenzindikator gesehen werden, das BIP kann allerdings auch eher den Spätindikatoren zugeordnet werden. Losgelöst von der Frage, ob das BIP eher ein Präsenz- oder ein Spätindikator ist, ist die Maßzahl für die wirtschaftliche Leistung sicherlich der wichtigste und meistbeachteste Konjunkturindikator. Im Jahr 2020 belasteten die Auswirkungen der Corona-Krise und der damit einhergehende Shutdown die deutsche Wirtschaft schwer, im zweiten Quartal ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 9,7 Prozent zurück. Das war laut Statistischem Bundesamt der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnung seit dem Jahr 1970. Experten gehen mittlerweile von der größten Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus. Im 3. Quartal 2020 hat sich das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal wieder deutlich erholt, auch im 4. Quartal ist es weiter gestiegen. Überdies gehören u. a. die monatlichen Meldungen zum Außenhandel sowie Statistiken zur Produktion im Produzieren Gewerbe zu den Präsenzindikatoren. Letztere haben zu Beginn des Jahres 2021 eher eine schwierige konjunkturelle Lage aufgezeigt.

Spätindikatoren zeigen die Corona-Krise deutlich

Spätindikatoren zeigen die konjunkturelle Entwicklung mit einer etwas größeren zeitlichen Verzögerung. Die Arbeitslosenquote gehört sicherlich zu den prominentesten Spätindikatoren und zeigt deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise seit März/ April 2020. Auch die Statistiken zu den Insolvenzen von Unternehmen ist dieser Gruppe der Konjunkturindikatoren zuzuordnen, allerdings kann ein Blick darauf derzeit irreführend sein. Die Zahl der Insolvenzen liegt, insbesondere seit der zweiten Hälfte des Jahres 2020, auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Im gesamten Jahr 2020 gab es in Deutschland 75.044 Unternehmensinsolvenzen, laut Statistischem Bundesamt war dies der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Gegenüber dem Vorjahr gingen die Unternehmensinsolvenzen um 15,5 Prozent zurück. Dies ist allerdings nicht trotz, sondern viel mehr wegen der Corona-Krise so: Der Grund für den niedrigen Wert im Jahr 2020 liegt laut Destatis hauptsächlich in der aufgrund der Corona-Krise ausgesetzten Insolvenzantragspflicht.

Für einen Blick auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland erstellen einige Wirtschaftsforschungsinstitute wie auch staatliche Stellen regelmäßig Konjunkturprognosen. Wegen der schwer vorhersehbaren wirtschaftlichen Entwicklung in der Corona-Krise sind diese derzeit aber mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

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