Die SPD will das Ehegattensplitting abschaffen, das vor allem Haushalte mit stark unterschiedlichen Einkommen begünstigt. Vom Ehegattensplitting profitieren dabei vor allem Alleinverdiener mit hohem Einkommen – und sie wären dementsprechend von einer Reform am stärksten betroffen. Bei einem Jahreseinkommen von 100.000 (Erstverdiener) und 0 (Zweitverdiener) beträgt der Splittingvorteil derzeit 9.768 Euro, eine Reform würde hier zu einer Mehrbelastung von 4.582 Euro führen. Auch bei 70.000 (Erstverdiener) und 0 (Zweitverdiener) fällt der Vorteil mit 6.924 Euro deutlich aus. Die Infografik auf Basis von Daten des IW Köln zeigt damit eine klare Konzentration der Vorteile auf Einverdiener-Ehen.
Deutlich geringer sind die Effekte bei Doppelverdienern. Bei Einkommen von 50.000 (Erstverdiener) und 25.000 (Zweitverdiener) liegt der Vorteil nur bei 540 Euro, eine Reform hätte hier keine Mehrbelastung zur Folge. Erst bei höheren Einkommen wie 100.000 / 25.000 steigt der Vorteil auf 3.298 Euro, verbunden mit 1.644 Euro zusätzlicher Belastung. Paare mit gleichen Einkommen wie 40.000 / 40.000 profitieren hingegen gar nicht.
Das verdeutlicht die strukturelle Logik des Systems: Je ungleicher die Einkommen innerhalb eines Paares verteilt sind, desto größer ist der steuerliche Vorteil. Eine Reform würde daher vor allem Haushalte mit stark asymmetrischer Erwerbsbeteiligung treffen. Gleichzeitig könnte sie Anreize für eine gleichmäßigere Verteilung von Erwerbsarbeit setzen, etwa indem Zweitverdienste steuerlich weniger benachteiligt werden.








