In Deutschland bleiben offene Stellen in einigen Berufen besonders lange unbesetzt. Zwischen Februar 2025 und Januar 2026 verzeichnete vor allem das Bauhandwerk die längsten Vakanzzeiten: Im Aus- und Trockenbau waren Stellen im Schnitt 300 Tage vakant, dicht gefolgt von Berg-, Tagebau- und Sprengtechnik (299 Tage) sowie der Naturstein-, Mineral- und Baustoffherstellung (298 Tage). Ebenfalls stark vertreten sind so genannte SHK-Berufe (Klempnerei, Sanitär, Heizung, Klima) mit 295 Tagen, Bodenverlegung (292) und Hochbau (281). Auch außerhalb des klassischen Baugewerbes zeigen sich Engpässe – etwa bei Fahr- und Sportunterricht in außerschulischen Bildungseinrichtungen (280) sowie bei der Bau- und Transportgeräteführung (277). Das zeigen Daten der Bundesagentur für Arbeit (Excel-Download).
Die langen Vakanzzeiten deuten darauf hin, dass es hier nicht nur um kurzfristige Schwankungen geht, sondern um dauerhafte Besetzungsprobleme und damit um einen Mangel an Fachkräften. Im Bau- und Ausbaugewerbe treffen hohe Nachfrage (z. B. Modernisierung, Sanierung, Infrastruktur) auf ein knappes Angebot an Fachkräften. Gleichzeitig sind viele Tätigkeiten körperlich anspruchsvoll und erfordern Ausbildung, Erfahrung oder spezielle Berechtigungen. In Nischen wie Berg-/Tagebau oder Sprengtechnik kommt hinzu, dass der Bewerberpool klein ist und Qualifikationen stark spezialisiert sind. Wichtig für die Interpretation: Die Vakanzeit ist ein sehr anschaulicher Engpassindikator, kann aber auch durch Faktoren wie Rekrutierungswege, regionale Lage oder Lohn- und Arbeitsbedingungen beeinflusst werden.












