Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit guter Pressefreiheit. Das ist die zentrale Erkenntnis des aktuellen Rankings von Reporter ohne Grenzen für 2026. Während Norwegen dabei mit einem Indexwert von 92,7 weiterhin an der Spitze steht, erreichen nur noch wenige Staaten überhaupt ein sehr hohes Niveau. Deutschland kommt mit 82,2 Punkten auf Platz 14 ("zufriedenstellende Lage") und zählt damit zwar zur Spitzengruppe, liegt aber klar hinter den führenden, überwiegend nordischen Ländern.
Viele europäische Länder belegen weiterhin vordere Plätze, doch selbst dort nehmen Probleme zu. Staaten wie die Niederlande mit 88,9 oder Estland mit 88,5 Punkten liegen zwar weit vorne, rutschen aber in Kategorien mit ersten Einschränkungen ab. Außerhalb Europas sind Länder mit hoher Pressefreiheit selten, während große Teile der Welt nur mittlere oder schlechte Bedingungen aufweisen.
In Deutschland bleibt die Lage vergleichsweise stabil, weist aber weiterhin Spannungen auf. Physische Angriffe auf Medienschaffende, insbesondere im Umfeld von Demonstrationen, sowie ein rauer werdendes gesellschaftliches Klima belasten die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten. Auch strukturelle Herausforderungen wie wirtschaftlicher Druck auf Medienhäuser spielen eine Rolle und könnten die Vielfalt der Berichterstattung langfristig einschränken.
Der globale Trend deutet damit auf eine schleichende Verschlechterung hin. Politischer Druck, wirtschaftliche Abhängigkeiten und zunehmende Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten könnten die Lage weiter verschärfen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, würde unabhängige Berichterstattung in vielen Regionen weiter unter Druck geraten – mit möglichen Folgen für Transparenz, demokratische Kontrolle und gesellschaftliche Stabilität.





















